Ratgeber

Mit dem DSL-Anschluss umziehen

Rund zehn Prozent der Bundesbürger wechseln jährlich ihren Wohnort. Wer seinen DSL-Anschluss mitnehmen will, stößt nicht selten auf Probleme. Onlinekosten.de hat bei den großen DSL-Anbietern angefragt, wie sie zum Thema Umzug stehen.

Umzug© Gina Sanders / Fotolia.com

Mehrere Millionen Menschen in Deutschland ziehen jährlich um. Sei es wegen eines neuen Jobs, dem Auszug aus Hotel Mama, dem Bau oder Kauf einer eigenen Immobilie oder schlicht der Liebe wegen. Doch was tun mit dem vielfach vorhandenen DSL-Anschluss? Unsere Redaktion bei den großen DSL-Anbietern nachgeschaut, wie es bei ihnen aussieht in Sachen Umzugsservice, Kosten für den DSL-Umzug sowie bei den Vertrags- und Kündigungsbedingungen.

Wohnungswechsel und Umzug im Allgemeinen

Mit der Änderung des Telekommunikations-Gesetzes 2012 sind viele Dinge, die beim Umzug der DSL-Leitung notwendig sind, standardisiert worden. Bei einem Umzug ist es grundsätzlich so, dass der DSL-Anschluss mit umzieht, sofern der Anbieter am neuen Wohnort den gebuchten Dienst zur Verfügung stellen kann. Ein Sonderkündigungsrecht gibt es also nicht ohne Weiteres, es wird jedoch unter anderem beim Umzug ins Ausland, in einen Bereich, der nicht durch den derzeitigen Anbieter versorgt wird, oder bei nicht umsetzbaren Internetgeschwindigkeiten gewährt. In diesen Fällen kann man mit einer Frist von drei Monaten kündigen. Trotzdem handhabt jeder Anbieter den Umzug etwas anders.

Die Mindestvertragslaufzeit darf sich durch einen Umzug nicht mehr verlängern, aufpassen muss man jedoch beim Wechsel zu einen neuen Tarifmodell. Dann ist eine neue Mindestvertragslaufzeit rechtens. Die Kosten für den Umzug variieren je nach Anbieter zwischen 20 und 70 Euro. Bereithalten sollte man beim frühzeitigen Melden des bevorstehenden Umzuges seine aktuelle Kundennummer und den Wunschtermin, ab wann der Anschluss in der neuen Wohnung zur Verfügung stehen soll. Hilfreich ist es außerdem für den DSL-Anbieter, zu wissen, wer zuvor Anschlussinhaber am neuen Wohnort war.

Umzug mit DSL-Anschluss der Telekom

Telekom-Kunden, die einen Wohnungswechsel planen, sollten sich mindestens vier Wochen vor dem Wohnungswechsel beim Umzugsservice des Anbieters melden. Dies kann online, aber auch über die Hotline oder in den Telekom-Shops geschehen. Steht gar der Umzug in ein eigenes, neu gebautes Haus an, so steht bei der Telekom auch ein eigener Bauherren-Service zur Verfügung, denn der Neubau muss vermutlich erst noch ans DSL-Netz angeschlossen werden. Im Normalfall erfolgt die Umschaltung auf die neue Adresse innerhalb weniger Tage. Die Telekom ist selbst Inhaber der sogenannten letzten Meile und nicht auf weitere Zwischenstationen angewiesen, so dass Verzögerungen in der Regel vermieden werden.

Telekom: Bei Umzug wird alter Vertrag angepasst

An der neuen Adresse fallen Kosten von einmalig 69,95 Euro für den Telefonanschluss an, für den DSL-Anschluss selbst entstehen derzeit keine Bereitstellungsgebühren. Bei einem Umzug muss der Vertrag nicht gekündigt werden, er wird einfach auf den neuen Wohnort umgeschrieben. Eine Rufnummernmitnahme ist nur im gleichen Ortsnetz möglich. Die Laufzeit des Vertrages beginnt nur dann von Neuem, wenn man den Umzug für einen gleichzeitigen Tarifwechsel nutzt.

Kulanzspielraum der Telekom ist groß

Eine Sonderkündigung ist nur dann möglich, wenn bestimmte Mindestbandbreiten nicht erreicht werden oder ein Telekom-Anschluss gar nicht erst möglich ist. Zieht man in einen Haushalt, in dem bereits ein Telekom-Anschluss besteht, kommt man aus seinem alten Vertrag mit einer dreimonatigen Kündigungsfrist raus. Weichen die eigenen Wünsche für den DSL-Anschluss am neuen Wohnort ab, ist man auf die Kulanz des jeweiligen Ansprechpartners bei der Telekom angewiesen. Diese kann je nach Mitarbeiter durchaus unterschiedlich ausfallen, sodass bei unbefriedigendem Ergebnis ein zweiter Anruf durchaus erfolgversprechend sein kann.

DSL-Anschluss von 1&1: So geht der Umzug

Den 1&1 Umzugsservice erreicht man entweder telefonisch über die Servicehotline oder online über das Kontroll-Center. Selbstverständlich zieht auch hier der alte Vertrag einfach mit um, es sei denn man wünscht sich einen neuen Tarif. Häusle-Bauer müssen sich als 1&1-Kunden bei nicht bestehendem Anschluss zuerst an die Telekom wenden, denn diese sorgt für den Hausanschluss. 1&1 mietet wiederum bei der Telekom Netzkapazitäten an.

Die Umstellung dauert in der Regel zwei Wochen. Wer sichergehen möchte, informiert 1&1 jedoch deutlich früher über den bevorstehenden Umzug. Mit einer der nächsten Rechnungen nach dem Umzug werden 59,95 Euro abgebucht, die 1&1 für die Umschaltung des Anschlusses in Rechnung stellt. Beachtet werden sollte, dass bereits bestehende 1&1-Rufnummern bei einem 1&1-Komplettanschluss nicht an den neuen Wohnort mitgenommen werden können, außer wenn man innerhalb des gleichen Vorwahl-Bezirkes umzieht. Eine Sonderkündigung des 1&1-Vertrages aufgrund des Umzuges ist gemäß den gesetzlichen Vorgaben mit einer dreimonatigen Frist möglich (siehe oben).

Mit Vodafone umziehen

Ähnlich sieht das Vorgehen auch bei Vodafone aus: Der Umzug sollte so früh wie möglich online oder telefonisch gemeldet werden, wobei Vodafone lediglich von einem Bearbeitungszeitraum von zwei Wochen ausgeht. Auch hier gilt: Lieber etwas früher Bescheid sagen, als am Ende ohne DSL dazustehen. Innerhalb der Ortsvorwahl ist auch hier die Rufnummernmitnahme problemlos möglich. Die Kosten für die Vertragsmitnahme belaufen sich auf knappe 40 Euro; schließt man einen neuen Vertrag mit neuer Mindestvertragslaufzeit ab, entfallen diese.

Umzug des DSL-Anschluss von O2

Gleiches gilt bei O2: Der Umzug sollte telefonisch oder über einen O2-Shop möglichst frühzeitig, mindestens aber einen Monat im Voraus, angekündigt werden. Am neuen Wohnort wird der DSL-Anschluss dann bestenfalls zum Wunschtermin freigeschaltet. Mit etwas Glück klappt das ohne Techniker; muss der Techniker rauskommen, bedeutet dies jedoch kein Aufpreis. Die Kosten belaufen sich bei einem Laufzeittarif auf rund 50 Euro; hat man einen Vertrag ohne Laufzeit, kostet der Umzug 20 Euro. Kostenlos ist er, wie auch bei den anderen Anbietern, im Falle eines Tarifwechsels mit neu beginnender Mindestlaufzeit.

Fazit: Umzug mit DSL-Anschluss rechtzeitig planen

Ein Umzug will gut geplant sein. Eine rechtzeitige Benachrichtigung des DSL-Providers über das Umzugsvorhaben kann nur dringend empfohlen werden, um möglichst unnötige Ausfallzeiten zu vermeiden. Bei allen DSL-Anbietern kommen für den Umzug Kosten auf den Kunden zu, sofern man nicht den Tarif wechseln und die Mindestvertragslaufzeit neu beginnen möchte.

Oft verfahren die Provider nach dem Motto "Vertrag ist Vertrag". Bei Vertragsabschluss sollte daher die übliche Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten nicht ganz außer Acht gelassen werden, da diese bei einem Umzug Probleme bereiten könnte. Eine Sonderkündigung ist nur in Ausnahmefällen möglich. Steht beispielsweise schon fest, dass man aus beruflichen Gründen häufiger umziehen muss, sind Verträge mit kurzer Laufzeit, wie sie etwa von O2 angeboten werden, eine gute Alternative.

Die Kulanz der DSL-Provider bei einem Umzug ist unterschiedlich ausgeprägt, teilweise auch erheblich von den jeweiligen Gesprächspartnern im Shop vor Ort oder an der Hotline abhängig. Jeder sollte für sich selbst ausrechnen, ob ein "Freikauf", ein Wechsel in einen neuen Tarif oder ein Pochen auf eine Kulanzkündigung die bessere Wahl ist.

Jörg Schamberg

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