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Alt 12.07.2020, 15:23
talk talk ist offline
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Standard AW: Die vielfältige Internetwelt...

Hallo zusammen,

Zitat:
Zitat von robert_s Beitrag anzeigen
Von den deutschen Großstädten ist Berlin doch diejenige mit den geringsten FTTH-Ausbau. Alles falsch gelaufen: Von den Wasserbetrieben ein Glasfasernetz errichten lassen, dann die Tochter samt Netz verscherbelt, weil die nicht SOFORT Gewinne einfuhr, und nun hockt 1&1 auf dem Netz und will nur lukrative Geschäftskunden anschließen...
Du meinst wohl das ehemalige BerliKomm-Netz, das meines Wissens zu erheblichen(?) Teilen in Berliner Wasserkanälen verlegt wurde.

Die Frage ist, wie umfangreich dieses Netz wirklich war/ist und inweifern es für einen umfangreichen FTTH-Ausbau überhaupt geeignet wäre: In den Kanälen kann man durchaus längere Strecken von mehreren Kilometern zwischen verschiedenen Rechenzentren o.ä. zurücklegen, aber für flächendeckendes FTTH müßte man doch viele "Ausstiege" aus dem Wassernetz haben, weil man ja die Häuser selbst wohl nicht über die Kanalisation anschließen würde (ich glaube, daß es da irgendwo auf der Welt sogar mal Tests gegeben hat, ich meine zumindest mal was von "Internet über die Wasserleitung" gelesen zu haben - wirklich realistisch wäre das meiner Meinung nach aber nicht).

Neben dem ehemaligen BerliKomm-Netz müßte 1&1 auch Zugriff auf das seinerzeit von CompleTel aufgebaute LWL-Netz in Berlin haben (Versatel kaufte damals Tesion + CompleTel Deutschland in einem Paket vom Finanzinvestor Arques), das meines Wissens durch mehrere Bezirke führt, aber vermutlich (auch) nur eine begrenzte Abdeckung haben dürfte.

Dann gibt es noch die lokalen Netze von z.B. COLT oder Eunetworks (ehemals Metromedia / MFN), die aber auch längst nicht überall in der Stadt präsent sind und deren Betreiber mit dem Privatkunden-Markt ohnehin nichts zu tun haben. Es wäre aber interessant zu wissen, inwiefern solche Netze eigentlich als Grundlage für ein lokales FTTH-Netz dienen könnten. Falls man die Leitungen nicht zwischenzeitlich ausgetauscht hat, dürften die Fasern in diesen Netzen inzwischen rund 20 Jahre alt sein und evtl. auch nicht zahlreich genug sein für eine hohe Kundenzahl. Wobei COLT und Eunetworks auch noch über freie Leerrohrkapazitäten (für neue, zusätzliche Kabel) in diesen Netzen verfügen dürften. Für FTTH bräuchte man da aber wohl auch viele zusätzliche Muffen und Kabelschächte, um zusätzliche Häuser auf den versorgten Strecken anschließen zu können.

cu talk
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