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Alt 24.07.2003, 17:04
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Sieglinde Sieglinde ist offline
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Frage Regelmäßige Überstunden vom Arbeitsamt moniert

Ein Immobilienbesitzer beschäftigt mehrere Hausmeister. Diese machen pro Woche sechs bis acht Überstunden, die teilweise dadurch entstehen, dass sie auch an Wochenenden und Feiertagen bedarfsgerecht arbeiten. Davon hat das Arbeitsamt Wind bekommen und fordert, diese regelmäßigen Überstunden abzubauen und dafür mehr Leute einzustellen.

Sie gehen nach dem üblichen Rechenmodell vor: X Überstunden, die Y Leute nicht mehr machen, ergeben eine Anzahl Arbeitsstunden, für die man Z weitere Arbeitskräfte einstellen könnte/sollte/müsste.

Das kann man sich theoretisch so hinrechnen. Ob es aber praktisch durchführbar ist, steht auf einem anderen Blatt. Die Hausmeister betreuen jeder eine Wohnanlage, einen Häuserblock einen Gewerbepark oder was auch immer. Sie haben dort auch ihre Wohnungen, ihre Diensträume, ihre Werkstätten und so weiter. Es sind hoch qualifizierte Leute, die dem Eigentümer bei vielen Reparaturen und Wartungsarbeiten eine Auftragsvergabe an teure Fremdfirmen ersparen.

Selbst wenn es rechnerisch denkbar wäre, für die Gesamtzahl der Überstunden einen oder zwei weitere Leute einzustellen, wie sollte man die dann einsetzen? Etwa als so genannte »Springer« von einem Objekt zum anderen jagen, wenn die Original-Hausmeister pünktlich Feierabend gemacht haben? Oder wie stellen die sich das vor? Irgendwie geht das nicht. Wie dieser Fall liegt, macht das keinen Sinn.

Es wird jetzt über eine Ausweichlösung nachgedacht, um das Problem zu umgehen. Man könnte zum Beispiel die Löhne nicht mehr nach Stunden abrechnen, sondern jedem Hausmeister per Vertragsänderung einen festen Wochenlohn in entsprechender Höhe zahlen, in dem, sagen wir mal, sieben Überstunden enthalten sind. Was mehr ist, muss sich dadurch ausgleichen, dass auch mal weniger Arbeit anfällt. Aber im Schnitt liefe es darauf hinaus.

Oder wissen die Fachleute unter euch eine andere oder bessere Lösung?

Gruß,
Sieglinde
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  #2  (Permalink
Alt 24.07.2003, 17:15
sone sone ist offline
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Standard Re: Regelmäßige Überstunden vom Arbeitsamt moniert

Zitat:
Original geschrieben von Sieglinde
Ein Immobilienbesitzer beschäftigt mehrere Hausmeister. Diese machen pro Woche sechs bis acht Überstunden, die teilweise dadurch entstehen, dass sie auch an Wochenenden und Feiertagen bedarfsgerecht arbeiten. Davon hat das Arbeitsamt Wind bekommen und fordert, diese regelmäßigen Überstunden abzubauen und dafür mehr Leute einzustellen.


Oder wissen die Fachleute unter euch eine andere oder bessere Lösung?

Gruß,
Sieglinde
Wie wäre es die Hausmeister an den Wochenenden und Feiertagen Tarifgemäss zu bezahlen.

Mehrarbeit auf mehr Leute verteilen ist meines Erachtens der beste Weg aus der Krise. Auch wenn es schon lange anders gehandhabt wird. Wer bitte verdient denn an den Überstunden Nur der nette Immobilienbesitzer, braucht er vielleicht ein neues Auto, oder ein neues Haus....
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  #3  (Permalink
Alt 24.07.2003, 21:00
Ninahanna Ninahanna ist offline
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ich kann mir aber eigentlich nicht vorstellen, dass das arbeitsamt von einem arbeitgeber fordert, dass er mehr leute einstellen soll.

ich arbeite selber im arbeitsamt und kenne keine rechtsgrundlage in der steht, dass wir berechtigt sind einen arbeitgeber dazu aufzufordern mehr leute einzustellen.

könnte mir vorstellen, dass das der jeweilige vermittler nachgefragt hat ob es möglich wäre um evtl. ein stellenangebot zu bekommen, aber der fordert das sicher nicht vom arbeitgeber.

wenn das wirklich so ist, muss es eine rechtsgrundlage geben, wenn es die gibt, würde sie mich wirklich interessieren.

bei uns im arbeitsamt werden auch überstunden gemacht, nicht so viel wie im beispiel genannt, aber auch einige, aber trotzdem werden nicht mehr leute eingestellt.....
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  #4  (Permalink
Alt 24.07.2003, 22:19
mp3fan mp3fan ist offline
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Sieglinde,
klar geht das, mehr hausmeister als objekte zu beschäftigen. natürlich müssten dann die arbeitsabläufe unter umständen angepasst werden. ich kenne betriebe in denen das auch entsprechend gehandhabt wird. natürlich gibt es dann trotzdem den einen oder anderen kollegen der ein objekt besonders gut kennt, dennoch kann die arbeit ohne merkliche qualitätsverluste verteilt werden.

mir ist auch keine vorschrift bekannt mit der das arbeitsamt solche forderungen durchsetzen könnte.
allerdings sind überstunden nach meiner erfahrung ein grosses problem in unserer arbeitswelt geworden. in vielen betrieben ist es üblich mit überstunden arbeitsplätze konsequent einzusparen. ausserdem befürchte ich, dass es auch die löhne drückt: die leute sehen nur was sie am ende des monats ausbezahlt bekommen, bedenken jedoch nicht wie viel mehrarbeit sie eigentlich geleistet haben(der effektive stundenlohn sinkt langsam aber stetig).

das maximale für den arbeitgeber ist dann erreicht wenn er sich vom stundenlohn verabschieden kann und auf ein festes gehalt umsteigt. er legt "grosszügig" 7 überstunden/woche(z.b.) bei der gehaltsberechnung zu grunde... und fährt dann die überstunden, natürlich wohl dosiert, hoch... zahlt jedoch dann keinen ausgleich(oder zickt rum wie nur irgend was, so dass es alle arbeitnehmer leid sind).
solche szenarien habe ich schon öfters erlebt, sogar am eigenen leib.

ich halte es durchaus für möglich, dass das das wahre ziel des arbeitgebers ist und der druck vom arbeitsamt deshalb erfunden wurde.

gruss mp3-fan
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  #5  (Permalink
Alt 25.07.2003, 01:08
Benutzerbild von Sieglinde
Sieglinde Sieglinde ist offline
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Ninahanna: Auf Nachfrage erfahre ich jetzt, dass dies auch keine Aufforderung im Sinn einer Rechtsgrundlage ist, sondern mehr eine Art Anfrage in dieser Richtung. Allerdings von dem Sachbearbeiter ziemlich doof formuliert. Ich selber bin mit dem Thema nicht befasst, das ist nicht mein Metier, zu mir kam nur die Bitte: frag mal »deine Leute«, was die dazu sagen, und »meine Leute« in diesem Sinne seid ihr .....

mp3fan: In diesem Fall hat der Arbeitgeber überhaupt keinen Einfluss darauf, was diese Hausmeister wann und wie tun. Sie erledigen halt in eigener Verantwortung und Zeiteinteilung alle anfallenden Arbeiten. Er kann deswegen auch nicht »die Überstunden rauffahren«, wie du es nennst. Die Hausmeister sind zwar Arbeitnehmer, aber sie arbeiten in ihren Bereichen total selbstständig. Die Objekte liegen räumlich weit auseinander, und der Arbeitgeber klappert die nicht etwa jeden Tag ab und guckt, ob die Hausmeister auch was tun. Dazu hat er gar keine Zeit. Wichtig ist, dass alles funktioniert und er sich auf seine Leute verlassen kann. Die Hausmeister haben weitgehende Rechte bezüglich Materialeinkauf und Beauftragung externer Firmen für Arbeiten, die sie nicht selber ausführen können. Der Arbeitgeber kann sich nicht um jede Einzelheit selber kümmern, dafür hat er diese Leute. Darüber hinaus gibt es zwei fest angestellte Hilfskräfte (ungelernte Arbeiter), welche die Hausmeister bei Bedarf anfordern können bzw. unter sich austauschen, weil es immer mal Arbeiten gibt, die einer alleine rein manuell nicht bewerkstelligen kann, wo er einfach einen zweiten Mann braucht, der mit anfasst. Deine Vermutung bezüglich des Ziels des Arbeitgebers ist daher unrichtig, der ist froh, dass er solche guten Leute hat, die seine Objekte fachmännisch betreuen und er sich nicht um jeden Pisskram (sorry) selber kümmern muss. Ein solches Ziel kann man wohl auch nur dann unterstellen, wenn es zum Beispiel bei einem Fertigungsbetrieb um Produktionssteigerungen im Sinn einer Gewinnmaximierung geht, so etwas trifft hier aber nicht zu. Die angestellten Hausmeister sparen dem Arbeitgeber natürlich Geld, weil er ohne diese für jede kleinste Reparatur eine Fremdfirma beauftragen müsste, was unterm Strich teurer wäre. So zu verfahren ist aber legitim, das kann dem Arbeitgeber nicht in irgendeiner Weise negativ angelastet werden.

Gruß,
Sieglinde
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