Testbericht

ZTE KIS Plus im Test: Neues 100-Euro-Smartphone von congstar

Mit dem ZTE KIS Plus bietet congstar ab Donnerstag ein Android-Smartphone für 99,99 Euro an. Wir hatten vorab die Möglichkeit, das Gerät mit 3,5 Zoll großem Display auf die Probe zu stellen.

ZTE Kis Plus© ZTE

Smartphones wie das iPhone 5 von Apple und das Samsung Galaxy S III sind in diesen Tagen in aller Munde. Aufgrund der vergleichsweise hohen Anschaffungskosten sprechen die Luxus-Smartphones aber längst nicht alle Kunden an. Immer häufiger werden deswegen auch deutlich erschwinglichere Mobiltelefone angeboten, die weniger als 100 Euro kosten. Ab Donnerstag hat auch congstar ein solches Billig-Smartphone im Portfolio: das ZTE KIS Plus. Wir hatten vorab die Möglichkeit, das kleine Telefon einem umfangreichen Test zu unterziehen.

Telefon, das vor allem preislich überzeugen soll

Die wichtigste Botschaft vorab: niemand darf von dem KIS Plus erwarten, dass es in den Bestenlisten der Smartphone-Ranglisten in oberen Regionen mitmischen wird. Sowohl die Hardware-Spezifikationen als auch das allgemeine Handling weisen Schwächen auf. Aber: wer in erster Linie erreichbar sein möchte, hier und da die Vorzüge des mobilen Internet erforschen oder mal in die Welt des mobilen Betriebssystems Android hineinschnuppern möchte, findet im neuen congstar Telefon zum Beispiel eine Alternative zum Lidl Smartphone von Huawei.

Basis des ZTE-Geräts ist Android in der etablierten, aber inzwischen doch recht angestaubten Version 2.3.6 Gingerbread. Mit Abmessungen von 114 x 62 x 12 Millimetern ist das Telefon zwar nicht sonderlich flach, liegt aber mit seiner matten und griffigen Rückseite gut in der Hand – trotz eines Gewichts von immerhin 130 Gramm. Die Bedienung erfolgt in weiten Teilen über den Bildschirm. Er fällt mit einer Diagonalen von 3,5 Zoll (8,9 Zentimeter) vergleichsweise klein, aber trotzdem ausreichend groß aus.

Ein Display mit Schwächen

Deutlicher Schwachpunkt: die Auflösung des HVGA-Displays liegt gerade einmal bei 480 x 320 Pixeln und es können auch nur 262.000 Farben dargestellt werden. In der alltäglichen Nutzung spiegelt der Bildschirm recht stark, es sind immer wieder Reflexionen zu erkennen und als Nutzer hat man immer wieder das Gefühl, auf einem Display mit 3D-Effekten zu navigieren. Das ist insbesondere dann recht störend, wenn schon einmal ein Telefon mit höherer Display-Auflösung verwendet wurde. Beeindruckend ist die starke Leuchtkraft, die allerdings ohne aktivierten Helligkeitssensor in der höchsten Stufe deutlich an der Akkulaufzeigt nagt.

Nicht sonderlich komfortabel ist zudem das Schreiben von SMS oder anderen Texten wie Whatsapp-Nachrichten. Zwar stehen auf dem Bildschirm sowohl im Hoch- als auch im Querformat virtuelle QWERTZ-Tastaturen zur Verfügung, aber leider muss eine eher maue Reaktionsgeschwindigkeit hingenommen werden. Insbesondere das Antippen der Space-Taste (Leerzeichen) schlägt häufig fehl und strapaziert die Nerven des Nutzers unnötig.

Herzstück des Telefons ist ein Single Core Prozessor, der mit 800 Megahertz getaktet ist. Das reicht für Otto-Normal-Nutzer absolut aus und erlaubt eine weitestgehend ruckelfreie Navigation durch das Android-Menü. Hier und da müssen aber beim Laden von Internetseiten und Apps längere Ladezeiten akzeptiert werden; auch wegen des eher kleinen Arbeitsspeichers von nur 256 Megabyte RAM.

Sehr wenig Speicherplatz

Apropos Apps: weil der interne Speicher des ZTE KIS Plus mit gerade einmal 512 Megabyte sehr klein ausfällt, müssen Nutzer deutliche Abstriche bei der Installation von Applikationen machen. Bei unserem Test meldete das Smartphone nach der Installation von rund 20 Apps: "Fehler beim Herunterladen. Es ist nicht genügend Speicherplatz auf dem Gerät vorhanden." Da hilft es auch wenig, dass dem Telefon ein Slot spendiert wurde, in den eine microSD-Karte mit einer Größe von bis zu 32 Gigabyte eingelegt werden kann. Denn zur Installation von Apps ist grundsätzlich ein gewisser interner Speicher notwendig, um dort Programmdateien ablegen zu können.

Nutzbar ist das congstar-Smartphone mit seiner integrierten Antenne sowohl in GSM- als auch in UMTS-Netzen. LTE wird nicht unterstützt. Die maximal mögliche Download-Geschwindigkeit liegt auf Basis von HSDPA bei 7,2 Megabit pro Sekunde, im Upload sind bis zu 5,76 Mbit/s möglich. Zusätzlich ist Zugriff auf eine WLAN-Schnittstelle möglich, die die WLAN-Standards b, g und n unterstützt.

Darüber hinaus wurde von ZTE eine Digitalkamera integriert, die im Fotomodus mit bis zu 3,2 Megapixeln auflöst. Zwar fehlt es an einem Kameralicht, dafür ist aber ein Autofokus integriert worden, sodass bei guten Lichtverhältnissen Aufnahmen mit solider Qualität möglich sind. Im Videomodus liegt die maximal mögliche Auflösung bei 640 x 480 Pixeln (VGA) und ist qualitativ wenig überzeugend. Sowohl bei Fotos als auch bei Videos ist darüber hinaus ein recht starkes Bildrauschen unübersehbar. Eine zweite Kamera für Videotelefonate fehlt.

Beleuchtete Sensortasten

Für die Navigation durch das Menü hat ZTE seinem Einsteiger-Smartphone zusätzlich vier Sensortasten unterhalb des Displays spendiert. Wenn es ausreichend dunkel ist, werden diese sogar beleuchtet. An der linken Seite lässt sich über eine Wipptaste die Lautstärke regulieren, rechts steht ein Micro-USB-Anschluss zur Verfügung, der auch vom mitgelieferten Ladegerät genutzt wird. Der Kopfhörereingang wurde auf der Kopfseite neben der Taste zum ein- und ausschalten platziert. Der sehr blechern klingende Lautsprecher findet sich auf der Rückseite.

An weiteren Extras können Nutzer des ZTE KIS Plus auf eine Bluetooth-Schnittstelle, GPS-Empfänger und diverse Google-Dienste setzen - NFC ist erwartungsgemäß nicht an Bord. Positiv: auf der Vorderseite steht eine hell leuchtende Status-LED zur Verfügung, die über verpasste Anrufe und noch nicht gelesene Nachrichten informiert. Die Akkulaufzeit erweist sich als solide. Bei normaler Smartphone-Nutzung sollte aber nach rund 18 Stunden eine Steckdose aufgesucht werden. Deutlich schneller geht der Energiespeicher (1.400 mAh) in die Knie, wenn über einen längeren Zeitraum das mobile Internet genutzt wird.

Bei congstar ab 1 Euro zu haben

Vetrieben wird das KIS Plus hierzulande exklusiv über congstar – ohne SIM Lock und zunächst nur unter www.congstar.de. In Verbindung mit dem congstar Sparpaket kostet das Smartphone einmalig 1 Euro, es muss aber über einen Zeitraum von zwei Jahren monatlich ein Preis von weiteren 10 Euro an congstar überwiesen werden. Eine Handy Internet Flat mit 500 Megabyte HSDPA-Volumen ist in dieser Grundgebühr bereits inklusive. Ab dem 25. Monat werden für die Daten-Flatrate 9,90 Euro fällig. Ohne Surf-Flat werden einmalig 99,99 Euro fällig – SIM-Karte für den congstar 9-Cent-Tarif inklusive.

Am Ende des Tages ist das ZTE KIS Plus ein lupenreines Einsteiger-Telefon, das vor allem Wenignutzer ansprechen soll. Dieser Kundekreis erhält für vergleichsweise wenig Geld ein solides Telefon, mit dem es auch möglich ist, mit einer ordentlichen Geschwindigkeit das mobile Internet im Mobilfunknetz der Deutschen Telekom zu erkunden. Wer allerdings schon einmal ein Smartphone der Mittelklasse oder besser in den Händen gehalten hat, sollte um das congstar-Telefon einen Bogen machen. Vor allem aufgrund des vergleichsweise schwachen Displays.

Für eine junge Zielgruppe nur zum Teil attraktiv

Abzuwarten bleibt, ob es ZTE und congstar gelingen wird, eine jugendliche Zielgruppe für ein eher schwach ausgestattetes Telefon zu begeistern. Denn gerade für viele Jugendliche ist ein Smartphone auch ein Status-Objekt, das nicht nur nach etwas aussehen soll(te), sondern auch viel leisten können muss. Diesen Anspruch kann das ZTE KIS Plus nicht halten. Eltern, die ihre (jungen) Kinder mit einem Einsteiger-Telefon ausstatten möchten, finden im neuen congstar Smartphone aber trotzdem eine attraktives Weihnachtsgeschenk.

Name: KIS Plus
Hersteller: ZTE
Internet: www.zte-deutschland.de
Preis: ab 99,99 Euro
Technische Daten:
Betriebssystem: Android (Version 2.3.6 Gingerbread)
Prozessor: 800 Mhz. Single Core
Arbeitsspeicher: 256 Megabyte
SIM: Standard-SIM
Antenne: GSM Quadband (850, 900, 1.800, 1.900 Megahertz)
UMTS (900 und 2.100 Megahertz)
Abmessungen: 114 x 62 x 12 Millimeter
Gewicht: 127 Gramm
Display: 3,5 Zoll, 480 x 320 Pixel, 262.144 Farben
Speicher: 512 MB intern;
per microSD auf bis zu 32 Gigabyte erweiterbar
Schnittstellen: Bluetooth, WLAN
Digitalkamera: 3,2 Megapixel (mit Autofokus; ohne Kameralicht)
Lieferumfang: Akku, Ladegerät, USB-Kabel, Headset, 2 GB Datenkarte
SAR-Wert: k.A.
Extras: Bluetooth, Radio, GPS, WLAN
Akkulaufzeit im Test: 3-4 Stunden Sprechzeit
18-24 Stunden Bereitschaftszeit (bei normaler Smartphone-Nutzung)
Pro & Contra:
gute Verarbeitung
schöne Haptik
Status-LED
erschwinglicher Preis
maue Performance
schlechte Display-Auflösung
minimaler Speicher
mäßige Ausstattung

Bewertung:
Bedienung (30%): ausreichend
Ausstattung (20%): ausreichend
Verarbeitung (20%): gut
Akkulaufzeit (20%): befriedigend
Telefonfunktion (10%): gut
Gesamtnote befriedigend (3,2)
Preis-Leistung: befriedigend

(Hayo Lücke)

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