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Alt 18.04.2021, 16:50
netmax netmax ist offline
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Standard Stabilität und Performance Vigor 165 (vs. Zyxel VMG8823 oder Smart 2)

Hi,

bislang war ja immer die allgemeine Meinung, dass Broadcom-Chipsätze bezüglich Performance/Stabilität das Nonplusultra an eher längeren Leitungen sind. Daher hatte ich mir für Supervectoring zwei Zyxel VMG8823 besorgt, welches an meiner 490m-Leitung (durchgängig 0.5mm2) wirklich sehr gut performt (Down >240.000, Up volle 46.720, 0 CRC nach 120 Tagen Sync).

Ich hätte also allen Grund mehr als zufrieden zu sein, leider ist die Firmware des Zyxel großer Mist:

Das erste Problem, dass das Modem alle 30-60 Tage komplett nicht mehr erreichbar war, lag an einer unkontrollierten Ansammlung von "zysh"-Prozessen und ist wohl DSLstats geschuldet. Die Prozesse kille ich seitdem nächtlich per Cronjob, diese stellen kein Problem mehr da.

Trotzdem hatte ich vor 4 Monaten plötzlich nachts einen kompletten Abbruch der Verbindung - nichts ging mehr. Die Analyse ergab: Das Modem hatte sich aufgehängt. Weder über SSH noch Webserver zu erreichen - es half nur Stecker ziehen.
Das Üble: Ich wäre hier, falls nicht zu Hause, nicht mal über meine LTE-Notverbindung in der Lage gewesen, das Modem neu zu starten. Hätte also meiner Frau in dem Fall erklären müssen, wie sie auf 2m Höhe im Serverrack das Modem vorziehen und den Schalter hinten am Modem bedienen soll.

Gestern stellte ich fest, dass ich nur noch 90 MBit/s Durchsatz Down und gut 30 MBit/S up erzielte, der Traffic-Graph sah aus wie "abgeschnitten" - oder als ob ein Shaper da falsch eingestellt wäre. Ich analysierte mein Router-Setup (hatte erst letzte Woche die pfSense von 2.4.5 auf 2.5.1 aktualisiert), aber da war alles fein. Habe sogar einen Thread in der Telekom-Community aufgemacht, bis mir hier ein User den Tipp gab: Starte mal Dein Modem neu. VMG rebootet - alles wieder fein! Obwohl das Modem nach wie vor mit >240MBit/s im Sync mit 0 CRC lief.

Mir nutzt meine pfSense im Full-Redundancy-Mode nichts, wenn das Modem als Single-Point-of-Failure abschmiert und ich es nicht mal via LTE-Notverbindung neu starten kann. Daher wende ich mich gedanklich gerade von meinem VMG8823 ab. Schade eigentlich. Vor Supervectoring hatte ich mit dem VMG1312 nie Stress, das Ding lief jahrelang durch.

Hier liest man immer wieder, dass der Vigor 165 "Rock solid" und ohne Probleme im Dauerbetrieb als Modem rennt. DSLStats kann er natürlich nicht, aber er scheint die Sync-Parameter per SNMP zur Verfügung zu stellen, so könnte ich das in meinem Zabbix überwachen.

Hat jemand von Euch das Teil mal mit einem VMG8823 oder einem anderen Broadcom-Modem an einer längeren Leitung vergleichen können, die eben nicht ganz Vollsync liefert? Kann es performancemäßig inzwischen mithalten?

Und läuft es wirklich über Monate problemlos im Dauerbetrieb ohne solche Zicken wie mein VMG8823?

Ich würde mich über Eure Meinung freuen, bevor ich einen 130 Euro teuren "Versuch" mache.
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Geändert von netmax (18.04.2021 um 16:57 Uhr)
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Alt 19.04.2021, 04:53
user375 user375 ist offline
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Standard AW: Stabilität und Performance Vigor 165 (vs. Zyxel VMG8823 oder Smart 2)

Einen Vergleich mit dem VMG8823 kann ich nicht liefern. Im Vergleich zum Speedport Smart 2 (auch ein Broadcom Device wie Dein Zyxel) kann ich jedoch sagen, dass ein Vigor 165 hier höher synct. Ob das jetzt am Chipsatz liegt oder an der Software, vermag ich nicht zu beurteilen.

Ich habe seit ca. 8 Monaten einen Vigor 165 im Modemmodus, der mir bisher nicht negativ aufgefallen ist. Fullsync habe ich keinen - der Sync ist von der Temperatur abhängig. Je wärmer, um so schlechter (also zwischen 239 und 255 MBit/s Down mit der Firmware 8D1917_8D0C12). 46,7 MBit/s im Up lagen bisher konstant an (unabhängig von der Temperatur). Das Ganze bei 260 m Leitungslänge (über den Querschnitt kann ich nichts sagen - die Leitung dürfte aber aus den Mitte- / Ende 60er-Jahren sein). Die Fehlerrate war bisher irrelevant. Die Regel sind 0 Fehler pro Tag, wenn mal welche auftraten, waren es ca. max. 4 CRC im Down und 1 im Up.

Der bisher längste Sync hielt 117 Tage. Die Ursachen für die Resyncs waren jeweils 2 MSAN-FW-Updates und ein Stromausfall. Ich konnte bisher keinerlei Probleme erkennen, die auf die Software des Vigor zurückzuführen gewesen wären. Das Teil läuft an dieser Stelle exakt so, wie es soll.

Wie das Teil an Deiner Leitung arbeiten würde - keine Ahnung.
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Alt 19.04.2021, 13:17
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Zitat:
Zitat von user375 Beitrag anzeigen
Fullsync habe ich keinen - der Sync ist von der Temperatur abhängig. Je wärmer, um so schlechter (also zwischen 239 und 255 MBit/s Down mit der Firmware 8D1917_8D0C12). 46,7 MBit/s im Up lagen bisher konstant an (unabhängig von der Temperatur). Das Ganze bei 260 m Leitungslänge (über den Querschnitt kann ich nichts sagen - die Leitung dürfte aber aus den Mitte- / Ende 60er-Jahren sein). Die Fehlerrate war bisher irrelevant. Die Regel sind 0 Fehler pro Tag, wenn mal welche auftraten, waren es ca. max. 4 CRC im Down und 1 im Up.
Das ist ja schon mal eine gute Aussage, danke Dir! Deine Syncwerte scheinen ja recht ähnlich zu mir zu sein ... sind die 260m eine "geratene Modemschätzung" einer Fritte, oder eine belastbare Aussage der Telekom?

Ich habe gesehen, dass das Vigor 165 ja quasi schon "ausverkauft" und mit dem 167 ein Nachfolger mit "neuem Chipsatz" in den Startlöchern steht (wobei der wohl noch nicht zu haben ist). Schwierige Entscheidung ...
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Alt 19.04.2021, 13:37
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Vielleicht magst Du ja dem Speedport Smart 3 im DSL-Modem-Modus eine Chance geben?

Läuft an meiner Leitung (ca. 510 m lang, mit Amateurfunker in der unmittelbaren Nachbarschaft) 100%ig stabil bei mit Abstand bester Datenrate von 171000/42500.



Vergleichswerte:
Speedport Smart 2 138000/38000 (sehr vereinzelte Abbrüche)
Internes Modem LANCOM 1793VA 145000/41000 (häufige Abbrüche)



Wenn Du ein Gerät nach dem Motto "anschließen und vergessen" suchst, gehört der Smart 3 meiner Meinung nach zu den heißen Kandidaten.




Zitat:
dass Broadcom-Chipsätze bezüglich Performance/Stabilität das Nonplusultra an eher längeren Leitungen sind
Diese Aussage ist inzwischen nicht mehr uneingeschränkt gültig.
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  #5  (Permalink
Alt 19.04.2021, 13:44
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Zitat:
Zitat von Hanfmann Beitrag anzeigen
Vielleicht magst Du ja dem Speedport Smart 3 im DSL-Modem-Modus eine Chance geben?
Die Speedport-Dinger sind doch immer so zugenagelt, dass Du da mit gar keinem Monitoring dran kannst um die Leitungsdaten zu überwachen. Weder mit DSLStats noch via SNMP.

Und so weit ich weiß kann im Modem-Mode nur ein einziger LAN-Port genutzt werden. Bei 2 Hosts (Failover-Mode) ist das aber doof, ich habe keine Lust da jetzt noch einen kleinen Switch vorzusetzen.

Also tendenziell eher Nein
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  #6  (Permalink
Alt 19.04.2021, 18:47
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Zitat:
Zitat von netmax Beitrag anzeigen
sind die 260m eine "geratene Modemschätzung" einer Fritte, oder eine belastbare Aussage der Telekom?
Aussage der Telekom.
Zitat:
Zitat von netmax Beitrag anzeigen
Ich habe gesehen, dass das Vigor 165 ja quasi schon "ausverkauft" und mit dem 167 ein Nachfolger mit "neuem Chipsatz" in den Startlöchern steht (wobei der wohl noch nicht zu haben ist).
Hast Recht - ist ja ein Hammer. Sind die Devices etwa auch vom Chipmangel betroffen oder einfach im Suezkanal hängen geblieben?
Zitat:
Zitat von netmax Beitrag anzeigen
Die Speedport-Dinger sind doch immer so zugenagelt, dass Du da mit gar keinem Monitoring dran kannst um die Leitungsdaten zu überwachen. Weder mit DSLStats noch via SNMP.
Ja - ist so. Solange die Teile laufen, ist das ja ok ... . Im Modemmode sind sie noch viel mehr vernagelt wie im Routermode. Da siehst Du nur noch den Sync und die Firmwareversion. Und das auch nur über eine zweite Leitung, die dann über's link-local-Netz angebunden werden muss (169.254.0.0/16)
Zitat:
Zitat von netmax Beitrag anzeigen
Und so weit ich weiß kann im Modem-Mode nur ein einziger LAN-Port genutzt werden.
Korrekt. Zumindest beim Smart 2 - ich wüsste nicht, dass das beim Smart 3 anders wäre.
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Alt 19.04.2021, 18:57
Wechsler Wechsler ist offline
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Zitat:
Zitat von netmax Beitrag anzeigen
Und so weit ich weiß kann im Modem-Mode nur ein einziger LAN-Port genutzt werden. Bei 2 Hosts (Failover-Mode) ist das aber doof, ich habe keine Lust da jetzt noch einen kleinen Switch vorzusetzen.
Mußt du doch nicht. Der Switch ist doch im Speedport bereits eingebaut. Mußt den einen LAN4-Port halt physisch draufpatchen. Dann bleiben dir zwei Ports übrig für Failover und Monitoring.
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