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Fake-Shops im Internet erkennen

Fake-Shops empfinden einige Menschen nicht als Gefahr. Untersuchungen zeigen aber, dass jährlich etliche Verbraucher auf die Scheinfirmen im Netz reinfallen. Wie kann man Fake-Shops enttarnen?

17.07.2020, 17:27 Uhr
Computer Sicherheit© Jürgen Fälchle / Fotolia.com

Die Zahl an Fake-Shops hat zugenommen und damit auch die Zahl der gemeldeten Betrugszahlen, berichtet unter anderem das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz. Laut der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg e.V. haben sich demnach für den Zeitraum Januar bis April 2020 im Vergleich zum Vorjahr die Anfragen zum Thema Fake-Shops verfünffacht.

Wie erkennt man solche Fake-Shops? Welche Informationen sollte man prüfen, bevor man zum ersten Mal bei einem Onlineshop bestellt? Und was kann man tun, wenn man auf einen Fake-Shop hereingefallen ist? Diesen Fragen soll im folgenden Artikel nachgegangen werden.

Wie erkennt man Fake-Shops?

Auf den ersten Blick ist es für einen Laien kaum möglich, einen Fake-Shop zu entlarven. Früher erkannte man die betrügerischen Aktivitäten vielleicht noch an einer schlechten Rechtschreibung, an dilettantischem Seitenaufbau und an Domains ohne die Endung „de“. Doch inzwischen sind die Betrüger professioneller geworden. Die meisten Fake-Shops sehen nun aus wie normale Onlineshops. Angeboten werden Waren aus allen Bereichen.

Merkmale für Fakeshops

Ein noch recht offensichtliches Indiz für einen Fake-Shop kann es sein, wenn die Domainbezeichnung wenig mit der angebotenen Ware zu tun hat. Misstrauen ist auch angebracht, wenn die Waren zu einem Preis angeboten werden, der zu schön ist, um wahr zu sein. Stutzig sollten Kunden auch werden, wenn als Zahlungsmethode nur Vorkasse zugelassen wird. Zudem wird gerne mit falschen Bewertungen gearbeitet, die ausnahmslos von begeisterten Kunden zu stammen scheinen. Auch die AGB sind oft frei erfunden oder schlecht zusammenkopiert.

Fake-Angebote auf dem Amazon Marketplace

Selbst auf der Marketplace-Plattform von Amazon.de tummeln sich Betrüger. Diese haben bestehende Verkäufer-Accounts gekapert und locken mit günstigen Fake-Angeboten. Doch meist lassen sich diese schnell enttarnen. Ein ungewöhnlich großes Produktangebot mit bis zu 500.000 Artikeln sollte stutzig machen. Auch werden Kunden von den Cyberkriminellen oft zur Kontaktaufnahme per E-Mail vor dem Kauf aufgefordert. Die Artikel werden in der Regel als "brandneue" Gebraucht-Produkte angeboten. Zudem sollte auch hier ein zu günstiger Preis die Alarmglocken schrillen lassen.

Worauf sollte man vor der ersten Bestellung bei einem Shop achten?

Prüfen sollte man, ob die Domain des Onlineshops ungewöhnlich wirkt und etwa mit „de.com“ endet. Es sollten ferner mehrere Zahlungsmöglichkeiten angeboten werden, die Käufersicherheit gewährleisten. Kontaktangaben sollten vorhanden sein, ebenso wie ein vollständiges Impressum mit Postadresse, Vertretungsberechtigtem, E-Mail-Adresse und Handelsregisternummer. Diese kann unter www.handelsregister.de geprüft werden. Fake-Shops verwenden außerdem gerne selbst erfundene Gütesiegel oder wenden echte Gütesiegel ohne Berechtigung an. Echte Siegel können bei den jeweiligen Austellern nachrecherchiert werden. Außerdem kann man mithilfe von Suchmaschinen im Internet nach Erfahrungen anderer Käufer forschen, bevor man dort kauft.

  • Beispiel: https://baumarkt-expert.de/

    Fake-Shop/ baumarkt-expert

    Im Impressum ist zwar eine Adresse angegeben, laut Google Maps befindet sich dort aber ein Ortsverein. Ein weiteres Indiz, dass es sich hier um einen Fakeshop handeln könnte: Die angegebene Telefonnummer ist nicht erreichbar (abgerufen Juli 2020) .

  • Beispiel: http://13de.detoxic.net/

    Fake-Shop/ detoxic.net

    Die URL ist schon einmal sehr verdächtig. Klickt man auf einen der Punkte in der Navigation, springt man auf der Startseite zu einem Gewinnspiel, um das dort angebotene Medikament günstiger zu bekommen (abgerufen Juli 2020).

  • Beispiel: https://mediesmarkt.de/

    Fake Shop/ medienmarkt

    Die Rufnummer auf der Webseite ist nicht vergeben und am Ende kann nur mit Vorkasse bezahlt werden. Das spricht dafür, dass es den Online-Shop nicht wirklich gibt (abgerufen Juli 2020).

Auf einen Fake-Shop hereingefallen – was kann man tun?

Wer den Verdacht hat, einem Betrüger aufgesessen zu sein, sollte zunächst alle Beweise und Belege sichern, Mails ausdrucken, Screenshots von der Webseite speichern und Überweisungsbelege aufheben. Mit diesen Unterlagen kann man sich an eine Verbraucherzentrale wenden. Außerdem sollte Strafanzeige bei der Polizei erstattet werden. Wenn die Überweisung erst kurze Zeit zurückliegt, kann man seine Bank bitten, das überwiesene Geld zu stoppen. Das kostet oftmals eine kleine Rückholgebühr, falls es für die Rückholung noch nicht zu spät ist.

Wer mit einer Kreditkarte bezahlt hat, kann innerhalb von 6 Wochen den Betrag wegen Betrugsverdachts zurückerstatten lassen. Dazu müssen sich die Karteninhaber an die kartenausstellende Bank, nicht an das Kreditkartenunternehmen wenden (Ausnahme: American Express) und die Karte zugleich sperren lassen. Bei diesem Vorgang wird auch die Empfängerbank aufmerksam und prüft das Konto des Betrügers. Sollte das Geld trotz alledem weg sein, bleibt den Betrogenen noch die Option, sich den Betrag über ihre Hausratversicherung erstatten zu lassen. Das ist dann möglich, wenn die Versicherung eine sogenannte Cyberpolice enthält. In jedem Fall gilt es, schnell zu handeln, damit eine Chance besteht, das Geld zurückzuerhalten und Betrügern das Handwerk zu legen.

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