Testbericht

Weltneuheit: Qosmio G50 mit PS3-CPU im Test

Der 18,4-Zoll-Riese von Toshiba im Tigerhai-Design kommt mit Full HD-Display und vielen, interessanten Features: Das Notebook lässt sich mit Handgesten steuern und kann DVD-Videos in Echtzeit hochskalieren.

Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com
In dem neuesten Notebook von Toshiba schlagen sozusagen gleich zwei Herzen: Neben einem Intel Core 2 Duo gibt im Qosmio G50 ein Quad Core HD-Prozessor den Takt an – ein Modell, das auf dem Cell Prozessor der Playstation 3 basiert, den Toshiba mitentwickelt hat. Die CPU sorgt aber nicht nur für einen Leistungsschub bei der Videobearbeitung und in Echtzeit hochskalierte DVDs, sondern kann auch in Filmen Gesichter erkennen und den Rechner ganz futuristisch per Fingerzeig steuern. Die Redaktion von onlinekosten.de hat sich den großen Entertainer mit Full High Definition Auflösung genauer angesehen.

Inhalt:

1. Aussehen und CPU-Leistung
2. Der HD Prozessor
3. Grafikkarte und Tastatur
4. Akkulaufzeit, Sound und Fazit

Tigerhai-Design

Das Qosmio G50 ist ein wahrer Riese, allein der Verpackungskarton ist fast groß genug, um einen Desktop-Rechner zu transportieren. Das Testgerät in der Ausstattung G50-10I verfügt über ein 18,4 Zoll großes Display im 16:9-Format und bringt stattliche 4,8 Kilogramm auf die Waage. Das Gehäuse misst etwa 45x31 Zentimeter und ist an der dicksten Stelle 4,8 Zentimeter hoch. Die Oberfläche hat Toshiba im Tigerhai-Design gestaltet, sprich, im grau-silbernen Streifen-Look. Mittig prangt zudem ein nicht zu übersehendes Qosmio-Logo mit Spiegeleffekt. Zum Aufklappen benötigt der Nutzer zwei Hände, dann wird er von der ansprechend zusammengestellten Innenausstattung beeindruckt.

Schick auf ganzer Linie

Wie es häufig bei Multimedia-Geräten anzutreffen ist, stehen hier schwarze Klavierlack-Optik und edle Details wie eine Einfassung im Spiegel-Look auf dem Speiseplan. Dieser silberfarbene Rahmen umschließt auch die Maustasten und den Fingerabdruck-Leser. Links unter der Tastatur sitzt außerdem ein silbernes Rad zum Verstellen der Lautstärke. Im Lieferumfang sind neben dem Netzteil, einem Videokabel, einer DVB-T-Antenne für den Fernsehempfang und einem Reinigungstuch noch eine Fernbedienung mit zwei Batterien und ein Infrarot-Transmitterkabel enthalten, mit dem man eine Settop-Box anschließen kann. Zusätzlich gibt es eine Kurzanleitung und ein gedrucktes Handbuch.

Zwei Prozessoren

Für die Rechenleistung sorgt ein Intel Core 2 Duo T9400 Prozessor aus der Centrino 2-Generation mit 2,53 Gigahertz (GHz), dem vier Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher zur Seite stehen (erweiterbar auf acht GB). Um die Rechenleistung zu verdeutlichen: Die CPU benötigte im Test etwa zwölf Sekunden, um 96 JPG-Fotos (235 Megabyte) mit dem Programm 7-Zip zu packen, und war somit etwa 30 Prozent schneller als der Desktop-Prozessor Athlon X2 5000+ von AMD mit 2,6 GHz. Zusätzlich hat Toshiba einen zweiten Prozessor mit 4x1,5 GHz eingebaut. Dieser basiert auf der Cell-Architektur – bislang bekannt durch die Playstation 3.
Die Japaner haben den Prozessor "Quad Core HD" getauft und verwenden ihn als Co-Prozessor für rechenintensive Aufgaben, wie zum Beispiel das Hochskalieren von DVD-Inhalten auf High Definition-Qualität in Echtzeit. Hierzu steht im Menü der mitgelieferten DVD-Software ein spezieller Button bereit. Getestet wurde die Bildwiedergabe mit dem Film "Der Herr der Ringe", wobei ein deutlicher Unterschied zwischen dem herkömmlichen Modus und dem Upscaling-Betrieb erkennbar war. Dieser lieferte ein wesentlich schärferes Bild und sattere, lebendigere Farben.

Hochauflösendes Display

Damit der Nutzer von der gesteigerten Qualität auch etwas hat, löst das Display mit 1.920x1.080 Bildpunkten auf, was Full HD entspricht. Die Oberfläche ist glatt, wodurch es bei ungünstigem Lichteinfall zu Spiegelungen kommen kann. Positiv fallen die sehr gute Bildqualität und die großen Blickwinkel auf. Wem der Bildschirm zu klein ist, der kann über den HDMI-Ausgang einen Flachbildfernseher anschließen und über die SPDIF-Schnittstelle auch gleich sein Lautsprechersystem verbinden. Ansonsten befinden sich noch D-Sub für Monitore, Eingänge für Mikrofon und Kopfhörer, eSATA sowie vier USB-Ports an Bord. Diese unterstützen Sleep-and-Charge und können daher externe Geräte, wie einen MP3-Player, auch bei ausgeschaltetem Notebook aufladen. Einer der Ports sitzt gemeinsam mit Firewire, dem ExpressCard-Schacht und einem 5-in-1 Kartenleser hinter einer ausklappbaren Abdeckung. Gigabit LAN, Bluetooth und WLAN 802.11 a/g/n runden die Ausstattung ab.

Bequem mit der Hand steuern

Zusätzlich sorgt der Co-Prozessor für ein bisschen Minority Report-Feeling für zu Hause: Zusammen mit der 1,3-Megapixel-Webcam kann man verschiedene Aktionen per Gestensteuerung tätigen, zum Beispiel Videos und Musikdateien aufrufen und die Lautstärke erhöhen. Auch mit einer entsprechend gesteuerten PowerPoint-Präsentation kann der Nutzer Eindruck schinden. Hierzu müssen einfache Handbewegungen ausgeführt werden: Hand ausstrecken oder die Faust ballen, das Daumendrücken entspricht einem Linksklick.

Die Hilfe-Funktion ist etwas versteckt, gibt aber letztendlich Aufschluss über die Aktionen. So sind zum Beispiel auch Rechts- und Doppelklick möglich. Nach ein paar Versuchen kann die Webcam die Geste erkennen. In der Praxis erwies sich insbesondere das Starten und Stoppen als hilfreich und unkompliziert. Das Navigieren des Cursors mit der Faust sowie das Klicken ist da schon schwieriger und erfordert etwas Geduld. Für aufwendigere Aktionen werden viele Nutzer wohl lieber zur Fernbedienung greifen, dennoch ist die Gestensteuerung eine praktische Funktion.
Dazu gesellen sich noch zwei weitere Anwendungen: Mit der Graphical Video Library können Filme mit Hilfe des Co-Prozessors in andere Formate konvertiert werden. Als Zusatz-Feature ermöglicht er außerdem die Gesichtssuche über den sogenannten Index Viewer. Dieses Tool kann innerhalb eines Films Gesichter oder auch Geräusche wie Applaus erkennen und in einem Register abspeichern. Über dieses kann der Nutzer später nach seinen Lieblingsszenen suchen. Erwähnenswert ist, dass der Prozessor immer nur eine der vier Anwendungen ausführen kann. Somit ist es zum Beispiel nicht möglich, im Upscaling-Betrieb die Gestensteuerung zu aktivieren.

Mittelklasse-Grafik und TV-Tuner

Bei der Grafik setzt Toshiba auf eine Nvidia GeForce 9600M GT mit 512 Megabyte Speicher, die zwar nicht zur Highend-Klasse zählt, aber trotzdem stark genug für aktuelle Spiele ist – zumindest mit niedrigeren Auflösungen und Details. Im DirectX-10-Benchmark von Call of Juarez erreichte sie bei einer Auflösung von 1.280x1.024 Pixeln und niedrigen Details zwar nur 14,5 Frames pro Sekunde (fps), das Benchmark-Programm der Demo von Devil May Cry 4 lief bei 1.920x1.028 Bildpunkten mit 24,5 fps im Schnitt schon flüssiger. Ansonsten bietet das Qosmio G50 noch zwei 250-GB-Festplatten und somit genügend Speicherplatz, um auch mal als Festplattenrekorder eingesetzt zu werden. Hierzu ist ein Hybrid TV-Tuner an Bord, der digitale DVB-T-Signale und analoges Fernsehen empfangen kann.

Gelackte Tastatur

Die Tastatur ähnelt der des Satellite A300D-167: Das Tastenfeld ist tiefschwarz und glatt und hat daher – wie das gesamte Notebook – ein großes Herz für Fingerabdrücke. Obwohl die Finger manchmal beim Tippen abrutschen, kann man insgesamt angenehm schreiben, schließlich hat das Tastenfeld Desktop-Ausmaße. Auch ein separater Nummernblock hat noch Platz gefunden. "Platz" ist generell das Stichwort – unterhalb der Tastatur ist genügend Raum, um die Handballen abzulegen und selbst eine Kaffeetasse ließe sich – theoretisch – noch bequem abstellen, wenn das edle Material nicht viel zu schade wäre. Gewöhnungsbedürftig ist allerdings die Entfernen-Taste, die nicht von der üblichen Position aus zu erreichen ist. Mauspad und Klicktasten lassen sich gut bedienen. Eine weitere Gemeinsamkeit zum A300D ist die Gesichtserkennungs-Software, die dem Nutzer ermöglicht, sich per Blick in die Kamera einzuloggen.
Bei der DVD-Wiedergabe und im normalen Betrieb verhält sich das Notebook überraschend leise, schaltet sich der HD Prozessor ein oder werden aufwendige Spielszenen gespielt, dreht der Lüfter auf. Zum Glück lässt sich dies per Kopfhörer oder mit den guten Lautsprechern von harman/kardon samt Subwoofer übertönen, die auch schon im Satellite A300D oder Satego X200 für einen ordentlichen Sound sorgten. Im Akku-Test schnitt das Qosmio gut ab, vor allem in Bezug auf das große Display. Die Software Battery Eater ermittelte als kürzeste Laufzeit unter höchster Auslastung und bei mittlerer Bildschirmhelligkeit einen Wert von 90 Minuten. Im Energiesparmodus mit abgeschaltetem WLAN-Empfang brachte es das Notebook beim Lesen von Textdokumenten auf rund drei Stunden und 40 Minuten.

Fazit: Luxus-Schwergewicht

Das Qosmio G50 ist ein leistungsstarkes Entertainment-Notebook mit zahlreichen, innovativen Funktionen. Mit dem modernen, aber nicht zu aggressiven Design fügt es sich gut in die Multimedia-Ecke im Wohnzimmer ein. Generell ist der hübsche Riese als Ersatz für den Desktop geeignet – ein knapp fünf Kilogramm schweres Gerät mit diesen Ausnahmen möchte man höchstens von einem Raum zum nächsten transportieren und nicht auf dem Schoß spüren. Die Verarbeitung ist hochwertig, angesichts des Fokus auf HD und des empfohlenen Verkaufspreises von 1.899 Euro hätte man jedoch noch ein Blu-ray-Laufwerk erwarten können. Im Handel ist der Multimedia-Tigerhai rund 200 Euro günstiger.

Name: Qosmio G50-10I
Hersteller: Toshiba
Internet: www.toshiba.de
Preis: UVP 1.899 Euro
Technische Daten
Prozessor: Intel Core 2 Duo Prozessor T9400 mit 2,53 GHz + Quad Core HD mit 4x1,5 GHz
Grafikkarte: Nvidia GeForce 9600M GT mit 512 MB
Bildschirm: 18,4 Zoll (1.920x1.080 Pixel)
Batterie: Lithium-Ionen-Akku: Laufzeit: 90 Minuten unter Vollast / 220 Minuten maximal (WLAN aus)
Speicher: 4 GB (2 + 2 GB DDR2 mit 800 MHz), erweiterbar auf 8 GB
Festplatte: 2 x 250 GB
Laufwerk: DVD-SuperMulti
Soundkarte: Realtek High Definition Audio
Kommunikation: LAN, WLAN (802.11b/g), Modem, Bluetooth
Betriebssystem: Windows Vista Home Premium
Abmessungen: BxTxH in cm: 45,2x31,1x3,8 (Vorderseite)/ 4,8 (Rückseite), ca. 4,8 Kilogramm
Anschlüsse: 4x USB, HDMI, D-Sub, SPDIF, Firewire, eSATA, Kartenleser, Mikrofon, Kopfhörer, ExpressCard
Benchmarks: Vista Leistungsindex: CPU: 5,4 / RAM: 5,9 / 2D: 4,8 / 3D: 5,3 / HDD: 5,4
3DMark06: 4.106
PCMark05: 6.031
Garantie: zwei Jahre
Pro & Contra
Leistungsschub durch HD-Prozessor
viele Funktionen
tolles Display mit großen Blickwinkeln
sehr gute Lautsprecher
Webcam und TV-Tuner
hübsches Design
gute Verarbeitung
sperrig und schwer
kein Blu-ray-Laufwerk
Bewertung:
Geschwindigkeit (25%): sehr gut
Ausstattung (25%): gut
Ergonomie (20%): befriedigend
Akkulaufzeit (20%): gut
Verarbeitung (10%): gut
Gesamt: gut (1,95)
Preis-Leistung: gut

(Saskia Brintrup)

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