#31  (Permalink
Alt 23.05.2019, 09:28
phonefux phonefux ist offline
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Zitat:
Zitat von thom53281 Beitrag anzeigen
Du kannst Vectoring nur reservieren, wenn es keinen anderen Anbieter gibt, der an dem Einspeisepunkt bereits mit VDSL einspeist.
Ja, das ist klar. Ich hatte mich nur gewundert, dass du geschrieben hast, die Telekom hätte hier versucht, Vectoring in der Liste zu reservieren.

Die KVz-Kollokation für VDSL kann die Telekom in der Tat nur verhindern, wenn sie selber ausbauen will und den KVz bereits in der Vectoring-Liste eingetragen hat:



Nach der hier berichteten Chronologie wurde die Gemeinde erst tätig, nachdem die Telekom ausbauen wollte:

Zitat:
Zitat von Kingspring Beitrag anzeigen
Im Oktober 2016 wollte die Telekom auf ihre Kosten hier ausbauen, das wurde von der Gemeinde (als einzige im ganzen Landkreis) abgelehnt, ihr Ziel war "Glasfaser bis in jedes Haus zu legen". Ein "Experte" riet, "sich nicht mehr auf Kupfer zu stützen".
Ein Jahr lang wurden dann von der Gemeinde Leerrohre bis in die Nähe der Telekom-KVz verbuddelt.
Im Oktober 2016 hätte die Telekom demnach eintragen können und einen späteren Antrag auf Kollokation ablehnen können.

Wenn es allerdings so war, dass die Pläne der Telekom gar nicht der Auslöser für die Planungen der Gemeinde mit Netcom-BW war, sonders diese bereits vorher bestanden, könnte deren Kollo-Antrag in der Tat schon vorher gewesen sein.

Zitat:
Zitat von thom53281 Beitrag anzeigen
Vermutlich war das eher sogar ein Verschulden der Netcom, dass sie zwar die Einspeisung am KVz beantragt haben, ohne aber Vectoring zu reservieren (da dann ja eine Frist gilt, bis zu der der KVz zu erschließen ist - vielleicht sogar ein wenig Absicht dahinter). Könnte mir daher sogar leicht vorstellen, dass da die Telekom dann in den Vectoring-Ausbau der Netcom "reingebombt" hat, indem sie ihren lange davor angekündigten Plan nun auch umgesetzt haben. Netcom dachte wohl, dass die Telekom nicht mehr ausbaut, wenn sie kein Vectoring einsetzen darf.
Ja, so oder so, einer der beiden war der erste und derjenige hat den Vectoring-Eintrag versäumt.

Geändert von phonefux (23.05.2019 um 09:43 Uhr)
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  #32  (Permalink
Alt 23.05.2019, 11:43
bschmidt bschmidt ist offline
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Wer steckt eigentlich technisch hinter der NetComBW-Lösung? Muss man sich es wirklich so vorstellen, dass an dem im Impressum genannten Dienstsitz "Ellwangen" (was nicht nach einer IT-Hochburg klingt) zahlreiche IP-Spezialisten sitzen, die ein Backbone betreiben oder ist dies nur ein "Resell" eines anderen Anbieters?
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  #33  (Permalink
Alt 23.05.2019, 12:08
phonefux phonefux ist offline
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Dahinter steckt ein Konzern mit 20 Mrd. EUR Jahresumsatz.

Zitat:
Um alle Telekommunikationsaktivitäten im EnBW-Konzern zu bündeln, wurde im Jahr 2014 die NetCom BW GmbH in Ellwangen gegründet. Jetzt erfolgte die Verschmelzung mit der Stuttgarter NeckarCom Telekommunikation GmbH.

Seit seiner Gründung hat die NetCom BW bereits intensiv mit der Tochtergesellschaft der EnBW-Verteilnetzgesellschaft Netze BW zusammengearbeitet. Der Zusammenschluss der beiden Konzerntöchter ist somit der logische Schritt, alle Telekommunikationsaktivitäten in der NetCom BW zusammenzuführen.
https://www.pressebox.de/inaktiv/net...m/boxid/813997

Das sind die, die kürzlich noch die Plusnet von QSC gekauft haben.

https://industrie.de/management/enbw...kt-mitmischen/


Zitat:
Zitat von phonefux Beitrag anzeigen
Die KVz-Kollokation für VDSL kann die Telekom in der Tat nur verhindern, wenn sie selber ausbauen will und den KVz bereits in der Vectoring-Liste eingetragen hat:
Eine interessante Frage wäre noch, ob die Telekom den KVz auch erst dann zur Vectoring-Liste anmelden kann, wenn die Angebotsaufforderung auf KVZ-Kollokation durch den Wettbewerber schon auf dem Tisch liegt. Vom Wortlaut der Vorschrift wäre das gedeckt. Demnach muss der Eintrag in dem Zeitpunkt vorhanden sein, wenn die Ablehnung durch die Telekom erfolgt.

__

Geändert von phonefux (23.05.2019 um 12:16 Uhr)
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  #34  (Permalink
Alt 23.05.2019, 14:32
talk talk ist offline
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Hallo zusammen,

Zitat:
Zitat von thom53281 Beitrag anzeigen
Genauso kann man sich nämlich auch andersherum fragen: Warum hat denn die Netcom die KVz nicht in der Vectoringliste reserviert?
Mir sind von EnBW/Netcom/Neckarcom bislang keine Ambitionen in Richtung Vectoring bekannt. Unter der Marke Netcom bietet man zwar Produkte bis zu 300 MBit/s an, allerdings über Kupfer/DSL mit max. 50 MBit/s (die Tarife mit bis zu 100 bzw. 300 MBit/s gibt´s offenbar nur via Glasfaser). Bei der Marke Neckarcom sind in den gängigen Preislisten gar keine (Privatkunden-)Produkte mit mehr als 50 MBit/s zu finden.

Siehe hierzu:

https://www.netcom-bw.de/fileadmin/u...c_Standard.pdf (Marke Netcom)

https://www.netcom-bw.de/fileadmin/u...06-2017-RZ.pdf (Marke Neckarcom)

Ich kenne bislang auch kein L2-BSA-Standardangebot von EnBW/Neckarcom/Netcom, das ja wohl Pflicht wäre, wenn man Vectoring in seinen Ausbaugebieten einführen wollte?

Zitat:
Zitat von bschmidt Beitrag anzeigen
Wer steckt eigentlich technisch hinter der NetComBW-Lösung? Muss man sich es wirklich so vorstellen, dass an dem im Impressum genannten Dienstsitz "Ellwangen" (was nicht nach einer IT-Hochburg klingt) zahlreiche IP-Spezialisten sitzen, die ein Backbone betreiben oder ist dies nur ein "Resell" eines anderen Anbieters?
Die EnBW hatte (zeitweise gemeinsam mit der Swisscom) in den 90er Jahren schon mal eine TK-Tochterfirma, die anfangs CNS und später Tesion hieß. Nach deren Verkauf 2002 an den Finanzinvestor Arques (die Tesion dann wiederum einige Zeit später an Versatel verkauften) behielt man über die Stuttgarter Neckarwerke und die gemeinsame Tochter Neckarcom aber noch einen kleinen Bezug zur TK-Branche. In den Folgejahren begann man über Neckarcom zunehmend auch wieder das eigene LWL-Netz außerhalb von Stuttgart direkt zu vermarkten (Versatel war/ist ohnehin ein großer Kunde auf diesem Netz).

Gegen Ende der 2000er Jahre, als das Problem geringer DSL-Geschwindigkeiten auf dem Land zunehmend ins Bewußtsein der Öffentlichkeit drang, engagierte sich auch die EnBW wieder verstärkt im TK-Endkundengeschäft.

Die heutige "Netcom BW" basiert so im Grunde hauptsächlich auf folgenden Wurzeln:

- ursprüngliche Neckarcom mit gewissem Stuttgart-Bezug
- ursprüngliches TK-Geschäft des lokalen Stromversorgers ODR/TSG in Ostwürttemberg (mit EnBW-Beteiligung), daher auch der Standort Ellwangen
- landesweites Glasfasernetz der Netze BW (Stromnetztochter des EnBW-Konzerns)

Netcom/ODR und Neckarcom hatten ursprünglich eigene AS-Netze:

- Netcom/ODR nutzte das AS29252, nach meiner Erinnerung mit Upstreams wie Arcor/Vodafone und COLT
- Neckarcom nutzte das AS41998, nach meiner Erinnerung mit Upstreams wie Telia und Cogent

In den letzten Jahren hat die EnBW zunehmend alle DSL-/Breitband-Aktivitäten in der "Netcom BW" gebündelt, "Neckarcom" ist quasi nur noch eine Marke, die aber weiterhin genutzt wird.

Technisch scheint man beide Netze inzwischen im AS41998 zu integrieren, die aktuellen Upstreams sind wohl eine Art Zusammenfassung derjenigen der bisherigen Netze, derzeit läuft die Transit-Anbindung nach außen meines Wissens über Telia, COLT, Level3, Cogent und Vodafone.

Ich vermute, daß die heutige "Netcom BW" kaum oder vielleicht sogar gar keine HVt-Erschließungen hat (im Gegensatz zur früheren Tesion), sondern sich zumindest im Privatkunden-/SOHO-Markt in erster Linie auf ländliche Ausbauprojekte (mit wenig Konkurrenz sowie mit mehr oder wenig starker Förderung) konzentriert.

Über das konzerneigene Glasfasernetz auf den EnBW-/NetzeBW-Strommasten hat man eine gewisse Reichweite ins Land hinein, die Vor-Ort-Anbindung der lokalen DSL-Ausbauten kann man dann z.B. über die von Stadtwerken bzw. Gemeinden errichteten LWL-Netze sicherstellen (wenn eine Gemeinde im Rahmen einer Förderung LWL-Infrastruktur aufbaut, dann dürfte sie üblicherweise auch schauen, welche Netze der üblichen Carrier in der Region verfügbar sind und entsprechende Übergabepunkte erschließen).

Über das EnBW-Netz kann man den Traffic dann bequem z.B. nach Stuttgart routen. Die Übergabe des IP-Traffics an die Transit-Partner dürfte zumindest teilweise in Stuttgart erfolgen (vgl. z.B. Traceroutes zu Netcom-Zielen über die Looking Glasses von Telia und Cogent), in den dortigen Rechenzentren / Colocation-Standorten sind ja auch viele große Carrier präsent (Telia z.B. im Zettachring, Cogent im ursprünglichen ViCaMe- und heutigen GLH-/MTI-Standort, COLT hat sogar ein eigenes Citynetz mit einigen erschlossenen Rechenzentren). Zu diversen RZ-Standorten in Stuttgart dürfte "Netcom BW" auch eigene LWL-Leitungen haben.

Seit einiger Zeit ist man aber auch am DE-CIX in Frankfurt vertreten. Laut PeeringDB aber nur mit selektiver Peering-Policy (warum auch immer), zudem ist man in FFM offenbar bei Equinix (FR5, das müßte das frühere Ancotel-RZ sein) und Interxion präsent.

Die Telefonie war zumindest bei der früheren Neckarcom ursprünglich eine Art Resale von Toplink. Meines Erachtens ist die heutige "Netcom BW" aber dabei, hier etwas unabhängiger zu werden (mit eigenem SIP-Server, neuer Carrier-Partner für Portierungen etc. scheint nun BT Germany zu sein).

Alle Angaben aus der Erinnerung (nach langjähriger Beobachtung des Marktes in BW) und ohne Gewähr - Ergänzungen und Korrekturen sind jederzeit willkommen.

cu talk
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  #35  (Permalink
Alt 23.05.2019, 19:27
Benutzerbild von thom53281
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Zitat:
Zitat von talk Beitrag anzeigen
Mir sind von EnBW/Netcom/Neckarcom bislang keine Ambitionen in Richtung Vectoring bekannt.
Ja, dann wird das schon so sein, wie ich gesagt habe. Netcom hat die Kollokation beantragt, kann aber kein Vectoring beantragen. Folglich darf die Telekom dort ebenfalls einspeisen, aber ohne Vectoring.
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  #36  (Permalink
Alt 23.05.2019, 19:47
Chris Machold Chris Machold ist offline
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BTW es gibt KVZ wo mehr als Anbieter Kollokation hat
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  #37  (Permalink
Alt 25.05.2019, 08:43
bschmidt bschmidt ist offline
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Zitat:
Zitat von talk Beitrag anzeigen
Hallo zusammen,
Mir sind von EnBW/Netcom/Neckarcom bislang keine Ambitionen in Richtung Vectoring bekannt.

Zunächst herzlichen Dank an talk, für die ausführliche Zusammenstellung und dass du uns am Wissen teilhaben lässt


Ohne den Markt genau zu kennen leuchtet mir nicht ganz ein, wie man mit (welcher Investition auch immer) noch neue Angebote aufsetzen kann die nicht entsprechende Bandbreiten aufweisen. Bandbreite, so habe ich verstanden, kann man Vectoring zuschreiben, was NetCom BW aktuell nicht nutzt.
So bleibt es bei der Bandbreite von bis zu 50 MBit/s an den entsprechenden Anschlüssen. Wenn dies Interessenten reizt, ist es ja gut.
Wahrscheinlich war vor dem jeweiligen NetCom BW Ausbau wesentlich weniger möglich. Gleichzeitig werden aber auch langfristig die Wege für Vectoring versperrt. So verstehe ich es aktuell.
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  #38  (Permalink
Alt 25.05.2019, 08:54
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Ja, diese Standorte sind nun blockiert. Die Telekom wird sich an ihre Schaltgrenzen halten. Netcom könnte höchstens auch ohne Vectoring höhere Bitraten schalten, allerdings mit dem erhöhten Risiko, dass es zu Problemen kommt. Es gibt regionale Carrier, die das tun.

Auch ohne Vectoring sind an kurzen Leitungen mit hohem Aderndurchmesser Bitraten von 70-90 MBit/s nicht abwegig, wenn alles passt. Rein theoretisch wäre vermutlich sogar eine Koexistenz mit Profil 35b unproblematisch, solange kein Vectoring eingesetzt wird. Zumindest aktuell sieht es aber nicht so aus, als würden sie das tun.
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  #39  (Permalink
Alt 01.06.2019, 16:21
NokDar NokDar ist offline
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Bandbreite: ausreichend...
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Zitat:
Zitat von Kingspring Beitrag anzeigen
Oder ist es irgendwann möglich z.B. Magenta L auch ohne Vectoring bestellen zu können?
Ja. Z.B. wenn die Telekom dort einen FTTB/FTTH-Ausbau durchführen würde (imo sehr unwahrscheinlich, dass das mittelfristig passieren wird) und somit Magenta L, XL oder XXL z.B. per xPON (oder in Zukunft vielleicht auch per G.fast @FTTB, bis jetzt nutzt die Telekom allerdings kein G.fast) anbieten könnte.

Oder weitere Alternative: WTTH

Alles aber nichts, was auf absehbare Zeit passieren wird...
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