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Alt 04.09.2020, 00:06
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robert_s robert_s ist offline
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https://www.heise.de/newsticker/meld...t-4885271.html
Zitat:
Bis zu 696 Tage brauchte die Telekom, um anderen Providern wichtige Vorleistungen für Internetzugänge zur Verfügung zu stellen. Der Regulierer greift nun ein.
Ist mit der Vorleistung die Bereitstellung einer TAL gemeint, oder geht es auch um andere Vorleistungen? Wenn die Telekom selbst erst bauen musste, könnte ich das ja noch irgendwie verstehen, aber nur um eine TAL zu schalten, wären 696 Tage schon mehr als dreist.
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Alt 04.09.2020, 17:38
Gerd_28 Gerd_28 ist offline
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Zitat:
Zitat von robert_s Beitrag anzeigen
Ist mit der Vorleistung die Bereitstellung einer TAL gemeint, oder geht es auch um andere Vorleistungen?
Es geht ausschließlich um andere Vorleistungen, aber da Heise wohl nur die Pressemitteilung des VATM abgeschrieben hat, steht dann dort was von VDSL im Beitrag.

Zumindest hat Heise es aber noch geschafft die Kurzfassung vom Beschluss BK2-19-032 zu verlinken, hier auch eingefügt.
https://www.bundesnetzagentur.de/DE/...html?nn=265900

Beschluss BK2c-19/032 Öffentliche Fassung als PDF
https://www.bundesnetzagentur.de/DE/...cationFile&v=2

Danach geht es um die Produkte Carrier-Festverbindung, Carrier-Festverbindung Ethernet 2.0, Wholesale Ethernet VPN, Wholesale Ethernet P2MP sowie Wholesale Ethernet P2MP HBS und Wholesale Ethernet VPN 2.0.

Und die dürften neu nur noch auf Glasfaser herstellbar sein, da die CFV 2Mbit/s Variante wohl kaum noch neu nachgefragt werden.
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Alt 04.09.2020, 17:49
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Danke!

Das mit der TAL-Miete und dem VDSL hat heise dazu erfunden, das steht auch in der VATM-PM nicht drin.
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Alt 05.09.2020, 10:22
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Zitat:
Zitat von robert_s Beitrag anzeigen
Ist mit der Vorleistung die Bereitstellung einer TAL gemeint, oder geht es auch um andere Vorleistungen? Wenn die Telekom selbst erst bauen musste, könnte ich das ja noch irgendwie verstehen, aber nur um eine TAL zu schalten, wären 696 Tage schon mehr als dreist.
Aus deinem Mund klingt das bzgl. Telekom überraschend handzahm

Also ich find 2 Jahre selbst für die Bereitstellung eines neuen Gf-Anschlusses inkl. neuem Hauptkabel viel zu heftig, ausgehend von der Bauzeit.
__________________
Ist schon irgendwie krass

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Alt 06.09.2020, 10:47
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Zitat:
Zitat von rezzler Beitrag anzeigen
Aus deinem Mund klingt das bzgl. Telekom überraschend handzahm

Also ich find 2 Jahre selbst für die Bereitstellung eines neuen Gf-Anschlusses inkl. neuem Hauptkabel viel zu heftig, ausgehend von der Bauzeit.

Das war sicherlich aber ein Extremfall wo Genehmigungen fehlten, Tiefbaukapazitäten nicht verfügbar waren etc. kann man alles nachlesen.
Der Regelfall ist dann doch wesentlich kürzer, wenn der Schnitt schon nur bei einem 10tel liegt:


Zitat:
Die durchschnittliche Bereitstellungsdauer
betrug im knapp dreijährigen Betrachtungszeitraum über alle 1.0-
Whosale-Produkte gesehen 71,56 Arbeitstage (AT), wobei die Spannbreite von nur wenigen AT bis zu maximal 696 AT reichte.
(schnipp)

Vielmehr spielten auch zahlreiche externe Faktoren eine maßgebliche
Rolle. Die Einlastungsmengen bei der Betroffenen seien ebenso volatil,
wie es die Auftragsmengen des einzelnen Carriers seien.

Ohne verbindliche Planungsabsprachen sei die Planung der personellen und sachlichen Ressourcen daher äußerst schwierig.

Ab etwa Mitte 2018 habe sich zudem ein Rückstau in der Auftragsbearbeitung gebildet. Gründe hierfür seien insbesondere personelle Engpässe aufgrund von Schulungen der Mitarbeiter für die neueingeführten 2.0-Produkte, ein erheblicher Anstieg von Ausbauaktivitäten aufgrund einer gestiegenen Nachfrage nach Glasfaser-Produkten und eine Lähmung des Bereitstellungsprozesses
aufgrund einer starken Zunahme des Eskalationsprozesses
.
Die Auftragseingangsmengen schwankten innerhalb eines Monats um beinahe xxxx% der Betroffenen sei es jedoch nicht zumutbar so viel
Personal vorzuhalten, dass sie jeder Schwankung ohne Weiteres begegnen
könnte. Die Eskalationsverfahren würden von den Carriern über den vertraglich vereinbarten Zweck hinaus genutzt; durch jeden Eskalationsprozess werde erfahrungsgemäß allerdings die Bearbeitung von zwei Aufträgen blockiert.

In xxx aller Aufträge sei eine Begehung erforderlich; oftmals werde ein gemeinsamer Termin hierzu jedoch nicht rechtzeitig gefunden oder der Endkunde des Carriers sei nicht vor Ort.

xxxx aller Aufträge fielen in die Cluster 2 und 3, in denen zu Tiefbauarbeiten vorgenommen werden müssten; Tiefbaukapazitäten seien allerdings mindestens seit 2018 ein knappes Gut. Zudem unterlägen Tiefbaumaßnahmen besonderer öffentlich-rechtlicher Anforderungen, die zu weiteren Verzögerungen führten.


Aber eine weniger populistische Headline hätte natürlich weniger Klicks gebracht.
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Alt 06.09.2020, 15:55
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Zitat:
Zitat von xdjbx Beitrag anzeigen
Das war sicherlich aber ein Extremfall wo Genehmigungen fehlten, Tiefbaukapazitäten nicht verfügbar waren etc. kann man alles nachlesen.
Kann man im gewissen Maße sicherlich zugestehen, aber dann müsste man prüfen, ob die Telekom beim "Eigenbedarf" genauso geduldig beim Warten auf Genehmigungen oder Tiefbaukapazitäten war, oder ob sie vielleicht für ihre eigenen Zwecke mal bei den Ämtern nachhakt und das bei Aufträgen für Wettbewerber unterlässt bzw. eigenen Vorhaben Vorrang bei der Nutzung der vorhandenen Tiefbaukapazitäten gibt.

Möglicherweise hat die BNetzA diese Prüfung ja auch schon vorgenommen, denn irgendwie muss sie ja zu dem Schluß gekommen sein, dass die Telekom hier mißbräuchlich gehandelt hat...?
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Alt 06.09.2020, 18:04
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Zitat:
Zitat von robert_s Beitrag anzeigen
Kann man im gewissen Maße sicherlich zugestehen, aber dann müsste man prüfen, ob die Telekom beim "Eigenbedarf" genauso geduldig beim Warten auf Genehmigungen oder Tiefbaukapazitäten war, oder ob sie vielleicht für ihre eigenen Zwecke mal bei den Ämtern nachhakt und das bei Aufträgen für Wettbewerber unterlässt bzw. eigenen Vorhaben Vorrang bei der Nutzung der vorhandenen Tiefbaukapazitäten gibt.

Möglicherweise hat die BNetzA diese Prüfung ja auch schon vorgenommen, denn irgendwie muss sie ja zu dem Schluß gekommen sein, dass die Telekom hier mißbräuchlich gehandelt hat...?

Dass die eigenen Kunden in etwa genauso lange Warten wurde dargelegt.
Trotzdem wurde hier gegen die Telekom entschieden, weil es eben zur Erreichung des Regulierungsziels "Schwächung der Telekom - Stärkung des Wettbewerbs" opportun ist.
Das ist also eine gewollt unfaire/den Incubent benachteiligende Regelung.
Es spielt schlicht keine Rolle, dass die eigenen Endkunden genausolange warten.


Zitat:
Zitat von BNetzA

Vor diesem Hintergrund kann vorliegend dahinstehen, ob die in der Praxis zu beobachtenden Bereitstellungsdauern bereits für sich gesehen einen Missbrauchstatbestand gemäß § 42 TKG erfüllen. Denn eine Behinderung bzw. Beeinträchtigung der Zugangsnachfrager liegt jedenfalls darin begründet, dass die Betroffene trotz der negativen Entwicklung der Bereitstellungsdauern in der Praxis die vertragliche Regelung angemessener Fristen verweigert.



Soweit die Betroffene vorträgt, dass für die Carrier kein Wettbewerbsnachteil bestünde, weil ihre eigenen Endkunden vergleichbar lange auf eine Bereitstellung warten müssten und dabei für längere Lieferzeiten durchaus Verständnis hätten, überzeugt dies ebenfalls nicht. Auch wenn die eigenen Endkunden der Betroffenen von den langen Laufzeiten ebenso betroffen sind, ändert dies nichts an der fehlenden Planungsmöglichkeit der Carrier.

Sprich die Telekom soll (obwohl diese teilweise nicht planbar sind) laut BNetzA auf vertraglich verbindliche Fristen einlassen und ansonsten Strafe zahlen.


Zitat:
Um Abwanderungsbewegungen der Carrier zu alternativen Anbietern zu vermeiden, wäre die Betroffene daher dazu gezwungen gewesen, die Dauer der Bereitstellung nachhaltig und deutlich zu verbessern und dies durch das Angebot verbindlicher Fristen den
Carriern zu verdeutlichen. Aufgrund ihrer beträchtlichen Marktmacht braucht die Betroffene spürbare Abwanderungsbewegungen allerdings nicht zu befürchten.
Nur deshalb kann sie es sich erlauben, trotz der negativen Entwicklungen der letzten Jahre sowie der erheblichen Bedeutung der Laufzeiten für die Carrier auf das Angebot verbindlicher Fristen weiterhin zu verzichten.

Und weil die Telekom diese vertraglichen garantierten Fristen (weder für eigene Kunden noch für die Wettberwerber) nicht vorvertraglich regeln möchte sondern individuell nach Auftrag/Ressourcenlage im Einzelfall entscheidet (wie jedes wirtschaftlich denkende Unternehmen auf dem freien Markt) zählt dies als missbräuchliches Verhalten.

Nach Sicht der BNetzA kann sich die Telekom das eben nur leisten, weil sie so groß ist.

Für mich normales Verhalten, weil auf dem freien Markt niemand für sich nachteilige Regelungen freiwillig vertraglich vereinbart.
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Alt 06.09.2020, 20:26
pufferueberlauf pufferueberlauf ist offline
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Zitat:
Zitat von xdjbx Beitrag anzeigen
[...]
Für mich normales Verhalten, weil auf dem freien Markt niemand für sich nachteilige Regelungen freiwillig vertraglich vereinbart.
Was richtig ist, aber auch aufzeigt wie wichtig Regulierung und Vorschriften sind, seit MBAs in den Unternehmen alles was nicht explizit verboten ist als akzeptabel betrachten. Um es klar zu sagen, fuer normale Menschen bedarf nicht alles einer expliziten Regelung, manches ist schlicht und einfach so unstrittig, dass es implizit befolgt wird, aber das gilt nicht mehr wenn in grossen Unternehmen, das Gewissen und die Verantwortung des Einzelnen auf homöopathische Dosen verdünnt werden, so dass nur noch der Profit zu zählen scheint. D.h. dumm fuer die Telekom als Inkumbent, aber IMHO ein klarer Fall fuer notwendige Regulierung, schon allein um die Motivation der Telekom nicht zu pervertieren (wenn Bummeln a) billiger ist und b) die Konkurrenz stärker betrifft, dann ist braucht es ein Gegengewicht um die Motivation wieder gerade zu rücken, damit die ganze Sache aus Makrooekonomischer Sicht Sinn macht).

Gruss
P.
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