Einzelnen Beitrag anzeigen
  #24  (Permalink
Alt 31.07.2020, 12:45
pufferueberlauf pufferueberlauf ist offline
Senior Mitglied
 
Registriert seit: 20.06.2013
Beiträge: 5.440
Standard AW: Geförderter FTTH Ausbau Vodafone Dresden

Zitat:
Zitat von elchipower Beitrag anzeigen
Bürgermeister und Vorstand: Wenn die Stadt in Bereiche eingreift, die nicht von der Wirtschaft bedient werden ist es ja ein legitimes Model.
Welche Bereiche von der Wirtschaft bedient werden ist schlicht eine Frage des Geldes, man kann Infrastruktur in kommunaler/staatlicher Hand aufbauen und betreiben oder privatwirtschaftlich (z..B. Autobahnen, oder auch Autobahnmaut). Insofern besteht da immer Konkurrenz, aber IMHO ist es ein neo-liberaler Fehlschluss, dass die private Wirtschaft immer besser/effizienter wäre als der Staat, auch wenn dass in den vergangenen Jahrzehnten ein beliebtes politisches Motiv war.
Zitat:
Zitat von elchipower Beitrag anzeigen

Das Ziel der Privatisierung von Staatseigentum war ja mehr Wettbewerb im entsprechenden Wirtschaftszweig.
Zum Teil sicherlich, aber da war auch viel neo-liberaler Dogmatismus im Spiel nach dem der Staat alles falsch und die private Wirtschaft alles richtig macht, und der Staat sollte nach Möglichkeit nicht selbst aktiv werden (weder als Betreiber noch als Regulierer). Und ja zudaetzlich konnte man damit auch kurzfristig/einmalig die Staatsfinanzen aufpolieren...
Zitat:
Zitat von elchipower Beitrag anzeigen

Die Entscheidung hätte man sich aber Sparen können, wenn wieder auf Kommunaler ebene ausgebaut wird.
Warum? Im gegensatz zu den teilweise global agierenden ISPs hat eine Kommune ein deutlich naeherliegendes Interesse ihre Infrastruktur auf modernem Stand auszubauen und zu halten. Zusaetzlich haben Komunnen auch duetlich längere Planungshorizonte als sich Aktiengesellschaften heutzutage selber einraeumen (siehe z.B. Silver2s Postings zum Thema kommunaler FTTH-Ausbau im laendlichen Schleswig-Holstein in anderen Threads).
Zitat:
Zitat von elchipower Beitrag anzeigen


Kommunale Aktiengesellschaft zu 100% Besitz der in der Kommune haben ein deutlich anderen Spielraum als herkömmliche Wettbewerber. Da haben Unternehmen wie Deutsche Glasfaser ein enormen Problem, die bauen wirklich aus und müssen mit den Geldern wirklich wirtschaftlich umgehen.
Erm, auch wenn ein kommunales Unternehmen GF-ausbaut bauen die wirklich aus, mit aehnlichen Kosten... Und i.d.R. ist es nicht so, dass Kommunen das machen wollen, sondern meist sehen die sich durch erkennbares Marktversagen dazu gezwungen... Und aucj kommunale Unternehmen muessen mit den Geldern wirtschaftlich umgehen, da gibt es sogar regelmaessige Kontrollveranstaltungen vei denen die ultimaten Geldgeber ueber die Performance der Kommunalen Leitung abstimmen duerfen (Wahlen)...
Zitat:
Zitat von elchipower Beitrag anzeigen

Bürgermeister im Vorstand eines Unternehmens, welches im direkten Wettbewerb steht hat dadurch einen sehr Faden Beigeschmack. Habe ja auch schon ein Link eingefügt wie der regionale Versorger gegen die Stadt geklagt hat, weil Vodafone gewonnen hat bei der Ausschreibung. Bei google findet man aus anderen Städten keinerlei solches aggressives vorgehen.
Aus dem Link ist nicht klar ob der Bürgermeister nun selber fuer oder gegen Vodafone war/ist, das waere aber zur Unterstützung Deiner These nicht ganz unrelevant, oder?
Zitat:
Zitat von elchipower Beitrag anzeigen

Gerade bei Vorstand&Bürgermeister&Wettbewerber ist halt fraglich wie neutral der Bürgermeister ist. Schlussendlich geht es um das eigene Einkommen als Vorstand.
Ich bezweifle stark, dass der OB da im Aufsichtsrat viel bekommt, 2018 war die Summe der AUfsichtsratbezuege bei 22000 EUR bei 19 Mitgliedern (siehe https://www.drewag.de/wps/wcm/connec...S&CVID=nddAtcG).
Zitat:
Zitat von elchipower Beitrag anzeigen


Zumal öffentliche Gelder einfach mal so ausgegeben werden für genau die Betriebe wo man im Vorstand ist. Spätestens da sollte es immer zu einer Ausschreibung kommen.
Wie phonefux schreibt, es gibt gute Gruende kommunale Aufgaben in semi-autonomme Unternehmen auszugliedern, aber diese Unternehmen gehoeren dann unter kommunale Kontrolle, also z.B. dadurch dass gewaehlte Representaten der Stadt auch im Aufsichtsrat sitzen. Soweit so normal.

Zitat:
Zitat von elchipower Beitrag anzeigen


Hier nochmal der Artikel:
https://www.radiodresden.de/beitrag/...ausbau-600190/

P.S. Die Stadt Dresden hätte auch keine 21 Millionen aus eigener Tasche versenken müssen für das Projekt 500+. Das Land Sachsen fördert meines Wissens FTTH zu 100% aus der Kasse vom Bundesland, muss dann aber eine Ausschreibung sein. Finde es mit der Doppelbesetzung daher besonders kritisch.
Was passt Dir an der Erklaerung „Die Vorteile, die Glasfaserpaare faktisch selbst in der Hand zu halten und nicht für jede Netzdienstleistung bei privaten Telekommunikationsunternehmen sowohl Leitungen anmieten als auch Datentransport einkaufen zu müssen, haben am Ende einfach überwogen“ jetzt nicht?

Gruss
P.

P.S.: Nur weil etwas per Ausschreibung verbeben werden soll macht das ganze nicht automatisch über jeden Zweifel erhaben, siehe z.B. die Probleme des A. Scheuer mit der Automobilmaut auf deutschen Autobahnen.
Mit Zitat antworten