Neue Wohnung

Beim Umzug: DSL mitnehmen, wechseln oder übernehmen?

Bei einem Umzug gibt es hinsichtlich des DSL-Anschlusses zwei Möglichkeiten: Den bisherigen DSL-Vertrag zum neuen Wohnort mitzunehmen oder aber einen neuen Vertrag abzuschließen. Was aber, wenn der Altvertrag vom Vormieter noch nicht gekündigt wurde? Wir klären über die wichtigsten Aspekte rund um die DSL-Übernahme auf.

UmzugDSL-Provider sind nicht verpflichtet, der Übernahme des DSL-Vertrages zuzustimmen.© Warren Goldswain / Fotolia.com

Spätestens bei einem Umzug wird es Zeit, sich alle möglichen Verträge noch einmal vorzunehmen. Dazu gehört auch der DSL-Vertrag. Die meisten Internet-Verträge werden nämlich über einen Zeitraum von zwei Jahren geschlossen und der Vertrag erlischt nicht automatisch mit einem Wohnungswechsel. Wer mit seinem alten Vertrag zufrieden ist, kann diesen in der Regel auch mitnehmen. Viele Provider bieten hierzu sogar online Möglichkeiten, den DSL-Umzug durchzuführen.

Tipp: Ob Neuvertrag, Vertragsübernahme oder sonstiges: Jegliche Schritte sollten unbedingt frühzeitig eingeleitet werden, da die Umsetzung im schlimmsten Fall mehrere Wochen dauern kann.

Sonderkündigungsrecht: Nur in ganz bestimmten Fällen

Den bestehenden DSL-Vertrag am neuen Wohnort weiterzuführen, kann dann problematisch werden, wenn dort nicht dieselbe Leistung erbracht werden kann oder aber der alte Provider dort gar nicht verfügbar ist. In diesem speziellen Fall besteht die Möglichkeit, per Sonderkündigungsrecht früher aus DSL-Vertrag auszusteigen und sich entsprechend einen neuen Anbieter zu suchen. Für diejenigen, die beim Umzug einfach gerne in einen günstigeren Tarif wechseln möchten und bei denen die genannten Gründe für die Sonderkündigung nicht vorliegen, für den wird es schwierig sich aus dem Vertrag zu lösen. In dem Fall sollte nach einem Wechselangebot geschaut werden: Einige Provider bieten Neukunden an, die Grundgebühr beim alten Anbieter über mehrere Monate hinweg zu übernehmen.

DSL-Vertrag vom Vormieter übernehmen

Wer gerade nicht in einem Altvertrag festhängt, plant vielleicht, den DSL-Vertrag des Vormieters zu übernehmen. In dem Fall sollte man von vornherein wissen, dass DSL-Provider nicht dazu verpflichtet sind, sich darauf auch einzulassen. In erster Linie ist also von dem jeweiligen Anbieter abhängig, ob die DSL-Übernahme überhaupt möglich ist. Damit entscheidet auch der Anbieter, ob der Vertrag sich zu denselben Bedingungen fortführen lässt, oder eben nicht.

Die Vertragsübernahme oder auch den Anschlussinhaberwechsel regelt jeder DSL-Anbieter individuell. Einige Provider stellen sich hier komplett quer, manche lassen die Vertragsumschreibung nur zu, wenn der Vertrag von einem Ehepartner oder WG-Mitglied übernommen wird. Bei anderen wiederum kann ganz einfach für die DSL-Übernahme ein Formular auf der jeweiligen Webseite heruntergeladen werden, das im Anschluss ausgedruckt und versendet werden muss. Hier sind zumeist folgende Angaben zu machen:

Adress- und Kontaktdaten alter Kunde
Adress- und Kontaktdaten neuer Kunde
Spezielle Wünsche hinsichtlich Hardware/Telefonrechnung etc.
Bestätigung der Vertragsübernahme
Einverständniserklärung zur Bonitätsauskunft
SEPA-Lastschriftmandat / Einzugsermächtigung / Hinterlegung der Bankdaten
Unterschriften beider Parteien

Tipp:Das Formular zur Vertragsübernahme sollte per Einschreiben versendet werden.

Lieber Neuauftrag als DSL-Übernahme

Der Vorteil einer DSL-Übernahme ist, dass man sich die Installation und Einrichtung der Hardware und der Internetverbindung spart. Andererseits fallen für eine Vertragsübernahme auch oftmals Kosten an. Zum Teil beginnt auch eine neue Laufzeit, sodass es in den meisten Fällen einfacher ist, einen Neuvertrag abzuschließen. Ganz zu schweigen von den rechtlichen Aspekten: So weist etwa Unitymedia darauf hin, dass der neue Vertragspartner für alle offenen Forderungen verantwortlich ist. Außerdem könne der zukünftige Vertragspartner Nutzungsdaten im Kundenportal einsehen. Ein weiteres Argument, auf eine DSL-Übernahme zu verzichten, ist, dass man als Neukunde von Boni und Ermäßigungen profitieren kann, die einem sonst entgehen würden.

Problemfall: Port oder Anschluss ist durch den Vormieter blockiert

In vielen Foren wird darüber berichtet, dass der DSL-Anschluss in der neuen Wohnung wegen eines noch bestehenden Vertrages mit dem Vormieter "blockiert" ist. Der Zusammenhang ist dabei zumeist, dass der Vormieter seinen DSL-Vertrag nicht gekündigt hat. Wenn der Vormieter seinen Vertrag kündigt, muss der DSL-Anbieter in der Regel den Netzbetreiber darüber informieren. Ist der Anschluss durch den Vormieter bei Einzug noch belegt, so kann auch der neue Mieter dem Netzbetreiber den Neueinzug mitteilen und der Anschluss wird in der Regel freigeschaltet. Netzbetreiber ist zumeist die Deutsche Telekom.

Seit der Anpassung des Telekommunikationsgesetzes im Mai 2012 wurde der Anbieterwechsel für Verbraucher vereinfacht. Demnach darf "Bei einem Anbieterwechsel […] der Dienst des Teilnehmers nicht länger als einen Kalendertag unterbrochen werden." Dabei müssen "Die Anbieter von öffentlich zugänglichen Telekommunikationsdiensten und die Betreiber öffentlicher Telekommunikationsnetze […] sicherstellen, dass die Leistung des abgebenden Unternehmens gegenüber dem Teilnehmer nicht unterbrochen wird, bevor die vertraglichen und technischen Voraussetzungen für einen Anbieterwechsel vorliegen […]. Der alte Anbieter muss folglich eine Versorgung sicherstellen und darf ab diesem Zeitpunkt nur noch 50 Prozent der Gebühr verlangen. Falls das nicht funktioniert, hat die Bundesnetzagentur speziell zu diesem Zweck ein Beschwerdeformular bereitgestellt.

Weiterführende Links
Weitere Infos zum Thema
Zum Seitenanfang