WLAN, Repeater, dLAN und LAN

So lässt sich der Internetzugang optimieren

Ist der WLAN-Zugang nicht schnell genug? Wir geben Tipps, was bei dem Einsatz eines WLAN-Routers zu beachten ist. Ein drahtloser Internetempfang lässt sich auch per Repeater verbessern. Alternativ bieten sich dLAN und LAN an.

WLAN-Router© Ronen / Fotolia.com

Die Provider locken mit immer höheren Surfgeschwindigkeiten. VDSL ermöglicht per Vectoring Download-Geschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s, per Super-Vectoring sogar bis zu rund 300 Mbit/s. Wer einen Internetzugang per Kabelanschluss nutzt, kann sogar mit bis zu 500 Mbit/s und mehr Daten aus dem globalen Netz herunterladen. Doch was nützt eine hohe Bandbreite, wenn diese zwar am WLAN-Router anliegt, aber bei Endgeräten wie Notebooks, Smartphones, Tablets & Co.nur erheblich weniger Tempo nutzbar ist. Wir erläutern, wie man den WLAN-Zugang verbessern kann und welche Alternativen es zum drahtlosen Empfang gibt.

Optimalen Standort für den WLAN-Router wählen

Die Qualität des WLAN-Empfangs hängt stark vom Standort des WLAN-Routers ab. Eine gute WLAN-Reichweite ist in der Regel erzielbar, wenn der Router an einem zentralen Platz in der Wohnung und zudem etwas erhöht, etwa auf einem Regal oder Schrank, aufgestellt wird. Eher weniger empfiehlt sich ein Standort im Keller oder auf dem Dachboden. Je mehr dicke Wände und Decken die Funkwellen durchdringen müssen, umso geringer wird die nutzbare Bandbreite. Hinzu kommen Störfaktoren wie elektrische Geräte oder WLAN-Router von Nachbarn. Bei der Suche nach dem besten Standort für den WLAN-Router können diverse Apps helfen. Unter anderem ermöglicht dies etwa die App "Fritz!WLAN" von AVM, die beispielsweise die WLAN-Signalstärke anzeigt.

Richtige WLAN-Kanalwahl

AVM Fritz!App WLANMit Apps wie "Fritz!App WLAN" lassen sich Details zum WLAN-Empfang wie Signalstärke und WLAN-Kanal ablesen.© AVM Computersysteme Vertriebs GmbH

Beachtet werden sollte, dass man mit dem eigenen WLAN-Netz meist nicht alleine ist. Gerade in der Stadt, in größeren Mietshäusern, sind in der Regel diverse WLAN-Router in der Nachbarschaft im Einsatz. Nutzen diese die gleichen WLAN-Kanäle, so beeinträchtigt auch dies die nutzbare Übertragungsgeschwindigkeit.

Standardmäßig ist bei den Routern meistens eine automatische Kanalwahl aktiviert. Bei Bedarf kann aber, etwa bei den Fritz!Box-Routern, in der über den Browser aufrufbaren Benutzeroberfläche auch manuell ein WLAN-Kanal gewählt werden. Verfügt der Router über eine Ansicht der aktuellen WLAN-Kanalbelegung, so sollte ein Kanal gewählt werden, auf dem nur möglichst wenige oder gar keine Störeinflüsse durch andere WLAN-Netze vorhanden sind.

WLAN AC statt N bevorzugen

Die Surfgeschwindigkeit beispielsweise eines Highspeed-Kabelanschlusses lässt sich drahtlos nicht komplett ausschöpfen, wenn man einen Router verwendet, der lediglich das langsamere WLAN N statt des schnelleren WLAN AC bietet. Ist zwar ein WLAN-Router mit Unterstützung für WLAN AC im Einsatz, funkt das Smartphone aber nur per WLAN N, so ergibt sich hier ebenfalls ein Bremsklotz. Smartphones, Tablets oder Notebooks mit integriertem WLAN-AC-Modul können dagegen auf den schnelleren WLAN-Zugang des Routers auf dem 5-GHz-Frequenzband zugreifen, das gewöhnlich auch weniger stark genutzt wird, wie das von vielen Geräten verwendete 2,4-GHz-Frequenzband. Unterstützt das Notebook nur WLAN N, so lässt sich WLAN AC dennoch 'nachrüsten' - beispielsweise durch Verwendung eines entsprechenden WLAN-AC-Adapters.

Aktuelle Firmware nutzen

Eine große Rolle bei einem eher langsamen Internetzugang spielt nicht selten die verwendete Firmware des WLAN-Routers. Ist diese wirklich auf dem neuesten Stand oder wurde sie schon längere Zeit nicht mehr aktualisiert? Viele Router-Hersteller stellen in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen neue Firmware-Versionen zur Verfügung. Nutzer profitieren nach einem Update häufig von Verbesserungen, neuen Features, mehr WLAN-Stabilität und der Behebung von Fehlern. Falls möglich, sollte eine automatische Aktualisierung aktiviert sein. Bei einem WLAN-Router, der zum Beispiel von einem Kabelnetzbetreiber zur Verfügung gestellt wird, übernimmt der Provider die Aktualisierung der Firmware. Dabei hinken die Anbieter mit der Bereitstellung einer aktuellen Firmware oft hinter den Herstellern hinterher, da die Kabelnetzbetreiber die Firmware vor einer Freigabe noch selbst aufwändig auf mögliche Fehler überprüfen. Bei einem eigenen, gekauften Router ist der Nutzer dagegen selbst für die Aktualisierung der Firmware verantwortlich und kann somit problemlos jeweils die aktuellste Firmware nutzen.

Repeater verstärkt WLAN

AVM Fritz!WLAN Repeater 1750E EIN WLAN-Repeater wie der Fritz!WLAN Repeater 1750E von AVM vergrößert die WLAN-Reichweite.© AVM Computersysteme Vertriebs GmbH

Haben die bisherigen Tipps nicht zu einer maßgeblichen Verbesserung des drahtlosen Internetzugangs geführt, so kann dies auch an der Beschaffenheit der Wohnung liegen. Erstreckt sich diese etwa über mehrere Stockwerke und ist verwinkelt, so kann der WLAN-Router die gesamte Fläche vermutlich nicht ganz abdecken.

Der WLAN-Empfang kann mit Hilfe von sogenannten Repeatern verbessert werden. Diese verstärken das WLAN-Signal bzw. vergrößern die WLAN-Reichweite. Der Repeater arbeitet optimal, wenn er in der Mitte der Strecke zwischen Router-Standort und dem Standort mit schlechtem WLAN-Empfang zum Einsatz kommt. WLAN-Repeater lassen sich meist einfach in eine Steckdose stecken und sind dank Plug & Play innerhalb weniger Minuten einsatzbereit.

DLAN: Internet per Steckdose

TP-Link Powerline-Adapter TL-WPA9610 KIT Powerline-Adapter, hier beispielsweise Modelle von TP-Link, übertragen die Daten über das heimische Stromnetz.© TP-LINK Deutschland GmbH

Doch es muss nicht unbedingt WLAN als Lösung genutzt werden, um das Internetsignal in andere Räume zu übertragen. Als Alternative kann man auch auf Powerline, auch dLAN genannt, zurückgreifen. Dabei wird das heimische Stromnetz für die Datenübertragung genutzt. Benötigt werden entsprechende Powerline-Adapter. Ein Adapter wird per LAN-Kabel mit dem Router verbunden und in eine Steckdose in der Nähe des Routers gesteckt. Am Wunschstandort in einem anderen Zimmer wird ein zweiter Adapter in eine Steckdose gesteckt und per LAN-Kabel mit dem PC, Notebook, Smart-TV & Co. verbunden.

Powerline-Adapter gibt es wahlweise auch mit integriertem WLAN-Modul, so dass auch per Smartphone und Tablet auf das WLAN-Netz des Adapters zurückgegriffen werden kann. Bei Powerline sind einige Dinge zu beachten. So sollten die Adapter zur Vermeidung von Störsignalen möglichst nicht in einer Mehrfachsteckdose verwendet werden. Der Router-Standort und das zu versorgende Zimmer müssen zudem über den gleichen Stromkreis miteinander verbunden sein.

LAN-Kabel verlegen

InternetanschlussLAN-Kabel verbinden den Router direkt mit Rechner, Notebook & Co.© kubais / Fotolia.com

Die stabilste und sicherste, wenngleich je nach Beschaffenheit der Wohnung auch aufwändigste Lösung für einen optimalen Internetzugang, ist die Verlegung von LAN-Kabeln. Der Router wird dabei direkt mit weiteren Geräten in anderen Zimmern per Ethernet-Kabel verbunden. Gut ausgestattete Router bieten meist vier Gigabit-LAN-Anschlüsse, so dass sich vier Geräte anbinden lassen. Als Netzwerkkabel lässt sich ein LAN-Kabel der weit verbreiteten Kategorie Cat 5e nutzen, dass eine maximale Reichweite von 100 Metern haben kann und für die Nutzung in den heimischen vier Wänden meist ausreicht. Besser abgeschirmt und leistungsfähiger sind Kabel der Kategorien Cat 6 bzw. Cat 7.

Jörg Schamberg

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