Testbericht

Vodafone Mobile TV im Test

UMTS-TV-Dienst von Vodafone kann durch viele Programme überzeugen. Trotzdem bleibt ein großes Manko: Handydisplays sind für den TV-Konsum noch zu klein.

Vodafone© Vodafone GmbH

Wenn es darum geht, UMTS-Produkte zu vermarkten, ist der Düsseldorfer Mobilfunk-Netzbetreiber Vodafone in Deutschland führend. So ist das Unternehmen nicht nur Marktführer im Verkauf von Datenkarten für Notebooks, sondern auch stets darum bemüht neue UMTS-Dienste auf dem Multimedia-Portal Vodafone live! zu starten. Eines der erfolgreichsten Angebote ist der Dienst Mobile TV. Kürzlich hatte Vodafone-Technikchef Hartmut Kremling auf einem Workshop in Düsseldorf bekannt gegeben, dass zehn Prozent des gesamten Daten-Umsatzes durch TV-Dienste erwirtschaftet werden – Tendenz steigend. onlinekosten.de hat sich das Mobile-TV-Angebot von Vodafone genauer angesehen.

Zu den Fakten

Um Vodafone MobileTV nutzen zu können, sind zwei Dinge Voraussetzung: ein UMTS-Handy sowie die Verfügbarkeit eines UMTS-Netzes. Das UMTS-Netz von Vodafone ist inzwischen in über 2.000 Städten verfügbar, besonders in ländlichen Regionen sowie entlang von Autobahnen und auf Bahnstrecken sind aber noch Lücken in der UMTS-Versorgung zu beklagen.

Bei verfügbarem UMTS-Netz ist der MobileTV-Dienst über das live!-Portal von Vodafone abrufbar. Das Programmangebot ist aufgeteilt in kostenlose Basis- und kostenpflichtige Top Entertainment-Programme. Zum Zeitpunkt unseres Tests waren insgesamt 32 Sender nutzbar, das Angebot wird von Vodafone allerdings laufend aktualisiert und erweitert.

Basis-Programme

  • CinemaTV
  • DTM-Channel
  • Eurosport (live)
  • FashionTV
  • KurzfilmTV
  • MTV Mobile
  • n-tv (live)
  • WetterTV (live)

Top Entertainment-Programme

  • 24
  • AXN
  • Boomerang (live)
  • CNN Mobile (live)
  • Comedy World
  • EuroD (live, türkisch)
  • ExtremSports
  • GZSZ
  • HBO Mobile – Sex & The City
  • Kabel Eins Mobile
  • MTV (live)
  • National Geographic Channel
  • Nick
  • Pro Sieben Mobile
  • SAT.1 Mobile
  • Schmetterlinge im Bauch
  • Verliebt in Berlin
  • Viva Mobile
  • Vodafone Freistoß
  • Warner Bros. - Smallville

Auf Wunsch auch Erotik

Neben diesen Programmen werden über MobileTV ferner Inhalte von vier Erotik-Programmen (Playboy TV, Private, BlueTV und Vivid) auf das Handydisplay übertragen. Tagsüber müssen volljährige Kunden eine Zugangs-PIN eingeben, zwischen 22 und 6 Uhr sind die Programme frei empfangbar.

Bei den deutschen Seifenopern "GZSZ", "Schmetterlinge im Bauch" und "Verliebt in Berlin" wird Fans ein besonderer Bonus eingeräumt. Noch bevor die aktuelle Folge am Abend im Fernsehen läuft, kann die Episode am Mittag vorab abgerufen werden. Die Top Entertainment- und Erotik-Programme werden über monatliche Pakete mit einem fest definierten Inklusivvolumen angeboten. Sowohl für die aktuell 20 Top Entertainment-Programme als auch für die vier Erotikprogramme werden jeweils zwei Volumenpakete sowie eine Flatrate bereitgestellt. Als Schnupperangebot gibt es die Top Entertainment-Pakete im ersten Monat kostenlos.

Ein Blick auf die Kosten

Monatlich 60 Minuten Top-Entertainment-Programm werden von Vodafone mit drei Euro in Rechnung gestellt. Wer zwei Stunden im Monat die Premium-Programme nutzen möchte, muss fünf Euro zahlen. Jede über das monatliche Inklusivvolumen hinausgehende Minute kostet 15 Cent. Alternativ bietet Vodafone für zehn Euro auch eine Flatrate für den unbegrenzten Empfang der Top Entertainment-Kanäle an. Die Flatrate für die vier Erotik-Programme kostet monatlich 15 Euro. Eine Nutzungsstunde der "heißen" Kanäle wird mit fünf Euro, zwei Stunden mit 7,50 Euro in Rechnung gestellt. Jede weitere Minute kostet 30 Cent.

In allen Volumenpaketen wird im Fünf-Minutentakt abgerechnet. Der Senderwechsel ist während eines Abrechnungstaktes möglich. Die Mindestvertragslaufzeit beträgt einen Monat und verlängert sich um einen weiteren Monat, wenn das kostenpflichtige MobileTV-Paket nicht gekündigt wird.

Bundesliga live für 7,50 Euro extra im Monat

Fußball-Freaks steht neben dem Premium-Kanal Vodafone Freistoß auch die Möglichkeit offen, Spiele der Fußball Bundesliga und 2. Bundesliga auf dem Handy live zu verfolgen. Für 7,50 Euro im Monat werden die Spiele entweder einzeln oder per Konferenzschaltung übertragen. Nachteil: Für das Live-Abo gilt eine Mindestvertragslaufzeit von einem Jahr. Immerhin verzichtet Vodafone auf die Berechnung von Kosten während der Sommer- und Winterpause.

Soviel zunächst zu den nackten Zahlen. Am Ende ist allerdings entscheidend, wie sich der Dienst in der Praxis nutzen lässt. Hierzu haben wir das MobileTV-Angebot mit dem neuen KU800 von LG, das exklusiv bei Vodafone erhältlich ist, genauer unter die Lupe genommen.

Um den MobileTV-Dienst nutzen zu können, muss zunächst eine Verbindung zum Vodafone live!-Portal hergestellt werden. Hierbei ist zu beachten, dass das Surfen auf dem Multimedia-Portal je nach gewähltem Tarif extra kostet. So fallen etwa bei den KombiTarifen keine weiteren Kosten an, in anderen Tarifen empfiehlt sich die Buchung der Tarifoption HappyLive! UMTS . Für fünf Euro extra im Monat kann dann ohne Limit im live!-Portal gesurft werden.

Einstieg in die TV-Welt

Mit einem Klick auf den MobileTV-Link öffnet sich die Startseite des Fernseh-Angebots. Hier wird auf ein aktuelles Programmhighlight mit grafischer Unterstützung eines Bildes hingewiesen, darunter sind zahlreiche einzelne Programme verlinkt. Die Einblendung von Sendername und Senderlogo erleichtert dabei die Navigation. Auf der Startseite nicht dargestellte Kanäle können mit einem Klick auf einen "mehr"-Button angezeigt werden.

Nach Auswahl eines Senders wird eine neue Seite geladen, die Informationen zum Inhalt des Programms sowie die möglicherweise anfallenden Kosten anzeigt. Mit einem weiteren Klick auf "Einschalten" wird der Stream in einem speziellen Videoplayer gestartet. Auf Wunsch hat der Nutzer die Möglichkeit, auf einen Vollbildmodus zu wechseln.

MobleTV im Praxistest

Im Praxistest konnte das TV-Angebot von Vodafone durch eine große Programmvielfalt und schnelle Ladezeiten auf dem live!-Portal überzeugen. Auch die Qualität des Streams war überall dort, wo ein UMTS-Netz verfügbar war, akzeptabel. Getestet haben wir dies sowohl an unserem Redaktionssitz in Hürth als auch in Köln, Münster, Kamen und Dortmund.

Dennoch muss festgestellt werden, dass das Handy-Fernsehen keinen Ersatz für den heimischen Fernseher darstellt. Das Bild wirkt insbesondere bei schnellen Bildfolgen wie zum Beispiel bei Sportübertragungen oder Laufbändern im aktuellen Programm unscharf. Zum Teil kommt es sogar zu starkem Rucklern oder Pixelfehlern im Bild.

Das größte Problem sind jedoch die kleinen Handy-Displays: Selbst bei einer diagonalen Abmessung von zwei Zoll sind etwa Zwischenstände bei Sportübertragungen kaum zu entziffern. Bei Tennis- oder Fußballübertragungen überhaupt dem Spielball folgen zu können, erfordert eher höchste Konzentration als dass es mit Entspannung möglich ist. Serien, Cartoons oder Nachrichten machen hingegen auch auf dem Handy-Display richtig Laune und sorgen auch unterwegs für Abwechslung und Unterhaltung.

Fazit: Brauchbarer Pausenfüller

Vodafone, Pionier in der UMTS-Vermarktung in Deutschland, bietet mit MobileTV einen durchaus brauchbaren Fernsehdienst für unterwegs. Insgesamt 32 verfügbare Programme lassen kaum Langeweile aufkommen. Kinder werden durch speziell auf sie zugeschnittene Inhalte ebenso angesprochen wie sportbegeisterte Nutzer oder Personen, die auf der Suche nach neuesten Nachrichten oder der aktuellen Folge ihrer Lieblingsserie sind. Wer sein eigenes Nutzungsverhalten nicht einschränken möchte, muss dank TV-Flatrate kein finanzielles Risiko fürchten.

Auf einen letzten Hemmschuh möchten wir an dieser Stelle allerdings noch hinweisen. Wer unterwegs auf einem UMTS-Handy TV schaut, sollte ein Ladegerät griffbereit halten und sich in der Nähe einer Steckdose aufhalten. Der UMTS-Stream erfordert nicht nur eine ständige Datenverbindung, auch das dauerhaft beleuchtete Handy-Display ist ein wahrer Stromfresser. In unserem Praxistest konnten wir mit einem voll aufgeladenen Akku nicht viel mehr als 45 Minuten fernsehen.

(Hayo Lücke)

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