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Alt 11.05.2006, 18:48
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Standard Was darf man zukünftig bei 60 dB und mehr erwarten (2-Draht)?

Die Frage bezieht sich auf die Technik, nicht auf Schaltungspolitik bestimmter Telefonkonzerne. Alternative Techniken wie Kabel (im ländlichen Bereich kaum verfügbar), Sat (Antwortzeiten wie Sonne-Erde), etc. lasse ich mal außen vor.

Was können Kunden, deren Dämpfung bei 60 dB (bei 300 kHz, wenn ich mich recht entsinne) und deutlich mehr liegt von zukünftigen DSL-Techniken erwarten? Ich hätte hier zum Beispiel einen Wald- und Wiesenkunde, dessen 4 Anlagenanschlüsse 62 dB und dessen Mehrgeräteanschluss 69 dB hat. Selbst SDSL wollte die Telek0m bisher nicht realisieren.

Nun ist die Frage, ob zukünftige DSL-Techniken, die derzeit noch gar nicht praktisch existieren, auch mal an eine ordentliche Reichweitenerhöhung mitbringen. Also kochen tun ja alle nur mit Wasser, weshalb man ab einer bestimmten Dämpfung eben nichts mehr rausholen kann. Physik ist Physik und daran lässt sich nichts schütteln.

Bleiben wir mal beim klassischen ADSL. Bei ISDN reden wir von 130 kHz, das ist ja auch nicht ohne. Was macht man denn eigentlich, wenn der ISDN-Kunde 9 km neben der VSt sitzt und am Ende der Leitung nichts mehr ankommt? Wie wird da verstäkt? Eingeschleifte Leitungsverstärker? Ähnliches müsste doch auch bei DSL der Fall sein (ja klar ist das komplizierter). Sind kleine abgesetzte Mini-DSLAMs zu erwarten, die nicht großer als ein Schukarton oder eine Muffe sind?

Normale abgesetzte DSLAMs kosten ein Schweinegeld und sind für Kunden 250 aufwärts gedacht. Das kleine Dorf mit 50 Einwohnern fällt da aus. Da wäre doch in der (meist zentralen) Zuleitung zu dem Dörfchen so ein Leitungsverstärker bestend geeignet. Was gibt es da für Ansätze?

Welche neue Techniken können die Reichweite deutlich erhöhen? Klar kennt jeder RA-DSL, aber das ist ja nur eine Art automatischer Leistungsausmessung. Wenn es aber die Leitung zu lang ist ist sie zu lang (Stichwort Rauschen, Nebensprechen).

Bis heute habe ich zum Beispiel noch nicht begriffen, wie man über einen Bereich mit knapp über 3 kHZ doch 56 kBit/s Down- und 33 kBit/s Upstream realisieren kann (doch ich weiß wie moduliert wird, aber dieses Verfahren mit den überlagerten Frequenzen ist mir doch zu unverständlich). Man bräuchte doch diese Art der Modulation nur "aufzubohren" und könnte bis 20 kHz schon DSL 340/200 (fast symmetrisch) machen? Geht das? Warum nicht?

Was gibt es noch im mehradrigen Kupferkabel, was man auch zum Kunden hin einsetzen könnte?
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Alt 11.05.2006, 21:09
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hi,

Mit Reach Enhanced ADSL2 (READSL2), definiert im Anhang L zur ITU-Norm G.992.3 und derzeit nur für ADSL-over-POTS (Annex A) standardisiert, ist eine Reichweitenvergrößerungen von bis zu 900m möglich, was beachtlichen 35% mehr Fläche entspricht, ausgehend von der durchschnittlichen Reichweite des ADSL-over-POTS von 5,5km.Möglich wird dies durch die Veränderung der spektralen Sendeleistungsdichte. So nutzt READSL2 jeweils die untere Hälfte des Frequenzbereichs von Up- und Downstream, welche naturgemäß geringer gedämpft wird und weniger Crosstalk verursacht.


http://www.the-fear.de/page_1146410804305.html
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Alt 11.05.2006, 21:16
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Standard AW: Was darf man zukünftig bei 60 dB und mehr erwarten (2-Draht)?

Hi,

@deformer: der angegebene Reichweitengewinn von RE-ADSL2 ist auf ADSL-over-POTS gemäss Annex A bezogen.

In Deutschland wird als einzigem Land der Welt aber auch an Analoganschlüssen das reichweitenschwache ADSL-over-ISDN gemäss Annex B eingesetzt - schon allein durch den Einsatz von Annex A statt Annex B ergibt sich eine Reichweitensteigerung um ca. 500m: http://www.your-connect.ch/news-detail.asp?newsid=106

- dazu kommt dann noch die o.a. Reichweitensteigerung durch RE-ADSL2 gegenüber ADSL-over-POTS

weiteres dazu auch hier.

... und dann kann man natürlich auch -wie QSC es vormacht-, reichweitenstarkes SDSL zu günstigen Tarifen über lange Leitungen schalten, wenn man nur will. Telefonie kann über VoIP-Lösungen angeboten werden.

So long.
fruli
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Alt 11.05.2006, 21:24
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Standard AW: Was darf man zukünftig bei 60 dB und mehr erwarten (2-Draht)?

Mhmm ,das wäre ja Klasse ,bis zu 900 m längere Kabelstrecke ,das würde der Telekom ja bestimmt 3 Millionen Kunden bringen ;Deutschlandweit !

stronger4711

PS: 2 jahre testen,1 Jahr auswerten , 1 Jahr Pilotversuch ,,also 2010 -2012
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  #5  (Permalink
Alt 11.05.2006, 21:24
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Zitat:
Hi,

@deformer: der angegebene Reichweitengewinn von RE-ADSL2 ist auf ADSL-over-POTS gemäss Annex A bezogen.
er wollte ja auch nur wissen was gehen würde.
Es gibt ja etliche sachen die, die Reichweite und Geschwindigkeit erhöhen
würden.
Adsl2+ bringt ja auch schon etwas Reichweitengewin wenn es mal geschalten
würde.

Aber ich kann die Telekom. schon etwas verstehen wenn sie ADSL o. P. schalten
würde, würde kaum noch jemand ISDN bestellen um den Reichweitengewin zu bekommen
und viele würden das dann auch nutzen um noch 2-3kb/s mehr zu bekommen.
Ich würde es warscheinlich genauso machen.

Geändert von deformer (11.05.2006 um 21:32 Uhr)
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  #6  (Permalink
Alt 11.05.2006, 21:31
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Hi,

@deformer: klar, die Info von mir war auch nur als Zusatz gedacht

@stronger4711: wenn du Posting #3 beachtest (900m durch RE-ADSL2 im Vgl. zu Annex A und zusätzlich 500m durch Annex A im Vgl. zu Annex B (exklusive absurde deutsche Schaltpraxis auch an Analoganschlüssen)), sind es sogar 1400m

Man sollte aber beachten, dass das wohl Laborwerte sind, die so in der Realtität meist nicht zu erreichen sind.


So long.
fruli
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  #7  (Permalink
Alt 12.05.2006, 10:51
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Standard AW: Was darf man zukünftig bei 60 dB und mehr erwarten (2-Draht)?

Sorry,zu schnell gelesen.
Aber ich frage mich doch dann wirklich,ob sich der Ausbau dann noch lohnt.Vielleich sollte die
Telekom doch in Erwägung ziehen ,Outdoorslam in jedes Dorf zu stellen,und gegebenenfalls
mit Richtfunk anzuschliessen um auch in etwas entlegeneren Gebieten die Bundesbürger mit
höheren Bandbreiten anzuschliessen.Denn es ist doch ein Witz ,,wenn man die Werbung von der Telekom betrachtet , und man bekommt kein DSL.
Also ist sogar die Reichweitenerhöhung auf 55 db mit DSL-Light nur ein weiterer schlechter Witz um noch ein paar zahlende Kunden zu bekommen ,ohne viel Aufwand .

stronger4711
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  #8  (Permalink
Alt 12.05.2006, 10:57
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Standard AW: Was darf man zukünftig bei 60 dB und mehr erwarten (2-Draht)?

Hi,

die Erweiterung der Reichweite durch RE-ADSL2+ nach ADSL-over-POTS-Norm oder der Schaltung von SDSL und Abwicklung von Telefonie über VoIP wäre von den Investitionskosten mit Abstand am günstigsten - kein Vergleich zu einem unvergleichlich teureren Outdoor-DSLAM-Einsatz. Werbewirksame Bandbreiten für Triple-Play sind bei langen Leitungen natürlich nicht möglich - aber in erster Linie geht es doch den Leuten um einen ungetakteten Zugang mit mehr Bandbreite als ISDN - und das wäre damit für die meisten Dämpfungsopfer realisierbar.

Durch den Einsatz von RE-ADSL2 anstelle von Annex-A-ADSL1 (also Vergleichsbasis Analoganschluss-Schaltung auch bei ADSL1) steigt die durch einen DSLAM-Standort versorgbare Fläche um knapp 40 % - das sollte man immer bedenken, wenn man von Reichweitensteigerung um ein paar hundert Metern redet: die versorgbare Fläche steigt mit zunehmener Leitungslänge quadratisch an (ok, ideale direkte Leitungsführung vorausgesetzt, die in der Praxis so natürlich nicht vorhanden ist).




Durch den weiteren Effekt des Reichweitengewinns von RE-ADSL2 im Vgl. zu ISDN-ADSL1 nach Annex B, wie es hierzulande exklusiv eingesetzt wird (ca. 500), wäre die Zunahme der versorgbaren Fläche noch wesentlich dramatischer.


So long.
fruli

Geändert von fruli (12.05.2006 um 11:08 Uhr)
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Alt 12.05.2006, 11:05
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Ich gehe mal davon aus, daß auf kurz oder lang die Festnetztelefonie im privaten Bereich VoIP zum Opfer fallen wird und das dann das gesamte Frequenzspektrum für ADSL genutzt wird.

Dem wird sich auch die TCom nicht mehr lange entziehen können und Tripleplay verlangt nach mehr Bandbreite, die bisher zu wenig Kunden zur Verfügung gestellt werden kann. Und an Tripleplay will auch die TCom ne Menge verdienen, was allerdings nur durch Bandbreitenerhöhung möglich ist.

In diesem Jahr wird sich da sicher noch nichts tun, aber warten wir doch einfach mal ab, was das Jahr 2007 so alles an Neuerungen mit sich bringt.

Sind natürlich alles unfundierte Vermutungen, aber letztlich muß sich da was bewegen, wenn man auch weiterhin Geld mit seinen Kunden verdienen möchte, denn das ist mit mittlerweile nicht mehr wirklich möglich.

Gruß
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Alt 12.05.2006, 11:14
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Standard AW: Was darf man zukünftig bei 60 dB und mehr erwarten (2-Draht)?

Die Zukunft kann man kurz und bündig auf den Punkt bringen: Glasfaser!

VDSL2 kann auch nur noch auf wenigen 100 m Kupfer funktionieren mit Übertragungsgeschwindigkeiten von 25 oder 50 Mbit/s.

MFG

ipen

@fruli

schreib doch mal bitte den Annex Satz in deine Signatur, dann musst du denn nicht immer wiederholen!
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