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Alt 25.06.2018, 12:32
zündholz zündholz ist offline
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Standard Technik Historie Bundespost Vst

Hallo,
Die Bundespost hatte ja bekanntlich ihr Fernmeldenetz in den frühen 70er Jahren komplett modernisiert. Aus dieser Zeit stammen auch die meisten Technikgebäude, die heute noch umgangssprachlich als Vermittlungsstelle bezeichnet werden. Da die Glasfasertechnik erst seit den späten 70ern eingesetzt wird frage ich mich, wie die Anbindung ans Hauptnetz [neusprech Backbone] der Vst Jahre vorher bei der modernisierung des Netzes realisiert wurde. Kam dort Hohlleitertechnik zum Einsatz? Dem Vernehmen nach gab es sogar eine Druckluftüberwachung der Fernkabel, die das eindringen von Feuchtigkeit verhindern sollte.
Auch wenn spätestens seit den 80ern die Anbindung der Vst per Glasfaser standard ist frage ich mich, ob die frühere Technik noch vorhanden ist und sogar noch benutzt wird?
Muss mich als Kunde zwar nix angehen, aber solche technikhistorischen Themen die es u.a. auch im Bereich Bundesbahn zuhauf gibt, finde ich sehr interessant.
Leider findet sich im Netz darüber nicht viel konkretes. Vielleicht gibts ja hier einen,der sich auskennt.
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  #2  (Permalink
Alt 25.06.2018, 23:30
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thom53281 thom53281 ist offline
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Also über das Thema könnte man so im Grunde schon Bücher füllen, wenn man das vollumfänglich umschließen möchte. Allerdings war das weitestgehend vor meiner Zeit, daher kann ich zumindest die Bücher nicht füllen.

So im Groben: Fernkabel gab es in diversen Ausführungen. Zum einen als normale papierisolierte CuDa-Kabel (z. B. hier links unten) mit entweder Dieselhorst-Martin- oder Sternvierer-Verseilung und hohem Aderndurchmesser. An strategischen Punkten wurden immer wieder Kondensatoren und Pupinspulen eingebaut um die Dämpfung noch weiter zu drücken. Auch wurden die Adern innerhalb des Sternvierers auf der Strecke nach bestimmten Mustern getauscht (z. B. Stamm 1 a-b-Tausch, Stamm 1 mit Stamm 2, Stamm 2 a-b-Tausch und wieder rückwärts) um das Nebensprechen innerhalb des Sternvieres möglichst gering zu halten. Zudem kam eine Phantomschaltung zum Einsatz um möglichst viele Gespräche über ein Kabel führen zu können.

Eine weitere Ausführung des Fernkabels war ein Trägerfrequenzkabel. Das funktioniert so im Grunde wie ein normales Koaxkabel nur dass mehrere Koaxe in einer Kabelhülle vereint sind.

Kupfer-Fernkabel sind afaik heutzutage keine mehr in Betrieb, zumindest nicht mehr in ihrer ursprünglichen Funktion. Allerdings wurden einige davon im Laufe der Zeit zu Ortskabeln umgewandelt, wenn sie gerade zufälligerweise an der passenden Stelle lagen um z. B. als neues Hauptkabel zu dienen.

Wenn Dich das Thema weiter interessiert, kannst Du ja mal hier stöbern.
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  #3  (Permalink
Alt 13.07.2018, 18:41
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rezzler rezzler ist offline
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Zitat:
Zitat von zündholz Beitrag anzeigen
Dem Vernehmen nach gab es sogar eine Druckluftüberwachung der Fernkabel, die das eindringen von Feuchtigkeit verhindern sollte.
Die war nicht nur für Fernkabel, die ist auch heute noch für die "normalen" Hauptkabel im Einsatz. Aber ob es "überwacht" wird im Sinne von überprüft wage ich zu bezweifeln...
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Ist schon irgendwie krass

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  #4  (Permalink
Alt 15.07.2018, 13:26
Mot Mot ist offline
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Für die Kabel mit Druckluft gibt es in der Vermittlungsstelle entsprechende Sensoren und Anzeigen, die dann anschlagen wenn es einen Druckverlust gibt.
Bin nicht sicher ob das auch aus der Ferne ausgelesen werden kann, sah schon etwas älter aus das Equipment.
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  #5  (Permalink
Alt 21.07.2018, 17:14
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thom53281 thom53281 ist offline
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Afaik gab es da mal eine Software mit der man dann sogar die einzelnen in der Strecke verbauten Sensoren ansprechen und den Druckverlust sogar relativ gut örtlich lokalisieren konnte. Ob es von der Ferne auslesbar war, weiß ich nicht. Denke auch, dass die Software schon einige Zeit tot ist. Im Grunde ist die Druckluft noch auf den Hauptkabeln weil sie durchaus kleinere Löcher ohne Probleme abdichtet und das für immer (kommt halt Luft raus aber kein Wasser rein). Würde man sie abschalten, würden da wohl einige Hauptkabel absaufen und man muss die Hauptkabel ja nur noch ein paar Jahre erhalten, da sie sowieso bei der Telekom mittelfristig ein Auslaufmodell sind (Outdoor-Ausbau).
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  #6  (Permalink
Alt 22.07.2018, 13:11
AndyO AndyO ist offline
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Zitat:
Zitat von thom53281 Beitrag anzeigen
und man muss die Hauptkabel ja nur noch ein paar Jahre erhalten, da sie sowieso bei der Telekom mittelfristig ein Auslaufmodell sind (Outdoor-Ausbau).

Jo, die haben ihre Lebenserwartung mehr als erfüllt. Glasfaser ist das Medium der Stunde, insbesondere für die Fernebene.
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  #7  (Permalink
Alt 22.07.2018, 23:19
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Da man bei uns inzwischen schon den Rentnern die nicht wissen was ein Router ist kostenlos einen solchen schickt damit sie ihren analogen Telefonanschluß auch in Zukunft nutzen können glaube ich die wollen ihr Hauptkabel demnächst aufgeben oder anders nutzen.

Vielleicht kann man dann die Stromversorgung der MFGs darüber leiten und so Anschlußkosten sparen?
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  #8  (Permalink
Alt 23.07.2018, 06:00
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thom53281 thom53281 ist offline
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Das wird schon noch ein wenig dauern bis die Hk großflächig aufgegeben werden. Aber ja, es gibt da natürlich schon so Fälle wo dann ein Hk nur noch 1-2 Analoge oben hat und alle restlichen Kunden schon auf dem vorhandenen Outdoor-DSLAM sind. Da macht es halt dann wirklich keinen Sinn mehr, eine kilometerlange Hk-Trasse noch weiter zu erhalten, weil man davon ausgehen muss, dass früher oder später wieder etwas dort kaputtgehen wird.
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  #9  (Permalink
Alt 23.07.2018, 20:25
A1B2C3D4 A1B2C3D4 ist offline
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Ich würde aus regulatorischen Gründen nicht davon ausgehen, dass mittelfristig HKs aufgegeben werden. Die Wettbewerber (Vodafone, QSC, ...) werden ihre Indoor-Technik noch einige Jahre weiterlaufen.
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  #10  (Permalink
Alt 23.07.2018, 20:36
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thom53281 thom53281 ist offline
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Sofern eine solche überhaupt vorhanden ist.
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