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VoIP: ENUM – eine Nummer für alle Fälle

Im Jahr 2006 ist ENUM nach langer Testphase in den Wirkbetrieb gegangen. Der offizielle Start der Registrierungsphase am 1. April 2006 änderte allerdings nichts am Service, außer dass er jetzt teilweise, je nach Anbieter, kostenpflichtig geworden ist. Aber was ist es eigentlich, was dem Nutzer da noch kostenlos oder für ein paar Euros angeboten wird, wo kann er sich für den Dienst registrieren und was bringt ihm ENUM letztendlich? Auf diese Fragen soll unser Spezial Antworten geben. Kein ganz einfaches Unterfangen bei einem offenen, internationalen Standard, der noch immer in den Kinderschuhen steckt.

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Visitenkarten mal übersichtlich

ENUM, so erklärt es auch unser Glossar, steht für tElephone NUmber Mapping und soll das Zusammenwachsen von Sprach- und Datennetzen weiter voran bringen. Der Nutzen lässt sich besonders gut am Beispiel einer Visitenkarte verdeutlichen: Während sich heute mehrere Rufnummern für Telefon, Fax, Handy und Instant Messaging sowie verschiedene E-Mail- und Internet-Adressen auf dem spärlichen Platz des Kärtchens tummeln, reduziert ENUM die Kontaktdaten auf eine einzige Rufnummer. Durch einen fest vorgegebenen Standard wird daraus eine IP-ähnliche Universal-Adresse, die Daten dahin leitet, wo sie der Empfänger haben möchte. Der ENUM-Domaininhaber entscheidet dabei selbst, wo und wie er erreichbar sein will.

Erreichbarkeit steuerbar

ENUM
© SWITCH - The Swiss Education & Research Network


Wird die für ENUM registrierte Rufnummer von einem Telefon gewählt, ermittelt das System die geeignete Zieladresse, beispielsweise einen VoIP-Telefonanschluss, aus der hinterlegten Liste und stellt eine Verbindung her. Ist der Teilnehmer dort nicht erreichbar, kann der Anruf auf Wunsch an einen Festnetzanschluss oder das Handy weitergeleitet werden. Sollte der Gesprächspartner dort auch nicht verfügbar sein, kann der Anrufer eine Nachricht aufzeichnen, die dann als E-Mail an den Empfänger versandt wird. Die jeweiligen Gesprächskosten zahlt der Anrufer, dem ENUM-Nutzer selbst entstehen dadurch, anders als bei anderen Rufumleitungen, keine weiteren Kosten.

An die gleiche Nummer können dank ENUM auch Textnachrichten gesandt werden, die dann je nach dem als Fax, SMS oder E-Mail den Adressat erreichen. Sogar Webadressen lassen sich mit der Rufnummer aufrufen. Bereits jetzt soll es Plug-Ins geben, die Browsern wie Internet Explorer und Firefox diese Funktion zur Verfügung stellen. Ein persönliches Benutzerprofil gibt dem ENUM-Inhaber dabei die Möglichkeit, seine Kommunikationsvorlieben festzulegen. So bestimmt er nicht nur selbst seine Erreichbarkeit, auch Übergänge zwischen unterschiedlichen Diensten sind so möglich.

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