Spiele

Undercover: Operation Wintersonne im Test

Das Adventure-Game "Undercover - Operation Wintersonne" versetzt den Spieler in die Zeit des Zweiten Weltkriegs. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die Forschungen der Nazis an einem geheimen Waffenprojekt. onlinekosten.de hat das neue Adventure getestet.

Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com
Es ist der 8. Januar 1943. Wir befinden uns in London, der Zweite Weltkrieg wirft seine Schatten über das Land. Hier beginnt die Geschichte von "Undercover - Operation Wintersonne". In einer kleinen englischen Bar werden dem britischen Geheimdienst streng geheime Dokumente zugespielt. Doch die Undercover-Agenten sind nicht ohne fremde Hilfe in der Lage, die Dokumente vollständig zu entschlüsseln.


Gefährliche Pläne

Der Geheimdienst sucht nach Unterstützung und kontaktiert John Russel, Physiker und Protagonist des Computerspiels. Dem Wissenschaftler ist sofort klar, dass es sich bei den Plänen um Dokumente zum Bau einer neuen atomaren Massenvernichtungswaffe handelt, mit der das Nazi-Terrorregime den Krieg für sich entscheiden will. Doch die Pläne sind unvollständig und die Fertigstellung der Waffe muss unbedingt verhindert werden.

Fakten und Fiktion

Der Spieler übernimmt die Steuerung von Russel und stürzt sich in das Abenteuer, in dem Fakten und Fiktion miteinander verwoben sind, wobei der fiktionale Aspekt eindeutig überwiegt. Eine Atombombe wurde von Deutschland im Zweiten Weltkrieg nicht eingesetzt, dennoch ranken sich bis heute verschiedene Verschwörungstheorien um dieses Vorhaben. Undercover - Operation Wintersonne baut auf diesen Theorien auf, was der Geschichte einen besonderen Reiz verleiht. Der Krieg steht hier aber nicht mehr als für die Geschichte nötig im Vordergrund, in allererster Linie ist das Game ein am Computer erlebter Spionage-Thriller mit Fokus auf den im Spiel enthaltenen Rätseln und Aufgaben.


Russel reist zusammen mit Geheimdienst-Agenten widerwillig nach Berlin um die kompletten Pläne zu finden. Der britische Wissenschaftler ist alles andere als ein Actionheld oder ausgebildeter Agent - und dies macht die vom Spieler gesteuerte Figur so sympathisch. Durch seine zerstreute und schusselige Art bringt Russel Leben in das Adventure, auch die Gespräche mit der britischen Geheimagentin Anne Taylor - der Russel im Laufe des Spiels begegnet - sorgen für gute Unterhaltung. Die komplette Spielzeit von Undercover - Operation Wintersonne beträgt rund 15 Stunden. Während des Spiels muss Antiheld Russel zahlreiche Rätsel lösen, die für Adventure-Kenner aber kein unlösbares Problem darstellen sollten.

Hinweise finden...

Zu allen auf den ersten Blick unlösbaren Aufgaben gibt es im Spiel versteckte Hinweise - der Spieler muss sie nur finden, richtig deuten und in den korrekten Zusammenhang bringen. An einer Stelle gilt es etwa die Zeiger einer Standuhr richtig einzustellen und so eine Geheimtür zu öffnen. Der Hinweis auf die korrekte Uhrzeit findet sich in einem Tagebuch, das in dem Raum auf einem Schreibtisch liegt.

...und richtig deuten

Dort steht, dass der Institutsleiter jeden morgen um fünf vor acht im Büro erschien – ein verschlüsselter Hinweis auf die richtige Kombination der Uhrzeiger. Die Rätsel aus dem Adventure erfordern einiges Nachdenken und machen den Reiz des Spiels aus. Gesammelte Gegenstände lassen sich oftmals miteinander kombinieren und gezielt einsetzen.

Für Adventure-Neulinge dürften die Rätsel dennoch schwer zu lösen sein, denn sie sind zwar logisch angelegt, aber trotzdem oft sehr anspruchsvoll. Anfänger können aber auf einen Einsteigermodus zurückgreifen, eine hilfreiche Option, mit der auf Knopfdruck alle Gegenstände und wichtigen Punkte im Spiel angezeigt werden. So entfällt das lästige, millimetergenaue Absuchen des Raums mit dem Mauszeiger.


Die Steuerung erfolgt nach dem klassischen "Point and Click" Prinzip. Die Maussteuerung irritiert jedoch anfangs, denn die Maustasten sind genau entgegengesetzt belegt, als es normalerweise bei Adventures der Fall ist. Das Inventar ist einfach zu bedienen, wird aber im Laufe des Spiels mit zahlreichen Gegenständen etwas überladen. Grafisch gibt es bei Undercover - Operation Wintersonne kaum etwas auszusetzen. Die Entwickler setzen auf eine gelungene Mischung aus zweidimensionalen Hintergründen und dreidimensionalen Objekten. Die Schauplätze wirken belebt, die Charaktere detailliert und verblüffend realistisch umgesetzt. Positiv hervorzuheben sind auch die überaus gelungenen Licht- und Schatteneffekte, die den Szenarien zusätzlich Leben einhauchen. Atmosphäre wird im Spiel auch dadurch geschaffen, dass die Perspektiven je nach Situation wechseln. Die sehr gut eingesetzte Hintergrundmusik schafft Spannung, die einzelnen Charaktere sind perfekt vertont. So machen die Dialoge im Adventure richtig Spaß.

Lange Ladezeiten

Was leider wiederum nicht viel Spaß macht, sind die vergleichsweise langen Ladezeiten beim Ortswechsel und die doch sehr träge Bewegungsweise des gesteuerten Charakters. Durch Doppelklick fängt dieser zwar schneller an zu laufen, aber der Protagonist muss erst zu jedem Gegenstand gehen, bevor er einen Kommentar dazu abgibt. Zudem reagieren einige Figuren im Spiel unlogisch.

Reaktion nicht logisch

So müssen zu Beginn des Spiels zwei Soldaten von einem Eingang verschwinden, damit Russel ein Gebäude betreten kann. Russel lenkt die Soldaten ab, indem er Steine wirft. Die Wachposten suchen um die nächste Ecke nach der Ursache, kehren aber unlogischerweise nicht wieder zurück.


Fazit

Trotz dieser kleinen Ungereimtheiten und langer Ladezeiten kann Undercover - Operation Wintersonne als durchaus gut gelungenes Adventure eingestuft werden. Das Spiel ist aber nicht geeignet, um zwischendurch mal eben eine halbe Stunde zu zocken. Wer sich auf das Spiel einlässt, sollte sich darauf gefasst machen, an manchen Rätseln auch einmal längere Zeit zu knobeln. Den Entwicklern von Sproing Interactive aus Österreich darf also gratuliert werden. Mit einem kleinen Team haben sie ein großes Adventure auf die Beine gestellt.



(Denise Bergfeld)

Mehr aus dem Web

Zum Seitenanfang