Snapchat
Snapchat Logo© Snap Inc.

Snapchat: Die App für Momentaufnahmen

Ein Foto für wenige Sekunden veröffentlichen, ein Video als Alien aufnehmen oder die täglichen Einträge des Lieblingsstars als "Story" an sich vorbeiziehen lassen – das kann die App Snapchat. Doch sollte man auch die Risiken der Anwendung nicht ganz außer Acht lassen.

Snapchat ist eine Messenger-App für Android und iOS, die sich in erster Linie an ein junges Publikum richtet. Die Hälfte der Nutzer ist unter 24 Jahre alt. Der Dienst hat seit seinem Start im Jahr 2011 eine rasante Entwicklung durchgemacht und zählt mittlerweile mehr als 170 Millionen aktive Nutzer. 2017 erfolgte der Börsenstart der Snapchat-Mutter Snap, der jedoch weitaus weniger erfolgreich verlief. Als schärfster Konkurrent gilt, dank ähnlicher Funktionen, Instagram.

Snappen und chatten: Die Funktionen von Snapchat

Bei Snapchat geht es – laut Beschreibung bei Google Play – um Spontaneität und Spaß. Die App ermöglicht den Austausch von Fotos, Videos und Nachrichten wie so viele andere Messenger auch, jedoch gibt es eine Besonderheit, die Snapchat auszeichnet: Alles ist nur für den Moment gedacht. Ein versendetes Foto etwa wird dem Empfänger nur für wenige Sekunden angezeigt und verschwindet sodann wieder.

Die wichtigsten Funktionen von Snapchat

  • "Snappen": Einen Schnappschuss machen; anschließend kann man den "Snap" mit Text, Filtern und Symbolen bearbeiten und versenden bzw auf anderen Plattformen teilen.
  • Chatten und kommunizieren: Snapchat bietet auch die Möglichkeit, mit anderen Nutzern Nachrichten auszutauschen und miteinander in Interaktion zu treten. Snapchat unterstützt Audioanrufe und Videochats und muss sich auch in dieser Hinsicht nicht vor der Konkurrenz verstecken.
  • "Stories": 24 Stunden lang verfügbar sind die sogenannten "Stories", mit denen man quasi ein Bilderbuch seines Tages zusammenstellt und dieses seinen "Followern" zugänglich macht.
  • Linsen: Stimmen werden während der Aufnahme verzerrt, Gesichter mit Hasenohren, Hundeschnauze oder im Alien-Style verwandelt. Einige nutzen Snapchat allein dieser teilweise interaktiven Spezialeffekte wegen, von denen es stetig neue gibt.

Snapchat bekommt immer wieder neue Funktionen hinzu. Mittlerweile kann man Aufnahmen und Stories auch dauerhaft speichern. Die Standortfunktion "Snap Map" zeigt die Position von Kontakten an und ermöglicht es, den eigenen Aufenthaltsort mitzuteilen.

Sind die "Snaps" wirklich weg?

Die scheinbare Kurzlebigkeit der Inhalte bei Snapchat sollte man natürlich nicht zum Anlass nehmen, Nacktbilder oder andere Peinlichkeiten zu versenden: Der Empfänger kann die Beiträge immer noch abfotografieren oder Screenshots machen, wobei in letzterem Fall der Ersteller benachrichtigt wird. Der Gedanke hinter Snapchat, dass nämlich alles nur für den Moment verfügbar ist, kann aber auch anderweitig umgangen werden. Man gräbt Snaps in den temporären Dateien aus oder benutzt spezielle Apps, die eigens dafür da sind, solche Inhalte wiederherzustellen.

Kritik an Snapchat

Wenig überraschend sind es auch bei Snapchat Sicherheit und Datenschutz, die Anlass zu Kritik geben. So gab es beispielsweise bereits einen größeren Hackerangriff, bei dem Daten von Millionen Nutzern abgegriffen und veröffentlicht wurden. Die Annahme, Aufnahmen würden schnell wieder gelöscht, verleitet zudem zu unbedachtem Verhalten, wie schon weiter oben angesprochen. Besonders unangenehm kann das werden, wenn, wie 2014 geschehen, Tausende Fotos im Netz veröffentlicht werden. Darunter waren zahlreiche intime Bilder, die der Ersteller wahrscheinlich längst gelöscht glaubten.

Snapchat räumt sich in seinen Datenschutzbedingungen zudem viele Rechte ein, was Bilder und Aufnahmen angeht, die der ein oder andere Nutzer dem Dienst vielleicht lieber nicht zugestehen würde. Ein verantwortungsbewusster Umgang mit Snapchat und eine elterliche Kontrolle bei minderjährigen Nutzern ist dringend zu empfehlen.

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