Testbericht

Zen Vision:M – Der iPod-Konkurrent im Test

Auf Tuchfühlung mit dem Zen Vision:M: Wir haben Creatives neuen Multimedia-Player ausführlich getestet. Kann der Player dem iPod-Video die Stirn bieten?

Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com
Apples neuer iPod hat mächtig Konkurrenz bekommen. Nur zwei Monate nachdem der iPod-Video in den Ladenregalen stand, stellte Creative Labs den neuen Zen Vision:M vor. Seitdem verklagen sich Creative und Apple gegenseitig – eine gewisse Ähnlichkeit der beiden Player ist auch kaum von der Hand zu weisen. Wer nun wessen Patente verletzt, soll vor Gericht geklärt werden. Wir haben den neuen Zen Vision:M über einen Zeitraum von fünf Wochen getestet und mit dem Marktführer verglichen: Kann der Creative Zen Vision:M dem iPod-Video tatsächlich die Stirn bieten?

Alles mit dabei

Der erste Eindruck von Creatives neuem Festplatten-Player ist mehr als zufrieden stellend. Der Player spielt Musik und Videos ab und auch die private Fotosammlung findet auf der 30 Gigabyte großen Festplatte genügend Platz. Im Lieferumfang sind alle wichtigen Zubehörteile enthalten, unter anderem auch ein externes Netzteil mit austauschbarem Stecker, Kopfhörer, ein USB-Kabel, eine Tasche und eine Installations-CD.

Der Player liegt mit seinen Abmessungen von 10,4 x 6,2 x 1,9 Zentimetern und einem Gewicht von 164 Gramm zwar etwas schwer, aber trotzdem noch gut in der Hand. Durch die abgerundeten Kanten wirkt das Gerät nicht klobig, obwohl es breiter und schwerer als das Pendant von Apple ist.


Empfindliche Oberfläche

Der Zen Vision:M ist vollständig aus Kunststoff gefertigt und macht einen hochwertigen Eindruck. Die Oberfläche des Players ist allerdings sehr kratzempfindlich und anfällig für Fingerabdrücke. Das Gerät sollte nicht ohne schützende Hülle zusammen mit dem Schlüsselbund in der Tasche herumgetragen werden. Die im Lieferumfang enthaltene Tasche aus hellem Wildleder kann an der oberen Öffnung mit einem Band zugezogen werden und bietet einen guten Schutz.


Nun zum Aufbau: Die Vorderseite des Zen Vision:M von Creative ist zweigeteilt. In der oberen Hälfte befindet sich ein 2,5-Zoll-Display, die untere Hälfte des Players wird vom Bedienfeld eingenommen.

Das Display besitzt eine Bildschirmdiagonale von 6,5 Zentimetern, eine maximale Auflösung von 320 x 240 Pixeln und stellt über 262.000 Farben dar. Zum Vergleich: der iPod-Video schafft 65.000 Farben. Auch in der Praxis überzeugte der Zen Vision:M in punkto Farbdarstellung und Brillanz.

Verarbeitung und Bedienung

Das Bedienfeld besteht aus vier beleuchteten Tasten an den Ecken und einem Touchpad in der Mitte. An den schmalen Seiten des Touchpads befinden sich zwei Steuerknöpfe, mit denen sich die Musiktitel weiterschalten lassen. Das Touchpad kann durch Auf- und Abfahren und kurzes Antippen mit dem Finger bedient werden. Auf die Berührungen reagiert das Touchpad gut, die gewünschte Empfindlichkeit kann in den Systemeinstellungen nachjustiert werden.

Das Menü des Zen Vision:M ist logisch aufgebaut – ähnlich dem des iPod – und rundum gelungen. Ein kurzes Berühren des Touchpads genügt und der ausgewählte Menüpunkt untergliedert sich in logische Unterpunkte.

Menüführung

Die Steuerung ist kinderleicht und selbst erklärend. Der Nutzer kann das Menü in den Einstellungen nach den eigenen Wünschen gestalten und anpassen. Eine der vier großen, beleuchteten Tasten an den Ecken des Bedienfelds ist zudem frei belegbar, so dass der Nutzer beispielsweise auf direktem Weg zur Lautstärkeregelung gelangt, zur MP3-Sammlung oder auch zum integrierten Radio. Das Radio mit automatischer Sendersuche ist beim Zen Vision:M integriert. Der Player kann über die Sprachaufzeichnung zudem auch als Diktiergerät verwendet werden.

An der Oberseite des Zen Vision:M befinden sich ein Kopfhörer-Eingang und ein Schieberegler, der zum Ein- und Ausschalten sowie als Tastensperre dient. An der Unterseite sind der Reset-Knopf und ein Adapter-Anschluss angebracht.

Alle weiteren Schnittstellen befinden sich auf einem mitgelieferten Adapter. Der Adapter umfasst den USB-, den Strom- sowie den AV-Ausgang. Der Nachteil dieser "Auslagerung": Geht der Adapter verloren, so kann der Player weder aufgeladen noch an den Computer oder Fernseher angeschlossen werden. Der Akku des Players wird über das mitgelieferte Netzteil an der Steckdose oder auch via USB-Anschluss am heimischen Computer aufgeladen. Der Lithium-Ionen-Akku ist allerdings fest integriert und nicht austauschbar.

Powerzelle

Die Laufzeit gibt Hersteller Creative mit bis zu 14 Stunden bei Musikwiedergabe und bis zu vier Stunden bei der Wiedergabe von Videos an. In unserem Test schaffte der Akku bei der Musikwiedergabe nicht ganz 14 Stunden. Nach 12,5 Stunden benötigte der Player eine neue Ladung Strom aus der Steckdose. Im Video-Modus konnte der Zen Vision:M die vom Hersteller angegebenen vier Stunden Laufzeit bestätigen.

Windows XP erkennt das Gerät ohne Probleme als externes Laufwerk. Der Player kann ohne zusätzliche Software mit Musik und Videos gefüttert werden, indem der Nutzer die Dateien mit dem Mauszeiger einfach in den entsprechenden Ordner im Explorer zieht. Mit der im Lieferumfang enthaltenen Software wird das Laden von Dateien auf den Player allerdings noch einfacher.

Einfach mit Daten zu füttern

Ist das Format einer Videodatei nicht mit dem Zen Vision:M kompatibel, so wandelt die Software die Datei auf Knopfdruck in ein Format um, das der Player ohne Probleme abspielt. Dank USB 2.0 geht das Beladen des Players auch relativ zügig. Die Größe des Datenspeicher-Teils auf der Festplatte ist dynamisch dimensionierbar, ohne Neustart kann der Zen Vision:M-Nutzer ein halbes bis 16 Gigabyte als Datenspeicher festgelegen.

Im Gegensatz zu Apples iPod kann der Player von Creative Labs bei den kompatiblen Video-Formaten ganz groß punkten. Denn wo Apple dem iPod Fußfesseln angelegt hat, um selbst möglichst viele Videos über das eigene iTunes-Portal zu verkaufen, stehen dem Nutzer des Zen Vision:M alle Türen offen.

Der Player unterstützt die wichtigsten Videoformate MPEG 1,2,4 DivX, XviD und WMV. Der iPod bietet aus dieser Palette gerade mal die MPEG4-Unterstützung. Der Zen Vision:M zeigt außerdem JPEG-Dateien in einem gesonderten Foto-Ordner an, in dem alle Bilddateien verwaltet werden können. Unterstützte Audio-Formate sind: WMA (mit Digital Rights Management) MP3 und WAV.

Bild & Sound gut

Die Videowiedergabe bringt selbst eingefleischte Apple-Verfechter ins Jubeln. Creatives Zen Vision:M bereitet Multimedia-Fans eine echte Freude. Die bewegten Bilder sind gestochen scharf, das Display ausreichend hell und auch Filme in Kinolänge sind unterwegs ohne Probleme genießbar. Eine Steckdose sollte allerdings in der Nähe sein, falls der Akku schlapp macht.

Auch im Hörtest schneidet der Zen Vision:M sehr gut ab. Der Klang ist brillant und kann über den frei einstellbaren Equalizer beliebig modifiziert werden. Die mitgelieferten Kopfhörer sind zufrieden stellend, wer allerdings das volle Klangerlebnis genießen möchte, sollte sich nach einem besseren Kopfhörer-Modell umschauen.

Der Preis für den Zen Vision:M bewegt sich zwischen 250 Euro – über diverse Internet-Shops – und rund 300 Euro beim Hersteller. Damit ist der Player von Creative auch günstiger als der iPod. Der Klang und das Display des Zen Vision:M sind super und auch mit dem beigelegten Zubehör geizt Creative nicht. In punkto Gewicht und Größe liegt der Zen Vision:M aber klar hinter dem aktuellen iPod.


Der Zen Vision:M steht in fünf unterschiedlichen Farben in den Ladenregalen: In edlem Schwarz, unschuldigem Weiß, Lindgrün, Rosa und Hellblau.

Fazit

Mit dem Zen Vision:M schlägt Creative dem Konkurrenten Apple ein Schnippchen. Wer den besseren Festplatten-Player sucht, ist bei Creative in guten Händen.

Wertung
großer Speicher
üppiger Lieferumfang
brillantes Display
sehr gute Klangqualität
verständliche Menüführung
unterstützt viele Formate
intuitive Software
extrem kratzempfindlich
geringe Akkulaufzeit
kein Leichtgewicht
Akku nicht austauschbar
Gesamturteil: "sehr gut"
Preis/Leistung: "gut"




Creative Zen Vision:M (30 Gigabyte)
Lieferumfang: Player, Kopfhörer, Netzteil, USB-Kabel, Sync-Adapter, Tasche, Software-CD, Handbuch
Gewicht 164 Gramm (inklusive Akku)
Abmessungen 104 x 62 x 19 Millimeter
Audio-Formate: WMA (mit DRM), MP3, WAV
Bild-Formate: JPEG
Video-Formate: MPEG 1, 2, 4, DivX, XviD, WMV
Akku-Laufzeit 14 Stunden (Musik) / Bis zu vier Stunden (Video)
Preis: 250 bis 300 Euro

(Denise Bergfeld)

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