Testbericht

Video on Demand von Arcor im Test

Arcor, Maxdome und T-Online, alle setzen auf Video-on-Demand. Doch wer bietet den besten Service, die kleinsten Preise, die größte Auswahl? onlinekosten.de hat das Angebot von Arcor näher unter die Lupe genommen.

Arcor, Maxdome und T-Online, alle setzen auf Video-on-Demand. Doch wer bietet den besten Service, die kleinsten Preise, die größte Auswahl? onlinekosten.de hat das Angebot von Arcor näher unter die Lupe genommen.

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Arcor, Maxdome und T-Online, alle setzen auf Video-on-Demand. Doch wer bietet den besten Service, die kleinsten Preise, die größte Auswahl? onlinekosten.de wird in den kommenden Wochen die wichtigsten Video-on-Demand-Portale testen. Eine der Online-Videotheken haben wir bereits genauer unter die Lupe genommen: das Video-on-Demand-Angebot von Arcor.

VOD Pionier Arcor

Arcor ist eines der ersten deutschen Unternehmen, das Spielfilme und Dokumentationen kostenpflichtig über das Internet zum Download angeboten hat. Arcor Video-on-Demand (VOD) gibt es bereits seit November 2001. Das Portal hat nach Angaben von Arcor heute mehr als 100.000 registrierte Nutzer und verzeichnet bis zu 10.000 Downloads pro Monat.

Spielfilme: Kleine Auswahl

Der Kunde hat bei Arcor VOD die Wahl zwischen etwa 1.300 Filmen, darunter rund 400 Spielfilmen. Das restliche Angebot besteht aus Kinder- und Jugendfilmen, Dokumentationen, E-Learning-Videos und Erotikfilmen. In einem online abrufbaren Katalog können Videos rund um die Uhr ausgewählt und auf den PC herunter geladen werden. Auf dem PC steht dann einer 24-stündigen Nutzung nichts im Wege.


Der Vorteil hierbei ist, dass auch die Nutzer von langsameren DSL-Anschlüssen unter zwei Megabit pro Sekunde (Mbit/S) die Filme ruckelfrei betrachten können, wenn die Datei erst einmal auf dem Computer gespeichert ist. Mit einer zwei Mbit/s schnellen Internetverbindung dauert der Download eines 90-minütigen Spielfilms etwas länger als eine Stunde.

Das Spielfilm-Angebot selbst bringt Kino-Fans bei Arcor aber nicht zum Jubeln. Aktuelle Spielfilme findet der Kunde im virtuellen Videoregal von Arcor kaum. Die meisten Filme sind bereits älter oder so genannte B-Movies, da Arcor keine Kooperation mit den großen US-Filmrechteinhabern hat. Dafür werden Dokumentarfilm-Fans bei Arcor VOD wahrscheinlich glücklicher: Arcor bietet eine große Auswahl von BBC-Exklusiv, Discovery Channel, National Geographic, History Channel und Spiegel TV. Bevor der Kunde seinen ausgesuchten Film kaufen kann, muss er sich bei Arcor VOD anmelden. Um Filme mit einer Altersfreigabe ab 18 Jahren sehen zu können, ist zudem eine gesonderte Freischaltung erforderlich.

Angebot ab 18 freischalten

Hierzu muss der Kunde einen Antrag stellen und das ausgefüllte Formular plus Personalausweis zur einer Filiale der Post bringen. Dort wird das Alter überprüft und nach einer Bearbeitungszeit von einigen Tagen schaltet Arcor den Zugang auch für die Erwachsenen-Filme frei. Bezahlt werden die Film-Downloads per Bankeinzug, Abrechnung über die Arcor-Telefonrechnung oder per Click&Buy.

Technik-Check

Nach erfolgreicher Freischaltung steht dem gemütlichen Filmabend fast nichts mehr im Weg. Vor dem Download gibt es die Möglichkeit, die technischen Voraussetzungen einem Check zu unterziehen. Über ein kleines Fenster teilt die Arcor-Software dem Nutzer etwa mit, ob der Browser kompatibel, wie schnell die Internetverbindung und wie lange der Filmdownload dauern wird.

Ist eine der technischen Voraussetzungen nicht erfüllt, so werden dem Nutzer über das Fenster Lösungsvorschläge mitgeteilt. Die Anweisungen sind verständlich und leicht umzusetzen, so dass der VOD-Kunde nicht lange nach einer eigenen Lösung suchen muss. Sind die technischen Voraussetzungen erfüllt, so kann der Download des gewünschten Films gestartet werden. Hier stehen drei verschiedene Kompressionsraten zur Verfügung: 800 Kilobit pro Sekunde (kbit/s), 1.500 kbit/s und 2.000 kbit/s.


Film beim Download starten

Die Videos sind im WMV-Format codiert, die Variante mit 800 kbit/s liefert eine Auflösung mit 528 mal 224 Pixel und 64k-Stereo-Ton, die zweite Variante liefert 704 mal 300 Pixel und 128k-Stereo-Ton. Variante Drei bringt es auf 720 mal 308 Pixel und 5.1 Surround-Sound, ist aber nicht bei allen Spielfilmen erhältlich. Beim Downloadstart öffnet sich ein Fenster, in dem der Fortschritt angezeigt wird.

Wer über eine schnelle Breitbandverbindung verfügt, kann den Film bereits ansehen, während der eigentliche Download noch läuft. In dem Downloadfenster verfärbt sich der Fortschrittsbalken von rot auf grün, wenn ein ausreichender Datenpuffer auf der Festplatte angekommen ist. Bei einem Testdownload über eine zwei Mbit/s schnelle Internetverbindung ruckelte das Bild allerdings so stark während der Download noch lief, dass der Film erst nach dem vollständigen Dateidownload angesehen werden konnte. Die herunter geladenen Filme können 24 Stunden lang auf dem Computermonitor oder auch auf dem Fernseher über einen angeschlossenen Multimedia-PC angesehen werden. Die Dateien sind über Digital-Rights-Management (DRM) von Microsoft geschützt. Aus diesem Grund läuft Arcor-VOD auch nur unter Windows. Mac- und Linux-Nutzer werden leider ausgesperrt. Um den VOD-Dienst von Arcor nutzen zu können, müssen außerdem der Windows Media Player und der Internet Explorer von Microsoft verwendet werden.

Zeitlich begrenzte Lizenz

Der 24-Stunden-Zeitraum beginnt, wenn der Film zum ersten Mal gestartet wird. Beim ersten Start fordert der Windows Media Player eine gültige, zeitlich begrenzte Lizenz an, ohne die der Film nicht gestartet werden kann. Wer allerdings den Weg zur nächsten Videothek nicht scheut, wird zumindest die Spielfilme dort meist günstiger entleihen können.

Arcor berechnet pro Spielfilm meist 3,50 Euro für 24-Stunden. Die Dokumentationen kosten zwischen 1,50 und 2,99 Euro. Spiegel TV Reportagen gibt es für 1,99 Euro mit einer Lizenz für sieben Tage.

Fazit: Technisch sehr gut

Technisch ist das Video-on-Demand-Angebot von Arcor sehr gut. Der Download funktioniert reibungslos. Besonders für Kunden mit DSL-1000-Verbindungen ist das Arcor-Angebot geeignet, da Arcor nicht streamt, sondern die komplette Datei auf die Festplatte wandert. So können die Filme nach dem Download ohne Ruckler und in einer guten Qualität auch offline wiedergegeben werden. Beim Streaming könnte es mit DSL-1000 Probleme geben. Auch der Technik-Check wurde benutzerfreundlich und verständlich gestaltet. Die Auswahl an Dokumentationen ist groß, das Spielfilm-Angebot lässt allerdings zu wünschen übrig.

Die Spielfilm-Preise sind zudem sehr hoch angesetzt. Für 3,50 pro Film und 24-Stunden Wiedergaberecht ist der Weg zur Videothek oft noch die günstigere Alternative bei einer meist weitaus größeren Auswahl.

(Denise Bergfeld)

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