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Google-Alternativen: Suchmaschinen ohne Sammelwut

Google ist die mit Abstand am meisten genutzte Suchmaschine. Der Online-Gigant sammelt aber während der Eingabe in die Suchleiste sehr viele Daten seiner Nutzer. Wem das nicht gefällt, kann auf eine große Zahl an Alternativen zurückgreifen.

18.02.2020, 17:21 Uhr
Suchmaschinen2020 soll Google unter den Suchmaschinen einen Marktanteil von über 87 Prozent innegehalten haben.© Coloures-pic / Fotolia.com

Muss man im Internet nach einer Information suchen, dann ist Google als Suchmaschine die absolute Nummer eins. Das zeigen auch Auswertungen des Portals Statista, welches dem Online-Giganten im Januar 2020 einen Marktanteil von 87,35 Prozent zugesprochen hat. Dabei gibt es eine Vielzahl anderer Suchmaschinen. Das mag auf den ersten Blick nicht relevant sein, allerdings ist es so, dass man bei Google mit seinen Daten bezahlt. Viele Nutzer suchen deshalb nach einer Alternative, doch welche gibt es eigentlich?

Bing: Nr. 2 der Suchmaschinen

Bing.com ist die wohl bekannteste Alternative zu Google. Die Suchmaschine von Microsoft sei an dieser Stelle nur kurz erwähnt, denn auch dieser Anbieter hat sich weder die Privatsphäre noch den Datenschutz groß auf die Fahne geschrieben. Gut zu wissen ist aber, dass Bing bei anderen - auch im Folgenden vorgestellten Suchmaschinen - im Hintergrund läuft.

DuckDuckGoDuckDuckGo ist auch als Chrome-Erweiterung erhältlich. © DuckDuckGo

DuckDuckGo: Die Alternative für mehr Privatsphäre

Wer besonderen Wert auf den Schutz persönlicher Informationen legt, der kann zu DuckDuckGo greifen. Die Suchmaschine bietet sehr viele Features, mit der die Privatsphäre geschützt werden soll. IPs und Suchverläufe werden dem Unternehmen zufolge nicht abgespeichert, User werden nicht getrackt und somit auch nicht mit personalisierter Werbung bombardiert. Für die Suche sollen 400 Datenbanken angezapft werden, darunter auch Bing. Kritiker mahnen bei der Suchmaschine an, dass die Server in den USA stehen.

Startpage lässt Google für sich arbeiten

Startpage ist eine alternative Suchmaschine, die sich bei Google bedient. Suchanfragen werden anonymisiert und dann an die Nummer 1 weitergeleitet. Startpage sammelt nach eigenen Angaben weder IP-Adressen noch werden Cookies abgespeichert. Der Dienst der niederländischen Firma ist aber auch schon in Kritik geraten. Der Grund: Startpage will nicht etwa Konkurrent von Google, sondern ein Partner sein und bezahlt für die Suchergebnisse des Onlinegiganten.

Klimafreundlich und ökologisch: MetaGer

MetaGer wurde 1996 am Rechenzentrum der Universität Hannover von dem gemeinnützigen Verein SUMA entwickelt. Der Schutz der Privatsphäre ist nach Angaben des Vereins zentral, deshalb werden keinerlei Daten, die nicht für den Betrieb der Suchmaschine nötig sind, gesammelt. Für die Ergebnisse werden demnach 50 Suchmaschinen abgefragt, um vielfältige und nicht vorgefertigte Ergebnisse zu liefern. Ein weiteres Versprechen: Für jegliche Dienste wird ausschließlich auf Ökostrom zurückgegriffen.

Klimafreundliche Alternative: Ecosia.org

Ecosia SuchmaschineWebinhalte suchen und gleichzeitig Bäume pflanzen: Damit wirbt Ecosia. © Ecosia GmbH

Damit eine Suchmaschine funktioniert, ist Strom ein entscheidender Faktor - den Energieverbrauch von Servern darf man bekanntlich nicht unterschätzen. Ecosia.org soll zu 100 Prozent mit sauberer Energie arbeiten, die unter anderem aus Solaranlagen generiert wird. Ein weiterer Vorteil der "grünen Alternative" unter den Suchmaschinen soll sein, dass sie ihren Dienst CO2-neutral verrichtet und große Teile des Gewinns an den Regenwald gespendet und Bäume gepflanzt werden. Beim Punkt Privatsphäre werden den Betreibern zufolge im Gegensatz zu Google keine persönlichen Profile aufgrund der Suchanfragen gebildet. Außerdem sollen User das Tracking gänzlich unterbinden können. Unter der Haube setzt man auch hier übrigens auf Bing.

Quant.com ist auch für Kinder geeignet

Soll es eine EU-Suchmaschine sein, die sicher und auch eine Alternative für Kinder bietet? Qwant.com will diese Kriterien erfüllen. Die Server stehen in Frankreich und man verzichtet nach eigenen Angaben sowohl auf Cookies, die auch nach dem Besuch der Webseite weiterarbeiten. Daten wie Standort oder Infos über soziale Netzwerke werden demnach genauso wenig abgerufen. Dadurch sollen die Interessen und Browsing-Gewohnheiten privat bleiben. Quant gibt es auch in einer Junior-Version: Dabei sollen die Suchergebnisse gesondert überprüft und unangemessene Inhalte herausgefiltert werden.

Spezielle Produkte finden: Darf es vegan sein?

Vegane und nachhaltige Produkte zu finden ist auch heute manchmal noch aufwendig. Mit der veganen Suchmaschine VeggieSearch.de kann sich das ändern. Dabei handelt es sich um eine Produkt-Suchmaschine, die mit mehreren Online-Shops zusammenarbeitet und ausschließlich nach Bekleidung, Möbeln, Kosmetik und Lebensmitteln anzeigt, die ohne tierische Produkte auskommen.

Für wen kommen Google-Alternativen infrage?

Wer Google und dessen Datensammelwut nicht unterstützen möchte, der sollte auf eine alternative Suchmaschine umsteigen. Das gilt auch für diejenigen, die nicht bereit sind, persönliche Informationen für gezielte Werbung herzugeben. Ein weiteres Thema ist Nachhaltigkeit und Klimaschutz und auch der Gewinn unabhängiger Informationen, die nicht gezielt vorgefiltert werden. Denn auch wenn Google den Markt dominiert, liefert die Suchmaschine nicht auch zugleich die besten Ergebnisse.

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