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Wind U135 im Test: Das neueste Netbook von MSI

Das neue Jahr bringt auch eine neue Intel Plattform in die Netbooks: Pine Trail mit Atom Prozessor, Grafikchip und Speichercontroller auf einem Chip. Das MSI Wind U135 für 299 Euro hat´s bereits in sich.

Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com
Auf der CES in Las Vegas konnte das neue Netbook-Flaggschiff von MSI, das Wind U135 bereits bestaunt werden, nun kommt es für alle Interessenten ab 299 Euro in den Handel. Unter die Haube hat MSI den neuen Intel Pine Trail Chipsatz mit Atom Prozessor und Grafikeinheit gepackt. Ob der neue Notebookzwerg die erschöpfend bekannte Kombination aus Intel Atom N270 Prozessor und Intel GMA 950 Grafik überholt oder nicht, haben wir getestet.


Inhalt:

1. Das Äußere: Design und Schnittstellen
2. Hardware und Akku: Die Leistung
3. Eingabgegeräte, Software, Fazit und Info-Tabelle

Das MSI Wind zählt zu den bestverkauften Netbook-Modellen. Mehr als eine Million Stück hat der Hersteller vom Vorgänger und Ur-Modell Wind U100 insgesamt abgesetzt, was auch auf der Verpackung des Wind U135 noch einmal stolz erwähnt wird. Für ein Netbook ist der Karton recht schwer. Unter anderem trägt der 6-Zellen-Akku die Schuld, der das kleine Gerät nach dem Einsetzen beschwert. Mit dem Gesamtgewicht von 1,3 Kilogramm zählt das U135 schon zu den schwersten MSI Netbooks. An Anschlüssen bietet das Gerät die Basis-Bestückung aus drei USB-Ports, Anschlüsse für ein Mikrofon und einen Kopfhörer, einen 4-in-1 Leser für Speicherkarten und analoges D-Sub (VGA) für einen Monitor. Digitale Display-Anschlüsse sind nicht dabei. Kommunizieren kann der Nutzer per LAN, WLAN oder auch Bluetooth, um beispielsweise Daten auf das Handy zu schicken.


Netbook im lockeren Business-Outfit

Optisch unterwirft es sich dem aktuellen Trendthema beim Hardware-Design: Hochglanz. Den schwarzen Business-Anzug in der Größe 26x18 Zentimeter (cm) hat MSI mit einem durchbrochenen Nadelstreifen-Muster versehen, das sich im Innenraum noch einmal auf dem mattierten Touchpad wiederfindet. Auch die einzeln eingesetzten Tasten – Chiclet Tastatur genannt – sind glücklicherweise mattiert und zeigen so Fingerabdrücken die kalte Schulter. Wiederum glänzend sind die Handballenauflage, der für unseren Geschmack etwas zu breite Rahmen um das 10-Zoll-Display sowie die Bildschirmoberfläche, woran sich nach wie vor die Geister scheiden. Im Handbuch erwähnt MSI jedoch auch die Option auf einen matten Bildschirm. Das Display wird von LEDs beleuchtet, die zum Stromsparen beitragen. Insgesamt soll das Wind U135 bis zu 15 Prozent weniger Energie verbrauchen als vorherige Generationen und gleichzeitig zehn Prozent mehr Leistung bringen.

Als Plattform dient Intels Pine Trail Technologie, sprich der NM10 Express Chipsatz mit dem neuen Atom N450 Prozessor und 1,66 Gigahertz (GHz) Taktfrequenz. Auch die Onboardgrafik wurde ausgetauscht. Was jahrelang der schon ältere Intel GMA 950 erledigt hat, übernimmt nun ein GMA 3150, der zusammen mit der CPU und dem Speichercontroller auf einem Chip sitzt – und somit noch enger zusammenrückt als bei den neuen Intel Core i3, i5 und i7 Prozessoren. Dies erlaubt eine platzsparende Bauweise und soll den Stromverbrauch schmälern, die gesamte Thermal Design Power (TDP) des Dreierpacks gibt Intel mit 7,0 Watt an. Für die Computerhersteller dürften die laut Intel geringeren Kosten interessant sein.

Aufrüstbarer RAM

Der GMA 3150 kommt wie andere Onboardchips ohne eigenen Grafikspeicher aus und bedient sich daher mit am ein Gigabyte (GB) großen Arbeitsspeicher, der über einen weiteren Steckplatz auf zwei GB aufgestockt werden kann. Laut Handbuch muss dies von einem Vertragshändler oder Service-Center erledigt werden, öffnen lässt sich das Gehäuse mit Durchschnitts-Werkzeug nicht. Ohne Blick auf die Garantiebedingungen sollten Notebook-Besitzer ohnehin nicht am Gerät herumschrauben. Die Festplatte in unserem Testgerät verfügt über eine Kapazität von 250 GB, bei der Produktankündigung im Dezember erwähnte MSI aber auch eine 160-GB-Version, was für viele Nutzer ausreichen dürfte.

Tests: Leistung und Akku

Die Leistung des Prozessors haben wir unter anderem beim Packen von Dateien mittels 7-Zip verglichen, wobei sich der neue Atom N450 aber nicht schneller als der alte N270 zeigte. Da sich die Taktfrequenz kaum unterscheidet, war dies zu erwarten. Im CPU-Benchmark von PC Wizard schnitt der Intel Core 2 Duo SU7300 mit 1,3 GHz im Asus UL50AG (Test) beispielsweise mit fast doppelter Punktzahl ab. Auch die Grafikleistung hat sich nicht bahnbrechend verändert. Ein so schwacher Onlinechip ist ganz einfach auf die Wiedergabe von herkömmlichen Videos ausgelegt und soll weder 3D-Spiele noch aufwendige High Definiton Filme schaukeln. Im Test ließ sich eine 720p-Datei im WMV-Format dennoch problemlos abspielen, ein gleich-auflösendes Video im Containerformat MKV sowie eine 1080p WMV-Datei bereitetem wiederum große Probleme und ruckelten so stark, dass ein Zuschauen unmöglich war. Bei einer Auflösung von 1024x600 Bildpunkten machen HD-Videos jedoch ohnehin wenig Sinn. Dennoch ist der Bildschirm optimal für Filme geeignet: Er ist sehr kontraststark, lässt sich hell einstellen und gibt knackige Farben aus. Weitere Testergebnisse und Benchmarks zum Wind U135 finden sich auf Seite 3.


Unter permanenter Volllast und höchster Leistung mit dauerhaft eingeschaltetem Display hielt das Mini-Notebook etwas mehr als vier Stunden durch, als längste Laufzeit ermittelte das Testprogramm BatteryEater über 6,5 Stunden. Auch bei dieser Messung war der Bildschirm die ganze Zeit über eingeschaltet, die Helligkeit auf der mittleren Stufe eingestellt und der WLAN/Bluetooth-Empfang deaktiviert. Wer das Netbook für die Videowiedergabe nutzt, kann sich auf etwa 380 Minuten (rund sechs Stunden) einstellen. Schraubt man die Displayhelligkeit nach oben, wird sich die Laufzeit verkürzen. MSI nannte 7,5 Stunden als Richtwert, was dann offensichtlich nur mit zwischendurch abgeschaltetem Bildschirm zu erreichen ist. Auffällig ist der permanent drehende - wenn auch leise - Lüfter.

Durch die großzügige Leistungsreserve wird das Mini-Notebook auf der Hinterseite bis auf vier cm angehoben und steht dann noch schräger, für den Tipp-Komfort ist dies zwar ein Zugewinn, optisch wirkt es aber etwas wuchtig. Insgesamt lässt es sich auf dem großzügigen Tastenbrett angenehm und leise schreiben, die rechte Umschalttaste fällt aber ziemlich klein aus. Anstatt einen Großbuchstaben zu schreiben, rutscht der Anwender häufig eine Zeile nach oben, da versehentlich die Pfeiltaste gedrückt wird. Einen fragenden Blick zaubert auch das Multitouchpad bei der ersten Verwendung auf das Gesicht. Gescrollt wird hier nicht durch das Streichen, sondern Tippen mit dem Finger. Die Berührungspunkte verteilen sich demnach nicht auf den kompletten rechten Rand des Mausersatzes und sind nur ganz oben und ganz unten zu finden.

Windows 7 Starter

Als Betriebssystem kommt die abgespeckte Starter Edition von Windows 7 zum Einsatz, die direkt im Startmenü einen Eintrag für das Anytime-Upgrade auf eine höhere Version aufweist. Auf der CES kündigte MSI zudem eine Moblin-Version des Wind U135 an. Mit der Webcam mit einer Auflösung von 1,3 Megapixel lassen sich nicht nur Videochats führen, sondern auch ein paar Spielchen bestreiten, wie es bereits beim MSI Wind NetOn AP1900 All-in-one-PC möglich war. Insgesamt hat der Hersteller fünf kleine Spielchen spendiert, die ansonsten nicht kostenlos zu haben sind – eine nette Geste.

Fazit: Frische Hardware, gleiche Leistung

Das Wind U135 von MSI ist ein grundsolides, typisches Netbook. Intel hat zwar neue Hardware beigesteuert, auf das Leistungsniveau der kleinen Mini-Laptops hat diese aber kaum Auswirkungen. Nach wie vor bleiben die Netbooks bei dem, was sie am besten können: Leicht, günstig und zum Surfen, Musikhören oder YouTube-Videos abspielen ausreichend stark sein. Auch die Anschlüsse und die Qualität der Lautsprecher haben sich im Vergleich zu den Vorgänger-Netbooks nicht verändert. Solange die Preise für Pine-Trail-Geräte nicht deutlich über denen der älteren Kandidaten – insofern sie mit Windows 7 Starter geliefert werden – liegen, gibt es keinen Grund, um beim Neukauf auf die neuen Zutaten zu verzichten. Ein Pluspunkt des Wind U135 ist auf jeden Fall das hochwertige Display.


Name: Wind U135 (U135-4516W7S)
Hersteller: MSI
Internet: www.msi-computer.de
Preis: UVP ab 299 Euro (160 GB)
Technische Daten
Prozessor: Intel Atom N450 mit 1,66 GHz
Grafikkarte: Onboard: Intel GMA 3150 ohne eigenen Speicher
Bildschirm: 10 Zoll (1024x600 Pixel), glänzend
Batterie: Lithium-Ionen-Akku mit sechs Zellen: Laufzeit: 259 Minuten unter Vollast / 402 Minuten Lesetest (WLAN und Bluetooth aus) / 380 Minuten Videowiedergabe (Lautstärke + Display 50%)
Speicher: 1 GB (DDR2 Onboard)
Festplatte: 250 GB mit 5.400 U/Min
Laufwerk: -
Soundkarte: Intel HD Audio
Kommunikation: LAN, WLAN 802.11 b/g/n, Bluetooth
Betriebssystem: Windows 7 Starter
Abmessungen: BxTxH: 260 x 180 x 19 bis 31,5 Millimeter; 1,3 Kilogramm
Anschlüsse: D-Sub (VGA), 3x USB, Kartenleser (SDKarten, Memory Stick, Memory Stick Pro, MultiMedia Card), Mikrofon, Kopfhörer
Sonstiges: 1,3-Megapixel-Webcam
Benchmarks/Zahlen: Windows Leistungsindex: CPU: 2,3 / RAM: 4,5 / 2D: 2,9 / 3D: 3,0 / HDD: 5,9

7-Zip: alt: 96 JPG-Fotos (235 MB): 65 Sekunden, neu: 82 JPG-Fotos (200 MB): 57 Sek.
CPU-Benchmark von PC Wizard: 7.163
CPU-Benchmark Cinebench: 529
Grafik-Benchmark FurMark: keine Unterstützung
OpenGL-Benchmark Cinebench: 275
HDD-Benchmark von PC Wizard: Sequentielles Schreiben/Lesen: 70/83 MB/s; gepuffertes Schreiben/Lesen: 92/158 MB/s; zufälliges Lesen: 33 MB/s
Garantie: zwei Jahre
Pro & Contra
klein und leicht
größtmögliche Tastatur
Multitouch-Pad
Akkulaufzeit
helles und kontrastreiches Display
Hochglanz-Bildschirm (Eine Frage des Geschmacks)
kein Leistungszugewinn
Bewertung:
Geschwindigkeit (20%): gut
Ausstattung (20%): gut
Display (20%): sehr gut
Ergonomie (15%): gut
Akkulaufzeit (15%): gut
Verarbeitung (10%): gut
Gesamt: gut (1,8)
Preis-Leistung: gut

(Saskia Brintrup)

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