Testbericht

UMTS-Notebook: Toshiba Portégé A600 im Test

Ein Notebook zum Arbeiten und für unterwegs sollte klein, leicht und ausdauernd sein. Ob der neue Laptop von Toshiba dies alles bietet, zeigt der Test von onlinekosten.de.

Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com
Zwischen den mindestens 15,4 Zoll großen Notebooks und den kleinen, aber eher leistungsschwachen Netbooks gibt es noch etwas: die Subnotebooks. Toshiba hat als neues Modell das Portégé A600 im Angebot, das anspruchsvollere Geschäftsleute ansprechen soll. Klar, dass hier auf ein schickes Design und natürlich auf gute kommunikative Fähigkeiten geachtet wurde. Wichtig wäre auch eine lange Akkulaufzeit – kann das schlanke Gerät im Alltag überzeugen? Die Redaktion von onlinekosten.de hat dies nachgeprüft.

Inhalt:

1. Design und Akkulauzeit
2. Grafik, Display und Log-In
3. Internetzugang und Fazit

Kleiner Silberling

Die Portégé A600-Serie wiegt mit 1,46 Kilogramm nur 2,5 Tafeln Schokolade mehr als ein aktuelles Netbook, liefert aber ein größeres Display: Mit dem 12,1-Zoll-Bildschirm lässt sich ein Arbeitstag doch komfortabler gestalten als mit einem maximal zehn Zoll großem Exemplar. Das Design ist Business-like schlicht, aber schön. Toshiba serviert ein silberfarbenes Gehäuse mit ebenfalls silberner Innenausstattung. Die Oberfläche ist matt, so dass sich keine Fingerabdrücke einschleichen. Umso anfälliger für Spuren sind die glänzenden Klicktasten im Spiegel-Look unter dem Touchpad.

Als Betriebssystem ist Windows Vista Business vorinstalliert. Für Nutzer, die sich damit nicht anfreunden können, liegt außerdem Windows XP Professional bei. Ansonsten gehören noch eine Kurzanleitung, ein Handbuch, eine Erläuterung zum 3G-Modul und ein Putztuch zum Lieferumfang.

Mobil dank geringem Verbrauch


Wer mit seinem Notebook häufig unterwegs arbeiten möchte, kann wenig mit einem Gerät mit einer schlechten Akkulaufzeit anfangen. Toshiba verspricht aufgrund des stromsparenden Prozessors eine Laufzeit von bis zu 7,5 Stunden: Für den Antrieb sorgt in der Konfiguration A600-122 ein Intel Core 2 Duo SU9300 mit 1,2 Gigahertz (GHz) und einer Leistungsaufnahme von zehn Watt. Im Test mit der Software Battery Eater konnte der handliche Rechner etwa zwei Stunden und 45 Minuten unter Volllast betrieben werden, bis eine erneute Ladung fällig wurde. Als längste Laufzeit wurden sechs Stunden ermittelt, wobei der WLAN-Empfang abgeschaltet, das Display aber die gesamte Zeit über eingeschaltet war.

Verglichen mit dem Intel Atom Prozessor rechnet der SU9300 etwa doppelt so schnell, ist aber rund 50 Prozent langsamer als der Desktop-Prozessor AMD Athlon X2 5000+ mit 2,6 GHz. Die Werte beruhen auf einer Messung, in der 96 JPG-Fotos (235 Megabyte) mit dem Programm 7-Zip komprimiert wurden. Die CPU kann auf zwei Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher zurückgreifen. Wer nachlegen möchte, kann diesen auf bis zu fünf GB aufstocken. Schließlich bedient sich hier auch die Grafik: Wie es bei Subnotebooks üblich ist, ist keine dedizierte Grafikkarte für Spielefans an Bord. Stattdessen werkelt im Innern Intels GMA 4500MHD, der aber stark genug für die Wiedergabe von Filmen in High Definition sein soll. Dies konnte der Test mit einem hochauflösenden 1080p-Clip bestätigen, für den HD-Videogenuss auf langen Zugfahrten ist also gesorgt. Einen HDMI-Anschluss, um die Filme auch zu Hause am Flachbildfernseher zu schauen, sucht man aber vergeblich. Für Bildschirme steht lediglich ein analoger D-Sub-Ausgang (VGA) zur Verfügung.

Mattes Display

Das Display löst mit 1.280x800 Bildpunkten auf und ist erfreulicherweise matt. Die Bildqualität und die Helligkeit können überzeugen, die Blickwinkel fallen aber etwas klein aus. Auch die Lautsprecher könnten besser sein: Sie sind recht schwach auf der Brust, was aber wohl auch an der kompakten Bauweise liegt.

Im Arbeitsalltag kommt es auch auf komfortable Eingabegeräte an. Die Tastatur reicht fast bis an den Rand heran und ist somit ausreichend groß, um bequem schreiben zu können. Der Mauszeiger lässt sich über das Touchpad präzise steuern und auch die Tasten funktionieren einwandfrei. Lediglich das etwas laute Klicken könnte den einen oder anderen auf die Dauer nerven.

Log-In nach Wahl

An dieser Stelle befindet sich auch der Fingerabdruck-Sensor. Alternativ kann sich der Anwender mit einem Bluetooth-Handy anmelden. Dies hat den Vorteil, dass automatisch der Bildschirm gesperrt wird, sobald sich das Handy zu weit vom Notebook weg bewegt. Auch der so genannte "Anti-theft protection timer" gehört zum EasyGuard-Sicherheitskonzept. Dieser bietet ein per Timer gesteuertes BIOS-Passwort, das bei einem Diebstahl den Zugriff auf die Daten verhindert. Eine weitere Möglichkeit zum Log-In bietet die Webcam zusammen mit der Gesichtserkennungssoftware. Wie dies funktioniert, hat onlinekosten.de bereits beim Satellite A300D-167 getestet. Die Kamera begnügt sich mit einer VGA-Auflösung.

Geschäftsdaten, private Fotos und Videos lassen sich auf der 250 GB großen SATA-Festplatte speichern. Wie beim Tecra A9 und den übrigen Business-Notebooks ist auch wieder ein Bewegungssensor integriert, der Vibrationen oder Stöße erkennt und dann je nach Einstellung den Schreib-/Lesekopf in eine sichere Position bringt. Zur Ausstattung gehört außerdem ein DVD-Brenner. An Steckplätzen bietet das A600 einen SD-Kartenleser, einen ExpressCard-Slot, Anschlüsse für Mikrofon und Kopfhörer, zwei USB-Ports sowie einen eSATA-Eingang für externe Festplatten, der gleichzeitig eine dritte USB-Schnittstelle darstellt. Eine Verbindung zum Internet kann auf drei Arten hergestellt werden: Kabelgebunden per Gigabit LAN, drahtlos via WLAN 802.11a/g/n oder auch per UMTS. Das entsprechende Modul ermöglicht mobiles Surfen mit bis zu 7,2 Megabit pro Sekunde im Downstream und unterstützt auch HSDPA. Die SIM-Karte wird unter dem Akku eingelegt. Anschließend muss nur noch mit dem Wireless Manager eine Verbindung hergestellt werden, was im Test einwandfrei funktionierte.

Minuspunkte

Nicht für jeden Nutzer ein Grund zur Freude: Wie auch schon bei anderen Toshiba-Notebooks springen dem Besitzer wieder die vorinstallierten Gratis-Dienste wie Google Desktop, Quicklinks zu Amazon und eBay und Picasa entgegen. Obwohl die Verarbeitung an sich gut ist, ist das Gehäuse offensichtlich nicht gerade hart im Nehmen: Bei Druck biegt sich der Displaydeckel leicht durch, eine gepolsterte Notebooktasche ist daher Pflicht. Die Scharniere könnten eine Spur fester sein – beim Einsatz im Zug muss der Schreiber wahrscheinlich früher oder später mit einem herunterklappenden Monitor rechnen. Ziemlich nervig ist das Lüftergeräusch: Während das Notebook im Netzbetrieb angenehm leise arbeitet, dreht der Lüfter beim Akku-Einsatz in regelmäßigen Abständen einmal laut auf – allerdings nur im Stromsparmodus.

Fazit: Starker Mini mit Schwächen

Verglichen mit einem Netbook liefert das Portégé A600 natürlich eine bessere Leistung und bringt auch ein Laufwerk mit, dies muss der Nutzer aber auch recht teuer bezahlen: Etwa 1.699 Euro soll das Leichtgewicht kosten, beim Kauf im günstigsten Onlineshop können rund 350 Euro gespart werden – immer noch ein Batzen Geld. Im Arbeitsalltag kann der kleine Laptop mit mobilem Internet, einem guten Display, einer komfortablen Tastatur und einer langen Akkulaufzeit punkten, Abzüge gibt es für die überschaubare Schnittstellen-Bestückung und das zu lockere Display. Die Garantie entspricht dem Standard, wer sich aber bis zum 31. März 2009 zum Kauf entschließt und sich dann innerhalb einer Woche registriert, erhält eine dreijährige Garantie.

Name: Portégé A600-122
Hersteller: Toshiba
Internet: www.toshiba.de
Preis: UVP 1.699 Euro
Technische Daten
Prozessor: Intel Core 2 Duo SU9300 mit 1,2 GHz
Grafikkarte: Intel GMA 4500MHD
Bildschirm: 12,1 Zoll WXGA (1.280x800 Pixel)
Batterie: Lithium-Ion-Akku: Laufzeit: 165 Minuten unter Vollast / 360 Minuten maximal (WLAN aus)
Speicher: 2 GB (1.024 + 1.024 MB DDR2 mit 800 MHz)
Festplatte: 1x 250 GB
Laufwerk: DVD-SuperMulti
Soundkarte: Realtek High Definition Audio
Kommunikation: LAN, WLAN (802.11b/g/n), HSPA/UMTS-Modul, Bluetooth
Betriebssystem: Windows Vista Business + XP Professional
Abmessungen: BxTxH in cm: 28,6 x 22,3 x 3,0
ab 1,46 Kilogramm
Anschlüsse: 2x USB, 1x eSATA/USB, SD-Kartenleser, D-Sub, Mikrofon, Kopfhörer, ExpressCard
Benchmarks: Vista Leistungsindex: CPU: 4,4 / RAM: 4,7 / 2D: 3,3 / 3D: 3,4 / HDD: 5,3
3DMark03: 1.823
3DMark06: 643
PCMark05: 2.851
Garantie: zwei Jahre
Pro & Contra
leicht und handlich
matte Oberfläche, mattes Display
UMTS-Unterstützung
lange Akkulaufzeit
Webcam
magere Schnittstellen-Ausrüstung
Kartenleser unterstützt nur SDCard
nerviger Lüfter
hoher Preis
Bewertung:
Geschwindigkeit (25%): befriedigend
Ausstattung (25%): befriedigend
Ergonomie (20%): gut
Akkulaufzeit (20%): gut
Verarbeitung (10%): gut
Gesamt: befriedigend (2,5)
Preis-Leistung: ausreichend

(Saskia Brintrup)

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