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Zen Vision W im Test: Breitbild für unterwegs

Der Zen Vision W ist ein Multimedia-Alleskönner. In die Hosentasche passt er zwar nicht mehr, dafür gibt es Videos im Breitbild-Format für unterwegs. Wir haben das Gerät getestet.

Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com
Kino für die Hosentasche: Mit seinem 16:9-Breitbildschirm soll der Zen Vision W aus dem Hause Creative der perfekte Video- und MP3-Player sein. Im Prinzip gleicht das neue Gerät seinem Vorgängermodell Zen Vision fast gänzlich, kann aber mit einem breiteren Display zusätzlich punkten. Die Redaktion hat den neuen mobilen Begleiter von Creative einmal genauer unter die Lupe genommen.

Alles mit dabei

Der erste Eindruck vom Zen Vision W ist gut. Alle nötigen Zubehörteile sind im Lieferumfang enthalten, der Käufer findet alles übersichtlich in einem Karton: Dort liegen nicht nur der Zen Vision W, sondern auch Kopfhörer, Netzteil, USB- und A/V-Kabel, Tasche, Installations-CD sowie eine Kurzanleitung bei. Für den Betrieb bleiben somit zunächst kaum Wünsche offen.

Ist der Zen Vision W erst einmal aus seiner Verpackung befreit, liegt der Player gut in der Hand und macht einen hochwertig verarbeiteten Eindruck. Das Gehäuse ist aus kratzfestem Magnesium und auch das Display scheint solide. Ein Leichtgewicht sowie "klein" ist der Zen Vision W mit seinen 276 Gramm und seinen 134 x 75 x 22 Millimeter Abmessungen aber nicht. Trotzdem ist das Gerät handlich und das großzügige 16:9-Widescreen LC-Display mit 4,3 Zoll (10,9 cm) Bilddiagonale, 262.144 Farben und einer Auflösung von 480 x 272 ermöglicht auch unterwegs ein Kinovergnügen.

Großes Display, viele Anschlüsse

Zum Aufbau: Die Vorderseite des Zen Vision W wird nahezu komplett vom Display in Beschlag genommen. An der rechten Vorderseite befinden sich zudem Knöpfe und ein Kippschalter, mit denen der Nutzer unter anderem durch die Menüs navigieren und Musiktitel abspielen kann. Seitlich sitzt rechts der Kopfhöreranschluss, unterhalb des Kopfhörereingangs lässt sich außerdem ein Gummiverschluss entfernen unter dem sich der Anschluss für das Netzteil und der A/V-Ausgang verbergen.

An der oberen, schmalen Seite findet der Nutzer zwei Tasten zur Lautstärkeregelung und eine Tastensperre. Links befindet sich ein CompactFlash-Slot, über den sich etwa Fotos direkt aus einer Digitalkamera importieren lassen. Im Vergleich sind CompactFlash-Speicherkarten zwar größer, als beispielsweise SD-Speicherkarten, dafür lässt sich am Player so auch ein IBM-Microdrive-Festplatte anschließen. Wer auf andere Speicherkarten setzt, kann diese über einen Adapter für den CF-Steckplatz mit dem Multimedia-Player verbinden. Ein solcher Adapter ist auch als Zubehörteil für knapp 35 Euro bei Creative bestellbar. Auf der unteren, schmalen Seite befinden sich die Anschlüsse für den Anschluss an einen USB 2.0-Schnittstelle oder die optional erhältliche Docking-Station. Die 30 Gigabyte große Festplatte unseres Testgeräts bietet genügend Platz für die eigene Musik-, Foto- und Videosammlung - und wem das nicht reicht, der kann auch zu der größeren Version mit 60 Gigabyte Speicherplatz greifen.

Übersichtliche Menüstruktur

Nach dem Einschalten präsentiert sich der Player von Creative zunächst von seiner besten Seite, nur das Display hat einen kleinen Nachteil: Es spiegelt zum einen, zum anderen verewigen sich Fingerabdrücke sehr schnell auf der Oberfläche. Die Helligkeit ist sehr gut, zudem regelbar und der Player glänzt mit einem sehr übersichtlichen und selbst erklärenden Menü sowie vielen zusätzlichen Funktionen.

Das Display gibt vor allem Fotos in einer Brillanz und Tiefenschärfe wieder, die eingefleischten Multimedia-Fans zum Schwärmen bringen wird. Der Klang beim Abspielen von Musik ist, wie von Creative gewohnt, überragend. Die Videofunktion ist gut, Farben und Darstellung sind sehr gut. Bei schnellen Bewegungen im Bild reagiert das Display aber minimal zu langsam, so dass ab und zu leichte Schlieren sichtbar sind, was aber verkraftbar ist und das Videovergnügen nur wenig einschränkt. Alles in allem präsentiert sich der Zen Vision W als guter Allrounder.

Umfangreiches Software-Paket

Der Creative-Player wird mit einem umfangreichen Software-Paket geliefert. Mit dabei ist der "Creative Media Explorer", der unter anderem Dateien kinderleicht vom Computer auf den Player bringt, Videos in das richtige Format umwandelt und Medien sowie Outlook-Daten synchronisiert. In Sachen Podcasts lässt Creative mittlerweile auch kaum Wünsche offen: Podcasts können mit der Software "Zencast Organizer" abonniert und auf den Player geladen werden.

Für Hörbuch-Fans liefert Creative den "Audible Manager" mit, der das beliebte Hörbuch-Portal "Audible" unterstützt. Mit der "Creative Media Source" bekommt der Nutzer zudem noch ein umfangreiches Programm an die Hand, mit dem Musikdateien organisiert, abgespielt, die eigenen CDs in MP3-Musikdateien umgewandelt und auf den Player übertragen werden können. Der Player kann aber auch ohne die Software mit Dateien gefüttert werden.

Bei den Datei-Formaten zeigt sich der Multimedia-Player als sehr vielseitiges Gerät. Der Zen Vision W unterstützt die Videoformate MPEG1/2/4, DivX, XviD und WMV. Bei den DivX-Dateien hatten der Player und die Software während unseres Tests allerdings Probleme: Teilweise mussten die Endungen der DivX-Dateien erst manuell in .avi umbenannt werden, bevor der Player sie abspielte. Die Konvertierungssoftware spuckte derweil nur eine Fehlermeldung aus. An Musikdateien kennt der Zen Vision W die gängigsten: MP3 und WMA - auch mit DRM. Fotos erkennt der Player nur, wenn sie als JPEG vorliegen, unpassende Dateien werden mit der Software aber leicht ins richtige Format gebracht. Einen Pluspunkt erhält der Creative-Player dafür, dass der Akku austauschbar ist und das Gerät so nicht erst eingeschickt werden muss, wenn ein neuer Akku benötigt werden sollte. Auch bei der Laufzeit konnte der Player punkten: Statt angegebenen 4,5 Stunden im Videomodus hielt der Zen Vision W in unserem Testlauf fast fünf Stunden durch.

Radio darf nicht fehlen

Über mangelnde Zusatzfunktionen kann beim Zen Vision W auch nicht geklagt werden. Der Multimedia-Player bietet nicht nur eine Sprachaufnahme-Funktion, sondern auch ein FM-Radio. Die integrierte Festplatte im Gerät lässt sich zudem über eine Zusatzfunktion als Wechseldatenträger verwenden. Der Sound kann wahlweise über Kopfhörer, den integrierten Lautsprecher oder über extern angeschlossene Lautsprecher ausgegeben werden.

Damit das neue Gerät auch ausreichend geschützt ist, sollte die mitgelieferte Tasche verwendet werden. Bedienen lässt sich das Gerät in der Hülle allerdings nicht. Die Tasche ist aus schwarzem Samt und umschließt das Gerät vollständig. Mit einer Kordel kann sie am oberen Rand zugezogen werden. Auf den Player aufpassen werden beim Hinblick auf den Preis bestimmt zahlreiche Käufer, denn es müssen einige Euros investiert werden: Immerhin über 351 Euro kostet die Variante mit 30 Gigabyte Speicherplatz im Online-Shop des Herstellers.

Fazit

Der Zen Vision W ist zwar kein Leichtgewicht und auch nicht mehr unbedingt tauglich für die Hosentasche, dafür bietet er guten, mobilen Videospaß für Multimedia-Freaks im Breitbild-Format. Zwar ist der Player preislich kein Schnäppchen, dafür aber mit vielen zusätzlichen Funktionen und Schnittstellen ausgestattet. Das mitgelieferte Software-Paket ist umfangreich und vereinfacht unter anderem das Organisieren und Umwandeln von Dateien in das für den Player passende Format. Podcasts und Hörbücher werden unterstützt und auch auf ein integriertes Radio muss der Käufer nicht verzichten. Wer ein paar Euros mehr in einen gut ausgestatteten Multimedia-Player investieren möchte, sollte sich den Zen Vision W einmal genauer anschauen.





(Denise Bergfeld)

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