Notebooks

Zenbook UX32A im Test: Mattes 800-Euro-Ultrabook

Die Zenbook-Linie von Asus liefert einige der schönsten Ultrabooks, sie hat aber auch ihren Preis. Diesen hat Asus nun auf unter 800 Euro gedrückt: Das Modell UX32A lockt mit einem entspiegeltem Bildschirm, beleuchteter Tastatur und drei USB-3.0-Ports. Wo wurde der Rotstift angesetzt?

Die Zenbook-Linie von Asus liefert einige der schönsten Ultrabooks, sie hat aber auch ihren Preis. Diesen hat Asus nun auf unter 800 Euro gedrückt: Das Modell UX32A lockt mit einem entspiegeltem Bildschirm, beleuchteter Tastatur und drei USB-3.0-Ports. Wo wurde der Rotstift angesetzt?

Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com

Wenn die Ultrabooks die Masse ansprechen sollen, müssen sie günstig sein. Genau das waren viele Geräte der ersten Generation nicht: Auch die Zenbook-Serie von Asus setzte im vergangenen Jahr lieber auf ein sehr dünnes und leichtes Gehäuse mit erstklassiger Verarbeitung – günstigere Konfigurationen mit herkömmlicher Festplatte statt SSD, wie sie Acer von Anfang an im Programm hatte, waren nicht dabei. Mit der neuen Ultrabook-Generation legt Asus nun aber nicht nur weitere teure Ultrabooks nach, sondern auch etwas abgespeckte Modelle. Das bis dato günstigste Asus Zenbook ist das UX32A für 799 Euro, das mit seinem entspiegelten Display vor allem für berufliche Nutzer interessant sein dürfte. Wir haben den Desktop gegen das neue Ultrabook getauscht: Wie es sich geschlagen hat, verrät unser Test.

Asus Zenbook UX32A Test – Inhalt

  • Seite 1: Optik, Lieferumfang, Schnittstellen und Tastatur
  • Seite 2: Touchpad, Display, Hardware und Leistung
  • Seite 3: Sound, Akkulaufzeit, Fazit und Test-Tabelle

Anderes Gehäuse als beim ersten Zenbook

Die ersten Asus Zenbooks zeichneten sich durch ein stabiles und spitz zulaufendes Gehäuse aus, das aus einem Guss Aluminium hergestellt wurde. Die Nachfolgereihe, bei der nur noch Deckel und Handballenauflage aus Aluminium bestehen, ist genauso hübsch und mit maximal 18 Millimetern (mm) ebenso flach, läuft an der Vorderseite aber weniger spitz zu. Dort misst das 326x223 mm große Gerät nun 5 statt 3 mm und lässt sich leichter mit nur einer Hand öffnen. Der Nachteil: Die Gehäusehälften sitzen nicht mehr so stramm aufeinander; klemmt man das geschlossene Ultrabook unter den Arm, öffnet es sich ein gutes Stück. In der Tasche können daher leicht kleine Dinge zwischen Display und Tastatur rutschen. Außerdem ist der Deckel weniger stabil. Gut, dass Asus auch zur Neuauflage eine Schutztasche mitliefert.

Günstiger, aber auch schwerer durch HDD

Verglichen mit der neuen Ultrabook-Spitze von Asus, dem 1,3 Kilogramm leichten Zenbook Prime UX31A mit 13,3 Zoll großem Full-HD-IPS-Display und SSD, ist das günstigere Zenbook UX32A mit Hybrid-Speicher 200 Gramm schwerer, kann aber auch einen zusätzlichen USB-Port vorweisen. Drei statt zwei USB-3.0-Schnittstellen stehen zur Verfügung, was sich insbesondere am Schreibtisch positiv bemerkbar macht, wenn eine Maus und ein USB-Stick angeschlossen werden und ansonsten bereits alle Ports belegt wären. Zwar liegen die zwei Ports auf der rechten Seite sehr eng zusammen, Nummer drei befindet sich jedoch gegenüber. Dennoch muss unter Umständen eine Einschränkung in Kauf genommen werden: Da keine LAN-Schnittstelle vorhanden ist, erfordert kabelgebundenes Internet einen Adapter. Diesen liefert Asus mit, ein USB-Anschluss fällt dann weg. Alternativ geht es per WLAN (802.11 a/b/g/n, Dual-Band) ins Netz, weitere kabellose Schnittstellen sind Bluetooth 4.0 und Intel Wireless Display.

Asus liefert Adapter mit

Ein externer Monitor kann per HDMI direkt angeschlossen werden, das UX31E aus der ersten Generation zwang dem Besitzer mit Micro-HDMI einen Adapter auf. Nichts geändert hat sich am Mini-VGA-Port, für den Asus nach wie vor einen Adapter, auf VGA regulärer Größer, ins Paket packt. Wer also einen DVI-Monitor besitzt, muss sich mit einem separat angeschafften HDMI-auf-DVI-Adapter behelfen, wenn er ein digitales Signal bevorzugt. Die Schnittstellenvielfalt endet mit einer Kopfhörerbuchse und einem Kartenleser (SD und MMC). Hier sollten Nutzer etwas Vorsicht walten lassen: Eine SD-Speicherkarte verschwindet gerade mal rund 1 Zentimeter tief im Gehäuse und schaut somit zu fast zwei Dritteln aus dem Gerät heraus.

Tastatur gefällt - und ist beleuchtet

Womit die ersten Zenbooks noch nicht dienen konnten, ist eine Tastaturbeleuchtung. Diese ist dimmbar, schaltet sich in dunkler Umgebung aufgrund eines Lichtsensors jedoch immer wieder ein. Die Tastatur hat Asus auch optisch überarbeitet. Statt besonders flache Tasten im Metall-Look gibt es nun ein mattes, schwarzes Tastenfeld, auf dem es sich angenehmer tippen lässt als zuvor. Allerdings ist es nicht sonderlich starr, auch an den Rändern biegt sich die Tastatur bei stärkerem Druck durch. Nichtsdestotrotz stört das beim Schreiben nicht. Was hingegen als unangenehm empfunden werden kann, ist die relativ spitze Kante an der Handballenauflage. Insgesamt ist die Tastatur klar gelungen.

Gemischte Gefühle löst das Touchpad aus. Positiv ist, dass der Hersteller aus Taiwan dem großzügigen Modell mit Markierung zwischen Rechts- und Linksklick treu geblieben ist. Auf etwa 10,5 x 7 Zentimetern hat der Nutzer genügend Platz für Mehrfingergesten und findet außerdem eine präzise Steuerung vor. Doch der Mausersatz ist ab Werk zu empfindlich und registriert Berührungen mit dem Handballen während des Schreibens auf der Tastatur gerne mal als Mausbewegung – mit dem Ergebnis, dass der Cursor verrutscht und versehentlich mitten im Text weitergeschrieben wird oder aber Satzteile markiert und überschrieben werden. Durch Nachjustieren in den Einstellungen ist das Problem zu beheben. Als unschön empfanden wir auch das ruckelig wirkende Scrollen im Auslieferungszustand, das sich aber ebenfalls umändern lässt. Keine Möglichkeit zum Anpassen entdeckten wir für den unserer Meinung nach nervigen Überblendeffekt beim Zoomen von Fotos mit zwei Fingern.

Asus Zenbook UX32A Test – Inhalt

  • Seite 1: Optik, Lieferumfang, Schnittstellen und Tastatur
  • Seite 2: Touchpad, Display, Hardware und Leistung
  • Seite 3: Sound, Akkulaufzeit, Fazit und Test-Tabelle

Entspiegelter Bildschirm, IPS-Variante erhältlich

Ebenfalls Neuland innerhalb der Ultrabook-Familie von Asus ist das entspiegelte Display. Die teuerste UX32VD-Version mit Grafikkarte ist mit einem IPS-Display mit Full-HD-Auflösung ausstaffiert. Das günstigere UX32A begnügt sich mit einem herkömmlichen TN-Panel und HD-Auflösung mit 1.366x768 Bildpunkten. An die schärfere Darstellung der Vorgänger-Generation mit 1.600x900 Pixeln reicht es somit nicht heran. Die Blickwinkel sind in Ordnung, wenn auch nicht so großzügig, wie sie beim IPS-Exemplar zu erwarten sind. Dass sich die Anzeige bei seitlichem Blick sowie von oben oder unten betrachtet verdunkelt, ist vor allem im Freien festzustellen. Da kann die matte Oberfläche ihre Stärken ausspielen.

Noch mit Sandy Bridge

Wie beim Sony Vaio T13 (Test) gilt: Einen neuen Ivy Bridge-Prozessor von Intel gibt es in der untersten Preisklasse nicht. Während die teureren Zenbooks die 22-Nanometer-CPUs erhalten haben, rechnet das günstigere Modell mit einem Intel Core i3-2367M mit zwei Kernen à 1,4 Gigahertz, der noch aus der Sandy Bridge-Reihe in 32-Nanometer-Fertigung stammt. Auf dem Fuße folgen daher auch Abstriche bei der Grafikleistung. Intels neue Chip-Generation mit HD 4000 Grafik steigert die Performance merklich, der ältere Core i3 ist noch mit einem Intel HD 3000 Grafikchip bestückt. Direct-X-11-Unterstützung entfällt. Als Surf- und Schreibmaschine reicht die gebotene Leistung mehr als aus, Anspruchsvollere sollten zum Zenbook UX32VD greifen. Asus hält zwei Konfigurationen für rund 1.000 und 1.100 Euro bereit, die einen aktuellen Core i5- beziehungsweise i7-Prozessor und eine Nvidia GeForce GT 620M Grafikkarte spendieren. Letzteres fügt dann auch den bereits erwähnten IPS-Bildschirm in Full-HD-Qualität hinzu.

Knapper Arbeitsspeicher, Erweiterung zulässig

An Arbeitsspeicher sind durchweg 4 Gigabyte (GB) verbaut, 2 GB sind auf dem Mainboard verlötet und 2 GB kommen als Riegel hinzu. In der Praxis zeigt sich, dass 4 GB aber nur noch gerade ausreichend sind: Als wir die Hardware beispielsweise mit gut zwei Dutzend Tabs im Chrome-Browser sowie einem HD-Video innerhalb von YouTube und einem zweiten HD-Video im VLC Player strapazierten, förderte ein Blick in den Task Manager eine Arbeitsspeicherauslastung von fast 90 Prozent zutage; der Grafikchip bedient sich schließlich mit. Auch ohne HD-Wiedergabe wurden die 4 GB RAM zu 70 Prozent in Beschlag genommen. Die CPU an sich hatte in der ersten Situation noch rund 50 Prozent Reserven. Wer einen höheren RAM-Bedarf hat, kann das 2-GB-Modul maximal durch einen 4-GB-Riegel tauschen, um auf 6 GB zu kommen. Wie uns die für Asus zuständige PR-Agentur mitteilte, darf der Kunde den Arbeitsspeicher selbständig aufstocken, eventuelle Schäden beim Umbau sind aber nicht von der Garantie abgedeckt. Ein Hinweis: Beim Zenbook Prime sitzen die kompletten 4 GB auf den Mainboard, Aufrüsten ist nicht möglich.

Kleine SSD für spezielle Aufgaben

Zusätzlich zu einer 500-GB-Festplatte ist laut Datenblatt eine SSD mit 24 GB Speicherplatz eingebaut, die Windows und häufig genutzten Programmen zu einem flotteren Start verhelfen soll und den Laptop schneller aufwachen lässt. Im Geräte-Manager taucht die SSD jedoch als 32-GB-Exemplar auf. Bis der Desktop nach einem Kaltstart angezeigt wurde, vergingen in unserem Test fast 30 Sekunden, komplett abgeschlossen ist die Arbeit für das Zenbook dann noch nicht. Ein reines SSD-Ultrabook schafft das in etwa der Hälfte der Zeit. Praktisch: Legt sich der Laptop nur schlafen, ist er in Sekunden wieder wach.

Ein Laufwerk ist nicht eingebaut, ein solches ist gegenwärtig nur in Ultrabooks ab 14 Zoll zu finden. Aufgestockt hat Asus derweil die Webcam, und zwar von VGA-Qualität auf HD. Die zusammen mit Bang & Olufsen ICEpower entwickelten Lautsprecher machen zwar keinem schwergewichtigen Multimedia-Laptop Konkurrenz, klingen für ein so flaches Notebook aber gut, laut und klar.

Asus Zenbook UX32A Test – Inhalt

  • Seite 1: Optik, Lieferumfang, Schnittstellen und Tastatur
  • Seite 2: Touchpad, Display, Hardware und Leistung
  • Seite 3: Sound, Akkulaufzeit, Fazit und Test-Tabelle

Leise und nicht zu heiß

Im Alltagsbetrieb beim Surfen, Abspielen von Videos und Office-Programmen blieb das neue Zenbook bei uns sehr ruhig, lediglich die Festplatte ist immer mal wieder zu hören. Dass der Lüfter aufdreht, war erst bei einem anspruchsvollen Benchmark-Test festzustellen. Aber auch dann ist das Ultrabook mit integriertem Grafikchip keineswegs so laut wie ein herkömmliches Notebook mit starken Komponenten. Zur Hitzeentwicklung: Auch nach einem kompletten Arbeitstag bei sommerlichen Temperaturen wurde der Laptop flach auf dem Schreibtisch liegend nicht übermäßig warm. Im Gegensatz zu manchen Notebooks mit dedizierter Grafikkarte erreicht das Sandy-Bridge-Zenbook unter Volllast eine akzeptable Laufzeit von rund 3,5 Stunden. Videos können etwa 5 Stunden lang abgespielt werden, wenn die Drahtlos-Schnittstellen abgestellt werden. Als Maximum konnten wir mit der Software Battery Eater 6,5 Stunden messen, was sich mit der 7-stündigen Vorgabe von Asus deckt, in der Praxis aber dennoch schwer zu erreichen sein dürfte.

Fazit: Das Asus Zenbook für Preisbewusste

Mit dem UX32A bietet Asus ein Zenbook, das das schöne Design seiner Vorgänger zum günstigeren Preis liefert. Um diesen zu realisieren, gibt es weder einen taufrischen Prozessor noch eine besonders hohe Bildschirmauflösung oder eine flotte SSD als Massenspeicher. Stattdessen müssen Sandy Bridge, ein 720p-Display und eine Hybrid-Lösung reichen, die das Gewicht – verglichen mit dem vorherigen 13-Zoll-Zenbook und den neuen Prime-Versionen – um 200 Gramm anwachsen lässt. Dennoch dürfte die Kombination aus entspiegeltem Display, drei USB-Ports und Tastaturbeleuchtung für unter 800 Euro bei mobilen Anwendern auf Wohlgefallen stoßen. Schade, dass die Akkulaufzeit nicht noch etwas länger ausfällt.

Ganz ohne Adapter kommt das dünne Ultrabook auch in der neuen Generation nicht aus. Wer sich daran stört, könnte sich bei Sony (Vaio T13) oder Toshiba umsehen: Das 14 Zoll große Satellite U840 mit LAN-Port gibt es in ähnlicher Bestückung zum gleichen Preis, allerdings mit nur einem Grafikausgang und glänzendem Display.

Weitere Testberichte und eine Kaufberatung zum Thema Notebook liefert unser Hintergrundbereich. Mehr Ultrabooks im Überblick gibt es auf unserer Ultrabook-Seite.

Name: Zenbook UX32A / UX32A-R3001V
Hersteller: Asus
Internet: www.asus.de
Preis: UVP: 799 Euro

Preis-Leistung: gut

(Saskia Brintrup)

Zum Seitenanfang