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Alt 26.05.2014, 23:05
Slowking Slowking ist offline
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Standard AW: Online-Wahl nicht unbedingt erfolgversprechend

Zitat:
Zitat von NokDar Beitrag anzeigen
Das habe ich eigentlich bis heute noch nicht so richtig verstanden wie das da übem Teich funktioniert, haben die dort tatsächlich nur die Wahl zwischen Schwarz oder Weiß, Ying oder Yang, Senf oder Ketchup? Keine kleinen Parteien die man bei uns z.B. unter "Sonstiges" verbucht?
Und wenn das wirklich so ist, das soll dann wirklich die "Vorzeigedemokratie" (bzw. Land der unbegrenzten Möglichkeiten) sein?
In Amiland wird au Bundesebene nicht direkt gewählt. Die Bürger wählen zwar für den Präsidenten den sie wollen, aber die Staaten schicken dann am Ende Wahlmänner nach Washington, die dort dann im Auftrag der Bürger wählen. Das erste Problem ist, dass die Wahlmänner einfach so wählen können wie sie wollen und nicht wie die Bürger wollen. Das ist natürlich nicht sonderlich demokratisch.
In der Praxis ist das größere Problem aber, dass die (meisten) Staaten nicht prozentual nach den Stimmen Wahlmänner nach Washington schicken, sondern die Partei die in einem Staat gewonnen hat bekommt alle. Also wenn 51% für Reps wählen und 49% für Dems bekommen die Rps alle Wählmänner und die Dems 0.
Entsprechend ist eine Stimme für eine dritte Partei verschwendet, denn diese wird niemals einen Staat gewinnen.

Im Representantenhaus hast du das gleiche mit Bezirken die so lange neu gezeichnet wurden, bis der Gewinner nur noch das eine oder andere sein kann.

Congress ist etwas besser, da kann manchmal auch mal jemand unabhängiges reinkommen. Ist aber auch fast unmöglich.

Auf lokaler ebene kann man durchaus auch mal als Unabhängiger oder Mitglied einer dritten Partei gewählt werden, das wars dann aber auch.

Ist natürlich alles der Historie geschuldet. Die USA sind ein riesiges Land. Als es gegründet wurde dauerte es noch ewig da durch zu reisen. Hauptproblem ist halt, dass egal wie sie sich gerne verkaufen, die Amis es nciht so sehr mit Fortschritt haben. Das hätte alles schon längst komplett neu geregelt werden müssen.
Ist aber auch irgendwo klar. Die herrschenden politischen Parteien haben da natürlich kein Interesse dran.


Zitat:
Sicherlich haben wir hier den Vorteil dass man sich nun wirklich nicht über mangelnde Wahlmöglichkeiten beschweren kann aber dennoch kann man nicht pauschal die großen Parteien Vorverurteilen, denn viele etwas mehr oder weniger starke (Splitter)-Parteien sind m.E. auch keine Lösung, da braucht sich dann nur eine Interessengruppe mal zusammentun und wohin dann so etwas u.U. führen kann hat man in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts zu spüren bekommen.
Naja damit das nicht nochmal passiert haben wir ja die 5% Hürde. Die könnte (und sollte) sogar auf 3% runter gesetzt werden und es wäre noch kein Prob.
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