Testbericht

Hybrid-Empfang: Vodafone TV-Center im Test

In Blütenweiß kommt sie daher, aber sie hat es faustdick hinter den Ohren: Ob Satellit, IPTV oder Kabel - die Set-Top Box von Vodafone macht's mit allen. Onlinekosten hat das Vodafone TV Center mit Videorekorder, EPG und Co auf den Prüfstand gestellt.

Vodafone TV CenterSchmucke Fernbedienung für den Receiver im Weiß-Schwarz-Design.© onlinekosten.de

Schmal, weiß und stylisch kommt es daher: Catwalk-tauglich ist das Vodafone TV Center 1000 mit seiner ansprechenden weißen Fernbedienung allemal. Das fand auch die Jury des diesjährigen iF product design award und heftete ihm wegen seiner überzeugend konzipierten Fernsteuerung 2011 die Preis-Plakette für gute Gestaltung ans Revers.

Drei Tuner-Typen sorgen für Hybrid-Empfang

Aber der TV-Receiver ist nicht nur schön, sondern auch "clever": Er beherrscht alle drei aktuellen TV-Zugangswege: Fernsehen via Kabel, Satellit und IPTV. Der Vorteil: Die DSL-Bandbreite bleibt fürs Surfen und Downloads frei, wenn ein bestehender TV-Anschluss über Kabel oder Satellit zur Verfügung steht.

Sparfüchse hingegen können ihren Kabelanschluss kündigen und über DSL und Satellit fernsehen. DSL 6000 soll reichen, Fachleute empfehlen aber mindestens 16 Megabit pro Sekunde für störungsfreien Fernsehempfang per Internet. Vodafone verspricht HD-Qualität bei 9,7 Megabit pro Sekunde. Klingt reizvoll bei einem Basisangebot von 18 HD-Sendern, Videos und Senderpakete nicht eingerechnet. Aber hält das Hybridgerät auch, was es verspricht? Onlinekosten.de hat es ausgepackt und den Fernseh- und Radio-Empfänger mit integriertem Videorekorder getestet.

Eingangs erwähnt wurden bereits die im Inneren des Receivers werkelnden drei Tuner-Typen, die jeweils auf Satelliten-, Kabel- und IPTV-Empfang spezialisiert sind. Auch sonst ist alles dabei, was ein aktueller TV-Empfänger an Bord haben muss. Eine elektronische Programmzeitschrift (EPG) gibt Übersicht über 14 Tage Sendeprogramm. Ein Videorekorder mit 320 Gigabyte bietet ausreichend Platz für zahlreiche Folgen der Lieblingssoap. Der einblendbare Mini-Guide erlaubt Vorschau und Programmieren anderer Beiträge, ohne dass der Nutzer die aktuelle Sendung verlassen muss. Lediglich ein integrierter DVD-Player fehlt.

Dafür bietet das Center bis zu 90 Minuten zeitversetztes Fernsehen sowie Teletext, Radio und eine Favoritenliste. Eine wichtige Sendung zu verpassen, ist fast unmöglich: Die Erinnerungsfunktion blendet je nach Einstellung einen Hinweis auf die nahende Lieblingsshow ein oder schaltet zum kritischen Zeitpunkt direkt auf den entsprechenden Sender um. Und wer ganz sicher gehen will, kann gleich eine ganze Fernsehserie zur Aufnahme vormerken. Alles das konfiguriert der Nutzer mit wenigen Schritten über die leicht verständliche Mediathek. Ein automatisches Update sorgt dafür, dass der Center-Nutzer softwaretechnisch immer auf dem neuesten Stand ist.

Wechselbare 320 GB Festplatte

Im Zentrum des Redaktionstests steht der TV-Empfang per Satellit. Dank alles in allem übersichtlicher Kurz-Beschreibung ist der weiße Drillings-Empfänger zügig mit TV-Gerät, Satellitenkabel und Internetkabel verbunden. Mit 3,70 Meter Länge hat der Hersteller dem Receiver ein stattliches Stromkabel spendiert. Auch ein HDMI-, ein Netzwerk- und ein Scartkabel liegen der Verpackung bei.

Die wechselbare Festplatte wird seitlich in einen dafür vorgesehen Schacht des digitalen Festplatten-Rekorder eingeschoben. Praktisch im Schadensfall, denn so kann sie im Gegensatz zu den Kompaktgeräten leicht ausgetauscht werden.

Über das Internet saugt sich das Gerät dank VDSL-Leitung zügig in wenigen Minuten die entsprechende Software und legt gleich los mit dem Installationsprozess, der auch den Laien vor keine großen Schwierigkeiten stellt. Der Umkehrschluss: Ganz ohne Internetzugang ist der Betrieb der Set-Top-Box nicht möglich.

Nicht-Vodafone-Kunden können zwar Sendungen aufnehmen und den EPG nutzen, müssen auf vollen Leistungs-Umfang wie den Zugriff auf die rund 3.000 Filme der Videothek und Zusatz-TV-Pakete wie Kindersendungen, Dokus und türkisch-, polnisch-und russisch-sprachige Bundles verzichten. Die Fußball Bundesliga ist bei Vodafone anders als bei Konkurrent Telekom (Liga Total) nicht im Angebot. Wer einen Satellitenanschluss besitzt, soll aber in Kürze die Bundesliga über Sky empfangen können, verspricht Vodafone.

Mediathek: Fernsehen nach Plan

Nach Abschluss der Installation und automatischem Sender-Suchlauf führt ein Einstiegs-Video den Nutzer in die Grundbegriffe der Vodafone TV-Welt ein. Über Satellit (Astra) stehen laut Menü 526 Fernsehsendungen und 132 Radiostationen zur Verfügung, darunter ARD und ZDF in HD, RTL und RTL II, Vox, Pro7, SAT1 und Kabeleins, KIKA, Eurosport und viele mehr. Das Planen und Erinnern von Aufnahmen funktioniert im Test auch ebenso tadellos wie das Aufnehmen von Sendungen.

Auch Teletext, Erinnerungsfunktion und zeitversetztes Fernsehen stellen kein Problem dar. Die Sender-Favoritenliste lässt sich allerdings nicht konfigurieren. Dafür ist die Übertragung meist klar und ruckelfrei. Einziges Manko: Der Satellit-Empfang hängt von den Launen des Wetters ab. So sind bei Sturm der sonst gute Empfang und das klare Bild öfter gestört; allerdings ist das auch abhängig vom Durchmesser der genutzten Satellitenschüssel auf dem Dach.

Fazit

Wer nicht verkabelt ist und beispielsweise noch nach einer Alternative sucht, weil im Frühjahr 2012 das analoge Satellitensignal abgeschaltet wird, macht mit dem Vodafone TV-Center keinen schlechten Griff. Durch das elegante Design hat das Gerät durchaus auch dekorativen Charakter, zumal sich die weiße Fernbedienung angenehm von Stereo-, Radio- und Fernseher-Steuerung auf dem Couchtisch abhebt. Das Rundum-Sorglos-Paket mit Videothek und Extra-Bundles gibt es allerdings nur für Vodafone-Kunden, die wiederum von der Verfügbarkeit des Vodafone-Netzes am Wohnort abhängen.

Neukunden erhalten das IPTV-Angebot inklusive Vodafone TV-Center bei Buchung des DSL plus TV Paket für monatlich 34,95 Euro, Fremdnutzer können das Gerät kaufen, anschließen und EPG und Videorekorder verwenden, von Video on Demand und anderen Optionen sind sie allerdings ausgeschlossen. Fußballfans werden angesichts der fehlenden Bundesliga die Nase rümpfen und doch eher auf die Telekom setzen, die LIGA total als Zubuch-Option für ihr Entertain-Paket anbietet.

(Dorothee Monreal)

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