Testbericht

Wii U Test Teil 2: Die Wii U geht online - Miiverse, Browser, YouTube & Co.

Nachdem sich unser erster Testteil der Hardware und dem Spiel Nintendo Land widmete, beschreibt Teil 2 die Online-Funktionen der Wii U: eShop, Browser, Miiverse, YouTube, Lovefilm, TVii und Chat.

Video© Thomas Pajot / Fotolia.com

Nachdem wir uns im Wii U Test Teil 1 der Hardware und Nintendo Land gewidmet haben, folgen im zweiten Teil die Online-Funktionen der neuen Konsole. Vorweg: Nintendo hat die Wii U zum Marktstart am 30. November ohne das Firmware-Update für die Online-Welt ausgeliefert. Es wurde am gleichen Tag nachgeschoben. Unsere ersten Versuche, die Aktualisierung herunterzuladen, wurden mit einer Fehlermeldung quittiert. Nach mehreren Anläufen und Verrücken der Konsole an einen Platz mit besserer WLAN-Empfangsleistung klappte es schließlich – und eine Stunde später war das Werk vollbracht. Mit dem System-Update öffnen sich nicht nur die Pforten zum sozialen Netzwerk Miiverse und zum eShop, auch die bereits installierte App für YouTube wird nutzbar. Außerdem hat der Hersteller den Wii U Chat und einen Internetbrowser freigeschaltet, Lovefilm (Test) und TVii jedoch noch nicht.

Der eShop: Exklusiv-Titel und Download-Versionen

Über den eShop vertreibt Nintendo exklusive Spiele für die Wii U, teils auch mit Rabatten für einen bestimmten Zeitraum. Die Preise für Spiele wie Puddle oder Trine 2: Director’s Cut liegen etwa bei 8 bis 17 Euro. Außerdem hält Nintendo Download-Versionen regulärer Titel bereit. Zum Start waren unter anderem New Super Mario Bros. U, ZombiU, FIFA 13 und die Minispielsammlung Nintendo Land verfügbar. Leider sind die reinen Downloads nicht günstiger als die hübsch verpackten Discs im Laden; sie kosten das gleiche. FIFA 13 ist im Handel sogar einige Euro günstiger bestellbar als im eShop. Ansonsten lässt sich der virtuelle Spieleladen nutzen, um kostenlos Trailer anzuschauen und ein bisschen zu stöbern. Demo-Versionen sind ebenfalls verfügbar, zum Testzeitpunkt Anfang Dezember befand sich jedoch lediglich FIFA 13 in der Auslage. Auch das Fach mit Anwendungen speziell für die Wii U ist noch ziemlich leer, neben YouTube ist dort nur das Uplay-Netzwerk von Ubisoft aufgelistet.

Knapper Speicherplatz im Basic Pack

Auf dem Wii U Basic Pack mit 8 GB internem Speicher stehen nur etwa 3 GB für Downloads und Spiele zur Verfügung. Wer häufig Inhalte herunterladen möchte, sollte sich daher nach einer Speicherkarte oder einem USB-Stick umsehen. Kunden, die sich für das teurere Wii U Premium Pack mit mehr Speicherplatz und Zubehör entschieden haben, profitieren darüber hinaus von einem Bonusprogramm. Für jeden Euro, der im eShop ausgegeben wurde, erhält der Nutzer 8 Punkte. Für 500 Punkte (was Ausgaben in Höhe von 62,50 Euro entspricht) gibt es ein Guthaben von 5 Euro für die Wii U oder einen Nintendo 3DS beziehungsweise 3DS XL. Einschränkend fügt Nintendo hinzu, dass Punkte bis zum 31. Dezember 2014 gesammelt und bis zum 31. März 2015 eingelöst werden können.

Das MiiVerse: Lebendige Community

Für das MiiVerse, das soziale Netzwerk von Nintendo, ist eine Nintendo Network ID erforderlich, die sich ab 13 Jahren erstellen lässt. Andernfalls müsste ein Elternteil einspringen. Wie in anderen Netzwerken auch lässt sich ein Profil anlegen, es können Beiträge in den Communities der einzelnen Spiele geschrieben oder kommentiert und Bilder gezeichnet werden. Die Beteiligung ist rege. Zudem lassen sich weltweit Freundschaften schließen. Wer Mitteilungen bestimmter anderer Miis in seiner Übersicht vorfinden möchte, kann ihnen – ganz in Twitter-Manier – folgen. Ihre letzte Aktivität tragen die Miis in einer Sprechblase über ihren Köpfen mit sich herum. Bekannte aus dem echten Leben können über ihre Netzwerk ID direkt hinzugefügt werden. Mit ihnen lässt sich dann auch der Chat nutzen. Schön wäre in diesem Zusammenhang eine höhere Webcam-Qualität gewesen.

Der Browser der Wii U weist sich als NetFront NX 2.0 aus und ist nicht nur schnell startklar, sondern fällt auch mit einem zügigen Seitenaufbau auf. Aufgrund der langsamen Menü-Navigation der Konsole hatten wir das nicht erwartet. Der Nutzer kann sich anfangs aussuchen, ob er lieber Google oder Yahoo als Standardsuchmaschine nutzt und anschließend per Touchscreen oder aber mit den Steuerknöpfen des GamePads bequem browsen, scrollen und heranzoomen. Auch der Lagesensor lässt sich für das Auf und Ab einspannen.

Der Browser: Schnelles Nachschlagen im Wohnzimmer

Texteingaben erfolgen über eine eingeblendete Tastatur, die sich per Finger oder Eingabestift bearbeiten lässt. Wo aktuell herumgesurft wird, erscheint auf Wunsch synchron auf dem GamePad und dem Fernseher, gegen neugierige Blicke anderer Personen im Wohnzimmer lässt sich alternativ ein Vorhang zuziehen. Die Darstellung auf dem GamePad kommt gut zur Geltung, Texte sind aber etwas pixelig – ähnlich einem Tablet-PC mit HD-Auflösung oder niedriger. Einen so ausführlichen Browserverlauf wie am Desktop gibt es nicht, Zurückspringen ist jedoch bis zu 16 Seiten lang möglich. Für eine bessere Übersicht können Links auch in einem neuen Fenster geöffnet werden. Plug-Ins unterstützt der Browser nicht, demzufolge bleiben auch einzelne Flash-Inhalte und Webseiten, deren multimediales Angebot darauf aufbaut, außen vor.

Praktisch: Trifft der Browser auf ein Video und spielt es der Nutzer ab, so kann dieses per Knopfdruck auf den Fernseher geschoben werden, während auf dem GamePad weitergesurft wird.

Die YouTube-App: Komfortabel zu steuern

YouTube ist per App nutzbar, hierzu lädt die Wii U beim ersten Kontakt ein gesondertes Update herunter. Die Bedienung erfolgt hauptsächlich über den Fernsehbildschirm, auf dem eine großformatige Anzeige im Kachel-Stil das Blättern durch einzelne Videos ermöglicht. Das GamePad zeigt unterdessen nur das YouTube-Logo oder eine Detailansicht des aktuell ausgewählten Clips an, das Video hin und her zu schicken, klappt hier nicht. Navigiert wird über eine durchlaufende Seitenlaste, wobei die großgeschriebenen Texte gut mit der Bedienung per GamePad und TV harmonisieren.

Infos zu Amazon Lovefilm und TVii

Leider noch nicht nutzbar ist die Lovefilm-App. Wenn das ab Werk mit ausgelieferte Symbol im Menü der Wii U angeklickt wird, erfolgt lediglich ein Hinweis, dass eine Internetverbindung notwendig sei - ob diese nun besteht oder nicht. Das nötige Update ist noch nicht verfügbar, auch im eShop fehlt noch jede Spur. Über den internationalen Twitter-Kanal kommunizierte Lovefilm am 30. November, dass die App in den kommenden Wochen starte. In Großbritannien ist der Service daraufhin am 4. Dezember freigeschaltet worden. Ab 4,99 Pfund monatlich können die britischen Nutzer auf das Video-on-Demand-Angebot von Amazon zugreifen. Wann Deutschland an der Reihe ist, wollte die für Lovefilm zuständige Presseagentur auf Nachfrage unserer Redaktion nicht kommentieren. Sobald wir mehr erfahren und Lovefilm nutzbar ist, werden wir entsprechend darauf hinweisen.

Die TV-Funktion Nintendo TVii ist ebenfalls noch gesperrt. Auf der deutschen Nintendo-Website bestätigt der Hersteller zwar nicht explizit, dass das Feature hierzulande nachgelegt wird, die Tatsache, dass aber überhaupt Informationen bereitstehen und auf eine Verfügbarbeit "2013 in bestimmten Regionen Europas" hingewiesen wird, könnte aber als gutes Zeichen zu werten sein. TVii bündelt Streaming-Angebote von Kabel- und Satellitensendern sowie On-Demand-Dienste, die sich per GamePad ansehen und durchsuchen lassen. US-Kunden können damit unter anderem auf Hulu Plus zugreifen und während des Fernsehens mit Freunden im MiiVerse oder per Facebook und Twitter kommunizieren. Das Programm wird zudem durch weitere Infos wie Trailer, Sportstatistiken und Bewertungen angefüttert.

(Saskia Brintrup)

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