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Kommentar zum Artikel: "Beratungsklau": Fachhandel klagt über Online-Schmarotzer
Viele haben es schon gemacht: Sich im Fachgeschäft informiert und dann doch billiger online eingekauft. Für Ladenbesitzer ist das ein Ärgernis. Doch ein Rezept dagegen haben bislang nur Wenige gefunden. Und es könnte noch schlimmer für die stationären Händler kommen.
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Alt 18.04.2014, 02:55
Baghee Baghee ist offline
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Beiträge: 1.248
Standard Berater oder Verkäufer?

Ich möchte dazu eine zweigleisige Meinung äußern:

1. Welcher vermeintliche Fachhändler ist denn wirklich noch vom Fach und hat Ahnung von dem, was er da verkauft? Falle ich nicht viel häufiger als unbedarfter Kunde einem Verkäufer zum Opfer, der sich als Berater ausgibt und selbst bestenfalls mangelhaftes Fachwissen hat und mir wegen der höheren Marge das schlechtere Produkt verkaufen will?

Wie oft habe ich schon in Elektronik-"Fach"-Märkten daneben gestanden und zuhören müssen, wie der Verkäufer dem potentiellen Kunden entweder bewusst oder aus Unfähigkeit absoluten Schwachsinn erzählt hat, nur um Umsatz zu machen oder eine Verkaufs-Prämie zu kassieren!?

Und wie unterscheide ich als unbedarfter Kunde in Themen-Gebieten, von denen ich eben mal KEINE Ahnung habe (z. B. beim Optiker oder im Zoofachgeschäft, bei Metzger oder beim Bäcker), den fachkundigen beratenden Verkäufer vom Schwachsinn labernden Verkäufer?

Wenn ich das aber ohnehin nicht unterscheiden kann, wozu brauche ich dann diese "Berater"?


Meine Lösung ist ganz einfach und führt zum zweiten Teil meiner Meinung:


2. Warum sollte ich einen Fachhandels-Zuschlag bezahlen, wenn ich mich ohnehin vorher selbst schlau machen muss, um die Beratung des Verkäufers einschätzen zu können? Kaufe ich ein Mobile, ein Tablet, einen PC, ein Notebook, eine elektrische Zahnbürste, ein Auto oder auch Autoreifen (gerade getan) oder eine Kettensäge, mache ich mich zuerst im Internet schlau, schaue nach allgemeinen Informationen zum Thema und nach (Vergleichs-)Tests oder den Bewertungen anderer Käufer zwischen den in Frage kommenden Produkten und mache mich so selbst zum "Fach"-Mann. Wozu also der Fachhandel?

In meinem Bekanntenkreis gibt es eine Reisebüro-Kauffrau, die MICH nach günstigen Reisen fragt, weil sie die Super-Duper-Sonderangebote über die Reise-Schnäppchenseiten nicht kennt!

Weiter geht es im Mobilfunk-Sektor: Warum soll ich bei der Telekom Kunde werden, wenn ich die gleiche oder sogar mehr Leistung im gleichen Netz für weit weniger als ein Drittel des Telekom-Preises bei einem D1-Discounter bekomme? Oder bietet die Telekom höchstselbst neuerdings Allnet-Flats incl. 500 MB Internet-Highspeed-Volumen für 10 bis 15 Euro mtl. (bei 15 Euro mtl. sogar incl. 3000 SMS mtl.!) an?

Wegen des besseren Services? Am Eimer! Hatte ich alles schon - bei Problemen steht man bei der Telekom höchstselbst genauso im Regen wie beim Discounter!

Und immer häufiger höre ich im Fachhandel: "Haben wir nicht da, können wir ihnen aber bestellen!", weil ich mal wieder irgendwas besonders exotisches (oder veraltetes) haben will, von dem der angebliche Fachhändler noch nie was gehört hat.

Verdammt, bestellen kann ich selber! Und das in aller Regel zu einem günstigeren Preis und mit Rückgaberecht, auf das ich beim Händler vor Ort keinen Rechtsanspruch habe. Und ich muss nicht nochmal extra zum kilometerweit entfernten Händler fahren, sondern kriege die Ware gebracht. Früher war "Lieferung frei Haus" ein besonderer Service des Tante-Emma-Ladens vor Ort - heute ist das Standard bei Amazon und Co.


Zum Händler vor Ort fahre ich eigentlich nur noch bei Lebensmitteln oder bei zeitlich dringendem Bedarf.

Selbst Strom, Gas, Heizöl, Versicherungen, Wohnungs- und Autosuche erledige ich heute "online" und bin damit viel besser beraten als das die angeblichen "Fachhändler" jemals konnten.
__________________
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Alt 18.04.2014, 07:15
Benutzerbild von TheHelpingHand
TheHelpingHand TheHelpingHand ist offline
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Reden AW: Berater oder Verkäufer?

Sehr gut geschrieben! Dem kann ich zu 100% zustimmen!
Bei einem Punkt, der Telekom, gibt es zu sagen daß es hier keine Alternative zu diesem Anbieter gibt.Jedenfalls nicht in Sachen FTTH-Glasfaser 200/100.Läuft aber nunmehr seit einem Jahr absolut zuverlässig.
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  #3  (Permalink
Alt 18.04.2014, 08:29
Silmarillion81 Silmarillion81 ist offline
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Standard AW: Berater oder Verkäufer?

Im Grunde kann ich dem ersten Beitrag voll und ganz zustimmen.

Für Technik oder eine neue Brille etc. muß ich nicht mehr in die Stadt und bin nicht mehr an die Phantasiepreise gefesselt (Optiker, Apotheken etc.).
Aber z.B. bei Bekleidung kann die Sache anders aussehen: Ich bin recht schlank und eher klein, Klamotten müssen bei mir also fast schon grundsätzlich gekürzt werden, zumindest Hosen. Und wenn ich im Internet bestelle, muß ich das erstmal abstecken und wieder in die Stadt und Geld bezahlen.
Beim Provinz-Modehaus bei meinen Eltern in der Nähe kostet das nichts. Auch bei einem etwas schwungvoll angezogenem Pullover von dort wurde mal eben der Winkelriß kostenlos genäht und ich konnte ihn gleich wieder mitnehmen. Die haben dort halt immer eine fest angestellte Schneiderin.
Und da ich auf 1-2 Marken fixiert bin, da das Zeug gut ist und am besten paßt und die Preise für diese Markenklamotten auch im Internet nicht wesentlich anders sind, kaufe ich halt meine Klamotten immer dort, wenn ich mal meine Eltern besuche.

Der Laden hat seine "Daseinsberechtigung" gefunden. Das sehen offenbar auch viele andere Leute so, denn dort arbeiten laut Homepage inzwischen insgesamt fast 50 Angestellte (natürlich nicht alle gleichzeitig). Und gut beraten wird man da auch. Es paßt einfach alles und das Internet bietet mir hier einfach keine Vorteile, im Gegenteil.

Achso: Man konnte sogar ausgepackte Hemden wieder zurückgeben, wenn man den ganzen Firlefanz (gefühlte 10 Mio. Nadeln etc.) mit abgab. Das müssen sie ja gar nicht! Aber zumindest wenn es ein Geschenk war, ist das ohne Probleme möglich.

Aber wie gesagt: In anderen Bereichen fühle ich mich vom stationären Handel veräppelt. Die müssen sich dann nicht wundern, wenn die Kundschaft ins Internet abwandert.
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  #4  (Permalink
Alt 18.04.2014, 09:50
hartiskarpi hartiskarpi ist offline
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Standard AW: Berater oder Verkäufer?

Zitat:
Zitat von TheHelpingHand Beitrag anzeigen
Sehr gut geschrieben! Dem kann ich zu 100% zustimmen!
Bei einem Punkt, der Telekom, gibt es zu sagen daß es hier keine Alternative zu diesem Anbieter gibt.Jedenfalls nicht in Sachen FTTH-Glasfaser 200/100.Läuft aber nunmehr seit einem Jahr absolut zuverlässig.
Vermarktet congstar nicht auch die telekom ftth anschlüsse?
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  #5  (Permalink
Alt 18.04.2014, 12:03
citrus50 citrus50 ist offline
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Registriert seit: 30.12.2005
Beiträge: 541
Standard AW: Berater oder Verkäufer?

Ja, guter Punkt zwischen Verkäufer und Berater zu unterscheiden. Das ist DER große Punkt.

Auch die Beispiele, denen kann ich nur zustimmen.

Verkäufer in Märkten sind ganz gewiss keine Berater, zumindest habe ich da noch keine gesehen. Ich kann es verstehen, man will verkaufen usw, aber reines Verkaufen geht dann ja wohl wirklich im Netz einfacher.

Und natürlich sehe ich auch die andere Seite.

Ich bekomme ab und an Magenschmerzen bei den Gedanken, wo ich alles über den Tisch gezogen werde, wenn ich sehe, wie schlecht das (für andere) oft abläuft in den Bereichen in denen ich mich auskenne...

Ich wäre jetzt aber interessiert, welchen D1-Drittanbieter bzw. dessen Angebot du meinst

Ich halte immer mal wieder ausschau nach D1-Netz-Angeboten. Aktuell nutze ich Congstar, ganz simples 1GB und 9Cent-Tarif. Neulich hatte ich ein ähnliches, kurzfristiges Angebot gesehen im D1-Netz. War aber zu spät dran.

Apropos - wenn man sich binden möchte, und die zur Verfügung stehenden Geräte passen (ink. dass sie wirklich kürzlich heraus kamen) gibt es ab und an auch ganz passable Angebote, meistens im D2-Netz. (Wer das mag... )

Apropos2: War eigentlich kurz im näheren Laden für sowas, und konnte dann nicht anders, und hab einen "Berater" mal zwischengesprochen, als der jemanden nen absolut überteuerten (ggü. den vorher erzählten Anforderungen, naja und genrell) Rechner andrehen wollte. Hat der böse geguckt. Der wollte da echt einen 2K-Rechner verkaufen, für Büroanwendungen und Spiele. (ja sowas wie Wimmel und Solitaire...)

Weiß nicht wie es weiter ging, hab noch kurz gesagt, bei den Anforderungen die ich so nebenher mitbekommen habe, sollte da ein Rechner bis 500 Euro lange reichen... und bin dann zur Kasse.
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  #6  (Permalink
Alt 18.04.2014, 13:58
Scooter224 Scooter224 ist offline
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Alter: 43
Beiträge: 41
Standard AW: Berater oder Verkäufer?

Zitat:
Zitat von Silmarillion81 Beitrag anzeigen
Im Grunde kann ich dem ersten Beitrag voll und ganz zustimmen.

Für Technik oder eine neue Brille etc. muß ich nicht mehr in die Stadt und bin nicht mehr an die Phantasiepreise gefesselt (Optiker, Apotheken etc.).
Aber z.B. bei Bekleidung kann die Sache anders aussehen: Ich bin recht schlank und eher klein, Klamotten müssen bei mir also fast schon grundsätzlich gekürzt werden, zumindest Hosen. Und wenn ich im Internet bestelle, muß ich das erstmal abstecken und wieder in die Stadt und Geld bezahlen.
Beim Provinz-Modehaus bei meinen Eltern in der Nähe kostet das nichts. Auch bei einem etwas schwungvoll angezogenem Pullover von dort wurde mal eben der Winkelriß kostenlos genäht und ich konnte ihn gleich wieder mitnehmen. Die haben dort halt immer eine fest angestellte Schneiderin.
Und da ich auf 1-2 Marken fixiert bin, da das Zeug gut ist und am besten paßt und die Preise für diese Markenklamotten auch im Internet nicht wesentlich anders sind, kaufe ich halt meine Klamotten immer dort, wenn ich mal meine Eltern besuche.

Der Laden hat seine "Daseinsberechtigung" gefunden. Das sehen offenbar auch viele andere Leute so, denn dort arbeiten laut Homepage inzwischen insgesamt fast 50 Angestellte (natürlich nicht alle gleichzeitig). Und gut beraten wird man da auch. Es paßt einfach alles und das Internet bietet mir hier einfach keine Vorteile, im Gegenteil.

Achso: Man konnte sogar ausgepackte Hemden wieder zurückgeben, wenn man den ganzen Firlefanz (gefühlte 10 Mio. Nadeln etc.) mit abgab. Das müssen sie ja gar nicht! Aber zumindest wenn es ein Geschenk war, ist das ohne Probleme möglich.

Aber wie gesagt: In anderen Bereichen fühle ich mich vom stationären Handel veräppelt. Die müssen sich dann nicht wundern, wenn die Kundschaft ins Internet abwandert.
Da muss ich schmunzeln, wenn ich sowas lesen... Deine Markenklamotten, die für wenige Cent bis Euros in Bangladesch unter katastrophalen Bedingungen hergestellt werden um dann in Europa teuer verkauft zu werden, die kaufst du gern im Laden, weil die Preise da gleich sind wie im Internet. Aber deine Brille, bei der dein Optiker dich vermutlich eine halbe Stunde lang beraten muss, dir die Augen vermisst, dir deine Brille anfertigt und einstellt, der ist dir zu teuer, weil du im Internet billigere Preise bekommst? Ist das nicht ein wenig unlogisch?
Frage, wo guckst du dir denn vorher die Brillen an, die du bestellst? Und wo gehst du hin, wenn die Internetbrille drückt oder rutscht?
Was Menschen wie du nicht verstehen wollt, ist dass ihr euch mit diesem Verhalten selber arbeitslos macht. Wenn alle ihre Klamotten nur noch bei Zalando kaufen, dann gibt es Jobs in diesem Bereich auch nur noch bei Zalando im Lager. Muss ja alles schön billig sein, also wird alles ja nur noch im Ausland produziert. Und deine Autoreifen, die bestellst du ja auch im Internet. Wer zieht dir die Reifen dann auf die Felgen auf? Der Depp in der örtlichen Werkstatt. Und der ist vermutlich auch noch so unverschämt und verlangt Geld dafür. Begreift es doch endlich, dass die paar Euros, die ihr spart euch am Ende richtig viel Geld kosten. Entweder mit dem Verlust eurer Arbeit oder mit höheren Steuern um die Stütze für die anderen zu bezahlen, die ihre Arbeit verloren haben.
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  #7  (Permalink
Alt 18.04.2014, 15:37
Baghee Baghee ist offline
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Beiträge: 1.248
Standard AW: Berater oder Verkäufer?

@citrus50:

http://www.klarmobil.de/landingpages...bild/index.php


Das von mir angegebene 10-Euro-Angebot ohne SMS-Kontingent gab es vom gleichen Anbieter ein paar Wochen vorher und wurde von mir gebucht. Gerüchten nach zu urteilen soll es das Angebot immer noch geben, der (mir wirklich unbekannte) Link auf die dafür nötige Landingpage wird auf Schnäppchenportalen mit ca. 5 Euro gehandelt.

Als ich das Angebot damals gebucht habe, war der Link öffentlich, ist aber damals noch in der gleichen Nacht um ca. 3 Uhr gekappt worden und funktioniert seitdem nicht mehr.




@Scooter:

Du denkst zu kurz. Die von Dir angsprochenen Mehrkosten über Steuern und Sozialabgaben kommen auf JEDEN zu, egal, ob er die hohen Preise mit fragwürdiger Beratung oder die günstigen Preise ohne Beratung zahlt.

Und für mich sind "(Sozialabgaben- oder Steuererhöhung) + (niedrige Preise)" immer noch billiger als "(Sozialabgaben- oder Steuererhöhung) + (freiwillig bezahlte hohe Preise)".

Du stehst vor einem gesellschaftlichen Problem und hast noch nicht realisiert, dass eine "soziale" Haltung in dieser Sache zu deinem persönlichen Nachteil ist.

Und Du wirst das Problem an sich nicht lösen, indem Du dich verhältst, wie Du es vorschlägst.

Dazu kommt noch, dass die, die durch den Wegfall des Fachhandels arbeitslos werden, durchaus Jobs in anderen Branchen finden könnten - z. B. in wirklich beratungsintensiven B2B-Verkäufer-Jobs bei Waren, um die sich die Stiftung Warentest nicht kümmert. Oder hast Du schon mal einen Test über ... sagen wir: KFZ-Montage-Roboter gelesen, wie sie bei VW die Autos montieren? Oder über Pappkartons, wie man sie braucht, um Waren zu verpacken?

Oder sie können ihr Geld verdienen bei der Anfertigung oder im Verkauf von echten Individual-Lösungen.

Übrigens: Es gibt auch Leute, die mit Beratung gutes Geld verdienen. BERATER, die ein Schweinegeld kosten und es auch verdienen. Das sind dann aber ECHTE und mehr oder weniger kompetente Berater und keine als Berater getarnte Verkäufer - z. B. (Innnen-)Architekten, Rechtsanwälte, Rentenberater, Unternehmensberater mit Hochschulabschluss ...

Oder im Handwerk - denn das lässt sich nicht so ohne weiteres online abwickeln, und ich lasse mir meine Klamotten schon wegen der hohen "Versandkosten" beim Schneider vor Ort und nicht in China oder Thailand ändern und notfalls reparieren.

Meine im Internet bestellten und bezahlten Reifen montiert mir eine Fachwerkstatt vor Ort - gegen Entgelt natürlich. Genauso würde ich die Dienstleistung eines anderen Handwerks-Betriebs (z. B. Optiker) selbstverständlich und ohne zu murren bezahlen. Das rechnet sich für mich UND für den Handwerksbetrieb.

Allerdings vergebe ich grössere handwerkliche Aufträge auch via Ausschreibung per Internet, z. B. über MyHammer oder BlauArbeit für mitunter wirklich "kleines Geld".

Noch ein kleines Beispiel gefällig? Ein Bekannter von mir ist Steinmetz-Meister. Er beschwert sich darüber, dass er heute die Preise nicht mehr wie früher machen kann. Ziemlich wörtlich: "Früher haben die Leute bei mir angerufen, ich habe gesagt, was es kostet und die Leute haben diskussionslos bestellt und bezahlt. Heute rufen sie bei 5 Steinmetzen an, und der eine Kollege verkauft ihnen dann China-Ware oder ein anderer Kollege arbeitet für die Hälfte meines Preises. Natürlich kann ich auch günstiger anbieten - aber dann verdiene ich natürlich nicht mehr so viel."

Das ist Globalisierung im Miniatur-Format.

Tja - entweder geht es dem Steinmetz gut oder dem Kunden. Und mir persönlich kommt es bei der Entscheidung, wem von beiden es gut gehen soll, hauptsächlich darauf an, ob ich Steinmetz oder Kunde bin.
__________________
Those who would give up essential Liberty to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety. Benjamin Franklin, 1775
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  #8  (Permalink
Alt 18.04.2014, 16:21
citrus50 citrus50 ist offline
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Registriert seit: 30.12.2005
Beiträge: 541
Standard AW: Berater oder Verkäufer?

[QUOTE=Baghee;2252320]@citrus50:

http://www.klarmobil.de/landingpages...bild/index.php


verdammt, da habe ich moralische Bedenken
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  #9  (Permalink
Alt 19.04.2014, 00:45
The tTt The tTt ist offline
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Ort: Berlin
Beiträge: 285
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Bandbreite: 50/10MBits // LTE
Standard AW: Berater oder Verkäufer?

Gute Berater zahlen sich mMn. aus und sorgen für positive Mundpropaganda und somit auch mehr Umsatz/Gewinn.
Klar wird es auch immer mal wieder Kunden geben, die sich Vor Ort beraten und dann doch woanders bestellen.
Das ist halt unternehmerisches Risiko und muss im Preis mit einkalkuliert werden. Zudem will nicht jeder Vor Ort eine Beratung.
Aber bei guter Beratungsqualität habe ich noch niemanden gesehen, der bis aufs Blut feilscht. Hier heißt es Leben und Leben lassen. Qualität hat seinen Preis, das war schon immer so.
Aber bei Wartezeiten von 30 Minuten oder mehr muss ich mich Vor-Ort als Kunde gut aufgehoben fühlen. Da wundert es mich nicht, wenn dann teilweise woanders gekauft wird.

Bestes Beispiel für gute/n Kundenservice/Beratung habe ich kürzlich bei meinem Optiker erlebt:
Nach 1-2 Wochen merkte ich, dass meine Augen mit dem Brillenglas nicht klar kamen. Ich ging zum Optiker zurück und reklamierte es. Meine Augen wurden noch einmal gemessen, insgesamt sogar 3x.
Wegen der Dicke der Gläser wurde auch noch einmal vom gleichen Brillengestell die kleinere Modellvariante bestellt, und diesmal mit anderen Gläsern in Auftrag gegeben.
Das nenne ich Service/Beratung am Kunden!
Das ganze hat natürlich seinen Preis, er ist definitiv am teuersten, wenngleich mit den neuen Gläsern sogar günstiger!

Die direkte Kettenkonkurrenz gibt für den gleichen Preis gleich 3 Brillen raus, aber man drängte zum sofortigen Kauf. Alles extrem vertriebsorientiert und unpersönlich.

Der kleinere Fachoptiker konnte das ausgesuchte Gestell gar nicht bekommen, konnte aber mit Fachwissen punkten.

Und Online war der Gesamtpreis zwar etwas günstiger, aber die Gläser können nicht weiter individualisiert werden und Beratung gibts nicht. Das Gestell war sogar teurer!
Messungen müssen zudem selbst durchgeführt oder aber von der alten Brille übernommen werden.

Insgesamt bin ich mit meinem Optiker ziemlich zufrieden, perfekt wäre er ohne oder mit geringer Wartezeit. Denn da muss ich tatsächlich ohne Termin mindestens 30 Minuten warten. Der Laden brummt, egal wann ich dort war. Das trübt den guten Eindruck - leider. Zeigt aber auch, dass Kunden bei guter Beratung auch höhere Preise und sogar lange Wartezeiten in Kauf nehmen.
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  #10  (Permalink
Alt 19.04.2014, 18:17
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Standard AW: Berater oder Verkäufer?

Zitat:
Zitat von Baghee Beitrag anzeigen
Das von mir angegebene 10-Euro-Angebot ohne SMS-Kontingent gab es vom gleichen Anbieter ein paar Wochen vorher ...
Kannst Du den Zeitraum etwas genauer eingrenzen? Da würde ich mich gerne noch einmal detaillierter auf die Suche machen, da wären ein paar zusätzliche Infos sicher hilfreich ...
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