#1  (Permalink
Alt 10.01.2018, 19:59
Nejma Nejma ist offline
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Standard Anleitung: Fritz!Box als DSL-Modem mit VLAN Tagging (PPPoE Forwarding Mode)

Da ich die unfassbaren Lügen des AVM-Supports - man hätte angeblich das PPPoE-Forwarding respektive den DSL Bridge Modus aus den aktuellen Firmwares entfernt - schon ziemlich stark finde, folgt nun eine Anleitung, die mit diesem Unsinn aufräumt.

Falls sich AVM irgendwann doch mal zu dem Schritt entschließen sollte, die Firmware diesbezüglich zu kastrieren, rate ich dringend, sich eine aktuelle Recovery für seine Box zur Seite zu legen, für den Fall der Fälle.

Die folgende Anleitung wurde erfolgreich getestet auf einer Fritz!Box 7590 mit Fritz!OS v6.92 (zum Zeitpunkt des Beitrags die aktuelle Version).

1.
Die Fritz!Box auf Werkseinstellungen zurücksetzen, um eine stabile Ausgangsbasis zu haben.

2. Anschließend können ggf. im Menü beliebige Settings getätigt werden, um z.B. unnötige Dienste abzuschalten (WLAN) bzw. die unbenutzten Netzwerkports in den Green-Mode zu setzen. Nur unter Internet - Zugangsdaten sollte man nichts mehr verändern

3. Eine Sicherung der aktuellen Konfiguration herunterladen

4. Die Konfigurationsdatei mit einem Editor öffnen (z.B. Notepad++) und folgende Änderung vornehmen:
Code:
ar7cfg {
mode = dsldmode_both;

5.
Mit dem Fritzbox-Editor bzw. FritzJSTool die korrekte Prüfsumme berechnen und in der Konfigurationsdatei ersetzen

6. Die Konfigurationsdatei unter Wiederherstellen in der Fritz!Box hochladen


Nach dem Reboot werden nun die PPPoE Pakete mit entferntem VLAN 7 Tag an den Netzwerkports bereitgestellt und können mit einem beliebigen Router, der PPPoE beherrscht, verwendet werden. Alternativ habe ich dies auch mit Windows und RASPPPoE v.99 erfolgreich getestet.

Obwohl dies auf einer 7590 getestet wurde, sollte es voraussichtlich analog auf allen anderen Boxen funktionieren, anderenfalls bitte ich um Rückmeldung, in dem Fall könnten gewisse Einstellungen nach dem Werksreset abweichen und ich würde das dann mal vergleichen.
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  #2  (Permalink
Alt 24.01.2018, 18:34
drbiggy drbiggy ist offline
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Standard AW: Anleitung: Fritz!Box als DSL-Modem mit VLAN Tagging (PPPoE Forwarding Mode)

Hallo,

könntest du kurz erläutern, wie du unter Windows RASPPPoE v.99 getestet hast?

Gruß,
Ben
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  #3  (Permalink
Alt 25.01.2018, 20:38
Nejma Nejma ist offline
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Standard AW: Anleitung: Fritz!Box als DSL-Modem mit VLAN Tagging (PPPoE Forwarding Mode)

Nach der Konfiguration der Fritz!Box einen PC mit der Box verbunden und am PC sichergestellt, dass die Netzwerkschnittstelle keine VLANs verwendet.

Anschließend in RASPPPoE "Query Available Services" ausgeführt und daraufhin den Breitband PoP angezeigt bekommen (dies ist bereits ausreichend als Test, weil das zeigt, das RASPPPoE die PADO Pakete des BRAS empfangen kann, was nur klappt, wenn VLANs richtig getagt sind (in diesem Fall auf der Fritz!Box).

Zusätzlich, um sicherzugehen, auch noch eine klassische DFÜ Verbindung aufgebaut, um auch den endgültigen Nachweis zu erbringen, dass auch die Einwahl klappt.

Dies zeigt sehr zuverlässig, dass das PPPoE Forwarding korrekt implementiert ist und funktioniert.
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  #4  (Permalink
Alt 25.01.2018, 20:51
drbiggy drbiggy ist offline
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Standard AW: Anleitung: Fritz!Box als DSL-Modem mit VLAN Tagging (PPPoE Forwarding Mode)

Danke für deine Antwort.
Leider komme ich damit noch nicht so ganz zurecht.

Ich hatte die Option in meiner fritzbox 7412 aktiviert, hatte aber mit meinem tplink wdr 3600 kein erfolg bei der Einwahl, als würde die box gar nicht antworten.

Gibt es irgendwo eine Anleitung wie raspppoe unter windows 7/10 funktioniert? Ich finde nur Geschichten die noch für xp gedacht sind.

Ich weiß deshalb garnicht wie ich sicherstellen soll, dass kein vlan tagging gemacht wird bzw. wie ich raspppoe nutzen kann um nach verfügbaren services zu scannen.
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  #5  (Permalink
Alt 25.01.2018, 21:13
Nejma Nejma ist offline
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Standard AW: Anleitung: Fritz!Box als DSL-Modem mit VLAN Tagging (PPPoE Forwarding Mode)

Ich habe RASPPPoE mit einem Windows XP Rechner geteset, unter Windows 7 funktioniert das nicht.

Du kannst aber alternativ genausogut mit Linux machen, besorge dir eine aktuelle Live-DVD von Knoppix oder Ubuntu und verwende dort einfach pppoeconf, ich hab das selbst zwar nicht ausprobiert, aber es sollte sich ganz analog verhalten zu RASPPPoE.

Mit deinem TP-Link hast du eine weitere Fehlerquelle, d.h. du weißt nicht, ob das Problem nun am TP-Link oder an der Fritz!Box liegt.

Mein Tip ist daher immer, eine der beiden Komponenten bereits durchgetestet zu haben, d.h. mit einem Modem, von dem du weißt, dass es funktioniert, testest du zunächst einmal deinen PPPoE Treiber am PC. Wenn du weißt, dass der PC richtig funktioniert, testest du im Weiteren die Fritz!Box, so schließt du mögliche Fehlerquellen aus und reduzierst dein Frustrationsniveau erheblich
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  #6  (Permalink
Alt 27.01.2018, 17:08
Nejma Nejma ist offline
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Standard AW: Anleitung: Fritz!Box als DSL-Modem mit VLAN Tagging (PPPoE Forwarding Mode)

Hab mich heute mit dem Thema etwas ausführlicher beschäftigt und bin dabei auf Probleme gestoßen:

obwohl sich eine Internetverbindung nach obiger Methode sowohl mit RASPPPoE als auch mit pppd unter Linux herstellen lässt, klappt das nicht wie gewünscht.

Pings funktionieren problemlos. Ebenso DNS.

Was nicht klappt, ist das flüssige Laden von Webseiten. Diese laden zwar, aber extrem langsam und bruchstückhaft.

Mein Verdacht war, dass die Fritz!Box die MTU nicht richtig setzt, leider gibt es aber in der Konfigurationsdatei keine Möglichkeit, da etwas daran zu ändern.

Vielleicht ist aber auch eine Firewall schuld in der Fritz!Box, die PPPoE beeinträchtigt oder blockiert.

Konnte leider heute keine vernünftige Erklärung finden dazu, vielleicht hat ja jemand noch mehr Ideen, woran das liegen könnte.
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  #7  (Permalink
Alt 27.01.2018, 19:54
Benutzerbild von robert_s
robert_s robert_s ist offline
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Zitat:
Zitat von Nejma Beitrag anzeigen
Konnte leider heute keine vernünftige Erklärung finden dazu, vielleicht hat ja jemand noch mehr Ideen, woran das liegen könnte.
Fehlendes "MSS clamping"? Wenn Du eine PPPoE-Verbindung über einen Router verteilst, wissen die daran angeschlossenen Clients nichts von der PPPoE-MTU (1492), sondern sehen nur die MTU ihres Mediums (üblicherweise 1500).

Eigentlich sollte "Path MTU discovery" das lösen, was in der Praxis aber nicht so recht funktioniert.

Dann gäbe es noch die Möglichkeit, die MTU an allen Clients manuell auf 1492 zu setzen, aber nicht jeder Client (z.B. Smartphones/Tablets) bietet ohne weiteres so eine Einstellung an.

Also "MSS clamping": Der Router macht "deep packet inspection" und durchsucht den durchgehenden Traffic nach TCP SYN-Paketen. Findet er ein solches vor, schaut er nach der darin angezeigten MSS, und wenn die größer als die PPPoE-MTU ist, reduziert er sie und berechnet die TCP- und IP-Checksumme neu, bevor er das Paket weitergibt.

RASPPPOE macht per Voreinstellung MSS clamping (habe ich glaube ich auch abschaltbar gemacht), bei dem Linux pppoe weiß ich nicht, ob man das noch explizit aktivieren muss.
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  #8  (Permalink
Alt 27.01.2018, 20:25
Wechsler Wechsler ist offline
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Zitat:
Zitat von robert_s Beitrag anzeigen
Also "MSS clamping": Der Router macht "deep packet inspection" und durchsucht den durchgehenden Traffic nach TCP SYN-Paketen. Findet er ein solches vor, schaut er nach der darin angezeigten MSS, und wenn die größer als die PPPoE-MTU ist, reduziert er sie und berechnet die TCP- und IP-Checksumme neu, bevor er das Paket weitergibt.

RASPPPOE macht per Voreinstellung MSS clamping (habe ich glaube ich auch abschaltbar gemacht), bei dem Linux pppoe weiß ich nicht, ob man das noch explizit aktivieren muss.
Macht er das auch bei TCPv6?
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  #9  (Permalink
Alt 27.01.2018, 21:40
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robert_s robert_s ist offline
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Zitat:
Zitat von Wechsler Beitrag anzeigen
Macht er das auch bei TCPv6?
Guter Punkt, so vorausschauend war ich vor ~15 Jahren leider noch nicht: RASPPPOE schaut nur in IPv4-Pakete rein.
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  #10  (Permalink
Alt 27.01.2018, 22:06
Nejma Nejma ist offline
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Habs auch mal mit RASPPoE v99 getestet, leider gleiches Verhalten.

Ist also möglicherweise kein MTU Problem sondern etwas anderes, das die Fritz!Box hier macht.

Ohne vernünftige Logfiles allerdings sehr schwer nachvollziehbar, woran das jetzt konkret hängt, dass sich Webseiten so verdammt langsam aufbauen, während Ping und auch NTP funktionieren.
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