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Alt 16.09.2018, 09:52
feedzapper feedzapper ist offline
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Standard ADSL2+ Entstörung mit Ringkernen

Basierend auf den Erfahrungen von hier :

http://www.netwraith.de/dsl/dsl.html

und den Ausführungen von hier :

https://ngb.to/threads/28896-DSL-St%...ungen-und-Tips

habe ich hier ein eigenes Projekt verwirklicht, welches ich hier nun kurz vorstellen möchte.
Der betroffene Anschluss ist ein ADSL2+ (DSL16000) Annex-J Anschluss der Telekom und liegt
in einem Altstadt Bereich mit wohl auch sehr alten Telefonleitungen.
Wohl auch im Zuge der Umstellung alter ISDN Anschlüsse auf ALL-IP Anschlüsse und der damit verbundenen Neuaufschaltung neuer DSL Anschlüsse, kommt es schon seit geraumer Zeit zu immer mehr Störungen auf der Leitung (Crosstalk) und CRC Fehlern.
Dieser Effekt ist zwar von der Tageszeit abhängig, aber dennoch unschön zumal auch der UPLINK betroffen ist.
Nun gegen die CRC Fehler im Uplink kann man wohl nicht viel machen, da die Störungen irgendwo auf dem Weg ausserhalb des Hauses und dem Weg zur Vermittlungstelle auftreten.
Hier ist es lediglich möglich die Datenrate zu reduzieren und somit einen höheren SNR zu erreichen.
Im DOWNLINK ist es aber nach wie möglich die GLEICHTAKT Anteile (Common Mode) der Störungen aus dem
Nutzsignal heraus zu Filtern.
Ein scheitern solcher Versuche liegt meiner Meinung darin begründet, dass falsche Ringkerne
verwendet wurden die den entsprechenden Frequenzbereich nicht stark genug abdecken.
Desweitern habe ich zum Bewickeln der Ringkerne ausschließlich VERSILBERTE Teflonlitze MIL Norm verwendet, welche mit der Bohrmaschine verdrillt wurde.

Die Ringkerne auf dem Bild wurden mit folgenden Litzen Bewickelt :

Farbe gelb : PTFE Litze versilbert AWG24/19 0,24mm
Farbe blau : PTFE Schaltdraht, Kupferdraht versilbert, blau, 0,08 mm², 7/0,12 mm Aderlitzen / Ø 0,8mm, 100m MIL-W-22759

Ich habe folgende Ringkerne mit hoher Permeabilität eingekauft :

2 x TX102/66/25-3C11 von Ferroxcube (AL:4300) zusammen ca. 200mH Induktivität für Frequenzen ab 1 Mhz aufwärts

Bezugsquelle: https://www.dx-wire.de/ferriteringke...6/25-3c11.html (Schnäppchen) :-)

2 x TX63/38/25-3E12 von Ferroxcube (AL:12000) zusammen ca.600mH Induktivität für Frequenzen ab ca.150 khz bis zu 1Mhz
Bezugsquelle: https://de.rs-online.com/web/p/ferrit-ringkern/8143388

2 x MAGNETEC Nanoperm LowCost Kerne M-635 (AL: 90000) zusammen ca. 300mH Induktivität für Frequenzen ab 10khz bis ca. 400 khz
Datasheet : https://www.magnetec.de/fileadmin/pd...eets/m-635.pdf

Alle Kerne wurden zusammen in Reihe geschaltet und mit RJ45 versehen.
Das Resultat sieht dann bei mir so aus :

https://www.filehosting.at/file/deta...915_204340.jpg

Viel Spass beim Testen ...
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  #2  (Permalink
Alt 16.09.2018, 12:13
Wechsler Wechsler ist offline
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Bei EMV-Störern (wie dem genannten Chinaroller-Netzteil) ruft man die Bundesnetzagentur.
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  #3  (Permalink
Alt 16.09.2018, 12:50
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thom53281 thom53281 ist offline
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Normalerweise sollte das in den meisten Fällen ohne die Vorschlaghammer-Methode, also die Bundesnetzagentur, funktionieren. Die meisten EMV-Störer sollte auch der Serviceingenieur der Telekom finden, wenn nicht gar sogar zum Teil normale Servicetechniker (wenn er offensichtlich genug ist).

Ansonsten @Topic: Ich halte von solchen Entstörmaßnahmen nicht viel. Das bekämpft höchstens die Symptome (wobei ich der Meinung bin, nicht mal das), aber nicht das Problem. Im Übrigen kann ich den verlinkten Screenshot (oder was das auch immer sein soll) nicht ohne Angabe meiner E-Mail-Adresse anschauen und ich werd die nun sicher nicht bei einem mir unbekannten Filehoster angeben. Mal ganz davon abgesehen, dass ein Vorher-Nachher-Vergleich (DSL-Informationen) das mindeste wäre, was ich erwarten würde.
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  #4  (Permalink
Alt 16.09.2018, 13:27
feedzapper feedzapper ist offline
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Nun - da ich HIER keine Anhänge hochladen kann (darf ich nicht) wird mir geschrieben. Blieb mir dann nur diese eine Möglichkeit mit der Verlinkung.
Da ich auch keine Lust habe hier noch weitere Bilder zu verlinken, belassen wir es einfach dabei. Das ist auch der Grund für die nicht bereit gestellten Vorher/Nachher Daten mit den DSL Werten und dem Spektrum.
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  #5  (Permalink
Alt 16.09.2018, 14:06
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Zitat:
Zitat von thom53281 Beitrag anzeigen
Normalerweise sollte das in den meisten Fällen ohne die Vorschlaghammer-Methode, also die Bundesnetzagentur, funktionieren. Die meisten EMV-Störer sollte auch der Serviceingenieur der Telekom finden, wenn nicht gar sogar zum Teil normale Servicetechniker (wenn er offensichtlich genug ist).
Allerdings muß man dafür Kunde bei der Telekom sein, denn den privaten Serviceingenieur muß ja irgendjemand bezahlen. Kunde bei der Bundesnetzagentur sind wir dagegen alle schon.

Ich finde es auch wichtig, daß EMV-Störungen auch bei der Netzagentur bekannt werden, schließlich werden dort auch Entscheidungen getroffen (z. B. über die erlaubte Sendeleistung der digitalen Dividende mit entsprechenden Folgen für die Kabelnetze oder bezüglich Vectoring). Da kann man sich dort später nicht herausreden, daß keine Probleme bekannt seien.
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  #6  (Permalink
Alt 16.09.2018, 14:33
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thom53281 thom53281 ist offline
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Zitat:
Zitat von feedzapper Beitrag anzeigen
Da ich auch keine Lust habe hier noch weitere Bilder zu verlinken, belassen wir es einfach dabei. Das ist auch der Grund für die nicht bereit gestellten Vorher/Nachher Daten mit den DSL Werten und dem Spektrum.
Dann ist dieser Thread sinnlos, wenn man nicht vergleichen kann, ob Deine Ringkerne überhaupt einen Effekt auf den DSL-Anschluss haben. Es gibt übrigens Imagehoster wie Sand am Meer, wo man keine E-Mail angeben muss, um ein Bild anzuschauen.

Zitat:
Zitat von Wechsler Beitrag anzeigen
Allerdings muß man dafür Kunde bei der Telekom sein, denn den privaten Serviceingenieur muß ja irgendjemand bezahlen.
Dafür muss man nicht zwingend Kunde bei der Telekom sein. Auch bei Resale-Anschlüssen sollte eine Serviceingenieur-Einsatz möglich sein. Nur ist der Weg bis dorthin natürlich um einiges steiniger als direkt bei der Telekom. Einzig wirklich ein Problem hat man, wenn es sich um eine TAL handelt. Dort liefert die Telekom nämlich nur eine galvanisch einwandfreie Kupferdoppelader wo der Carrier seine Technik aufschaltet. Dort ist der Telekom ein EMV-Störer relativ egal*. Bei einem vernünftigen Carrier würde ich aber auch erwarten, dass er zumindest eine Person hat, welche auch in der Lage ist, einen EMV-Störer zu suchen oder diese Dienstleistung bei der Telekom beauftragt (auch das sollte möglich sein).

* Ausnahme auch hier: Wenn die richtigen Leute draußen unterwegs sind und auch Telekom-Anschlüsse vom Störer betroffen sind (und z. B. die TAL einfach nur die erste Störungsmeldung ist), dann wird der Störer oft trotzdem gesucht.
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  #7  (Permalink
Alt 16.09.2018, 15:32
Wechsler Wechsler ist offline
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Zitat:
Zitat von thom53281 Beitrag anzeigen
Dafür muss man nicht zwingend Kunde bei der Telekom sein. Auch bei Resale-Anschlüssen sollte eine Serviceingenieur-Einsatz möglich sein. Nur ist der Weg bis dorthin natürlich um einiges steiniger als direkt bei der Telekom. Einzig wirklich ein Problem hat man, wenn es sich um eine TAL handelt. Dort liefert die Telekom nämlich nur eine galvanisch einwandfreie Kupferdoppelader wo der Carrier seine Technik aufschaltet. Dort ist der Telekom ein EMV-Störer relativ egal*. Bei einem vernünftigen Carrier würde ich aber auch erwarten, dass er zumindest eine Person hat, welche auch in der Lage ist, einen EMV-Störer zu suchen oder diese Dienstleistung bei der Telekom beauftragt (auch das sollte möglich sein).
In welchem Märchenland beschäftigt denn ein Reseller einen EMV-Ingenieur oder beauftragt gar irgendwas Kostenpflichtiges bei der Telekom?
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  #8  (Permalink
Alt 16.09.2018, 17:09
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thom53281 thom53281 ist offline
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Du missverstehst mich. Der Reseller kauft die Produkte bei der Telekom ein und verkauft sie weiter. Daher darf er imho auch erwarten, dass der Anschluss voll funktionsfähig ist, was ggf. auch den Einsatz eines Serviceingenieurs der Telekom erfordert. Allerdings ist das Problem der Telekom.

Ein Carrier kauft nur eine galvanisch einwandfreie Kupferdoppelader bei der Telekom ein. Stört nun etwas dessen Anschluss muss er in der Tat selbst schauen, wie er das Problem löst. Vor allem wenn mehrere seiner Anschlüsse betroffen sind (z. B. weil dort ein Outdoor-DSLAM steht und die Telekom dort kein DSL anbieten kann), braucht er zeitnah eine Lösung für das Problem. Die BNetzA ist keine zeitnahe Lösung, wie manche Threads hier im Forum auch bereits bewiesen haben. Also muss er sich irgendwas neues ausdenken, zur Not eben der Einsatz eines externen Spezialisten, ggf. eben von der Telekom.
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  #9  (Permalink
Alt 16.09.2018, 19:24
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Zitat:
Zitat von thom53281 Beitrag anzeigen
Du missverstehst mich. Der Reseller kauft die Produkte bei der Telekom ein und verkauft sie weiter. Daher darf er imho auch erwarten, dass der Anschluss voll funktionsfähig ist, was ggf. auch den Einsatz eines Serviceingenieurs der Telekom erfordert. Allerdings ist das Problem der Telekom.
Beim Weiterverkauf von Telekom-Vorleistungen macht die Telekom den Löwenanteil des Umsatzes. Das ist für Reseller ein nettes Zubrot, nichts weiter. Irgendeine Form von ernsthafter Störungssuche würde die ganze Kalkulation sofort ins Negative kippen lassen.
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  #10  (Permalink
Alt 16.09.2018, 23:28
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thom53281 thom53281 ist offline
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Deswegen sollte das imho auch direkt auf Seiten der Telekom ablaufen, dass wenn der normale Servicetechniker mit dem Problem nicht weiterkommt, direkt ein Serviceingenieur der Telekom kommt. Dass das in der Praxis nicht zwingend so abläuft, ist wieder etwas anderes, aber sollte so eigentlich nicht sein.
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