Testbericht

Ultrabook im Test: Asus Zenbook UX21E

Können die inneren Werte mit der optischen Schönheit des 1,1 Kilogramm leichten Ultrabooks mithalten? Wir haben das beeindruckend dünne Alu-Notebook geprüft - und sehr viel Positives, aber auch kleine Schwachstellen gefunden.

Können die inneren Werte mit der optischen Schönheit des 1,1 Kilogramm leichten Ultrabooks mithalten? Wir haben das beeindruckend dünne Alu-Notebook geprüft - und sehr viel Positives, aber auch kleine Schwachstellen gefunden.

Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

In unserem Ultrabooks Hands-on haben wir die ersten fünf Vertreter der leichten, dünnen Notebook-Marke von Intel bereits begutachtet – darunter auch das kleine Asus UX21E und das Schwestermodell UX31E. Mit ihren optischen Reizen wussten die spitz-zulaufenden Alu-Laptops auf Anhieb zu beeindrucken, doch wie ist es um die inneren Werte bestellt, wie ausdauernd ist der Akku? Wir haben die günstigere Konfiguration UX21E-KX004V ausprobiert.

Asus UX21 Test – Inhalt

  • Seite 1: Optik, Lieferumfang, Schnittstellen und Laufzeit
  • Seite 2: Display, technische Daten und Leistung
  • Seite 3: Sound, Fazit und Test-Tabelle

Hervorragende Verarbeitung

Wie wir bereits im Hands-on angemerkt hatten, sind die von Asus unter dem Namen Zenbook vermarkteten Leichtgewichte dem Apple MacBook Air (Test) ähnlicher als so manches der Konkurrenz-Ultrabooks. Die Gründe dafür sind vor allem das aus einem Stück gefertigte Aluminium-Gehäuse und das übergroße Touchpad mit integrierten Klicktasten. In der Tat sind Tastatur und Mausersatz bei den Zenbooks mit 11,6- und 13,3-Zoll-Display fast gleich groß. Damit überragt selbst das kleinere UX21E andere Subnotebooks oder gar Netbooks in Bezug auf den Komfort beim Tippen, Navigieren und Ausführen von Mehrfingergesten. Die sehr flachen Tasten mit entsprechend kurzem Hub gefallen vielleicht nicht jedem, es lässt sich aber gut und leise mit ihnen schreiben. Eine Tastaturbeleuchtung hat Asus nicht spendiert.

Ein klassisches Netbook lässt das Ultrabook nicht nur bezogen auf die technischen Daten alt aussehen, sondern auch trotz größerem Bildschirm wie ein Pummelchen wirken: Das 299 x 196 Millimeter (mm) kleine Zenbook wiegt nur 1,1 Kilogramm und ist an der höchsten Stelle 17 mm dünn. Vorne läuft es auf 3 mm spitz zu, wodurch Asus einen sehr modernen, hochwertigen Look erreicht, der auch in der Praxis bestehen kann. Der Deckel lässt sich so gut wie nicht eindrücken und die beiden Gehäusehälften liegen im geschlossenen Zustand so fest aufeinander, dass keine Stifte oder anderer Kleinkram in der Tasche dazwischenrutschen können. Die Scharniere leisten demnach gute Arbeit, was sich auch aufgeklappt zeigt. Der Bildschirm sitzt stramm und wippelt nicht hin und her – gerade auf ruckelnden Zugfahrten von Vorteil.

Zubehör und Anschlüsse

Für unterwegs oder als Staubschutz zuhause legt Asus eine dunkelbraune Tragetasche mit Kunstleder-Elementen bei. Eine zweite, kleine Tasche dient zum Transport von Adaptern: Da Design und Figur Vorrang haben, gilt es bei den Schnittstellen kompromissbereit zu sein. Reguläre Größe haben lediglich ein USB-2.0-Port, 1x USB 3.0 und der Kopfhöreranschluss, die Grafikausgänge HDMI und VGA (D-Sub) weisen Miniaturformat auf. Für den analogen Port liefert der Hersteller einen Adapter auf VGA in Originalgröße mit, ein Micro-HDMI-Kabel muss der Kunde selbst beisteuern. Nicht vorhanden ist ein Gigabit-Ethernet-Port, was Asus mit einem USB-Adapter umgeht. Wird per LAN-Kabel im Netz gesurft und eine Maus genutzt, sind demnach bereits alle verfügbaren USB-Schnittstellen in Beschlag genommen. Wer noch einen USB-Stick verbinden möchte, müsste einen der Ports kurz freiräumen. Für die kabellose Kommunikation sind  WLAN 802.11 b/g/n und Bluetooth 4.0 an Bord. Gar nicht unterstützt werden hingegen Speicherkarten – nicht einmal microSD. Hobby-Fotografen müssen also zwangsläufig kostbaren USB-Platz opfern.

Laufzeit liegt unter den Erwartungen

Auch für einen herausnehmbaren Akku ist zu wenig Platz verfügbar. Wie die anderen Ultrabooks bezieht das Asus UX21E die Energie aus einem fest-verbauten Exemplar, das über das kleine, leichte Netzteil aufgeladen wird. Liefe das Notebook permanent unter Volldampf, müsste der Nutzer nach nur 80 Minuten zum Netzteil greifen. Maximal ist bei eingeschaltetem WLAN etwa 6 Stunden lang mobiles Arbeiten möglich, Videos können im Energiesparmodus etwa 4 bis 5,5 Stunden lang abgespielt werden – je nachdem, ob der WLAN-Empfang ein- oder abgeschaltet ist. Die Standby-Zeit soll bei bis zu 7 Tagen liegen. Wir haben im Test rund 6,3 Tage gemessen, was im Rahmen liegt. Wie viel Arbeitszeit der Akku noch zulässt, zeigt eine einblendbare Stoppuhr auf dem Desktop an. Zu den Vorgaben für Ultrabooks zählt ein flottes Aufwachen aus dem Standby-Zustand; das UX21E schafft das innerhalb von 2 Sekunden. Reguläres Hochfahren dauert kaum länger als 20 Sekunden.

Punkten kann das Zenbook mit einem sehr hellen Display. Insbesondere im Freien ist es zu empfehlen, die Leuchtkraft hochzuschrauben, da sich auf der Hochglanz-Oberfläche die Umgebung spiegeln kann. Auch in der Nähe von Lichtquellen und Fenstern zeichnen sich Spiegelungen ab. Allerdings gibt es auch bei den glossy Displays Unterschiede – nicht jeder Bildschirm spiegelt gleich stark und das kleine Ultrabook zählt nicht zu den extremen Spiegel-Modellen. Ein Schwachpunkt ist ganz klar der kleine horizontale Blickwinkel. Schon geringe Änderungen an der Sitz- oder Displayposition lassen Farben zu hell oder zu dunkel erscheinen. Ein gutes Ergebnis gibt es nur bei direktem Blick. Mehr Bewegungsfreiheit lässt das UX21E zur Seite zu. Wer zu zweit einen Film anschaut oder schräg auf den Bildschirm blickt, muss kaum Beeinträchtigungen in Kauf nehmen. Wünschenswert wären kräftigere Farben. Zwar wirkt das Bild weder sehr blass noch zu ausgewaschen, könnte aber insgesamt mehr Farbfrische und Kontrast vertragen.

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Prozessor: Stark und sparsam

Asus bietet das UX21 in zwei Konfigurationen an: wahlweise mit einem Intel Core i7- oder einem i5-Prozessor. Unser Testgerät UX21E-KX004V rechnet mit einem Intel Core i5 2467M Prozessor mit zwei Kernen und 1,6 Gigahertz (GHz) Standardtakt. Per Turbomodus werden daraus bis zu 2,3 GHz. Die Thermal Design Power der CPU liegt laut Intel bei 17 Watt, womit das Ultrabook sparsam mit Energie umgeht. Während der Videowiedergabe nahm unser Testmodell nur knapp 14 Watt auf. Vergleicht man die Leistung mit der eines Intel Core i5-2430M (2,4 GHz, 35 Watt), zum Beispiel im Dell XPS 14z Test, schneidet der sparsame Ultrabook-Prozessor bei Benchmarks schlechter ab und ist beim Zippen von Fotos etwa ein Drittel langsamer. In einer Liga spielt der Core i5-2537M, den wir im Samsung 900X3A Test, ebenfalls ein Mac-Book-Air-Konkurrent, prüfen konnten. Die 1,4-GHz-CPU war nur geringfügig langsamer.

Schnelle SSD, kein Laufwerk

Eine Grafiklösung bringt der Prozessor bereits mit: Intels HD 3000 Grafikchip ist zwar nicht der beste Partner für anspruchsvolle Spiele, spielt aber HD- und Full-HD-Filme ohne zu murren ab. Komplett wird die Bestückung durch 4 Gigabyte (GB) DDR3-RAM und eine SSD mit 128 GB. So liefert das UX21E zwar nicht so viel Speicherplatz wie Laptops mit HDD, dafür aber ein deutlich flotteres Medium. Windows bewertet den Speicher mit einer 7,9, andere von uns getestete SSD-Notebooks holten sich Werte zwischen 7,3 und 7,7 ab. Weitere Messergebnisse finden sich wie üblich in unserer Tabelle auf Seite 3. Ein optisches Laufwerk steht nicht bereit.

Wärmeentwicklung und Lautstärke

Bei derart beengten Verhältnissen für eine gute Kühlung zu sorgen, ist nicht einfach. Ein V-föriger Luftkanal soll die Luft im Gehäuse besser zirkulieren lassen, während Kupferrippen die Wärme nach außen befördern. Da die Lüftungsschlitze zwischen Display und Tastatur sitzen, erwärmt sich der Laptop rund um diesen Bereich am stärksten. Sowohl um die Tastatur herum als auch auf der Unterseite steigen die Temperaturen; Asus erwähnt daher im Handbuch, das Notebook nicht auf dem Schoß zu benutzen. Eine so starke Erwärmung, sodass das Gehäuse zu heiß wurde, konnten wir im Test aber auch nach mehreren Stunden nicht feststellen. Die Platzwahl für die Lüftung hat trotzdem einen kleinen Haken: Betriebsgeräusche schallen dem Nutzer direkt entgegen. In der Praxis macht das unter Volllast, zum Beispiel bei einem Benchmark oder gleichzeitigem Öffnen Dutzender Tabs im Browser, durchaus etwas aus. Dann nämlich ist der Laptop nicht zu überhören. Im regulären Betrieb, beim Surfen oder Abspielen von Videos, muss man hingegen sehr genau hinhorchen, um überhaupt ein Betriebsgeräusch ausfindig zu machen.

Auch der Lautsprecher-Sound leidet bei einem Notebook unter schlanken Maßen. Asus wirkt dem mit SonicMaster, einer zusammen mit den Experten von Bang & Olufsen ICEpower entwickelten Technik, entgegen. Das Ergebnis ist ein klarer Klang mit hoher Maximallautstärke. Natürlich klingt die MP3-Sammlung über Laptop-Lautsprecher nie so gut wie über die heimische Anlage, bei Internetradio-Streams oder Film-Sound muss sich das Zenbook aber nicht verstecken. Davon schrebbelig oder blechern zu sein, ist der Klang weit entfernt.

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Fazit: Das fast perfekte Ultrabook

Nach intensiverer Betrachtung des Asus Ultrabooks UX21E manifestiert sich der gute erste Eindruck und nur kleine Minuspunkte sind abzuziehen. Positiv: Das Zenbook ist unheimlich leicht, sieht hervorragend aus und die Verarbeitung ist Spitzenklasse. Dank der großen Tastatur könnte es als praktisches Arbeitsgerät für unterwegs dienen. Einschränkend wirken dann aber der glänzende Bildschirm und das Hantieren mit Adaptern. Zugunsten der Optik und Maße musste Asus an Schnittstellen sparen. Auch ein UMTS-Modul ist nicht verfügbar. Hinter unseren Erwartungen liegt die Akkulaufzeit: Kaum 1,5 Stunden unter Volllast wirken angesichts des Kaufpreises von knapp 1.000 zu mager, auch wenn das UX21E selten unter derartigen Bedingungen eingesetzt werden dürfte. Besser fallen daher die Laufzeiten im Energiesparmodus aus, der für Videos und zum Surfen ausreicht.

Insgesamt kann nur auf sehr hohen Niveau gemeckert werden. Verglichen mit dem Apple MacBook Air mit gleicher Speicherkapazität ist das Zenbook etwa 150 Euro günstiger, die Adapter eingerechnet, steigt die Differenz auf 200 Euro – ohne Tasche.

Wovon sich aktuell die meisten Ultrabook-Interessenten verabschieden müssen, ist der Wunsch nach einer dedizierten Grafikkarte oder einem Laufwerk. Noch ist kein Gerät mit einem dieser Features in Deutschland erhältlich, wenn auch in Sicht: Das Samsung Series 5 ULTRA soll auch in Varianten mit Laufwerk und Grafikkarte angeboten werden.

Weitere Testberichte und eine Kaufberatung zum Thema Notebook liefert unser Hintergrundbereich. Mehr Ultrabooks im Überblick gibt es auf unserer Ultrabook-Seite.

Name: Zenbook UX21E / UX21E-KX004V
Hersteller: Asus
Internet: www.asus.de
Preis: UVP: 999 Euro
Technische Daten
Prozessor: Intel Core i5-2467M mit 1,6 GHz 
Grafikkarte: Intel HD 3000 (integriert)
Bildschirm: 11,6 Zoll (1.366x768 Pixel), glänzend, 450 cd/m²
Batterie: fest eingebauter Akku, Laufzeit: 80 Minuten unter Vollast / 375 Minuten Lesetest (WLAN aus) /
ca. 236 – 327 Minuten Videowiedergabe (Lautstärke + Display 50%, WLAN ein/aus) /
Standby ca. 6,3 Tage
Speicher: 4 GB DDR3
Festplatte: 128 GB SATA-III-SSD
Laufwerk: -
Kommunikation: Gigabit LAN per USB-Adapter, WLAN 802.11 a/b/g/n, Bluetooth 4.0
Betriebssystem: Windows 7 Home Premium 64-bit
Abmessungen: BxTxH: 299 x 196 x 3 - 17 mm Millimeter; 1,1 Kilogramm
Anschlüsse: Micro-HDMI, Mini-VGA, USB 3.0, USB 2.0, Kopfhörer
Sonstiges: VGA-Webcam, SonicMaster-Sound in Kooperation mit Bang & Olufsen ICEpower
Lieferumfang: Notebook, Netzteil, Tragetasche, VGA-Adapter, LAN-Adapter, Aufbewahrung für Adapter, Kabelbinder, Putztuch, Handbuch
Benchmarks/Zahlen: Windows Leistungsindex:
CPU: 6,4 / RAM: 5,9 / 2D: 5,6 / 3D: 6,2 / HDD: 7,9

7-Zip: 164 JPG-Fotos (400 MB) ins .zip-Format:
16 Sek.

CPU-Benchmark: Cinebench 11.5: 1.93
PCMark 7: 3.427

Grafikchip:
Grafik-Benchmark FurMark; bei nativer Auflösung: 178 Punkte; 720p: 156
OpenGL: Cinebench 11.5: 9,77 BpS

HDD-Benchmark von CrystalDiskMark: Sequentielles Lesen/Schreiben: 412 / 163,9 MB/s;
zufälliges Lesen/Schreiben 512K: 357,4 / 161,7 MB/s
Energieverbrauch: Ausgeschaltet am Netz:
ca. 0,5 Watt
Eingeschaltet im Energiesparmodus:
ca. 8,8 Watt
Videowiedergabe im Energiesparmodus:
ca. 13,6 Watt
CPU-Benchmark-Test unter Höchstleistung (Displayhelligkeit 100%, WLAN + Bluetooth ein): ca. 26,7 Watt
Garantie: 2 Jahre Asus Garantie
Pro & Contra
stabiles Alu-Gehäuse
schöne Optik
sehr leicht
schnelle CPU
schneller SSD-Speicher
USB 3.0
besonders helles Display
Zubehör im Lieferumfang
Display spiegelnd und etwas farbschwach
Akkulaufzeit
wenige Schnittstellen
kein Kartenleser
Bewertung:
Geschwindigkeit: 13/15
Ausstattung: 10/15
Display: 13/15
Bedienung/Komfort: 7/10
Maße/Gewicht: 15/15
Akkulaufzeit: 14/20
Verarbeitung: 10/10
Gesamt: 82/100 --- So testen wir Notebooks
Preis-Leistung: gut

(Saskia Brintrup)

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