Testbericht

UMPC von Samsung: Taschen-Computer im Test

Nicht nur Mini-Notebooks wie den Eee PC kann man in die Tasche stecken. Auch Ultra Mobile PCs eignen sich als Begleiter für unterwegs. Die Redaktion hat den neuesten Rechner von Samsung getestet.

Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com
Ultra Mobile PCs, kurz UMPCs, sind kleine leichte Computer, die zwischen Subnotebooks und PDAs angesiedelt sind. Entwickelt wurde die Geräteklasse von Microsoft und Intel unter dem Projektnamen "Origami". Auf der CeBIT 2006 stellte auch Samsung seinen ersten UMPC vor: den Q1 ohne Tastatur. Im vergangenen Jahr folgte der Q1 Ultra mit zweigeteilter Tastatur. In diesem Jahr brachte der Hersteller schließlich den Q1 Ultra-Pro heraus. Die Redaktion von onlinekosten.de hat den kompakten "Taschenrechner" mit HSDPA-Modul einmal in die Hand genommen.

Mit Touchscreen

Der UMPC trägt die Bezeichnung Q1 Ultra-Pro 800 Baron und misst rund 23 x 228 x 124 Millimeter. Hält man den schwarz-glänzenden Rechner zum ersten Mal in der Hand, fällt zunächst das geringe Gewicht auf: Lediglich 690 Gramm bringt der Kleine auf die Waage – ein absolutes Fliegengewicht. Um ihn bequem aus der Tasche ziehen zu können, hat Samsung eine Handschlaufe spendiert. Zusätzlich liegt eine schwarze Wildlederhülle in der Verpackung, die das sieben Zoll große Display schützt – hierbei handelt es sich schließlich um einen Touchscreen. Darüber hinaus liefert der Hersteller ein Netzteil, ein paar Anleitungen, Software-CDs sowie ein USB-Kabel zur Datenübertragung mit.

Zwei Webcams

Angetrieben wird der Mini-Computer von einem Intel A110 Prozessor mit einer Taktfrequenz von 800 Megahertz. Zur weiteren Ausstattung gehören ein Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher, von denen sich die Onboard-Grafik – Intels Grafik-Media-Beschleuniger GMA 950 – bis zu 128 Megabyte sichert. Für Daten, Musikdateien und Filme steht eine 1,8-Zoll-Festplatte mit 60 GB zur Verfügung. Wie beim MacBook Air von Apple ist aus Platzgründen kein DVD-Brenner integriert, sondern nur separat erhältlich. Dafür bringt der UMPC gleich zwei Webcams mit – eine im vorderen Bereich und eine auf der Rückseite.

Anstelle eines Power-Knopfes befindet sich an der Seite ein Schieberegler mit zusätzlicher "Hold"-Funktion – wie bei einem MP3-Player. Nach dem Start von Windows XP in der Tablet PC Edition muss sich der Nutzer zunächst mit der Steuerung auseinandersetzen. Links hat Samsung den Mausersatz angebracht. Hierbei handelt es sich allerdings nicht um ein Touchpad, sondern um einen kreisrunden, rutschfesten Button, der ähnlich wie ein Joystick bedient wird. Dies ist anfangs ungewohnt, klappt aber nach etwas Übung. Gegenüberliegend findet der Nutzer eine 4-Wege-Taste mit "Enter" in der Mitte sowie die Klicktasten: Glücklicherweise ist auch für den Rechtsklick ein eigener, runder Knopf vorhanden. Aufgrund des Touchscreen-Displays lässt sich das Gerät natürlich auch mit einem Stift steuern. Dies geht dann doch schneller und einfacher von der Hand. Buchstaben können mit dem Pen über eine einblendbare Bildschirm-Tastatur oder über eine Handschrifterkennung eingegeben werden, die die geschriebenen Wörter je nach Schreibweise mehr oder weniger gut errät. Wird der Pen nicht benötigt, verschwindet er einfach unten rechts in einem Fach.

Zweigeteilte Tastatur

Wahlweise kann der Nutzer auch über die geteilte Tastatur Texte eintippen, die anstelle eines herkömmlichen Tastenfelds zum Einsatz kommt. Samsung hat die Tasten jeweils links und rechts neben dem Display platziert, somit ist Daumen-Einsatz gefordert. Die Tasten sind sehr klein, lassen sich jedoch trotzdem relativ präzise bedienen. Je größer die Hände des Besitzers sind, desto schlechter funktioniert dies allerdings. Wer gerne einen Roman oder einen Geschäftsbericht schreiben möchte, sollte ohnehin eine Tastatur anstecken. Weitere Kritikpunkte: Es gibt zwar eine "Strg"-Taste, aber weder "Alt" noch "Entf" – zum Aufrufen des Task-Managers muss der Nutzer daher über das Menü gehen. Auch die Escape-Taste fehlt.

Gute Bildqualität

Im oberen Bereich liegen noch einige berührungsempfindliche Tasten, um die Lautstärke zu verstellen und das Menü aufzurufen. Dort kann der Nutzer unter anderem die Anzeige verändern: Der Q1 Ultra-Pro stellt das Bild auf Wunsch auch im Hochkant-Format dar. Das 7-Zoll-Display mit einer Auflösung von 1024 x 600 Pixeln bietet eine Helligkeit von 300 Candela pro Quadratmeter und zeigt kontrastreiche und satte Farben an. Die hervorragende Bildqualität wird nur durch einen etwas kleinen vertikalen Blickwinkel getrübt, was jedoch nicht wirklich stört. Der horizontale Blickwinkel ist hingegen groß genug. Im Freien oder in Fensternähe sollte der Nutzer beachten, dass das Display bei ungünstigem Lichteinfall spiegelt. Wer möchte, kann es zu Hause auch als digitalen Bilderrahmen nutzen: Der Q1 lässt sich aufstellen.

Der UMPC verfügt über zwei USB-Ports und einen Kartenleser, ein Monitor oder Beamer lässt sich über den analogen D-Sub-Ausgang (VGA) anschließen. Die Anzahl von Kommunikationsschnittstellen ist reichhaltig: Neben einer Ethernet-Netzwerkkarte, befinden sich ein Modem, Bluetooth 2.0 sowie ein WLAN-Empfänger nach den Standards 802.11b/g an Bord. Business-Anwender können sich außerdem über ein HSDPA-Modul freuen, mit dem ein mobiler Internetzugang mit bis zu 3,6 Megabit pro Sekunde ermöglicht wird. Die Akkulaufzeit gibt Samsung mit bis zu 3,5 Stunden an, ein optionaler Hochleistungsakku soll 6,5 Stunden durchhalten. Im Classic Test mit dem Programm Battery Eater lief der Kleine bei maximaler Helligkeit und permanent eingeschaltetem Display etwas über zwei Stunden am Stück. Dies entspricht der kürzesten Laufzeit bei voller Auslastung. Hierbei war auch ein leises Surren zu hören und die Unterseite wärmte sich leicht auf. Im Readers Test, der in etwa die längste Laufzeit ermittelt, lief der PC sehr leise und knapp vier Stunden am Stück. Im Benchmark 3DMark 03 erreichte er 638 Punkte, PCMark 05 ließ sich leider nicht ausführen. Natürlich ist das Notebook kein Gamingwunder, das eine oder andere Spiel, wie Warcraft 3 zum Beispiel, lässt sich jedoch in der Mittagspause spielen – wie auf einer größeren Playstation Portable.

Fazit: Gerät für besondere Anlässe

Der Q1 Ultra-Pro in Klavierlack-Optik passt bequem in die Hand- oder größere Jackentasche und bringt alles mit, was der Nutzer für den Einsatz unterwegs benötigt. Besonders im Bereich Kommunikation und Internet kann der Kleine auf ganzer Linie punkten: LAN, WLAN, Modem, Bluetooth und sogar ein HSDPA-Modul sind an Bord. Mit der 1,3-Megapixel-Webcam lassen sich außerdem Videochats oder Konferenzen durchführen. Alles in allem ist der kleine UMPC dank der kompakten Maße und des geringen Gewichts ein zuverlässiger und leiser Begleiter – vor allem für Geschäftskunden. Mit einem von Samsung empfohlenen Preis von 1399 Euro ist er allerdings kein Schnäppchen: Auch wenn dies ein üblicher Preis für einen UMPC ist, greifen viele Nutzer sicherlich lieber zum Subnotebook mit schnellerem Prozessor – und Tastatur.

Name: Q1 Ultra-Pro 800 Baron
Hersteller: Samsung
Internet: www.samsung.de
Preis: UVP 1399 Euro
Technische Daten
Prozessor: Intel A110 mit 800 MHz
Grafikkarte: Onboard: Intel GMA 950 mit bis zu 128 MB
Bildschirm: 7 Zoll WSVGA (1024x600)
Batterie: Lithium-Ionen Akku: Laufzeit: 125 Minuten unter Vollast / 235 Minuten maximal (Display und WLAN eingeschaltet)
Speicher: 1 x 1024 MB DDR2
Festplatte: 1x 60 GB mit 4200 U/Min
Laufwerk: -
Soundkarte: Onboard
Kommunikation: LAN, WLAN (802.11b/g), Bluetooth, 56K-Modem, HSDPA-Modul, UMTS
Betriebssystem: Windows XP Tablet PC Edition
Abmessungen: 322,9 x 227,5 x 123,9 mm, 690 Gramm
Anschlüsse: 2x USB, VGA-Out, Mikrofon, Kopfhörer, Kartenleser
Benchmarks: 3DMark03: 638
Garantie: zwei Jahre
Pro & Contra
sehr gute Verarbeitung
kompakt und leicht
gute Bildqualität
bequeme Handhabung per Touchscreen
viele Möglichkeiten zur Kommunikation
Zwei Webcams
fummelige Tastatur
schwacher Prozessor
hoher Preis
Bewertung:
Geschwindigkeit (25%): befriedigend
Ausstattung (25%): gut
Ergonomie (20%): befriedigend
Akkulaufzeit (20%): gut
Verarbeitung (10%): sehr gut
Gesamt: gut (2,35)
Preis-Leistung: befriedigend

(Saskia Brintrup)

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