Testbericht

Unterwasser-Musik: Speedo MP3-Player im Test

Sommerzeit ist Urlaubszeit, fehlt nur noch das passende Gadget. Wir haben den Aquabeat von Speedo getestet – einen wasserfesten MP3-Player, der schwimmen und tauchen kann.

Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com
Die passende Musik zu jeder Gelegenheit per MP3-Player ist kaum noch wegzudenken. Im Sommer wächst mit steigenden Temperaturen außerdem der Wunsch nach einer Abkühlung im See, Swimmingpool oder zumindest unter der Dusche. Wie schön, wenn auch dort das Lieblingsalbum mit dabei sein kann. Speedo, eigentlich bekannt als Hersteller von Schwimmartikeln wie Bekleidung oder Brillen, hat dazu den Aquabeat herausgebracht – einen wasserdichten MP3-Player. Die Redaktion von onlinekosten.de hat sich mit dem Fliegengewicht in die Fluten gestürzt.

Bis zu drei Meter tief Musik hören

Einen herkömmlichen Player sollte niemand mit ins Wasser nehmen, wenn das Gerät nicht vorzeitig das Zeitliche segnen soll. Der Aquabeat soll solche Strapazen allerdings überstehen, auch in der Badewanne oder unter der Dusche. Der Nutzer kann den kompakten Musikspieler dabei bis zu einer Tiefe von drei Metern mitnehmen: So wird das Bahnenziehen im Freibad zum Vergnügen und vom schlechten Radiosound genervte Musikfans können sich beim Duschen über ihr eigenes Programm freuen. Der Aquabeat ist nur 61x46x20 Millimeter groß und somit ähnlich klein wie der Zen Stone Plus von Creative. Mit einem Gewicht von 35 Gramm ist er zwar etwas schwerer, jedoch immer noch ein absolutes Leichtgewicht.

Schwimmt sogar im Wasser

Er ist in drei verschiedenen Farben erhältlich – Pink, Grün und Schwarz – und besteht aus einem griffigen Material, sodass er dem Nutzer beim Wassersport nicht aus der nassen Hand rutscht. Hierzu passen auch die robusten, deutlich beschrifteten Tasten zum Vor- und Zurückspringen oder zum Anpassen der Lautstärke. So sieht der Aquabeat zwar nicht filigran oder edel aus, wirkt aber aufgrund der guten Verarbeitung und des Designs trotzdem nicht klobig, sondern eher sportlich. Sollte der Player am Beckenrand dann doch einmal entweichen, sinkt er nicht in die Tiefe und schwimmt stattdessen auf der Oberfläche. Im Lieferumfang enthalten sind ein USB-Kabel, ein Verlängerungskabel, farblich passende In-Ear-Hörer mit Bügeln und verschiedenen Stöpsel-Aufsätzen als Ersatz sowie eine Software-CD, eine Kurzanleitung und eine recht große Tragetasche, in der dies alles aufbewahrt werden kann.
Der Player wird über einen integrierten Akku mit Strom versorgt. Dieser muss zunächst aufgeladen werden, und zwar über den USB-Port des Computers oder Notebooks. Ein separates Netzteil liefert Speedo nicht mit. Auf der Oberseite in Nähe des Logos hat der Hersteller eine LED-Leuchte angebracht, die grün blinkt, sobald der Akku aufgeladen ist. Dies soll maximal zwei Stunden dauern.

Ungewohnt: kein Display

Nun kann das kleine Gerät mit Musik befüllt werden. Der Aquabeat bietet eine Kapazität von einem Gigabyte und wird automatisch als Wechseldatenträger erkennt, sodass die Dateien einfach per Copy&Paste in den Speicher wandern können. Er unterstützt Songs in den Formaten MP3 und WMA, DRM-geschütztes Material lässt sich leider nicht abspielen. Die beiliegende CD enthält neben einer Bedienungsanleitung noch die Software "Playlist Editor", mit der sich erwartungsgemäß Playlisten erstellen lassen. Dies ist ganz praktisch, zumal der Aquabeat komplett ohne Display auskommt und die Suche nach dem gewünschten Titel schnell zum Geduldspiel werden kann. Das Programm lässt sich zwar in Bezug auf die Oberfläche und die wenigen Funktionen sehr einfach bedienen, läuft jedoch nicht unter Windows Vista und ließ sich im Test auch nicht auf jedem XP-System installieren. Woran dies liegt, konnte schlussendlich nicht geklärt werden. Demnächst soll allerdings auch eine Vista-Version folgen.

An der Schwimmbrille tragbar

Getragen wird er entweder direkt an der Schwimmbrille oder – falls vorhanden – am Bikini-Träger: Hierzu steht an der Rückseite ein Clip bereit. Ansonsten kann er noch in einem Täschchen am verstellbaren Armband befördert werden, welches allerdings separat angeschafft werden muss. Die Bedienung ist aufgrund der wenigen Tasten absolut selbsterklärend. Der große Button auf der Vorderseite dient zum Vor- und Zurückspringen oder Stoppen, Spulen ist hingegen nicht möglich. Da der Nutzer wohl am häufigsten das nächste Lied anwählen wird, ist diese Seite der Taste für noch mehr Grip mit kleinen Gumminoppen versehen. Etwas gewöhnungsbedürftig ist das akustische Signal: Bei jedem Liedwechsel piept es im Ohr.
Die wasserdichten Ohrhörer passen sich dank der wechselbaren Stöpsel unterschiedlicher Größe an das Ohr des Trägers an, auch der Bügel kann verstellt werden. Ist alles eingestellt, sitzen sie bombenfest, aber trotzdem bequem im Gehörgang und verabschieden sich auch beim Joggen oder Headbanging nicht aus dem Ohr, ebenso wenig beim Schwimmen.

Wasserresistenz vs. Klang

So gut der Halt, so seltsam – zunächst – der Klang: Egal aus welchem Genre, die Songs ertönen etwas blechern und flach aus den Ohrhörern, Fans von satten Bässen werden ebenso enttäuscht sein. Leider gibt es auch keinen Equalizer, um den Sound aufzupolieren. Das Klang-Manko liegt allerdings nicht am Gerät, sondern an der Umgebung: Nutzt man den Player unter der Dusche, im Wasser oder aber an Land in Kombination mit anderen Ohrhörern, die nicht für den Gang ins kühle Nass konzipiert sind, macht der Kleine ganz schön etwas her. Dann kann sich der Nutzer auch über satte Sounds und Bässe freuen, wobei feine oder leise Töne minimal dumpf klingen. Dies passt allerdings zur Unterwasser-Atmosphäre, die maximale Lautstärke ist dabei mehr als ausreichend. Wer den Player an Land nutzt, wird das Kabel der Ohrhörer zu kurz finden. Da ein Verlängerungskabel dabei ist, stellt dies jedoch kein Problem dar. Die Akkulaufzeit soll laut Speedo bei bis zu neun Stunden liegen. Im Test hielt der kleine Dudler bei mittlerer Lautstärke sogar noch eine halbe Stunde länger durch.

Fazit: Gelungenes Urlaubs-Gadget

Der Aquabeat ist ein robuster, kompakter und federleichter MP3-Player, der vor allem im Sommerurlaub, beim Schwimmtraining oder sonstigen Aktivitäten zu Wasser seine Vorteile ausspielt. Wer solche Ansprüche an einen Musikplayer stellt, muss an Land mit den beiliegenden Ohrhörern Abstriche bezüglich der Soundqualität in Kauf nehmen. Immerhin sind sie sehr flexibel und auch für Nutzer mit großem Bewegungsdrang geeignet. Trotzdem greift der Musikfan auf dem Trockenen besser zu anderen Exemplaren, dann stimmt auch dort der Klang. Leider fehlt dem Aquabeat eine praktische Befestigungsmöglichkeit: Nicht jeder Nutzer planscht mit einer Schwimmbrille im Wasser oder möchte weiteres Geld für das Armband ausgeben. Alles in allem: eine gute Lösung für Wasserratten mit Faible für Musik.

Name: Aquabeat
Hersteller: Speedo
Internet: www.speedousa.com
Preis: 119 Euro
Technische Daten:
Schnittstelle: USB 2.0
Speicher: 1 GB Flashspeicher
Abmessungen: 61x46x20 Millimeter
Gewicht: 35 Gramm
Dateiformate: MP3, WMA
Lieferumfang: Player, Ohrhörer, Ersatz-Stöpsel, USB-Kabel, Verlängerungskabel, Kurzanleitung, Software-CD, Tragetasche
Besonderheiten: Wasserdicht, schwimmfähig
Pro & Contra:
wasserdicht bis zu drei Metern Tiefe
schwimmt an der Oberfläche
robust und griffig
einfache Bedienung, Plug&Play
festsitzende Ohrhörer zum Schwimmen
generell sehr guter Sound
unterstützt nur zwei Formate
kein Netzteil enthalten
Sound-Abstriche mit wasserfesten Hörern
keine zusätzlichen Features
Probleme mit der Software
Bewertung:
Klang (30%): gut
Laufzeit (20%): gut
Funktionsumfang (15%): befriedigend
Bedienung (15%): gut
Formatunterstützung (10%): befriedigend
Gewicht/Maße (10%): sehr gut
Gesamtnote: gut (2,15)
Preis-Leistung: gut

(Saskia Brintrup)

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