Abmahnung

Rechtsfalle Download - So beugen Eltern und Kinder Problemen vor

Bei der Mediennutzung ihrer Kinder schlottern vielen Eltern die Knie. Besonders knifflig wird es beim Thema Downloads und Urheberrecht. Dabei können Eltern rechtlichen Problemen ganz einfach vorbeugen.

Internet© Yuri Arcurs / Fotolia.com

Köln/Berlin - Ein Klick auf den Download-Button, und schon landen die Titel der CD auf der eigenen Festplatte. Mit Pech kassieren Eltern dafür eine Abmahnung wegen illegalen Downloads. Das kann teuer werden: Pro Musikalbum oder Film fordern Abmahnkanzleien zwischen 800 und 900 Euro. Eltern haften aber nicht automatisch, wenn ihre Kinder vom heimischen PC aus illegal Musik im Internet getauscht haben. Sie müssen die Kinder aber darüber aufgeklärt haben, dass so etwas illegal ist - und dass es im Zweifel rechtliche Folgen hat. Eine Übersicht, was Eltern vorbeugend unternehmen können:

Internetvereinbarung beschließen

Der beste Schutz vor einer Abmahnung ist, gar nicht erst illegale Tauschbörsen zu nutzen. Das sollten Eltern ihren Kindern erklären. Christian Solmecke, Rechtsanwalt für Internetrecht rät Eltern, mit ihren Kindern eine Art Internetvertrag abzuschließen. Darin protokollieren sie, dass sie die Kinder beispielsweise belehrt haben, keine Filesharing-Programme zu nutzen. Vorlagen gibt es im Internet, beispielsweise unter www.mediennutzungsvertrag.de .

Legale Alternativen nutzen

Die Grundregel ist: Wenn etwas normalerweise Geld kostet, sollte man bei Gratisangeboten skeptisch sein, weil niemand etwas zu verschenken hat. Alternativen sind laut der EU-Initiative Klicksafe die Nutzung legaler Online-Shops und kostenloser Streamingdienste oder das Mitschneiden von Musik über das Internetradio. Besonders für Musik gibt es bereits eine Vielzahl an legalen Angeboten im Internet wie Spotify.

Softwareinstallation einschränken

Jüngeren Kindern sollten Eltern keine Administrationsrechte am Computer einräumen, rät Solmecke. So können sie die Installation von Tauschbörsen-Software verhindern. Die Initiative "Schau hin - Was dein Kind mit Medien macht" empfiehlt, Sicherheitseinstellungen bei allen internetfähigen Geräten der Kinder zu aktivieren und Filter zu verwenden. Wichtig sei, das Kind schon früh beim Surfen zu begleiten und es mit möglichen Stolperfallen vertraut zu machen. Zur Sicherung der Geräte bietet die Initiative eine Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Keine Streaming-Software herunterladen

Generell sollten sich Jugendliche und Eltern vor dem Herunterladen einer Software mit deren Hintergrund beschäftigen, erklärt Solmecke. Er warnt besonders vor illegalen Video-Streaming-Diensten wie Popcorn Time. Das Problem dabei: Klickt ein Nutzer auf "Play", verbreitet er den gesehenen Film automatisch selbst weiter - und riskiert teure Abmahnungen.

Marcel Petritz / Quelle: DPA

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