#1  (Permalink
Alt 11.07.2005, 21:30
Dwayne Dwayne ist offline
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Standard VATM und Telekom prognostizieren Traffic- und Bandbreiten-Rückgang?

Aus einem Urteil des VG Köln vom 18.05.05 lese ich die IMO interessanten Details heraus, daß

1. laut einer Prognose der Telekom die durchschnittlich genutzte Bandbreite bei T-DSL-Anschlüssen von 55 kbit/s (in den Jahren 2000-2002) auf 36 kbit/s (seit Februar 2003) im Downstream gesunken sein soll;

2. die Telekom aufgrund der gesunkenen Durchschnittsbandbreite eine Erhöhung des Preises für T-DSL-ZISP basic von 0,52 Euro pro 10 kbit/s auf 0,7944 Euro pro 10 kbit/s hilfsweise beantragt hat;

3. der VATM einen Rückgang des durchschnittlichen Traffic je DSL-Anschluß von 7,48 GB auf 6,72 GB pro Monat prognostiziert hat.

Abgesehen davon, daß das VG Köln den Rückgang der durchschnittlichen Bandbreite als nicht ausreichend bewiesen ansieht, wie erklärt sich dieser Rückgang von Traffic und Bandbreite? Ich dachte, mit der Zunahme von Multimedia-Diensten würde Traffic und Bandbreite eher steigen.

Meine Überlegungen dazu:

- Die durchschnittliche Bandbreite sinkt zum einen, weil immer mehr Leute über einen Router online sind, der 24h am Tag online ist, zum anderen, weil neben den nutzungsintensiven "early adopters" mit zunehmender Marktdurchdringung auch immer mehr Otto Wenig- bis Normalsurfer online sind, die lediglich ihre e-mails und das Wetter etc. checken.

- Der durchschnittliche Traffic sinkt zum einen wegen der schon genannten Zunahme von Wenig- bis Normalsurfern, zum anderen wegen der Abnahme von illegalen P2P-Aktivitäten aufgrund der stärkeren Bedrohung durch die Musik- und Filmindustrie. Wobei letzteres aber wohl nicht so das ausschlaggebende Kriterium sein dürfte, oder?

- Die Behauptung einiger kleinerer DSL-Provider, man kalkuliere bei einer Flatrate mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 10-15 GB, scheint mir angesichts der VATM-Zahlen nicht mehr ganz so weltfremd, wie ich einst dachte. Nichtsdestotrotz sollten Produkte, die in Wahrheit Volumentarife sind, auch als solche beworben werden und nicht als Flatrate, bei denen man die Limits erst in den AGB suchen muß bzw. die sich erst im Nutzungsverlauf durch entsprechende Kündigungen herausstellen.

Wie seht Ihr das?
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  #2  (Permalink
Alt 11.07.2005, 21:43
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williwuschke williwuschke ist offline
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Standard AW: VATM und Telekom prognostizieren Traffic- und Bandbreiten-Rückgang?

Zitat:
Zitat von Dwayne

- Der durchschnittliche Traffic sinkt zum einen wegen der schon genannten Zunahme von Wenig- bis Normalsurfern, zum anderen wegen der Abnahme von illegalen P2P-Aktivitäten aufgrund der stärkeren Bedrohung durch die Musik- und Filmindustrie. Wobei letzteres aber wohl nicht so das ausschlaggebende Kriterium sein dürfte, oder?

- Die Behauptung einiger kleinerer DSL-Provider, man kalkuliere bei einer Flatrate mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 10-15 GB, scheint mir angesichts der VATM-Zahlen nicht mehr ganz so weltfremd, wie ich einst dachte. Nichtsdestotrotz sollten Produkte, die in Wahrheit Volumentarife sind, auch als solche beworben werden und nicht als Flatrate, bei denen man die Limits erst in den AGB suchen muß bzw. die sich erst im Nutzungsverlauf durch entsprechende Kündigungen herausstellen.

Wie seht Ihr das?
Das mit dem P2P fällt einem schwer zu glauben, wenn man (auch hier) teilweise liest, was manche so für mtl. Volumen haben. (jaja, sind alles LinuxDistris und gestreamtes HDTV ;-) )
Ich sehe eher die Zunahme der Normalsurfer. Kenne genügend Leute, die seit längerer Zeit (1-2 Jahre) mit 1 bis 2 GB hinkommen oder selbst mit Internetradio unter 5 GB bleiben (Kann selber auch mit 5 GB leben).

So long
Willi
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  #3  (Permalink
Alt 12.07.2005, 07:14
ThundeMiG ThundeMiG ist offline
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Beiträge: 83
Standard AW: VATM und Telekom prognostizieren Traffic- und Bandbreiten-Rückgang?

Denke auch, dass einfach mehr wenigsurfer online sind.

Mein Vater hat beispielsweise pro Monat immer nur 100-200 MB Traffic. Mehr als jeden Tag seine Mails checken und hin & wieder mal per Skype telefonieren tut er nicht.

Gibt dann sicher noch einige, die noch viel weniger haben - halt die, die nicht mal sowas wie Skype nutzen, sondern einfach nur E-Mails lesen und in Google nach Informationen suchen. Deren Traffic geht dann richtung 0MB, was natürlich den Durchschnitt gewaltig drückt.

Das P2P sharing abnimmt glaube ich nicht. Vielleicht wird weniger Kazaa benutzt um irgendwelche MP3s runterzuladen, aber das ganze mit gerippten DVD Filmen ist doch erst in den letzten 2-3 Jahren so richtig in Mode gekommen.
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  #4  (Permalink
Alt 12.07.2005, 08:12
tuctuc tuctuc ist offline
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Registriert seit: 18.12.2003
Beiträge: 598
Standard AW: VATM und Telekom prognostizieren Traffic- und Bandbreiten-Rückgang?

Hallo,
das Ganze entwickelt sich nich mehr langsam, dafür aber sicher zu einer Seuche. Schätzer (!!!) errechnen (!!!) irgendwas, irgendwer macht irgendwelche Prognosen, es wird immer mehr mit Schätzboxen gearbeitet und auf Jahre im voraus gezetert.
Jetzt mal of, was hats uns bislang gebracht?!? Wenn man schon alles so toll auf Jahre im voraus "berechnen und prognostizieren" kann, dann hätte die derzeitge finanzielle, wirtschaftliche und Arbeitsmarktsituation erst gar nicht eintreffen dürfen.
So nun wieder on topic!
Ich find es schon toll, dass beide so genau die Bevölkerung und ihre "Vorlieben", auch künftige kennen! Wo liegt dann für viele Provider eigentlich das Problem, das sie "zwingt" Volumenraten als Flatrates zu verstecken und die "bösen, über Gebühr beanspruchenden" Kunden zu kündigen? Es ist richtig, mit Kellerpreisen werden auch Kunden gewonnen, die ansonsten nie und nimmer einen DSL-Anschluß gekauft hätten, 24h/365 Tage online sind und absolute Minimaltransferraten aufweisen. Richtig ist auch, dass es immer schwerer wird die - persönlichen - Perlen in dem Heuhaufen (Internetangebote) zu finden. Weiterhin ist auch richtig, dass viele aufgrund der vorhandenen realen und potentiellen Gefahren aus dem Web (Viren, Trojaner, Pishing usw.) bereits die Lust am Surfen mehr oder minder stark verloren haben.
Nicht kapiert hat man aber im Gegensatz dazu, dass sich auch die Internetnutzung im Grunde ähnlich zyklisch verhält wie die Wirtschaft, nur allerdings nicht ganz so ausgeprägt.
Ausserdem muss man solche "Prognosen" nur solange propagieren, bis sich der gewünschte Erfolg einstellt.
Komisch finde ich es in diesem Zusammenhang aber, dass die Post gewaltig bezüglich der Mails, als dem größten Konkurenten der Briefpost stöhnt ....
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  #5  (Permalink
Alt 12.07.2005, 11:05
Benutzerbild von htbreaker
htbreaker htbreaker ist offline
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Standard AW: VATM und Telekom prognostizieren Traffic- und Bandbreiten-Rückgang?

Es geht hier um die 74 deutschlandweiten ZISP Austauschpunkte.

"Im Idealfalle hat der Provider in allen 74 Breitband-Vermittlungsstellen der Telekom einen DSL-Zugang zum eigenen Internet-Backbone installiert."
QUELLE

Sowas besitzen nur grosse Carrier: Telefonica,ARCOR,"Tiscali", - Terralink zum Teil.

Die meisten User wollen unbeschwert durchs Netz surfen (ohne Port-Prios oder -Drosselungen) also rennen sie eher zu Providern mit Telekom Backbone als zu Telefonica oder Tiscali.

Das bedeutet für diese Carrier/ISP's verstärkten Kundenrückgang und im Endeffekt weniger Traffic an den ZISP Knoten.
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