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Alt 02.07.2009, 12:04
rbugar rbugar ist offline
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Standard Netz hätte getrennt werden sollen

Der größte Fehler war doch, dass die Telekom sowohl das Netz als auch die Dienstleistung bekommen hat.
Ein wirklich funktionierender Markt ist dadurch selbst in den nächsten 30 Jahren ausgeschlossen.
Kein anderes Unternehmen kann ein Netz selbst aufbauen wie es die Telekom bereits hat und gleichzeitig im Wettbewerb bestehen. Das ist schlichtweg unmöglich. Daher werden andere Anbieter immer an irgend einer Stelle auf Telekom angewiesen sein.
Einzige Ausnahme sind Anbieter mit komplett anderer Technik. Also Funk, Kabel-TV und Sat.
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  #2  (Permalink
Alt 02.07.2009, 12:24
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fruli fruli ist offline
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Standard AW: Netz hätte getrennt werden sollen

Hi,

in GB wurde dieser Fehler durch die Auslagerung des Netzbetriebs in eine separate Netzbetreibergesellschaft (openreach) zwischenzeitlich korrigiert, so gut es unter den suboptimalen Voraussetzungen überhaupt wieder möglich war.

Dieses Vorgehen stößt jedoch in Deutschland bei der Politik als auch bei der Telekom bisher auf vehemente Ablehnung nach dem Motto "nur über unsere Leiche".

Wir haben das Dilemma, dass Investitionen notwendig sind, die sich nicht in der kurzen Zeit amortisieren, wie es die internationalen Kapitalmärkte von börsennotierten Schwergewichten wie der DTAG -auch nach der Finanzkrise- nach wie vor erwarten.

Dies gelingt nicht mal mehr in den Städten mit extremen Netzdichtevorteilen ggü. ländlichen Gebieten - siehe VDSL-Ausbaustopp.

Dazu fehlt der DTAG gegenwärtig noch weitgehend jegliche Flexibilität und Anpassung an besondere Anforderungen ausserhalb der Ballungsräume - Stichworte z.B. GF-Zuführungs-Verbuddel-Zwang, vom 10 Jahre aufrechterhaltenen Fixed-Rate-Annex-B-Regime mal ganz zu schweigen.

Die Schaltverteiler sind das erste seit langer Zeit vernünftige Regulierungskonzept, mit dem innovative, kleinere Anbieter wie mvox oder eifel.net in die Lage versetzt werden, für die regionale Situation masssgeschneiderte Ausbauangebote mit vglweise geringem Finanzierungsaufwand umzusetzen.

Genau dies fürchtet aber die Telekom - denn verständlicherweise möchte sie am liebsten ohne jeden Ausbau ihre Monopolstellung jwd weiter ausnutzen mit den geringstmöglichen Investitionseinsatz - eine marktwirtschaftliche Binsenweisheit.

Wenn eine Trennung des Zugangsnetzbetriebs nicht gelingt, werden wir auf längere Sicht jwd eine ziemlich heterogene Landschaft haben, wo die Telekom in etlichen Anschlussbereichen marginalisiert ist.

Hier noch ein paar Links, die die Situation ganz gut beschreiben:
http://www.portel.de/nc/nachricht/ar...ht-stemmen/12/

Dieses Konzept (u.a. bereits umgesetzt in Oerel durch saicon / www.unser-ortsnetz.de) dürfte für nicht wenige ländliche Gebiete eine längerfristig gangbare Alternative aufzeigen:
www.unsernetz.de (Gesellschafter sind übrigens einige Ex-Telekom-Manager)
__________________
So long.
fruli
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Alt 02.07.2009, 13:34
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Standard AW: Netz hätte getrennt werden sollen

Zitat:
Zitat von fruli Beitrag anzeigen
Hi,

in GB wurde dieser Fehler durch die Auslagerung des Netzbetriebs in eine separate Netzbetreibergesellschaft (openreach) zwischenzeitlich korrigiert, so gut es unter den suboptimalen Voraussetzungen überhaupt wieder möglich war.


Wir haben das Dilemma, dass Investitionen notwendig sind, die sich nicht in der kurzen Zeit amortisieren, wie es die internationalen Kapitalmärkte von börsennotierten Schwergewichten wie der DTAG -auch nach der Finanzkrise- nach wie vor erwarten.

Dies gelingt nicht mal mehr in den Städten mit extremen Netzdichtevorteilen ggü. ländlichen Gebieten - siehe VDSL-Ausbaustopp.

Dazu fehlt der DTAG gegenwärtig noch weitgehend jegliche Flexibilität und Anpassung an besondere Anforderungen ausserhalb der Ballungsräume - Stichworte z.B. GF-Zuführungs-Verbuddel-Zwang, vom 10 Jahre aufrechterhaltenen Fixed-Rate-Annex-B-Regime mal ganz zu schweigen.

Die Schaltverteiler sind das erste seit langer Zeit vernünftige Regulierungskonzept, mit dem innovative, kleinere Anbieter wie mvox oder eifel.net in die Lage versetzt werden, für die regionale Situation masssgeschneiderte Ausbauangebote mit vglweise geringem Finanzierungsaufwand umzusetzen.

Genau dies fürchtet aber die Telekom - denn verständlicherweise möchte sie am liebsten ohne jeden Ausbau ihre Monopolstellung jwd weiter ausnutzen mit den geringstmöglichen Investitionseinsatz - eine marktwirtschaftliche Binsenweisheit.

Wenn eine Trennung des Zugangsnetzbetriebs nicht gelingt, werden wir auf längere Sicht jwd eine ziemlich heterogene Landschaft haben, wo die Telekom in etlichen Anschlussbereichen marginalisiert ist.

Hier noch ein paar Links, die die Situation ganz gut beschreiben:
http://www.portel.de/nc/nachricht/ar...ht-stemmen/12/

Dieses Konzept (u.a. bereits umgesetzt in Oerel durch saicon / www.unser-ortsnetz.de) dürfte für nicht wenige ländliche Gebiete eine längerfristig gangbare Alternative aufzeigen:
www.unsernetz.de (Gesellschafter sind übrigens einige Ex-Telekom-Manager)
Was Du uns sagen willst ist dass man ein komplexes System wie die Telekommunikation auf gar keinen Fall Zecken zum Auslutschen überlassen darf sonder eher in Besitz und unter Kontrolle der Allgemeinheit halten sollte.

Kleinere Anbieter wie mvox oder eifel.net helfen überregional garnix. Und es wir erst recht heterogen in der Landschaft. Andererseits warte ab wie lange es dauert bis die kleinen von Heuschrecken gefressen werden.
__________________
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Geändert von linuxianer (02.07.2009 um 13:41 Uhr)
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Alt 02.07.2009, 13:53
JerrySeinfeld JerrySeinfeld ist offline
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Standard AW: Netz hätte getrennt werden sollen

Zitat:
Zitat von linuxianer Beitrag anzeigen
Kleinere Anbieter wie mvox oder eifel.net helfen überregional garnix.
Sollen Sie ja auch nicht. Es reicht wenn diese Regional helfen. In andere regionen können ruhig andere Firmen helfen.

Zum Telekomnetz kann man nur sagen, die Trennung von der T-COM muss sofort in eine andere Gesellschaft geschehen.
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