#11  (Permalink
Alt 18.10.2019, 08:44
websurfer83 websurfer83 ist offline
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Standard AW: Die erste "Killeranwendung" für superschnelle Breitbandanschlüsse?

Das was Robert da verlinkt hat ist zwar sicher keine Massen- oder Killeranwendung, aber mit Sicherheit werden solche und ähnliche Anwendungen den Bedarf an Bandbreite mit der Zeit ansteigen lassen.

Es nutzt jetzt auch nichts, eine "Killeranwendung" herauf zu beschwören. Viel wichtiger wäre es, die Infrastruktur VORHER zu errichten, die Anwendungen und der Bedarf werden von selbst kommen, da braucht man sich keine Sorgen zu machen.

Aber leider läuft das in diesem Land in den allermeisten Fällen genau anders herum: Die Infrastruktur wird erst gebaut, wenn der Bedarf bereits da ist und nicht befriedigt werden kann. Aber dann in so einem Schneckentempo, dass man glaubt, man wäre im falschen Film.

Bestes Beispiel hier aus der Region:
Die Tallängslinien der Stadtbahn in Stuttgart sind in der Hauptverkehrszeit vollkommen überlastet. Zusätzliche Linien sind nicht möglich, weil die Zugfolge in den Tunneln nicht dichter sein darf. Die Lösung wären Doppeltraktionen (also 80 Meter-Züge statt 40 Meter-Zügen). Nun scheitert es daran, dass die Bahnsteige in vielen Fällen nur 40 Meter lang sind. Eine Verlängerung der Bahnsteige wäre die Lösung.

Die urspüngliche Planung sah den Ausbau bis 2021 vor, dann wurde es auf 2023 verschoben und aktuell ist man bei 2027 oder 2028. Und dann wird von der Politik eine Verkehrswende gefordert. Der grüne OB von Stuttgart hat aus Hilflosigkeit den Schnellbus X1 ins Leben gerufen, welcher die Bahnen entlasten soll. Der Schuss ging allerdings nach hinten los, da der Bus in der HVZ nur im Stau steht und deshalb in den allermeisten Fällen nichts als heiße Luft transportiert...

Das ist nur ein Beispiel von vielen, was in Sachen Infrastruktur in diesem Land nicht vorwärts geht...
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  #12  (Permalink
Alt 18.10.2019, 09:08
phonefux phonefux ist gerade online
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Standard AW: Die erste "Killeranwendung" für superschnelle Breitbandanschlüsse?

Der Vergleich hinkt mE. Steuergelder für den Ausbau des ÖPNV zu verwenden, damit die Leute zur Arbeit kommen, leuchtet natürlich ein. Aber Steuergelder zu verwenden, damit man mit einem fotorealistischen Flugsimulator spielen kann oder gar mit der Begründung "wir bauen erst mal, die Leute werden schon was finden, wofür sie es nutzen", kann es nicht sein. Ich sage nicht, dass sinnvolle Anwendungen nicht kommen werden, aber im Moment ist es nur eine Prognose, und die kann immer falsch sein.

Es gibt durchaus ja auch Gegenbeispiele dafür, dass doch Infrastruktur "auf Vorrat" gebaut wurde. Gerade in den 70ern wurden massig Straßen gebaut. Die meisten davon sind heute aus- und überlastet, aber es gibt genauso Projekte, die noch immer bei weitem nicht ausgelastet sind oder sogar bereits wieder zurückgebaut wurden. Und solche Beispiele gäbe es viel mehr, wenn man alle Autobahnplanungen der 70er Jahre tatsächlich realisiert hätte mit der Begründung "der Bedarf wird schon kommen". Heute muss für jedes Projekt die volkswirtschaftliche Nützlichkeit nachgewiesen werden und das ist m.E. auch gut so.

__

Geändert von phonefux (18.10.2019 um 09:17 Uhr)
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  #13  (Permalink
Alt 18.10.2019, 09:26
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Standard AW: Die erste "Killeranwendung" für superschnelle Breitbandanschlüsse?

Zitat:
Zitat von phonefux Beitrag anzeigen
Ich sage nicht, dass sinnvolle Anwendungen nicht kommen werden, aber im Moment ist es nur eine Prognose, und die kann immer falsch sein.
Das gilt aber grundsätzlich für alle Investitionen.

Zitat:
Zitat von phonefux Beitrag anzeigen
Es gibt durchaus ja auch Gegenbeispiele dafür, dass doch Infrastruktur "auf Vorrat" gebaut wurde. Gerade in den 70ern wurden massig Straßen gebaut. Die meisten davon sind heute aus- und überlastet, aber es gibt genauso Projekte, die noch immer bei weitem nicht ausgelastet sind oder sogar bereits wieder zurückgebaut wurden. Und solche Beispiele gäbe es viel mehr, wenn man alle Autobahnplanungen der 70er Jahre tatsächlich realisiert hätte mit der Begründung "der Bedarf wird schon kommen".
Also hätte man Deiner Ansicht nach in den 70ern besser gar nichts gebaut?

Zitat:
Zitat von phonefux Beitrag anzeigen
Heute muss für jedes Projekt die volkswirtschaftliche Nützlichkeit nachgewiesen werden und das ist m.E. auch gut so.
Auf welcher Basis weist man denn die "volkswirtschaftliche Nützlichkeit" nach? Doch nicht etwa basierend auf einer Prognose? "Die kann immer falsch sein", habe ich unlängst gelesen.

Wach' mal auf und lies Dir die letzten Berichte von Bundesrechnungshof durch, wofür noch Steuergelder rausgeworfen werden. Von wegen "volkswirtschaftliche Nützlichkeit".
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  #14  (Permalink
Alt 18.10.2019, 09:27
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Standard AW: Die erste "Killeranwendung" für superschnelle Breitbandanschlüsse?

Die Südkoreaner und Japaner haben seit Jahren FTTH. Die Massenmarktanwendungen fehlen weiterhin und die großen IT-Unternehmen sitzen im Silicon Valley.

https://de.statista.com/statistik/da...-oecd-staaten/
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  #15  (Permalink
Alt 18.10.2019, 09:30
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Zitat:
Zitat von A1B2C3D4 Beitrag anzeigen
Die Südkoreaner und Japaner haben seit Jahren FTTH. Die Massenmarktanwendungen fehlen weiterhin
Das bezweifle ich. Ich bin mir recht sicher, dass dort massenhaft Internetzugänge über die FTTH-Infrastruktur realisiert sind.
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  #16  (Permalink
Alt 18.10.2019, 10:24
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Zitat:
Zitat von robert_s Beitrag anzeigen
Das gilt aber grundsätzlich für alle Investitionen.
Nein. Bei dem Beispiel von websurfer83 sind die Züge jetzt schon überfüllt. Da besteht ein aktueller Bedarf, kein vermuteter/prognostizierter.


Zitat:
Zitat von robert_s Beitrag anzeigen
Also hätte man Deiner Ansicht nach in den 70ern besser gar nichts gebaut?
Willst du ernsthaft diskutieren, oder anderen polemisch Dinge in den Mund legen?


Zitat:
Zitat von robert_s Beitrag anzeigen
Auf welcher Basis weist man denn die "volkswirtschaftliche Nützlichkeit" nach? Doch nicht etwa basierend auf einer Prognose? "Die kann immer falsch sein", habe ich unlängst gelesen.
Natürlich gibt es da nach festgelegten Verfahren Hochrechnungen und natürlich können die falsch sein. Das ist aber ein anderes Vorgehen als einfach zu sagen "Der Bedarf wird schon kommen."


Zitat:
Zitat von robert_s Beitrag anzeigen
Wach' mal auf und lies Dir die letzten Berichte von Bundesrechnungshof durch, wofür noch Steuergelder rausgeworfen werden. Von wegen "volkswirtschaftliche Nützlichkeit".
Für welche Infrastrukturprojekte trifft das zu, bei denen die Kosten-Nutzen-Untersuchung vorher einen Faktor > 1,0 ermittelt hatte?


Zitat:
Zitat von robert_s Beitrag anzeigen
Das bezweifle ich. Ich bin mir recht sicher, dass dort massenhaft Internetzugänge über die FTTH-Infrastruktur realisiert sind.
Ach so. Und ich dachte du wolltest hier im Thread ein Beispiel für eine Killeranwendung geben, also gerade für eine Anwendung, die man über die bisherige Infrastruktur nicht abbilden kann wie "Internetzugänge".
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  #17  (Permalink
Alt 18.10.2019, 10:44
infinity4 infinity4 ist offline
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Standard AW: Die erste "Killeranwendung" für superschnelle Breitbandanschlüsse?

Das Argument das man Glas, oder die Geschwindigkeiten, nicht braucht ist Unsinn.
Viel wichtiger ist doch, dass man über Glas jegliche Bandbreite realisieren kann die man jetzt oder in der Zukunft braucht.Und das ohne großartige Investitionen.
Ich erinnere mich, was haben wir damals neidisch auf symmetrische 2Mbit von wilhelm.tel geguckt und wenn einer 10Mbit symmetrisch in der Firma hatte war er der King.
Heute ist sowas Popelkram und weit unter zügiger Benutzbarkeit, damals mehr als ausreichend.
Sich also heute hinzustellen und zu sagen, das brauchen wir niemals, ist derbst kurzsichtig.
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  #18  (Permalink
Alt 18.10.2019, 11:08
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Zitat:
Zitat von infinity4 Beitrag anzeigen
Das Argument das man Glas, oder die Geschwindigkeiten, nicht braucht ist Unsinn.

(...)

Sich also heute hinzustellen und zu sagen, das brauchen wir niemals, ist derbst kurzsichtig.
Wer sagt das denn?
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  #19  (Permalink
Alt 18.10.2019, 11:22
infinity4 infinity4 ist offline
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Standard AW: Die erste "Killeranwendung" für superschnelle Breitbandanschlüsse?

Vorrangig die Provider, allen voran unsere geliebte T die vehement ihre Klingeldrähte bis auf das Blut verteidigt.
Dann auch immer wieder das beliebte Argument: "Mehr als xMbit braucht derzeit kein Mensch."
Und das ist ein Totschlagargument, völlig aus der Luft gegriffen und am Thema vorbei.
Alleine schon die immense Energieersparnis wenn die T ihre hässlichen grauen Kästen abschaltet wäre enorm, das alleine als Argument reicht um Glas zu fordern.
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  #20  (Permalink
Alt 18.10.2019, 11:32
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robert_s robert_s ist offline
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Zitat:
Zitat von phonefux Beitrag anzeigen
Nein. Bei dem Beispiel von websurfer83 sind die Züge jetzt schon überfüllt. Da besteht ein aktueller Bedarf, kein vermuteter/prognostizierter.
Eben, ein aktueller. Du implizierst die Prognose, dass der Bedarf nach Fertigstellung einer Infrastrukturmaßnahme in x Jahren noch da sein wird. Das ist aber genauso wenig garantiert wie jede andere Prognose. Siehe Dein eigenes Beispiel der 1970er: Welche Prognose von 1970 hat vorausgesehen, dass die Ölkrise zu einem deutlich Rückgang des Bedarfs an Verkehrsinfrastruktur führen würde?

Zitat:
Zitat von phonefux Beitrag anzeigen
Willst du ernsthaft diskutieren, oder anderen polemisch Dinge in den Mund legen?
Nein, ich wollte Dir entlocken, wie das mit Deinen "sicheren Prognosen" denn jemals möglich gewesen sein soll. Aber die Antwort ist nach obigem Punkt ja klar: Du hast schlichtweg übersehen, dass es überhaupt gar nicht ohne Prognose geht.

Zitat:
Zitat von phonefux Beitrag anzeigen
Natürlich gibt es da nach festgelegten Verfahren Hochrechnungen und natürlich können die falsch sein. Das ist aber ein anderes Vorgehen als einfach zu sagen "Der Bedarf wird schon kommen."
Und jetzt halt' Dich fest: Es gibt doch tatsächlich Erhebungen und Hochrechnungen über die Nutzung des Internets! Wow, da wurde ja gar nicht "einfach gesagt", dass der Bedarf schon kommen würde, sondern hochgerechnet. Na sowas.

Man hat Statistiken über die übertragenen Datenmengen, und man weiß, ab welcher Wartezeit die Nutzer im Durchschnitt den Vorgang abbrechen. Datenmenge/Zeit = Geschwindigkeit. So "einfach" kann man prognostizieren.

Zitat:
Zitat von phonefux Beitrag anzeigen
Ach so. Und ich dachte du wolltest hier im Thread ein Beispiel für eine Killeranwendung geben, also gerade für eine Anwendung, die man über die bisherige Infrastruktur nicht abbilden kann wie "Internetzugänge".
Ja, lies mal die Überschrift noch mal. Es ging um die Geschwindigkeit, nicht um die Infrastruktur. Letztere ist nur eine Folge von ersterem.
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