Bitcoin
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Bitcoin: Vorteile und Risiken der digitalen Währung

Die Digitalwährung Bitcoin macht vor allem wegen ihres stark schwankenden Kurses Schlagzeilen. Was sind die Vorteile des Systems und welche Nachteile bietet die Kryptowährung?

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Seit Januar 2009 ist die Digitalwährung Bitcoin im Umlauf. Kurz zuvor, im Jahre 2008, war unter dem Pseudonym 'Satoshi Nakamoto' erstmals ein Entwurf für ein Bitcoin-System veröffentlicht worden. Bitcoin ist keine physische Währung in Form von Münzen oder Scheinen, sondern eine von Banken und Regierungen unabhängige virtuelle Währung. Sie soll dank Verschlüsselung fälschungssicher sein und länderübergreifend zur Verfügung stehen. Häufig wird Bitcoin auch als Krypto- oder Internet-Währung bezeichnet.

Rasanter Kursanstieg des Bitcoin: Nur eine Blase?

In Japan ist Bitcoin bereits als offizielles Zahlungsmittel akzeptiert. Es handelt sich quasi um eine "digitale Münze", deren Kurs jedoch stark schwankt und die nicht unumstritten ist. Lag der Kurs in den Anfangsjahren lange Zeit stabil bei rund 100 Euro, so setzte insbesondere im Jahr 2017 eine rasante Kursralley ein. Ende November 2017 war ein Bitcoin kurzzeitig über 11.000 US-Dollar wert. Innerhalb eines knappen Jahres war der Bitcoin-Kurs 2017 um rund 900 Prozent gestiegen. An einem Tag stürzte der Kurs der Digitalwährung dagegen wieder um fast 2.000 US-Dollar ab. Bietet der Kauf von Bitcoins also Chancen auf schnelle Gewinne oder handelt es sich lediglich um einen Hype und eine bald platzende Blase, wie Kritiker monieren? Die Finanzaufsicht Bafin warnte Anleger vor einem möglichen Totalverlust sowie vor Spekulanten und windige Geschäftemacher. Kursverluste von zehn Prozent am Tag seien bei Kryptowährungen keine Seltenheit. Es gibt sogar Rufe nach einem Verbot des Bitcoin.

Bitcoin-Kurs wird über weltweites Rechnernetzwerk errechnet

Bitcoin Der Bitcoin-Kurs wird unabhängig von Zentralbanken über ein dezentrales Rechnernetzwerk ermittelt.© peshkov / Fotolia.com

Doch wie funktioniert das Bitcoin-System überhaupt? Der Bitcoin-Wert wird nicht von Zentralbanken festgelegt, sondern rund um den Globus über ein dezentrales Rechnernetzwerk errechnet. Zur Teilnahme an dem Netzwerk sind ein Bitcoin-Client und die Verbindung über das Internet erforderlich. Der Bitcoin-Client verwaltet eine digitale Brieftasche ("Wallet"). Eine solche benötigen auch Geschäftsleute, die ihren Kunden eine Bezahlung mit Bitcoins anbieten. Dies ist beispielsweise bei diversen Online-Shops sowie Restaurants möglich.

Alle mit Bitcoins durchgeführten Transaktionen werden öffentlich und transparent in einer riesigen Datenbank ("Blockchain") gespeichert. Deren Größe lag im September 2017 bei 135 GB. Die Blockchain (Blockkette) fungiert als Kontoauszug, an ihrem unteren Ende werden regelmäßig neue Elemente hinzugefügt. Von der Blockchain-Datenbank gibt es weltweit zahlreiche Kopien, die von freiwilligen Helfern stetig aktualisiert werden. Das Blockchain-System soll durch die dezentrale Struktur ausreichend Schutz vor Betrügern bieten und gibt Auskunft über alle jemals mit Bitcoins getätigten Transaktionen.

Bitcoins-Besitzer bleiben anonym

Während die Blockchain zwar öffentlich einsehbar ist, bleiben die Besitzer der Bitcoins jedoch anonym. Nur sie können Bitcoin-Transaktionen durchführen. Für den Zugriff auf die Bitcoins sind eine Bitcoin-Adresse und das dazugehörige Passwort erforderlich. Geht dieser private Schlüssel verloren, sind auch die Bitcoins unter diesem digitalen 'Konto' nicht mehr zugänglich. Dem Besitzer droht ein Totalverlust. Wegen der Anonymität des Zahlungsverkehrs erfreut sich die Kryptowährung bei Kriminellen einer wachsenden Beliebtheit. Verschiedene Verschlüsselungstrojaner fordern von ihren Opfern bereits Überweisungen in Bitcoins zur Entschlüsselung der gekaperten Geräte.

Bitcoin-Geldmenge auf 21 Millionen Bitcoins begrenzt

Wie kommt man an Bitcoins? Bitcoins werden geschöpft, wenn man freiwillig Rechnerkapazität zur Verfügung stellt, die zur Verwaltung der Bitcoin-Transaktionen erforderlich ist. Die Helfer ("Miner") müssen die Transaktionen bestätigen, die dann als Block in die Blockchain eingetragen werden. Die gesamte Geldmenge der digitalen Währung ist auf 21 Millionen Bitcoins begrenzt, 16 Millionen Bitcoins waren im November 2017 bereits auf dem Markt. Da für die Erschaffung neuer Bitcoins äußerst leistungsfähige Rechner benötigt werden, die viel Strom verbrauchen, ist der hohe Energieverbrauch für das sogenannte "Mining" von Bitcoins ein weiterer Punkt, der an dem System kritisiert wird.

Bitcoins lassen sich auch ganz klassisch gegen bestehende Währungen tauschen. Der rasante Bitcoin-Kursanstieg im Jahr 2017 wurde unter anderem durch Pläne der US-Terminbörse CME hervorgerufen, die ein Finanzprodukt in Form eines Bitcoin-Future realisieren möchte. Damit könnten Anleger auf einen steigenden oder fallenden Bitcoin-Kurs spekulieren.

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