Instant Messenger
Kommunikation© fotogestoeber / Fotolia.com

Instant Messenger - Kommunikation über Chat-Programme

Am Anfang war der simple Chat. Über die Jahre haben sich Instant und Web Messenger stetig weiterentwickelt und dazugelernt: Schon lange sind die kleinen Chat-Programme eine echte Alternative zu E-Mail und Telefon.

Ähnliche Themen

Instant Messenger bieten viele Vorteile: Ist man ohnehin online, so kann man mühelos und vor allem meist auch kostenlos mit seinen Freunden und Bekannten chatten, sich verabreden und nebenbei erzählen, was es so Neues gibt. Man installiert einfach ein kleines Programm auf dem PC oder dem mobilen Endgerät und schon kann es losgehen - vorausgesetzt, der Gesprächspartner nutzt den verwendeten Messenger ebenfalls.

Mehrere Messenger oder Chat-Client

Die beliebten Instant Messenger stellen den Nutzer vor ein Problem: Sie beherrschen nur ein Protokoll. Daher können Nutzer nur mit Chatpartnern kommunizieren, die das gleiche Chat-Programm nutzen. Einige Messenger kommen zwar auch miteinander aus. Dennoch schränkt die Protokoll-Hürde die Nutzung ein.

Whatsapp ChatWer chattet nicht gern mit dem Smartphone? Messenger Nummer 1 ist hier WhatsApp.© daviles / Fotolia.com

Als mögliche Lösung bietet sich die Installation mehrerer Messenger an, zumal die Programme auch nebeneinander funktionieren. Wenn sich die Kontakte auf diverse Messenger verteilen und der Computer nicht mit unzähligen Programmen zugepflastert werden soll, kann man zu einem universellen Chat-Client greifen. Multi-Clients sind durchaus verbreitet und beherrschen zahlreiche Protokolle. So ermöglichen sie den Chat mit Nutzern von Single-Clients. Doch auch hier gibt es Stolpersteine: Gibt es für die Original-Messenger eine Änderungen im jeweiligen Protokoll, kommen die Entwickler der Multi-Clients oft nicht sofort hinterher.

Ein Messenger für alle

Eine große Rolle bei der Entscheidung für den richtigen Instant Messenger spielt der Funktionsumfang. Möchte der Nutzer mit dem Client auch kostenlose Gespräche via PC oder Video-Unterhaltungen führen? Dann sind Multi-Clients eine schlechte Wahl. Offiziell ermöglichen die meisten Programme zwar Voice-Chat oder Video-Telefonie mit anderen Chat-Programmen, in der Praxis kommt bei Verbindungen mit Single-Clients aber oft keine Verbindung zustande. In einem solchen Fall kommt man also am Original-Client nicht vorbei.

Beliebte Messenger im Überblick

Der Messenger-Opa: ICQ

ICQ© CQ LLC

ICQ ist das Urgestein der Instant Messenger. 1996 legten vier israelische Studenten mit dem Programm ICQ (I seek you – Ich suche Dich) den Grundstein für die heutigen Instant Messenger. Bereits 1998 erzielten die Gründer eine Rekordsumme von 287 Millionen Euro, als AOL die Software-Schmiede schluckte. Im April 2010 verkaufte AOL ICQ aber an DST, Digital Sky Technologies, ein russisches Internet-Unternehmen. Als der erste Instant Messenger auf dem Markt wird ICQ auch heute noch verwendet.

ICQ lässt sich kostenlos über die Homepage downloaden. Allerdings bedarf es einiger Einstellungen, will man von aufdringlichen Fenstern und nervigen Sound-Effekten verschont bleiben. An den unübersehbaren Werbebannern kommt man hingegen nicht vorbei. Punkten kann ICQ mit dem Funktionsumfang beim Text-Chat. So lässt sich der Online-Status nach Belieben einstellen und auch mit individuellen Nachrichten ausschmücken. Für eine bessere Übersicht lassen sich die verschiedenen Kontakte in mehrere Gruppen aufteilen. Auch den Versand von SMS-Nachrichten auf das Handy erlaubt ICQ. Mittels Push-to-Talk darf man seinen Buddys außerdem Sprach-Nachrichten schicken.

Der VoIP-Klassiker: Skype

Skype© Skype

Skype ist kein Instant Messenger im eigentlichen Sinne. Das Programm wurde durch seine VoIP-Funktionen bekannt und machte das kostenlose Plaudern von PC zu PC populär. Erst später kamen Funktionen wie Text-Chat, Video-Chat oder Dateitransfer hinzu. Aufgrund der weiten Verbreitung macht inzwischen auch die Nutzung als echter Instant Messenger Sinn, auch wenn Skype beim reinen Text-Chat einen kleineren Funktionsumfang wie die alten Klassiker, etwa ICQ, bietet.

Bei Gesprächen und Video-Chats drängt sich Skype vor alle anderen Messenger: Fast jeder der zahlreichen Skype-Fans nutzt das Programm als Telefonie-Software und hat somit auch ein Mikrofon zur Hand. Zum starken Wachstum der Skype-Gemeinde trug auch die einfache Bedienung und das übersichtliche Menü bei, das ganz ohne Werbebanner auskommt.

Chatten mit Google: Google Hangouts

Google Hangouts© Google

Die Software Google Hangouts wurde als Google Talk 2005 gestartet und im Sommer 2009 endlich aus dem Beta-Stadium entlassen. Im Mai 2013 wurde Google Talk durch Google Hangouts ersetzt. Leider ist für die Nutzung – wie für die anderen Google Dienste – ein Account bei Google erforderlich.

Hangouts bietet viele Funktionen, die den Messenger auch für den Einsatz im Unternehmen praktisch machen. So kann man Chats mit mehreren Dutzend Teilnehmern führen, man kann sich vom Mobiltelefon zuschalten und der Chatverlauf wird auf dem Server gespeichert, sodass man ihn über mehrere Geräte hinweg synchronisieren kann.

Handy-Messenger Nummer 1: WhatsApp

Whatsapp© WhatsApp Inc.

WhatsApp ist heute das erste, was den meisten einfällt, wenn es um das Thema Instant Messenger geht. Kein Wunder, wird doch ein großer Teil der Chats mittlerweile über das Smartphones geführt statt am PC. Die Erfolgsgeschichte von WhatsApp begann 2009. Schon fünf Jahre später hatte der Messenger über 450 Millionen Nutzer. 2016 wurde die Milliarden-Marke geknackt. WhatsApp, seit 2014 zu Facebook gehörig, dürfte damit einer der am schnellsten gewachsenen Internetdienste überhaupt sein. Die Anmeldung bei WhatsApp erfolgt über die Telefonnummer; alle Kontakte, die ebenfalls WhatsApp nutzen, werden automatisch im Adressbuch angezeigt.

WhatsApp war und ist häufig Ziel von Kritik seitens der Datenschutz-Behörden. Lange wurden die versendeten Daten nicht verschlüsselt, auch die Kontakte wurden ohne Verschlüsselung auf die WhatsApp-Server übertragen. Obwohl einige Nutzer dem Messenger aus diesen Gründen den Rücken kehrten, erneut nach der Übernahme durch Facebook, erfreut sich WhatsApp dennoch weiterhin der größten Beliebtheit. Mittlerweile hat sich das Unternehmen auch des Themas Sicherheit angenommen und schützt die Chats mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

Warum ist gerade WhatsApp so beliebt? Es lässt sich einfach installieren und einrichten, ist kostenlos, wenn man von der Datenverbindung absieht, es bietet Telefonanrufe und Videochats ohne weitere Kosten und außerdem praktische Funktionen wie Gruppenchats.

Aus dem Netzwerk aufs Handy: Facebook

Facebook©

Der Facebook Messenger ist eine weitere beliebte Messaging-App, die allerdings auch schon einiges an Unmut heraufbeschworen hat. Zunächst war die Messaging-Funktion nämlich die Facebook-App integriert, wurde dann aber in eine eigene Anwendung ausgelagert. Irgendwann konnte man dann ohne die App nur noch über Umwegen überhaupt mobil chatten. Da aber Facebook als soziales Netzwerk etwa das ist, was WhatsApp unter den Messengern darstellt, wird auch der Facebook-Messenger weiter fleißig genutzt. Die Nachrichten, die über den Messenger verschickt werden, finden sich gleichfalls im Nachrichten-Bereich des sozialen Netzwerks.

Mit dem Facebook Messenger sind nicht nur Text- sondern auch Audionachrichten möglich und Videotelefonate können ebenfalls geführt werden. Damit bietet auch dieser Chat ein breites Spektrum an Kommunikationsmöglichkeiten. Der Facebook Messenger soll ebenfalls bereits eine Milliarde Nutzer haben.

Sicherer chatten: Threema

Threema© Threema GmbH

Threema gehört zu den Messengern, die durch die Kritik an der Sicherheit und den Datenschutzbestimmungen bei Kandidaten wie WhatsApp Zulauf bekommen haben. Die Anwendung versprechen den Nutzern eine umfangreiche Verschlüsselung, eine lokale Speicherung der Daten und Datenschutz nach Schweizer Gesetz, zudem ist die Anmeldung auch ohne Angabe der Telefonnummer oder Mailadresse möglich. Threema ist kostenpflichtig und verfügte 2015 im deutschsprachigen Raum über rund 3,5 Millionen Nutzer. Der als sehr sicher geltende Messenger ist also durchaus eine Größe hierzulande, wenn er auch nicht an die Nutzerzahl von WhatsApp heranreicht. Zum Funktionsumfang gehören Gruppenchats, Sprachnachrichten und das Versenden von Videos.

Zum Seitenanfang