Kabelmodem mit integriertem WLAN-Router

Unitymedia Connect Box im Test mit 400 Mbit/s: Fit für Highspeed-Internet und schnelles WLAN

Unitymedia verspricht mit dem WLAN-Kabelrouter Connect Box schnelles WLAN, Unterstützung von Highspeed-Internet und Telefonie sowie eine leichte Einrichtung. Wie schlägt sich das Gerät in der Praxis? Unsere Redaktion konnte die Connect Box bereits an einem bis zu 400 Mbit/s schnellen Kabelanschluss testen, den Unitymedia demnächst anbieten wird.

Unitymedia Connect BoxWir haben die neue Connect Box von Unitymedia unter die Lupe genommen.© i12 GmbH

Linden – Der Kölner Kabelnetzbetreiber Unitymedia (www.unitymedia.de) hatte Ende November 2015 mit der Connect Box eine neue Hardware zur Nutzung von Internet und Telefonie über das Kabelnetz eingeführt. Das Unternehmen selbst bezeichnet die Connect Box als Kabelmodem, technisch handelt es sich aber um ein Kabelmodem mit integriertem WLAN-Router (Kabelrouter). Die Connect Box ist der Nachfolger des unter anderem wegen der relativ schwachen WLAN-Leistung bei Kunden eher ungeliebten Kabelrouters TC7200 von Technicolor.

Unitymedia-Kunden sollen mit der neuen Connect Box von einer einfachen Einrichtung und erheblich verbessertem WLAN profitieren. Das sowohl von dem taiwanischen Unternehmen Compal sowie von der US-Firma Arris hergestellte Gerät, das zusammen mit der Unitymedia-Muttergesellschaft Liberty Global entwickelt wurde, soll vor allem aber auch bereits für höhere Surfgeschwindigkeiten gerüstet sein: Anfang 2016 will Unitymedia Download-Bandbreiten von bis zu 400 Mbit/s einführen. Unsere Redaktion konnte die Connect Box bereits an einem Kabelanschluss mit 400 Mbit/s im Download sowie 20 Mbit/s im Upload testen. Wie schlägt sich der neue Kabelrouter im Alltags-Test?

Gehäuse und Anschlüsse: Dezentes Design - Gigabit-LAN und zwei Telefon-Anschlüsse

Connect Box UnitymediaAuf der Rückseite der Connect Box finden sich Anschlüsse für zwei analoge Telefone und vier Gigabit-LAN-Anschlüsse. An beiden Seiten des Kabelrouters befinden sich Lüftungsgitter zur passiven Kühlung.© i12 GmbH

Werfen wir zunächst einen Blick auf die äußeren Werte der in grauweißem Kunststoffgehäuse daherkommenden Connect Box. Das Design ist relativ schlicht, aber wohnzimmertauglich gestaltet. Unitymedia selbst spricht von einem "Hingucker". Mit Abmessungen von 220 x 75 x 160 Millimeter (H x B x T) ist die neue Unitymedia-Hardware nicht sonderlich kompakt. Der Kabelrouter soll aber ohnehin nur in vertikaler Position als Standgerät eingesetzt werden. Eine Wandhalterung ist nicht vorgesehen. Unitymedia empfiehlt für optimale Leistung eine Aufstellung an einem höheren Standort im Raum. Die beiden Seitenwände des Geräts sind komplett mit Lüftungsgittern überzogen. Diese passive Kühlung zahlt sich aus: Im Betrieb erwärmt sich die Unitymedia Connect Box kaum.

Auf der Rückseite des Gehäuses finden sich zwei RJ11-Anschlüsse zum Anschluss von zwei analogen Telefonen. Außerdem verfügt die Connect Box über vier Gigabit-LAN-Anschlüsse. Auch ein Reset-Schalter sowie ein Ein-/Ausschalter wurden auf der Gehäuserückseite platziert. Ein USB-Anschluss, der die Einbindung von externen Festplatten und Netzwerkdruckern in das Heimnetz ermöglicht, wurde der Connect Box nicht spendiert.

Im unteren Bereich der Vorderfront leuchten nach dem Start nacheinander drei grüne, grafisch gestaltete LEDs auf, die Auskunft geben über den Status von WLAN, Internet und Telefonie. Nach 90 Sekunden erlöschen diese LEDs. Lediglich eine weitere LED (Power) leuchtet während des Betriebs dauerhaft in Weiß. Ebenfalls auf der Vorderseite des Kabelrouters findet sich der WPS-Schalter zur automatischen drahtlosen Verbindung mit einem WPS-fähigen Endgerät. Auf der Unterseite der Connect Box gibt ein Aufkleber Auskunft zu WLAN-Passwort, der ab Werk verwendeten WLAN-Kennung (SSID), sowie dem Code für den Zugriff auf die grafische Benutzeroberfläche.

Connect Box Unitymedia LEDsNur die untere, weiße LED leuchtet im Betrieb dauerhaft.© i12 GmbH

Unitymedia Connect Box in drei Minuten einsatzbereit

Der Kabelrouter ist schnell angeschlossen, eine zum Lieferumfang gehörende bebilderte Kurzanleitung zeigt die erforderlichen Installationsschritte auf: Per Koax-Kabel erfolgt der Anschluss an die Kabeldose an der Wand, per Netzstecker wird das Gerät mit Energie versorgt. Mitgeliefert wird zudem ein Ethernet-Kabel zum direkten Anschluss eines Rechners an die Connect Box. Je nach Anschluss oder bestelltem Produkt erhalten Kunden gegebenenfalls unter anderem einen passenden Adapter zum Anschluss des Telefons. Ein ausführliches, interaktives Handbuch ist online unter www,unitymedia.de/connectbox abrufbar.

Nach dem Einschalten der Connect Box benötigt der Kabelrouter für den kompletten Startprozess rund drei Minuten. WLAN steht nach rund anderthalb Minuten, die Internet-Verbindung nach über zwei Minuten bereit. Erst zum Schluss ist auch die Telefonie einsatzbereit. Die Connect Box dürfte in der Regel rund um die Uhr in Betrieb sein und nicht jeden Abend ausgeschaltet werden. Es sei denn, es soll Strom gespart werden. Ohne Belastung ermittelten wir einen Stromverbrauch von rund 11,8 Watt. Bei Nutzung mehrerer Streams über mehrere Geräte erhöhte sich der Energieverbrauch nur gering auf rund 13 Watt.

"Bridge"-Modus ist auch bei der Connect Box deaktiviert

Unitymedia-Neukunden erhalten in der Regel Internetanschlüsse auf Basis von IPv6/DS-Lite, der Kabelrouter bietet sowohl Unterstützung für IPv4 als auch für IPv6. Wie bei allen Endgeräten von Unitymedia ist auch bei der Connect Box der sogenannte "Bridge Modus" zwar vorhanden, aber von dem Kabelnetzbetreiber deaktiviert. Der "Bridge Modus" erlaubt den freien Anschluss eines anderen WLAN-Routers. Laut Unitymedia lasse sich ein Router zwar an die Connect Box anschließen, dabei würde jedoch lediglich ein Subnetz gebildet. Von außen ist der Router damit nicht direkt erreichbar. In anderen Ländern, wie beispielsweise bei der ebenfalls wie Unitymedia zu Liberty Global gehörenden schweizerischen UPC, ist der "Bridge Modus" dagegen nutzbar. In einem Internet-Forum berichtete ein Unitymedia-Kunde, dass er den "Bridge Modus" der Connect Box per Benutzeroberfläche angeblich aktivieren konnte. In der auf unserem Testgerät aufgespielten Software-Version mit der Bezeichnung "CH7465LG-NCIP-4.50.18.15-1-NOSH" und der Hardware-Version 4.01 war eine solche Einstellmöglichkeit jedoch nicht vorhanden.

Die grafische Benutzeroberfläche der Connect Box: Einrichtung und Verwaltung per Browser

Die Verwaltung der Connect Box erfolgt über eine einfach bedienbare, grafische Benutzeroberfläche, die unter der Adresse 192.168.0.1 aufrufbar ist. Die Menüs stehen wahlweise in Deutsch sowie in zehn weiteren Sprachen zur Verfügung. Bei der Ersteinrichtung hilft ein Einrichtungsassistent. Nach Eingabe des Gerätepassworts ("Settings password"), das sich auf einem Aufkleber auf der Unterseite der Connect Box findet, werden Kunden aus Sicherheitsgründen zur Änderung des ab Werk vergebenen Gerätepasswortes, des WLAN-Namens und des WLAN-Passworts aufgefordert.

Connect Box Unitymedia StartseiteDie Startseite der Benutzeroberfläche der Connect Box.© i12 GmbH

Sind diese Schritte erledigt, präsentiert sich die Startseite der Benutzeroberfläche aufgeräumt und übersichtlich. Geboten wird ein Schnellstart-Konfigurations-Assistent, der das Konfigurieren der WLAN-Verbindung (Ändern von SSID und WLAN-Passwort), ein Netzwerk-Diagnose-Tool sowie eine Möglichkeit zur Änderung des Gastnetzwerks beinhaltet. Die "Connect Box Übersicht" gibt Aufschluss über den aktuellen Status des Geräts und zeigt die mit dem Kabelrouter per WLAN oder Ethernet-Kabel verbundenen Geräte an.

WLAN-Frequenz, Kanal und Kanalbreite einstellen

Connect Box Unitymedia WLAN SignalÜber die Benutzeroberfläche der Connect Box lassen sich diverse Einstellungen für die WLAN-Nutzung vornehmen.© i12 GmbH

In den "erweiterten Einstellungen" lassen sich diverse Justierungen zu WLAN, Sicherheit, DHCP und UPnP vornehmen. Bei Bedarf lassen sich beispielsweise einzelne Frequenzbereiche (2,4 GHz bzw. 5 GHz) aktivieren bzw. deaktivieren. Die Connect Box erlaubt die manuelle Wahl des WLAN-Modus oder eines Frequenzkanals, bietet aber auch die automatische Wahl des am wenigsten belasteten Kanals an.

Über eine Anzeige zur Belegung der diversen Kanäle durch andere WLAN-Geräte in der Nachbarschaft sowie zu weiteren Störsignalen, wie sie etwa bei den Fritz!Box-Routern von AVM zu finden ist, verfügt die Connect Box nicht. Einstellen lässt sich die Kanalbreite: 20 bzw. 40 MHz bei WLAN N (2,4 GHz) sowie 20, 40 oder 80 MHz bei WLAN AC (5 GHz). Zu beachten ist, dass beispielsweise bei einer Deaktivierung oder Aktivierung einer WLAN-Frequenz die Internetverbindung kurzzeitig abbricht und die Benutzeroberfläche neu aufgerufen werden muss.

Separates Gastnetzwerk - Kindersicherung deaktiviert

Unter "WLAN" => "Sicherheit" lässt sich für jedes Frequenzband die ab Werk vorgegebene SSID (WLAN-Netzwerkname) durch eine eigene ersetzen. Hier kann auch die WLAN-Verschlüsselung gewählt werden: "WPA2 – PSK" bzw. "WPA – PSK / WPA2 – PSK". Bei Bedarf lässt sich für einzelne Geräte ein Wireless Mac Filter einrichten: Anhand der Mac-Adresse wird der WLAN-Zugang erlaubt oder blockiert. Sollen Besucher nicht auf das reguläre Heimnetz, sondern ein separates drahtloses Netz zugreifen, ist mit wenigen Mausklicks ein Gastnetzwerk aktivierbar, das mit einem eigenen WLAN-Passwort geschützt werden kann. Eine Kindersicherungsfunktion ist bei der Connect Box zwar vorhanden, aber deaktiviert. Wie ein Unitymedia-Sprecher gegenüber unserer Redaktion erläuterte, erfülle der Funktionsumfang der Kindersicherung derzeit nicht die hohen Ansprüche des Unternehmens an eine solche Funktion. Der Kabelnetzbetreiber arbeite bereits an einem verbesserten Kindersicherungsangebot. Im Rahmen einer Software-Aktualisierung soll zeitnah eine ausgereifte Kindersicherungslösung für die Connect Box nachgeliefert werden.

Schutzfunktionen: Firewall integriert - DHCP-Server für IPv4 und IPv6

Ganz ohne Schutz müssen Unitymedia-Kunden aber nicht ins Internet. Die Connect Box hat eine integrierte Firewall an Bord, die ab Werk aktiviert ist und einen Basisschutz bietet. Aufgedeckt werden unter anderem Portscan-Aktivitäten. Zusätzlich können technisch erfahrenere Anwender auch Mac Filter sowie IP- und Port-Filter nutzen, um den Datenverkehr zu speziellen Geräten im Heimnetzwerk zu blockieren. Unitymedias neue Connect Box verfügt außerdem über einen DHCP-Server. Einstellen lässt sich, auf welche Weise die Connect Box IPv4- bzw. IPv6-Adressen vergibt. Aktivieren oder deaktivieren lässt sich auch UPnP (Universal Plug and Play). Ebenfalls eher an technisch versierte Nutzer richten sich die unter "Tools" abrufbaren Anwendungen wie Netzwerkstatus, Ping, Traceroute und MTU-Größe.

Fernzugriff nur bei Bedarf aktivieren

Im Admin-Bereich der Benutzeroberfläche lassen sich das Passwort ändern, die Connect Box wiederherstellen und neustarten oder der Fernzugriff aktivieren. Dieser erlaubt den Zugriff auf die Einstellungen der Connect Box von einem Gerät außerhalb des Heimnetzwerks. Da dieser ein Sicherheitsrisiko für das Netzwerk darstellt, rät Unitymedia zur Deaktivierung des Fernzugriffs, wenn er nicht benötigt wird. Unter "Admin" => "Information" erhält der Nutzer schließlich unter anderem Informationen zur aktuellen Hardware- und Software-Version der Connect Box.

Wer per Home Office arbeitet und zu Hause auf das Firmennetzwerk zugreifen möchte, kann dies auch mit der Connect Box sicher per VPN realisieren. Im Test konnten wir VPN problemlos unter IPv6 und DS-Lite nutzen.

Geschwindigkeit per LAN-Anschluss: Surfen mit mehr als 418 Mbit/s

Connect Box Unitymedia SpeedtestBis knapp über 418 Mbit/s ließen sich per LAN-Anschluss der Connect Box erreichen.© i12 GmbH

Doch wie steht es nun um die Internet-Leistung des neuen Unitymedia-Geräts in der Praxis? Die Connect Box unterstützt den Standard DOCSIS 3.0, zum Einsatz kommt die Intel Puma 6 Plattform mit 24 Downstream- und acht Upstream-Kanälen. Mit einem an einen der Gigabit-Ports per mitgeliefertem Ethernet-Kabel angeschlossenen Notebook erreichten wir Download-Bandbreiten von bis zu rund 418 Mbit/s, bei jeder Messung kamen wir zudem auf einen Upload von rund 20 Mbit/s. Wer seinen Rechner per Ethernet-Kabel mit der Connect Box verbindet, kann somit von der vollen Surfgeschwindigkeit des Highspeed-Kabelanschlusses von Unitymedia profitieren.

Der Kabelrouter ist nach Unternehmensangaben auch bereits für Bandbreiten bis zu 1 Gbit/s gerüstet. Allerdings sollten Kunden von dem Highspeed-Internetzugang auch nicht zu viel erwarten. Beim normalen Surfen im Netz, dem Aufrufen von Webseiten, macht sich die hohe Geschwindigkeit von über 400 Mbit/s kaum spürbar bemerkbar. Downloads großer Dateien sind dagegen schnell erledigt. Eine 1 GB große Testdatei konnten wir beispielsweise von einem FTP-Server in 32 Sekunden herunterladen.

WLAN-Funktionalität: Brutto-Datenrate von bis zu 1.300 Mbit/s per WLAN AC, 300 Mbit/s per WLAN N

Während der Vorgänger TC7200 lediglich WLAN 802.11n entweder auf 2,4 GHz oder 5 GHz bot, können Unitymedia-Kunden mit der Connect Box dank Dual Band parallel auf 2,4 GHz und 5 GHz zugreifen sowie schnelles WLAN 802.11ac (3x3 MIMO) nutzen. Über das 5-GHz-Frequenzband sind per WLAN AC Brutto-Datenraten von bis zu 1.300 Mbit/s erreichbar. Per WLAN N (2x2 MIMO) sind sowohl über 2,4 GHz als auch über 5 GHz maximal Brutto-Datenraten von 300 Mbit/s realisierbar. Für unseren Test nutzten wir den WLAN-AC-Adapter A610 von Netgear, der allerdings maximal 2x2 MIMO (Datendurchsatz bis zu 867 Mbit/s) unterstützte. Mit der optimalen Antennen-Ausstattung (3x3 MIMO) ausgerüstete Hardware ermöglicht die Nutzung noch höherer als der von uns gemessenen Bandbreiten.

Ohnehin ist zu berücksichtigen, dass die Surfgeschwindigkeit per WLAN von vielen Faktoren abhängt. Die WLAN-Leistung wird unter anderem von der baulichen Beschaffenheit der Wohnung, eventuell vorhandenen Störsignalen, der jeweiligen Netzbelastung und der genutzten Hardware beeinflusst. Unsere Messwerte, die wir online per speedtest.net sowie über den Unitymedia-Speedtest ermittelten, sind somit nur als grobe Richtwerte zu verstehen und können von Messungen an anderen Orten abweichen.

WLAN-Leistung der Unitymedia Connect Box in der Praxis

Connect Box Unitymedia speedtest.netBis zu 260 - 265 Mbit/s konnten wir mit der Connect Box per WLAN AC erreichen.© Ookla/speedtest.net

Wir hatten die Connect Box in der 1. Etage eines Wohnhauses platziert. Bei Messungen im gleichen Raum, in dem auch die Connect Box platziert war, kamen wir per WLAN AC auf maximale Download-Geschwindigkeiten zwischen 250 bis 265 Mbit/s, der Upload von rund 20 Mbit/s wurde stets voll erreicht. Im durch einen Flur getrennten Nachbarzimmer konnten wir immer noch Werte von 230 bis 260 Mbit/s im Download und jeweils den vollen Upload messen. Bei Messungen im Erdgeschoss nahm die WLAN-Stärke dann spürbar ab. Als Spitzenwert verzeichneten wir nur noch maximal 207 Mbit/s, der Upload blieb jedoch weiterhin konstant bei 19 bis 20 Mbit/s.

Reichweite von WLAN AC ist beschränkt

Erst als wir uns in den Keller begaben und somit zwei Etagen von dem Standort der Connect Box entfernt waren, brachen die Messwerte per WLAN AC drastisch ein. Die höchste Download-Rate kam nur noch auf rund 36 Mbit/s, der maximale Upload auf rund 12 Mbit/s. Meist lagen die Bandbreiten jedoch erheblich unter diesen Maximalwerten. Soll die Connect Box mehrere Stockwerke eines Hauses per WLAN AC versorgen, empfiehlt sich somit der Einsatz eines Repeaters zur Vergrößerung der WLAN-Reichweite. Unitymedia will die Connect Box nach eigenen Angaben im Laufe des Jahres um zusätzliche Geräte ergänzen. Erhältlich sein soll dann auch ein speziell auf die Connect Box zugeschnittener Repeater.

Wer noch kein WLAN-AC-fähiges Notebook, Tablet oder Smartphone besitzt, kann auf die Connect Box per WLAN nach 802.11n-Standard zugreifen. Die erreichbaren Bandbreiten liegen aber meist erheblich unter der Geschwindigkeit von WLAN AC. Über das 5-GHz-Frequenzband erreichten wir per WLAN N wenige Meter von der Connect Box entfernt vereinzelt bis zu rund 155 Mbit/s, meist jedoch um die 100 Mbit/s. Im Keller, wo wir mit WLAN AC bereits Probleme hatten, waren per WLAN N über 2,4 GHz immerhin noch bis zu rund 79 Mbit/s drin.

Mehrere parallele HD-Streams mit der Connect Box problemlos möglich

Wie verhält sich die Unitymedia Connect Box am 400 Mbit/s schnellen Kabelanschluss bei einem typischen Alltagsszenario eines mehrköpfigen Haushalts: Wir haben mit drei Geräten (Smart-TV, Notebook und Fire TV) per WLAN N sowie mit zwei Geräten (Notebook und Smartphone) per WLAN AC gleichzeitig HD-Inhalte gestreamt. Auf allen fünf Endgeräten wurden die Inhalte ruckelfrei angezeigt, zu einem Abbruch der WLAN-Verbindung kam es nicht. Alle verbunden Geräte wurden korrekt in der Benutzeroberfläche der Connect Box aufgeführt.

Telefonie: Unterstützung von zwei Telefonen und einer Rufnummer

Neben dem Internetzugang per LAN-Anschluss und WLAN unterstützt die Connect Box auch die Telefonie über das Kabelnetz. Zwei analoge Telefone lassen sich an die RJ11-Anschlüsse des Kabelrouters anschließen. Im Test funktionierte die Telefonie mit einem angeschlossenen analogen Telefon auf Anhieb, die Sprachqualität war gut. Die Telefonie-Zugangsdaten erhält der Kunde nicht, in der Benutzeroberfläche der Connect Box gibt es zudem keine Einstellmöglichkeiten für das Telefonieren. Nutzen lässt sich lediglich eine Rufnummer und eine Leitung. Werden mehrere Rufnummern sowie zusätzliche Telefon-Funktionen benötigt, bleibt nur die Buchung der Telefon Komfort-Option für 4,99 Euro monatlichen Aufpreis. In diesem Fall stellt Unitymedia-Kunden statt der kostenlosen Connect Box die Fritz!Box 6490 Cable als WLAN-Router und Telefonzentrale zur Verfügung.

Verfügbarkeit: Connect Box derzeit nur für Neukunden

Die kostenlos angebotene Connect Box ist aktuell zunächst nur für Unitymedia-Neukunden bei Bestellung eines 2play- oder 3play-Comfort- oder Premium-Tarifs erhältlich. Im Laufe des Jahres sollen auch Bestandskunden zur Connect Box wechseln können. Die Konditionen sind noch nicht bekannt.

Fazit: Connect Box ist ein Quantensprung bei der WLAN-Leistung im Vergleich zum Vorgänger

Mit der Connect Box präsentiert Unitymedia einen einfach einzurichtenden und leistungsstarken WLAN-Kabelrouter. Das kostenlos erhältliche Gerät ist schnell angeschlossen und nach wenigen Minuten einsatzbereit. Im Betrieb lief die Connect Box stabil, Verbindungsabbrüche haben wir nicht festgestellt. Eine Firewall mit Basisschutz ist bereits an Bord, wenngleich erfahrene Anwender hier die eine oder andere Funktion vermissen werden. Die Telefonie funktionierte auf Anhieb problemlos. Die volle Leistung des Kabelanschlusses, auch künftiger Highspeed-Anschlüsse mit bis zu 400 Mbit/s und mehr, stellt die Connect Box ohne Murren per LAN-Anschluss bereit. Auch per WLAN AC geht es rasend schnell ins Internet. Zur Erzielung der maximal möglichen Bandbreiten über den drahtlosen Zugang müssen Kunden aber über entsprechend abgestimmte und optimierte Hardware verfügen, die WLAN AC mit 3x3 MIMO unterstützt.

Connect Box Unitymedia Testsiegel onlinekosten.de

Ein paar Kritikpunkte gibt es dennoch, die sich auch auf unsere Bewertung auswirken. Unitymedia hat sowohl den "Bridge Modus" als auch die Kindersicherungsfunktion deaktiviert. Letztere soll aber in verbesserter Form per Software-Update nachgeschoben werden. Auch ein USB-Anschluss zur Einbindung von externen Datenträgern oder eines Netzwerkdruckers kann die Connect Box nicht bieten. Zudem erfolgen Updates ausschließlich automatisch über Unitymedia, eine manuelle Aktualisierung ist nicht möglich.

Unter dem Strich überwiegt der positive Eindruck der Connect Box. Wir vergeben vier von fünf möglichen Sternen.

Produkt: Connect Box
Hersteller: Compal und Arris
URL www.unitymedia.de
Vertrieb: über Unitymedia (für Kabelkunden in NRW, Hessen und Baden-Württemberg)
Kunden mit COMFORT- oder PREMIUM-Tarif
Lieferumfang: Connect Box, Netzstecker, Ethernet-Kabel, Kurz-Installationsanleitung
interaktives Online-Handbuch: www.unitymedia.de/connectbox
Abmessungen: 220 x 75 x 160 Millimeter (H x B x T)
Stromverbrauch: mindestens 11,8 Watt
Ein-/Ausschalter vorhanden
Firmware: automatisches Update vom Kabelnetzbetreiber
Routerfunktion Dual Band WLAN-Router, DHCP-Server, Firewall
WLAN: IEEE 802.11 ac/n/g/b/a;
Unterstützung von 2,4 GHz und 5 GHz parallel (Dual Band);
WLAN AC: Brutto-Datenrate bis 1.300 Mbit/s (5 GHz / 3x3 MIMO)
WLAN N: Brutto-Datenrate bis 300 Mbit/s (2,4 GHz u. 5 GHz / 2x2 MIMO)
WPS (Wi-Fi Protected Setup),
Verschlüsselung: WPA2, WPA
Kabelanschluss: Kabelmodem gemäß EuroDOCSIS 3.0
unterstützt 24 Downstream- und acht Upstream-Kanäle
Telefonanschlüsse: Anschluss von zwei analogen Telefonen über RJ11-Buchsen
Netzwerk: vier 10/100/1000 BaseT Anschlüsse (Gigabit)
USB: nicht vorhanden
Weitere Anschlüsse: Koaxialeingang
Unser Testfazit zur Unitymedia Connect Box
Pro Contra
  • Ein Gerät für Internet und Telefonie
  • Dual Band WLAN 2,4 und 5 GHz
  • schnelles WLAN AC
  • volle Bandbreite per Gigabit-LAN
  • einfach bedienbare Benutzeroberfläche
  • Firewall mit Basisschutz integriert
  • stabile Verbindungen per LAN und WLAN
  • "Bridge Modus" deaktiviert
  • Kindersicherung deaktiviert
  • USB-Anschluss nicht vorhanden
  • Firmware-Updates nur über Kabelnetzbetreiber
  • keine Einstellungen für Telefonie

Jörg Schamberg

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