Garantie
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Garantie und Gewährleistung - Was ist der Unterschied?

Wenn eine Ware beschädigt gekauft wurde oder später Mängel zeigt, hat der Käufer bestimmte Rechte. Was im Sprachgebrauch gern vermischt wird, sind jedoch juristisch zwei Paar Schuhe: Garantie und Gewährleistung.

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Die Gewährleistung (oder Mängelhaftung) ist gesetzlich vorgeschrieben und gilt bei Neuware zwei Jahre lang; bei Gebrauchtwaren kann die Gewährleistungsdauer auf ein Jahr heruntergesetzt werden. Innerhalb dieser Frist kann der Käufer Mängel am Produkt beim Verkäufer – und nicht beim Hersteller – reklamieren. Daher sollte der Kaufbeleg aufbewahrt werden. In den ersten sechs Monaten muss der Verkäufer beweisen, dass der entsprechende Mangel beim Kauf noch nicht vorlag, anschließend liegt dies beim Käufer (= Umkehr der Beweislast).

Bei Gewährleistung darf nachgebessert werden

Herkömmlicher Verschleiß ist in der Gewährleistung nicht enthalten, auch Mängel, die durch einen unsachgemäßen Gebrauch zustande kommen, sind ausgeschlossen. Gibt nun das Notebook oder der Flachbild-Fernseher plötzlich den Geist auf, kann der Kunde aber nicht zum Händler gehen und direkt ein neues Produkt im Austausch verlangen. Der Verkäufer hat zunächst eine Nachbesserungspflicht, er kann also den Artikel auch zur Reparatur einschicken; dies ist für den Käufer gratis. Ist keine Reparatur möglich, bleiben anschließend das Recht auf Rücktritt vom Kaufvertrag, eine Minderung des Preises oder Schadensersatz.

Garantie: Der Hersteller bestimmt, was gilt

Die Garantie ist im Gegensatz zur Gewährleistung eine freiwillige Leistung des Herstellers und daher auch von ihm gestaltbar. Bei einem Garantiefall muss man sich also an den Hersteller wenden, nicht an den Händler. So schließen einige Hersteller zum Beispiel den Akku im Notebook von der Garantie aus. Auch der zeitliche Umfang variiert: Manche Anbieter gewähren ein Jahr, andere sogar fünf Jahre. Der Fristbeginn ist das Kaufdatum. Ausgeschlossen sind aber auch hier Schäden, die durch normalen Verschleiß, eine zweckentfremdete Nutzung, Computerviren oder ähnliche Ursachen begründet sind.

Widerruf bei Online-Kauf

Ein Anrecht auf die Rückgabe der Ware hat der Kunde nur, wenn er das Produkt im Internet gekauft hat. Dann greift das Fernabsatzgesetz, das ein 14-tägiges Widerrufsrecht vorsieht. Auch dies ist nicht mit einem Umtauschrecht gleichzusetzen, der Käufer kann jedoch innerhalb der vom Verkäufer angegeben Frist vom Kaufvertrag zurücktreten. Dies geschieht meist durch eine schriftliche Benachrichtigung und/oder Rücksendung der Ware. Dabei muss kein Grund angegeben werden. Auch von dieser Regel gibt es Ausnahmen, beispielsweise bei Veranstaltungstickets, Lebensmitteln oder personalisierten Waren.

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