IP-Telefonie ist die Zukunft, keine Frage. Die Sprachqualität nähert sich dem Optimum, die Preise sinken gegen Null. Kostenlose Gespräche weltweit werden Normalität, Anbieter müssen mit Mehrwertdiensten ihr Geld verdienen.
Die Branche boomt und freut sich auf eine rosige Zukunft. Eine Studie ergab, dass 13 Prozent der deutschen Unternehmen bis zu 30 Prozent Telefonkosten einsparen können. Denn ISDN-Basisanschlüsse werden überflüssig, die Tarife günstig und innerhalb der Firmen und Filialen ist Telefonieren kostenlos. Auch Privathaushalte in Ballungsräumen sind nun Zielgruppe der Anbieter, die sich längst mit niedrigeren Tarifen unterbieten. Die Branche ist sich einig: Mittelfristig wird Telefonieren grundsätzlich kostenlos sein und die Anbieter werden mit Mehrwertdiensten und Komfort-Leistungen ihr Geld verdienen müssen.
Chance für Newcomer
Das UMTS-Netz wird IP-Telefonie für etwa 12 Cent möglich machen, so eine Studie. Damit ist nicht nur das Verdienst-Konzept der Netzbetreiber in Gefahr, sie verlieren auch die Kontrolle über die Mobilfunk-Gewohnheiten ihrer Kunden. In W-LAN-Netzen, die in Großstädten sprießen, wird Telefonieren ebenfalls sehr günstig und natürlich auch mobil möglich.
Große Fragen wirft das Verhalten der Telekom-Konzerne auf. Wann werden sie in den Markt einsteigen und mit welcher Strategie? Bislang sieht man in Bonn dem VoIP-Treiben gelassen zu und wartet ab. Je länger die Telekom mit dem Eingreifen wartet, desto besser sehen die "kleinen Newcomer" ihr Chancen auf dem sich rasend wandelnden Telefonmarkt.
Telefonie bekommt die Probleme des Internet
Wenn Sprachtelefonie Teil des Internet wird, wird sie auch seine Schwächen annehmen. Zum Beipsiel Spam: VoIP-Spamming wird nur schwer zu bekämpfen sein. Für den Spammer fast kostenlose Audio-Botschaften lassen dabei Telefone in aller Welt rund um die Uhr klingeln. Die Angerufenen werden nicht nur unnötig gestört, sie müssen sich auch unerwünschte Werbenachrichten anhören. Die Verursacher der Anrufe lassen sich nur sehr schwer ermitteln