Schmalband

Internet by Call: Surfen mit Minuten-Abrechnung

Trotz der Verbreitung von Breitband-Anschlüssen surfen einige Internet-Nutzer noch immer über Internet by Call. Wir erklären, wie der Internetzugang per Minutenabrechnung funktioniert.

Langsames Internet© Calado / Fotolia.com

Bei Internet by Call dürften die meisten nur mit der Schulter zucken – in Zeiten von günstigen Flatrate-Tarifen ist das doch längst überholt? Nicht ganz, allerdings empfiehlt sich Internet by Call heute nur noch in Ausnahmefällen. Wenn man irgendwo wohnt, wo ein Breitbandanschluss (noch) nicht verfügbar ist, oder wenn man sich nicht einen Vertrag ans Bein binden möchte, kann Internet by Call eine Alternative zu LTE und Satelliteninternet sein. Internet by Call wird minutenweise direkt über die Telefonrechnung abgerechnet und kommt via Modem oder ISDN zustande.

Wie funktioniert Internet by Call?

Der Internet-Zugang wird je nach Anbieter mit oder ohne Anmeldung umgesetzt. Um den Zugang zum Internet freizuschalten, gibt man im Modem die Nummer an und wählt sich über dieses ins Netz ein. Je nach Internet-by-Call-Anbieter müssen gegebenenfalls zusätzlich die Nutzerdaten angegeben werden. Die Online-Zeit wird anschließend minuten-, teilweise sogar sekundengenau über die Telefonrechnung abgerechnet. Wichtig zu wissen ist außerdem, dass die Telefonleitung während des Surfens belegt ist – das Modem führt sozusagen ein Telefonat. Gleichzeitig telefonieren ist also nicht drin.

Wie schnell ist Internet by Call?

Die Geschwindigkeiten mit Internet by Call sind eher untergalaktisch. Schlappe 64 Kilobit die Sekunde, durch Kanalbündelung maximal 128 Kilobit/s, erreichen den Nutzer. Da lädt eine moderne Internetseite schon mal eine ganze Weile. Unterm Strich kommt Internet by Call also für die meisten doch nur als Notlösung in Frage oder für Internetnutzer, die vielleicht nur einmal pro Woche ihre Mails abrufen möchten. Wer Internet by Call nutzt, sollte in jedem Fall von Lesezeichen und Websiteversionen für die mobile Nutzung Gebrauch machen, so dürften gewünschte Seiten schneller laden.

Wie vermeidet man hohe Kosten durch Internet by Call?

Nutzt man Internet by Call, sollte man immer ein Auge auf die Preise haben. Denn diese schwanken je nach Anbieter erheblich, was bei der Abrechnung pro Minute schnell einen deutlichen Unterschied machen kann. Daher lohnt sich in jedem Fall ein Vergleich der Internet-by-Call-Anbieter, bevor man länger online geht. Um in keine Kostenfalle zu tappen, wählt man idealerweise Tarife mit Preisgarantie. Diese sind zwar nicht die günstigsten der günstigsten, dafür kann man sich aber sicher sein, keine großen Preissprünge zu verschlafen und unbemerkt für viel Geld weiterzusurfen. Häufig kostet die Minute unter einem Cent, aber es gibt auch Tarife, bei denen die Preise in regelmäßigen Zeitfenstern zwischen sehr günstig und ziemlich teuer schwanken. Teilweise wird auch eine Einwahlgebühr erhoben.

Für wen lohnt sich Internet by Call überhaupt?

Um Internet by Call realisieren zu können, brauch man einen Telefonanschluss – und den gibt es heute bei zahlreichen Anbietern sowieso nur noch in Kombination mit Internet oder aber zu einem vergleichsweise hohen Preis. Internetflatrates inklusive Festnetz-Flatrate gibt es bereits für um die 25 Euro. Bei diesen Einsteigertarifen sind die Surfgeschwindigkeiten nicht herausragend, jedoch deutlich schneller als bei Internet by Call und die Geschwindigkeit mancher Tarife wird bei Erreichen eines bestimmten Datenvolumens gedrosselt. Dieses wird man als Wenignutzer jedoch kaum erreichen – und selbst dann ist DSL immer noch schneller als Internet by Call.

Fazit: Wer nur hin und wieder für wenige Minuten online geht, wer überhaupt keine breitbandige Alternative hat, und wer kein Geld in einen Satelliteninternet-Anschluss investieren möchte, für den ist Internet by Call eine Lösung. Wer auch nur einigermaßen regelmäßig surft, sollte Alternativen in Betracht ziehen.

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