Testbericht

Ubuntu 10.04 LTS angetestet: Erster Eindruck

Das neue Ubuntu 10.04 bietet eine neue Optik, einen eigenen Music Store und die Integration von zahlreichen Web 2.0 Diensten sowie etliche Detailverbesserungen.

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Mit jeder Version wird das kostenlose Betriebssystem Ubuntu erwachsener. Die langerwartete und jetzt erschienene Version 10.04 mit Long Time Support (LTS) macht da keine Ausnahme.

Neuer Look

Wir haben Ubuntu mit Hilfe von VirtualBox auf einem PC mit Athlon X2 6000 Prozessor mit zwei Gigabyte RAM und Windows 7 Professional ausprobiert. Eine Anleitung für VirtualBox haben wir bereits vorgestellt, alternativ kann auch der VMWare Player benutzt werden. Der Virtuellen Maschine (VM) wurden dabei 512 Megabyte Arbeitsspeicher zugesichert. Die Installation ist mit wenigen Mausklicks erledigt und dauerte auf unserer VM nur 15 Minuten. Auch der Start des System wurde nochmalig spürbar beschleunigt: Nach weniger als 30 Sekunden findet sich der Nutzer bereits auf dem Desktop wieder, Anmeldevorgang inklusive. Am grundlegenden Aufbau des Desktops haben die Ubuntu-Macher wenig verändert, die Neuerungen finden sich im Detail. Optisch wurde Ubuntu dezent aufgepeppt und erinnert mit der Farbgebung auf den ersten Blick an ein Mac-Betriebssystem. Ebenfalls vom Apple-System inspiriert scheinen die runden Schaltflächen der Fenster, die nun auf der linken Seite zu finden sind. Auch das Papierkorb-Icon ist umgezogen und findet sich rechts in der Taskleiste wieder.

Das Herzstück von Ubuntu, das Software-Center, welches als Dreh- und Angelpunkt für eine einfache Programmverwaltung dient, hat ebenfalls eine optische Frischzellenkur erhalten.

Das neue Ubuntu bietet jedoch nicht nur ein paar Design-Veränderungen, ein Schwerpunkt bei der Entwicklung war die Integration von Communities und Social Network Diensten wie Facebook, MySpace und Twitter.

An der Installation von Flash haben die Entwickler ebenfalls gefeilt. Statt vormals drei verschiedene Plugins anzubieten, wird nun direkt Adobe Flash vorgeschlagen. Im Test konnten wir nach wenigen Augenblicken Flash-Videos abspielen, beim Vorgänger-Ubuntu war dies mitunter langwieriger.

Integrierter Music Store

Zudem haben die Programmierer von Canonical den Ubuntu One Music Store ins Leben gerufen. Die Funktionsweise ist dabei ähnlich wie iTunes: Einzelne Songs kosten 0,99 Euro. Für die Nutzung ist ein kostenloser Ubuntu One Account nötig, zwei Gigabyte Cloud-Onlinespeicher gibt es gratis dazu. Via Mausklick landet der gewünschte Song schließlich im virtuellen Warenkorb. Im Test funktionierte der Shop jedoch nur schleppend, was vermutlich an dem großen Ansturm nach dem Release liegt. Ein weiteres Problem: In der Auflösung 800x600 Pixel verschwinden einige Schaltflächen aus dem dargestellten Bereich (zum Beispiel im Rhythmbox Music Player), der Desktop ist jedoch vollständig zu sehen.

Insgesamt ist der erste Eindruck rundum positiv, die neue Optik verleiht Ubuntu ein moderneres Aussehen, was bei der "Beschaffung" von neuen Nutzern von Vorteil ist. Lobenswert ist auch die konsequente Integration von den mittlerweile üblichen Diensten wie einen Musicstore und die Unterstützung von sozialen Netzwerken.

(Marcel Petritz)

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