Testbericht

Weder Tasten noch Rad: Genius Maus im Test

Die neue Traveler 525 Laser von Genius gehört zu den eher ungewöhnlichen Mäusen: Sie besitzt weder Tasten noch ein Scrollrad, bietet jedoch trotzdem die üblichen Funktionen. Kann das gut gehen? Die Redaktion von onlinekosten.de hat den Nager im schicken Design getestet.

Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com
Mit der Traveler 525 Laser wird der Hersteller Genius auf der diesjährigen CeBIT in Hannover eine neue Computermaus zeigen, die direkt nach der Messe in den Handel kommen soll. Die Redaktion von onlinekosten.de konnte bereits jetzt einen Blick auf den ungewöhnlichen Laser-Nager werfen, dem sowohl die Maustasten als auch das Scrollrad fehlen.

Maus im Kieselstein-Look

Die Maus wird per USB-Kabel an den Rechner angeschlossen und automatisch vom Betriebssystem erkannt. Im Lieferumfang sind ein Handbuch und eine Software-CD enthalten. Optisch macht die Maus definitiv etwas her: Das schwarze Testmuster sieht mit dem abgerundeten Hochglanz-Gehäuse und dem silberfarbenen Rahmen sehr edel und schick aus. Wahlweise gibt es das Modell auch ganz in Silber. Die Form ist oval und symmetrisch, sodass Links- und Rechtshänder sie gleichermaßen nutzen können. Insgesamt stehen fünf Tasten bereit. Die zwei Sondertasten in der Mitte der Oberschale bringen zunächst nur für Vista-Anwender einen Vorteil: Per Knopfdruck lassen sich hier Flip 3D oder die Internetsuche Smart IE Search aktivieren. Wer möchte, kann die Tasten allerdings auch mit anderen Funktionen belegen.

Rad ab, Sensor dran

Die dritte Taste ist das klickbare "OptoWheel": Wie auch bereits bei der Traveler 515 Laser hat der Hersteller bei der neuen Edel-Maus das Scrollrad gestrichen und durch einen Touch-Sensor ersetzt, der im Betrieb blau aufleuchtet und die "Streichel"-Bewegungen der Finger mit 50 DPI abtastet. Der Nutzer kann dabei nicht nur nach oben und unten, sondern auch nach links und rechts scrollen. Ein Klick auf den Sensor aktiviert den Turboscroll-Modus, mit dem der Anwender längere Dokumente in alle vier Richtungen besonders schnell überfliegen kann. Drückt man nochmals auf den Sensor oder eine andere Taste, wird die Funktion wieder abgeschaltet. Auch dieser Button ist programmierbar und kann je nach Bedarf eine andere Aktion ausführen.
Wie Genius in einer Pressemitteilung ankündigte, verzichtet der Nager auf die klassischen Tasten für den Links- und Rechtsklick, stattdessen werde "durch leichtes Kippen des Gehäuses" beziehungsweise "leichte seitliche Gewichtsverlagerung" gesteuert, was der Hersteller "Float-to-Click-Design" nennt. Dies hört sich interessant an und wirft sofort einige Fragen auf: Wie gut funktioniert die neuartige Bedienung? Lassen sich gewohnte Programme wie beispielsweise Bildbearbeitungssoftware genauso gut nutzen wie mit einer herkömmlichen Tasten-Maus? Schmerzt das Handgelenk nach stundenlangem Kippen und Neigen?

... und sie hat doch Tasten

Alle diese Fragen werden beantwortet, sobald man die Traveler 525 Laser zum ersten Mal in der Hand hält. Tippt man auf die Stellen, an denen sonst die Tasten sitzen, gibt das Hochglanz-Gehäuse spürbar nach und liefert die üblichen Klickgeräusche. Von "Kippen" oder "Gewichtsverlagerung" kann daher eigentlich keine Rede sein, stattdessen wird ganz normal geklickt. Dies gibt Genius dann auch in der Produktbeschreibung auf der Website zu: Die "rechte und linke Maustaste sind unter der Oberschale verborgen", heißt es. So ergibt sich ein ähnliches Bild wie bei der Mighty Mouse von Apple.

Steuerung mit Hindernissen

Auch nach der Installation der Software, die leider einen Neustart des Computers erfordert, ließ sich keine neuartige Kipp-Steuerung feststellen. Einerseits ist dies enttäuschend, andererseits hat sich so das Problem einer unkomfortablen Bedienung erledigt: Wie sollte man zum Beispiel mit einer Maus, die zur entsprechenden Seite geneigt werden muss, die rechte und linke Maustaste gleichzeitig drücken, so wie es für einige Funktionen in Programmen nötig ist? Dies heißt allerdings nicht, dass sich die Maus genauso gut bedienen lässt wie ein herkömmliches Gerät mit sichtbaren Tasten. Stattdessen kommt es gerade anfangs häufiger vor, dass versehentlich rechts anstatt links geklickt wird, da die Lösung mit der Oberschale aus einem Guss ungewohnt ist.

Auch der Doppelklick geht wesentlich schwieriger von der Hand – nach einer Eingewöhnungsphase klappt dies dann etwas besser. Der Laser arbeitet mit einer Auflösung von 1.600 DPI und ist dementsprechend sehr präzise unterwegs. Wer mit den eigenartigen Maustasten zurecht kommt, kann den Nager somit auch für Computerspiele verwenden – als Ersatz für eine gute Gamer-Maus ist die Traveler 525 Laser jedoch nicht zu gebrauchen. Zusätzlich muss sich der Nutzer vorher noch mit dem OptoWheel vertraut machen: Im Gegensatz zum gewohnten Scrollrädchen spürt man hier keinen Widerstand. Nach etwas Übung stellt dies jedoch kein Problem mehr dar. Bei der Nutzung von Office-Programmen und beim Surfen funktioniert das OptoWheel mindestens genauso gut wie ein Rad.

Fazit: gewöhnungsbedürftig

Die kabelgebundene Maus ist mit ihren Maßen von 105x58x25 Millimetern recht kompakt, vor allem aber sehr flach, da sie nicht ergonomisch gewölbt ist. Das Hochglanz-Gehäuse macht zwar einiges her und passt gut zu den aktuellen Notebooks in Klavierlack-Optik oder in Silber, eignet sich für ein Eingabegerät jedoch weniger gut, da es Fingerabdrücke anzieht. An der Verarbeitung gibt es nichts auszusetzen, lediglich der silberne Rahmen erweckt den Eindruck, dass hier nach einiger Zeit die Farbe abblättert. Die Steuerung funktioniert in Bezug auf das OptoWheel wie auch bei der Traveler 515 Laser einwandfrei, allerdings bereiten die versteckten Maustasten Schwierigkeiten. Wer keine Lust hat, sich auf die veränderte Handhabung einzustellen, sollte lieber die Finger von der Maus lassen. Der vom Hersteller empfohlene Preis von 29,99 Euro ist zwar aufgrund des OptoWheels in Ordnung, wiegt aber den fehlenden Bedienkomfort der Tasten nicht auf.

Name: Traveler 525 Laser
Hersteller: Genius
Internet: www.genius-europe.com
Preis: UVP 29,99 Euro
Technische Daten
Abmessungen: 105x58x25 mm
Gewicht: 94 Gramm
Auflösung: 1600 DPI (nicht verstellbar)
Programmierbare Tasten: drei Stück
Schnittstelle: USB
Betriebssysteme: Windows 2000, 2003, XP, XP x64, Vista, Mac OS X ab Version 10.2.8
Besonderheiten: optischer Scroll-Sensor, versteckte Maustasten, zwei Sondertasten für Vista-Nutzer
Lieferumfang: Laser-Maus, Software-CD, Handbuch
Pro & Contra
1600-DPI-Laser
für Links- und Rechtshänder geeignet
präzise Steuerung
schönes Design
hakelige Steuerung aufgrund der verdeckten Tasten
unkomfortabel, da zu flach
Bewertung:
Ergonomie/Handhabung (50%): ausreichend
Ausstattung (20%): gut
Verarbeitung (20%): gut
Software (10%): gut
Gesamt: befriedigend (3,0)
Preis-Leistung: befriedigend

(Saskia Brintrup)

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