Datenschutz

Standortverlauf löschen: Was Google über uns weiß - und wie man sich schützt

Google-Dienste wie Google Maps und Gmail sind komfortabel, doch gleichzeitig wird man zum gläsernem Internetnutzer, wenn einige Hinweise nicht beachtet werden. So verwaltet und löscht man den Standortverlauf.

Technologie© Sergey Nivens / Fotolia.com

Linden - Der US-Internetkonzern Google bietet zahlreiche, kostenlose Internetdienste für Verbraucher an. Mit dem Kartendienst Google Maps lässt sich beispielsweise navigieren, mit Gmail können E-Mails abgefragt werden - auf die Google-Suche verzichtet zudem kaum ein Internetsurfer in Deutschland. Doch die Nutzer verraten Google durch die Verwendung eines oder gleich mehrerer Dienste des US-Unternehmens viele Details zur Person und über das eigene Privatleben. Das trifft insbesondere zu, wenn man die Dienste nutzt, während man in sein Google-Konto eingeloggt ist. Bei der Websuche dürfte der eine oder andere Internetsurfer überrascht sein über manche Dinge, die Google über uns weiß. Das erging auch unserer Redaktion so.

Besuche bei Arzt, Anwalt & Co.: Google ist im Bilde

InternetsucheGoogle verknüpft die Daten genutzter Google-Dienste miteinander.© motorradcbr / Fotolia.com

Beim Googeln nach der Telefonnummer eines Arztes, erschien beim Suchergebnis ein nur persönlich sichtbarer Hinweis mit den letzten, eigenen Besuchsterminen in dieser Praxis. Optional erfährt man weitere Details nach Klick auf den Link "Auf der Zeitachse ansehen". Dort ist chronologisch die An- und Abfahrt sowie die Länge des Aufenthalts in der Arztpraxis verzeichnet. Daneben wird die gefahrene Strecke noch auf einer Google Maps-Karte angezeigt.

Doch wie kann Google dies alles wissen? Möglich wird dies durch die aktivierte Standort-Ermittlung auf dem in der Regel meist mitgeführtem Smartphone. Anhand dieser kann Google quasi jeden unserer Schritte minutiös verfolgen und ein Bewegungsmuster zu einer Person anlegen. Die besuchten Orte werden selbst dann gespeichert, wenn gerade kein Google-Dienst genutzt wird. Google erläutert in seinen Hinweisen zum Standortverlauf: "Dank der gespeicherten Daten können Sie dann auf personalisierte Karten oder Empfehlungen auf der Grundlage der besuchten Orte zurückgreifen." Voraussetzung zur Speicherung sei die Anmeldung im Google-Konto, die Aktivierung des Standortverlaufs und der Einstellung "Standortbericht".

Standortverlauf verwalten und löschen

Standardmäßig ist der "Standortverlauf" für ein Google-Konto deaktiviert und muss manuell aktiviert werden. Der Standortverlauf kann laut Google jederzeit in den Aktivitätseinstellungen des Google-Kontos pausiert werden. Auf der Zeitachse gespeicherte Daten lassen sich bei Bedarf komplett oder teilweise löschen. Der Standortverlauf kann zudem auch automatisch gelöscht werden, wenn er älter als drei oder 18 Monate ist. Dazu kann man in einem Webbrowser die Google Maps Zeitachse aufrufen, rechts unten auf Einstellungen und dann auf "Standortverlauf automatisch löschen" klicken. Der Nutzer sollte den Anleitungen auf dem Bildschirm folgen. Detaillierte Hinweise zur Verwaltung des Standortverlaufs gibt auch die Google-Konto-Hilfe .

Wird für ausgewählte Apps die Standortbestimmung benötigt, so sollte man nach Beenden der jeweiligen Dienste die Standort-Funktion auf dem Smartphone umgehend wieder deaktivieren. In den Android-Einstellungen auf dem Smartphone findet sich unter "Sicherheit & Datenschutz" der Menüpunkt "Standortzugriff". Dieser lässt sich bei Bedarf aktivieren bzw. deaktivieren. Außerdem wird hier ein Überblick über die letzten Standortanfragen von Apps gegeben. In den Berechtigungen etwa der Google Play Dienste kann man den Standortzugriff falls gewünscht blockieren.

Das Google Dashboard gibt einen ausführlichen Überblick über alle genutzten Google-Dienste sowie über die eigenen Aktivitätsdaten. Ein regelmäßiger Blick auf die dortigen Infos ist ratsam. Auch dort lässt sich beispielsweise der Standortzugriff deaktivieren.

Android

Google Standortverlauf mit Android-Gerät deaktivieren


  1. Google Maps App öffnen
  2. Links oben auf gestricheltes Symbol klicken
  3. In der sich öffnenden Menüleiste auf "Einstellungen" => "Google-Standorteinstellungen" => "Google-Standortverlauf" klicken
  4. Der Standortverlauf kann für alle Geräte des Google-Kontos per Schieberegler oder etwas weiter unten nur für ausgewählte Geräte deaktiviert werden
  5. Optional lassen sich unter "Aktivitäten verwalten" bisherige Standortverlaufsinfos löschen
Apple iOS

Google Standortverlauf mit Apple iPhone deaktivieren


  1. Google Maps App öffnen
  2. Links oben auf gestricheltes Symbol klicken
  3. In der sich öffnenden Menüleiste auf "Einstellungen" und "Standortverlauf" klicken
  4. Der Standortverlauf kann für alle Geräte des Google-Kontos oder nur für ausgewählte Geräte jeweils per Schieberegler deaktiviert werden
  5. Über "Standortverlauf verwalten" lässt sich das bisherige Bewegungsprofil löschen

Standortverlauf ermöglicht Erstellung von Bewegungsmustern

  • Die Google-Suche zeigt dank aktivierter Standortfreigabe z.B. auch Besuche bei Ärzten an. Auf einer Zeitachse werden auch die Art und Weise der An- und Abreise sowie die Zeiten erfasst.

    Google Besuche Zeitachse © Screenshot i12 GmbH
  • Google erfährt alles: Der Standortzugriff sollte in den Einstellungen des Smartphones nur aktiviert sein, wenn er aktuell benötigt wird.

    Android Standortzugriff Einstellungen © Screenshot i12 GmbH

Google scannt E-Mails nach Daten zu Einkäufen, Flügen, Rechnungen & Co.

Google Flüge Auch persönliche Daten wie Flüge, Einkäufe, Rechnungen, Termine und vieles mehr lassen sich über die Google-Suche anzeigen.© Screenshot i12 GmbH

Google analysiert aber nicht nur Standortdaten. Wer Googles-Maildienst Gmail nutzt, findet zum Beispiel bei der Google-Suche nach "meine Flüge" eine Auflistung der letzten Flüge. Dieses Ergebnis ist wiederum nur für den jeweiligen Nutzer sichtbar. Google hat für diese Funktion die E-Mails des Nutzers im Gmail-Account gescannt, etwa nach Betreffs wie "Flugbestätigung".

Ebenso tauchen beispielsweise kürzlich etwa bei Amazon getätigte Käufe in der Google-Suchfunktion auf. Dies ist ebenfalls eine Folge der Analyse der E-Mails des Nutzers. Das gilt auch für die Suche nach "meine Rechnungen, "meine Pakete" oder "meine Fotos". Bei letzterem werden in Google Fotos gespeicherte Fotos aufgelistet. "Meine Termine" zeigt in der Google-Suche eigene Termine aus dem Google Kalender an.

Wer die diversen Google-Dienste nutzt, sollte sich bewusst sein, dass der US-Konzern alle Daten miteinander verknüpft. Hier hilft beispielsweise die Nutzung eines alternativen E-Mail-Dienstes, so dass Google nicht unmittelbar Zugriff auf die eigenen E-Mails hat. Zudem sollte man genau überlegen, welche Informationen man den Google-Diensten anvertraut. Die einzelnen Webangebote des Internetkonzerns mögen komfortabel sein, doch dafür wird man zum gläsernen Nutzer.

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