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Alt 30.04.2015, 14:25
Bambaataa22 Bambaataa22 ist offline
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Standard VDSL-Ausbau in OPAL-Gebiet: Technik-Fragen

Moin,

ich wohne im 039391-Ortsnetz Lückstedt.
Wir haben gleich nach der Wende OPAL-Technik bekommen.
Daher gibt es und gab es bei uns nie kabelgebundenes Internet schneller als ISDN.

Es hieß immer OPAL-Technik ist nicht geeigent für DSL, die nötigen opto-elektrischen Wandler wären zu teuer.
Wenn ich OPAL richtig verstanden haben, dann haben wir GF im Gehweg und die letzten Meter ins Haus sind dann CuDa.

Jetzt haben wir seit ca. 4 Jahren LTE, das ist erstmal eine große Linderung gewesen, aber wegen der Volumenbegrenzung natürlich kein vollwertiger Internet-Anschluss.

Ich hab nicht damit gerechnet, dass sich in den nächsten Jahren etwas bei uns tut ABER wir sollen jetzt auf einmal bis spätestens 2016 VDSL mit min. 50 MBit bekommen. Ein Telekom-Mensch persönlich hat das auf der letzten Gemeinderats-Sitzung verkündet. Diesmal sei es wirklich ernst gemeint.

Ob das Ganze gefördert wurde weis ich nicht. Unsere Verbandsgemeinde (Seehausen/Altmark) und unsere Mitgliedsgemeinde der Verbandsgemeinde (Altmärkische Höhe) haben jedenfalls nichts dazu gegeben soweit ich weis, die sind auch total klamm...
Es sollen 13 von 14 Ortsteilen versorgt werden mit insgesamt(!) 2000 Einwohnern.

Wie wird so ein VDSL-Ausbau in OPAL-Gebieten durchgeführt?
An den Hausanschlüssen soll nichts geändert werden. Es sollen aber Netzkomponenten ausgetauscht werden. MFGs und KVz haben wir hier nicht, dafür alle paar hundert Meter Unterflur-Behälter mit Telekom-Logo im Gehweg.
Was wird da reingebaut oder müssen jetzt MFGs aufgestellt werden?

Angeblich wird zwischen den Ortsteilen noch GF gezogen, Leerrohre sollen aber vorhanden sein.
Wenn OPAL schon auf GF basiert, warum müssen jetzt neue GF gezogen werden? Sind die vorhandenen zu alt oder nicht kompatibel?

Wenn das alles so einfach ist wie der Telekom Mensch das erklärt hat, warum mussten wir dann 25 Jahre warten? Wenn es nicht wirtschaftlich war, warum ist es das jetzt wo dazu noch gerade in LTE investiert wurde?

Wir haben hier sowohl von T-Com als auch VF LTE 800, kommt das für Hybrid-Anschlüsse in Frage?

Ich bedanke mich schon jetzt für eure Antworten!

Schönen 1. Mai wünscht Bam
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Alt 30.04.2015, 15:12
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CBR600RR CBR600RR ist offline
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Standard AW: VDSL-Ausbau in OPAL-Gebiet: Technik-Fragen

Ich glaube, da kann dir NokDar sehr gut Rede&Antwort stehen. Wenn ich mich richtig entsinne, hat er früher auch OPAL gehabt. (ohje hoffentlich, sonst wirds peinlich )
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Alt 30.04.2015, 15:20
KorbanDallas KorbanDallas ist offline
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Standard AW: VDSL-Ausbau in OPAL-Gebiet: Technik-Fragen

Man muss es einfach mal so ausdrücken. Die Telekom hat ein Ziel und das heißt, möglichst alle Kunden auf IP Produkte zu bekommen. OPAL Gebiete und alle solche alten Techniken sind nicht IP fähig und sollen bis spätestens 2018 verschwinden. D.h. die Telekom wird hier von sich aus aktiv und baut aus, weil auch die Technik zu alt und zu teuer ist. Ebenso gibt es keine Ersatzteile mehr, die Lieferverträge sind längst ausgelaufen.

Demnach kommt jetzt aktuelle Technik. Wie der Ausbau dann vor Ort genau geschieht, kann nur der örtliche Planer entscheiden. Bei OPAL ist das recht schwierig da es unterschiedlichste Varianten davon gibt. Wenn derzeit Glas bis in die Häuser liegt, dann kann es durchaus sein, das neue Glasfaserkabel in die Orte gelegt werden, ein Multifunktionsgehäuse aufgestellt und dann zu jedem Haus neu Kupfer gelegt wird. Es kann allerdings auch sein, das direkt neues Glas bis in die Häuser gelegt wird. Das hängt alles von vielen Faktoren ab.

Neues Glas ist meist auch notwendig, weil man die bestehenden Glasfasern ja nicht einfach abschalten kann, so lange keine Alternative da ist. Also die Anschlüsse bestehen ja und die alten vorh. Glasfasern zu nutzen ist schwierig, da meist schon alle belegt sind. Demnach kommt meist alles neu, ist in dem Fall auch recht einfach möglich, da Rohrtrassen vorhanden sein sollten. Ebenso gibt es in OPAL Gebieten meist so alte Glasfaserkabel, die den heutigen Anforderungen gar nicht mehr gerecht werden. Hier spricht man auch oft von "End of Life". Vor 10 Jahren gebaute Glasfasern sind meist schon von der technischen Entwicklung überholt.
__________________
Salus publica suprema lex
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Alt 01.05.2015, 11:38
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Meester Proper Meester Proper ist offline
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Standard AW: VDSL-Ausbau in OPAL-Gebiet: Technik-Fragen

Unterflurbehälter hört sich stark nach HYTAS in FTTD(p)-Bauform an.

Was wird getan, um dieses Netz aufzurüsten?

Es werden zwei Schritte vorgenommen, die meistens parallel ablaufen. Im ersten Schritt werden neue Glasfaserkabel zu den OLD (Verteiler-Standorten) gezogen, da meist nicht genug Reservefasern zur Verfügung stehen (das Netz wird parallel zum vorhandenen aufgebaut). Am OLD-Standort werden dann neue HYTAS-ONUs und Outdoor-VDSLAM/MSAN in ein neu aufzustellendes MFG eingebaut. Die ONUs werden dann mit dem OLD verbunden. Das HYTAS-FTTD-Netz wird also zu einem HYTAS-FTTC-Netz umgebaut.

Von den ONU/VDSL-Standorten werden dann neue Kupferkabel zu den Unterflurbehältern gezogen, so bald dies getan ist, kann die Planung der Umschaltungen beginnen.

Am Umstellungstag wird das Kupferverzweigerkabel am Unterflurbehälter mit dem neu verlegten Kupferkabel verbunden, der Unterflurbehälter wird demontiert. Gleichzeitig müssen die Service-Units in den Haushalten demontiert werden, ansonsten kann nicht mehr telefoniert werden. Sind alle Haushalte umgeklemmt, ist in der Regel wenige Wochen später DSL verfügbar.

Nach einer DSL-Bestellung wird man dann von der HYTAS-ONU auf den DSLAM/MSAN umgeklemmt. Bis 2018 werden dann früher oder später die Haushalte mit reiner Telefonie noch auf den DSLAM/MSAN migriert, um die alte HYTAS-Technik komplett abbauen zu können. Wie die Telefonie-Lösung in ehemaligen HYTAS-Gebieten aussehen wird, kann ich noch nicht genau sagen.

Vermutlich wird es hier auf eine Router-Lösung wie in FTTH-Gebieten hinauslaufen, denn momentan ist der Einsatz von POTS-Karten in Outdoor-MSAN nicht geplant.
__________________
Zitat:
Consumers have only limited interest in NGA at present – incremental willingness to pay (WTP) for ultra-fast broadband is at most only about € 5 per month, which is nowhere near enough to fund the initial investment needed in most parts of the national territory.
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Alt 01.05.2015, 11:50
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EXP1337 EXP1337 ist offline
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Ja ein Single Play auf IP gibts zumindest bei FTTH. Wäre ja für FTTC Gebiete ohne Indoor Versorgung auch denkbar.
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Alt 01.05.2015, 15:33
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Zitat:
Zitat von CBR600RR Beitrag anzeigen
Wenn ich mich richtig entsinne, hat er früher auch OPAL gehabt.
HYTAS, zählt aber auch zu OPAL. Ich denke beim TE ist es wie bei uns ebenfalls HYTAS (FTTC/FTTdp), s.h. Beitrag #4.


Zitat:
Zitat von Bambaataa22 Beitrag anzeigen
... wir sollen jetzt auf einmal bis spätestens 2016 VDSL mit min. 50 MBit bekommen.
... An den Hausanschlüssen soll nichts geändert werden.

Wie wird so ein VDSL-Ausbau in OPAL-Gebieten durchgeführt?
Details s.h. Beitrag #3 + #4, bei uns wurde von HYTAS zu FTTH umgebaut (GPON mit derzeit Fiber 50, 100 oder 200 anstatt xDSL mit derzeit max. V-VDSL100), bei euch wird wohl HYTAS zu einem klassischen FTTC-Gebiet um-/ausgebaut weshalb dann MFGs notwendig werden.

Bei uns ist wie bei euch (Unterflurbehälter) HYTAS primär als FTTdp ausgeführt, da macht der Schritt zu FTTH m.E. auch Sinn. Bei FTTH/GPON müssen allerdings die Hausanschlüsse umgebaut werden.
Als die Telekom 2014 hier die verbleibenden Gebäude an das FTTH/GPON-Netz anschließen wollte hatte sie tw. enorme Probleme die Hauseigentümer davon zu überzeugen dies zuzulassen, daher wird seitens der Telekom in Bestandsgebieten FTTC favorisiert.

PS/EDIT:
Bei uns ist die HYTAS-Technik in den Unterflurbehältern (incl. der Service Units in den Gebäuden) weiterhin parallel in Betrieb zum FTTH/GPON-Netz, soll aber nach bisherigen Äußerungen/Planungen bis 2018 außer Betrieb genommen werden...
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  #7  (Permalink
Alt 01.05.2015, 19:23
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Zitat:
Zitat von NokDar Beitrag anzeigen
Bei uns ist wie bei euch (Unterflurbehälter) HYTAS primär als FTTdp ausgeführt, da macht der Schritt zu FTTH m.E. auch Sinn. Bei FTTH/GPON müssen allerdings die Hausanschlüsse umgebaut werden.
Als die Telekom 2014 hier die verbleibenden Gebäude an das FTTH/GPON-Netz anschließen wollte hatte sie tw. enorme Probleme die Hauseigentümer davon zu überzeugen dies zuzulassen, daher wird seitens der Telekom in Bestandsgebieten FTTC favorisiert.
Wieso eigentlich immer entweder FTTH oder FTTC? Es gibt doch auch Breitband-FTTdp-Lösungen. Dann könnte man sich sparen, die Hauseigentümer von FTTH-Installationen zu überzeugen bzw. bei FTTC einen Schritt zurück zu gehen und wieder Kupfer von einem neuen MFG bis in die Häuser neben die Glasfaser zu legen.

http://www.presseagentur.com/lantiq/...d=3217&lang=de
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  #8  (Permalink
Alt 01.05.2015, 19:43
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Zitat:
Zitat von phonefux Beitrag anzeigen
Es gibt doch auch Breitband-FTTdp-Lösungen.
Leider nicht bei den derzeitigen Ausbaustrategien der Telekom. Selbst von FTTB hat man sich bei der Telekom verabschiedet, ganz nach dem Motto entweder richtig oder gar nicht (bzw. günstig "provisorisch" > FTTC).
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  #9  (Permalink
Alt 01.05.2015, 20:14
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Im Kupfernetz kann ich das ja nachvollziehen. In den OPAL-FTTdp-Gebieten allerdings, wo man offensichtlich ja auch Leerrohre bis zu den Unterflurbehältern hat, drängt sich ein derartiger Ausbau ja nahezu auf. Jedenfalls deutlich mehr, als neue Kupferleitungen zu legen.
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  #10  (Permalink
Alt 02.05.2015, 17:01
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Zitat:
Zitat von phonefux Beitrag anzeigen
Im Kupfernetz kann ich das ja nachvollziehen. In den OPAL-FTTdp-Gebieten allerdings, wo man offensichtlich ja auch Leerrohre bis zu den Unterflurbehältern hat, drängt sich ein derartiger Ausbau ja nahezu auf. Jedenfalls deutlich mehr, als neue Kupferleitungen zu legen.
Vermutlich weil es erst mal insgesamt weniger kostet, baut man beim Umbau der HYTAS-Gebiete eben auf Kupfer (also FTTC) um und nicht auf möglichst umfassende Glasfaser-Nutzung (also FTTB oder FTTH).
Dass es insgesamt mehr kostet, weil man dann irgendwann doch wieder Richtung FTTH umbauen muss, spielt wohl keine Rolle. (Vielleicht, weil dieser nächste Schritt stellenweise auch erst in sehr vielen Jahren zu erwarten ist.)
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