#4121  (Permalink
Alt 24.02.2019, 13:11
pufferueberlauf pufferueberlauf ist offline
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Zitat von xdjbx Beitrag anzeigen
Ich gebe auf. Du hast doch selbst den Passus oben im Bild zitiert. Dort macht der Gesetzgeber sogar noch deutlich, dass er sich auf die vertraglichen Maximalwerte und nicht die technischen bezieht. Es ist mir ein Rätsel, warum Du das nicht (an-)erkennst.
Weil ich, im Gegensatz zu Dir, die Transparenzverordnung gelesen habe und mir darueber im klaren bin, dass in juristischen Texten ein illustrierende Anlage zu Paragraph 9 keinesfalls eine klare eindeutige Begriffsnutzung in Paragraph 1 umdefinieren kann. Das ist kein Hexenwerk sondern lediglich einfaches lesen. Aus dem kontext wird klar, dass Deine Interpretation als "vertragliches Maximum" (was auch immer das sein soll) schlicht nicht mit der Transparenzverordnung kompatibel ist; und waerest Du bereit diese zu lesen, statt nur oberflächlich darauf hin abzusuchen, ob Du Auszüge findest die Du als Unterstuetzung fuer Deine vorgefasste Interpretation verwenden kannst...
Zitat:
Zitat von xdjbx Beitrag anzeigen

Lass es Dir von jemandem mit juristischem Hintergrund
Ich bezweifle stark dass ein "juristischer Hintergrund" als Ersatz dienen kann die relevanten Vorschriften gelesen zu haben; nach der Lektüre ist das sicherlich hilfreich aber soweit sind wir im Diskurs ja noch nicht gekommen...
Zitat:
Zitat von xdjbx Beitrag anzeigen

sagen: die meisten Gerichte würden es wohl so wie ich interpretieren, dass eine technische Überbelieferung nicht gegen die Transparenzverordnung verstößt.
Das mag sein, und das habe ich bereits mehrfach eingeraeumt.

Interessanterweise unterstuetzten die BEREC-Guidelines (http://berec.europa.eu/eng/document_...utrality-rules) Deine Argumentation:
"Maximum speed
145. The maximum speed is the speed that an end-user could expect to receive at least some of the time (e.g. at least once a day). An ISP is not required to technically limit the speed to the maximum speed defined in the contract.
146. NRAs could set requirements on defining maximum speeds under Article 5(1), for example that they are achievable a specified number of times during a specified period."

Womit diese Diskussion wohl ihren praktischen Abschluss gefunden hat*. Es waere allerdings eine spannendere Diskussion gewesen, wen ich nicht komplett die Recherche pro und kontra alleine gemacht hätte.




*) Zumindest können sich ISPs in der Diskussion mit der BNetzA auf diese Definition berufen, und die BNetzA wird da IMHO kein Fass aufmachen wollen (ist ja auch Mitglied im BEREC). Auch wenn es sich hier nur um eine Auslegung des Textes Art. 4 Abs. 4 Verordnung (EU) 2015/2120** handelt, gehe ich davon aus, dass die BNetzA da der Interpretation der BEREC folgen dürfte, und wegen "fehlerhafter" zu niedriger Maxima wird da nichts gemacht werden. Auch wenn es dem Ziel Angebote von ISPs vergleichbar zu machen entgegenläuft.



**) (https://eur-lex.europa.eu/legal-cont...5R2120&from=DE) "Artikel 4
Transparenzmaßnahmen zur Sicherstellung des Zugangs zu einem offenen Internet
(1) Die Anbieter von Internetzugangsdiensten stellen sicher, dass ein Vertrag, der Internetzugangsdienste umfasst, mindestens folgende Angaben enthält:
[...]
d) eine klare und verständliche Erläuterung, wie hoch die minimale, die normalerweise zur Verfügung stehende, die maximale und die beworbene Download- und Upload-Geschwindigkeit von Internetzugangsdiensten bei Festnetzen oder die geschätzte maximale und die beworbene Download- und Upload-Geschwindigkeit von Internetzugangsdiens* ten bei Mobilfunknetzen ist und wie sich erhebliche Abweichungen von der jeweiligen beworbenen Download- und Upload-Geschwindigkeit auf die Ausübung der Rechte der Endnutzer gemäß Artikel 3 Absatz 1 auswirken könnten;
e) eine klare und verständliche Erläuterung der Rechtsbehelfe, die dem Verbraucher nach nationalem Recht im Falle einer kontinuierlichen oder regelmäßig wiederkehrenden Abweichung bei der Geschwindigkeit oder bei anderen Dienst* qualitätsparametern zwischen der tatsächlichen Leistung des Internetzugangsdienstes und der gemäß den Buchstaben a bis d angegebenen Leistung zustehen."

Auch hier wird klar nicht vertragliches Maximum beschrieben, das ist klar eine Interpretation der BEREC, die aber nicht einfach von nationalen Regulierern ignoriert werden kann.
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  #4122  (Permalink
Alt 25.02.2019, 00:43
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robert_s robert_s ist offline
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Zitat:
Zitat von pufferueberlauf Beitrag anzeigen
Interessanterweise unterstuetzten die BEREC-Guidelines (http://berec.europa.eu/eng/document_...utrality-rules) Deine Argumentation:
"Maximum speed
145. The maximum speed is the speed that an end-user could expect to receive at least some of the time (e.g. at least once a day). An ISP is not required to technically limit the speed to the maximum speed defined in the contract.
146. NRAs could set requirements on defining maximum speeds under Article 5(1), for example that they are achievable a specified number of times during a specified period."

Womit diese Diskussion wohl ihren praktischen Abschluss gefunden hat*. Es waere allerdings eine spannendere Diskussion gewesen, wen ich nicht komplett die Recherche pro und kontra alleine gemacht hätte.
Allen anderen war auch ohne Recherche klar, dass das Maximum nicht technisch bindend ist. Nur Du brauchtest es noch offiziell. Aber nett von der BEREC, dass sie das für die seltenen "Querköpfe" auch mal explizit hingeschrieben hat.
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  #4123  (Permalink
Alt 25.02.2019, 01:09
pufferueberlauf pufferueberlauf ist offline
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Klar, die BEREC hat das nur wegen mir gemacht und nicht weil der Text der EU Richtlinie und der Transparenzverordnung ohne diese Interpretationshilfe nur anders verstanden werden kann. Du magst das gefühlt haben, aber gefühlte Wahrheiten oder gefühlte Vorschriften interessieren mich ehrlich weniger, bzw. sagen mehr über den "Fühler" als die objektive Frage aus.



Ich bleibe dabei, wäre schön gewesen wenn die, die das schon vorher wussten, dies auch hätten belegen können.
Lustig, dass ISPs jetzt genau diese Lücke ausnutzen um in Tests besser dazustehen
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  #4124  (Permalink
Alt 25.02.2019, 06:43
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Zitat:
Zitat von pufferueberlauf Beitrag anzeigen


Ich bleibe dabei, wäre schön gewesen wenn die, die das schon vorher wussten, dies auch hätten belegen können.
Lustig, dass ISPs jetzt genau diese Lücke ausnutzen um in Tests besser dazustehen
Was übrigens wieder so eine Annahme von Dir ist, die gegen die Aussagen des ISPs stehen, aber auch hier scheint für Dich das Prinzip „kann nicht sein“ zu gelten oder wie belegst Du Deine Aussage?
Das in der Stellungnahme u.a. Auf die Anfrage von A1B2C3D3 erklärte Ziel der Telekom ist höhere Kundenzufriedenheit/weniger Beschwerden.
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  #4125  (Permalink
Alt 25.02.2019, 07:38
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Was auch erklärt, warum die Umstellung so langsam geht. Ginge es wirklich um das Abschneiden bei Tests, wäre die 95er Drossel längst Geschichte.
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  #4126  (Permalink
Alt 25.02.2019, 09:09
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Zitat:
Zitat von phonefux Beitrag anzeigen
Was auch erklärt, warum die Umstellung so langsam geht. Ginge es wirklich um das Abschneiden bei Tests, wäre die 95er Drossel längst Geschichte.
Weil nicht sagt Uns-ist-Kundezufriedenheit-wichtig deutlicher als > 2 Jahre damit zu verbringen BNG-Drossel und DSL-Sync in ein angemessenes Verhaeltnis zu bringen .

Gruss
P.
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  #4127  (Permalink
Alt 25.02.2019, 09:47
pufferueberlauf pufferueberlauf ist offline
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Zitat:
Zitat von xdjbx Beitrag anzeigen
Was übrigens wieder so eine Annahme von Dir ist, die gegen die Aussagen des ISPs stehen
Citation needed.
Zitat:
Zitat von xdjbx Beitrag anzeigen


, aber auch hier scheint für Dich das Prinzip „kann nicht sein“ zu gelten oder wie belegst Du Deine Aussage?
Oh, zur Abwechslung drehen wir den Spiess mal rum, ich postuliere einfach munter drauf los und Du recherchierst und zeigst auf wo und warum meine Postulate sich nicht mit dem Stand des Wissens decken.
Zitat:
Zitat von xdjbx Beitrag anzeigen

Das in der Stellungnahme u.a. Auf die Anfrage von A1B2C3D3 erklärte Ziel der Telekom ist höhere Kundenzufriedenheit/weniger Beschwerden.
Siehe meine Antwort an phonefux; und um die Beschwerden abzustellen sollte es ausreichen wenn ein 50er Anschluss auch 50 liefert, 59.25 (https://www.onlinekosten.de/forum/sh...69#post2471569) ist eine andere Ansage... Und man sollte dafuer sorgen, dass die Masse der Kunden schnell (also << 2 Jahre) von einer solchen Anpassung profitiert.

Zum Benchmark-Hacking hingegen reicht es (z.B. fuer den Connect test) die maximal 48 Messstandorte der Zafaco zu identifizieren (siehe https://www.connect.de/ratgeber/fest...o-3197430.html) und die "anpassug von DSL-Profil und BNG-Shaper in den "betroffenen" DSLAMs oder ASBs auszurollen. Und Dank der folgenden Beschreibung: "Um Einflüsse außerhalb ihrer eigenen Netze auszuschließen, konnten die Netzbetreiber den Referenzserver für einige Datenmessungen in ihrem eigenen Netz aufstellen." ist klar, dass es kein Hexenwerk gewesen sein dürfte die TALs zu identifizieren welche die Zafaco verwendet haben dürfte.

Auch die Ergebnisse von breitbandmessung.de zeigen Ueberprovisionierungen an (https://breitbandmessung.de/interaktive-darstellung) ebenso de Jahresberichte; hier duerfte es aber deitlich schwerer sein durch selektives Beschleunigen weniger DSLAMs die Messergebnisse zu verbessern, da bleibt nur der Weg alle Kundenanschluesse hoeher zu Provisionieren, und da die Tabellen und Graphen meist prozentual auf das vertragliche Maximum bezogen sind fuehrt das halt zur beobachteten Tendenz das Maximum vertraglich geringer zu spezifizieren als es tatsächlich ist (und damit zu demonstrieren, dass einem selbst einfache mathematische Konzepte fremd sind). Und genau das bezeichne ich mit Benchmark-Hacking und sehe die Ursache in der laxen Umdefinition von "Maximum" durch die BEREC, die IMHO hier weder die EU-Direktive richtig interpretiert noch dem Endkunden einen Dienst erweist. Aber mir ist klar, dass es genügend Leute gibt (hier im Forum demonstriert) die davon ausgehen die wahrgenommene Ueberprovisionierung sei kundenfreundlich anstatt zu erkennen, dass es sich lediglich um eine bewusst falsche Unterreportierung einer wichtigen Kennzahl ihres Internetanschlusses handelt.

Gruss
P.
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  #4128  (Permalink
Alt 25.02.2019, 11:47
A1B2C3D4 A1B2C3D4 ist offline
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Die Standorte werden vermutlich von den TK-Anbietern vorgeschlagen. 1&1 Versatel und Telekom FTTB/H-Anschlüsse sind deutlich überrepräsentiert und einer der Standorte ist zufällig in der Pilotstadt Hennigsdorf. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
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