USB4
USB-C-Kabel© Niphon Subsri / Fotolia.com

USB4: Neuer Standard macht USB-Anschlüsse schneller

USB4 ist der neueste Standard für Geräte, Hardware und Anwendungen, welche USB nutzen. Der neue Standard bietet einige technische Verbesserungen, die für mehr Performance und Geschwindigkeit sorgen.

Welche Technologie steckt hinter USB4?

USB4 basiert auf der Architektur von Intels Thunderbolt 3, was eine Bandbreite von bis zu 40 Gbit/s bedeutet. Der Standard sieht allerdings vor, dass USB4-Geräte nicht zwangsläufig diese Spitzengeschwindigkeit unterstützten müssen: Die Vorgabe lautet, dass mindestens 20 Gbit/s Pflicht sind. Intern bietet USB4, genau wie Thunderbolt, zwei Bahnen mit je zwei Datenpfaden. Außerdem gibt der neue Standard DisplayPort-Signale weiter.

Thunderbolt erlaubte es, mehrere Geräte hintereinander zu einer Kette zusammenzuschließen. USB4 weicht in der Architektur von Thunderbolt ab, denn es setzt weiterhin auf die Hub-Struktur, die man auch schon von anderen USB-Standards kennt.

Für Stecker und Ports ist USB Typ C vorgesehen. Diese Bauform kommt bereits jetzt für Übertragungen per Thunderbolt und bei neueren USB-Geräten zum Einsatz.

Welche Vorteile bringt USB4 mit sich?

Zunächst einmal bedeutet die gesteigerte Bandbreite, dass mit dem neuen USB4-Standard deutlich schnellere Übertragungen möglich sein werden. Zum Vergleich: USB 2.0 bietet 480 Mbit/s, USB 3.2 bietet 20 Gbit/s. Das Besondere ist, dass die Bandbreite intelligent verwaltet werden soll, um z. B. gleichzeitiges Streamen von Videos und Übertragen von Daten so reibungslos wie möglich ablaufen zu lassen.

Zudem unterstützt USB4 standardmäßig USB Power Delivery (USB-PD). USB-PD ist eine Technologie, welche die Stromversorgung über USB regelt, z. B. zum Laden oder Betreiben von Geräten. USB4 soll eine Stromversorgung von bis zu 100 Watt bieten können, sofern ein ausreichend leistungsfähiges Netzteil zur Verfügung steht. Zum Vergleich: USB 2.0 leistet maximal 2,5 Watt, bei USB 3.2 sind es 4,5 Watt.

Durch die Nutzung von Steckern im Format USB Typ C wird USB4 außerdem unkompliziert in der Anwendung: Bei dieser Bauform gibt es keine "richtige" Orientierung, sodass der Stecker schon beim ersten Versuch perfekt in den Port passt.

Ab wann soll der USB4-Standard verfügbar sein?

Das USB Implementers Forum (USB IF) hat die technischen Vorgaben für USB4 am 3. September 2019 verabschiedet. Das bedeutet, dass die Hersteller von Hardware und Software ab sofort die Gelegenheit haben, den neuen Standard in ihre Produkte aufzunehmen. Schätzungsweise werden daher die ersten Geräte und Anwendungen, welche USB4 unterstützen, frühestens gegen Mitte oder Ende des Jahres 2020 auf dem Markt eintreffen.

Ist USB4 zu älteren Standards kompatibel?

Die Spezifikation der USB IF sieht vor, dass USB4 mit einigen älteren Standards kompatibel sein soll. Der Richtlinie zufolge sollen sich Anschlüsse vom Typ USB 3.2, USB 2.0 sowie Thunderbolt 3 mit dem neuen Standard vertragen. Ältere USB-Geräte und Hardware können dabei selbstverständlich nicht automatisch die volle Bandbreite nutzen, die USB4 bieten wird; sie sind nach wie vor auf die Werte limitiert, die sie von Haus aus mitbringen. Solche Geräte können also mit dem neuen Standard weiterhin verwendet werden, erbringen aber weiterhin die gewohnten Transferraten. Lediglich Thunderbolt 3 besitzt mit 40 Gbit/s bereits die gleiche maximale Transferrate, die auch USB4 erreichen kann.

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